Kundenrezensionen von Beavielleser





Die Unbehausten
von Barbara Kingsolver
Ein baufälliges Haus, das anscheinend nicht mehr zu retten ist und zwei Familien, die im selben Haus leben, allerdings mit 150 Jahren Zeitunterschied.
Willa und ihre Familie haben ein altes Haus geerbt. Eigentlich wollten sie es renovieren und dann verkaufen. Der Baugutachter teilt ihre aber mit, dass das Haus nicht zu retten ist. Doch woher soll das Geld dafür kommen. Bei der Recherche nach der Vergangenheit des Hauses stößt Willa auf die Spur einer Wissenschaftlerin aus dem 19. Jahrhundert.
150 Jahre vorher lebt Thatcher mit seiner Frau, Schwägerin und Schwiegermutter in diesem Haus. Thatcher findet in der Nachbarin Mary Treat jemanden mit dem er sich austauschen kann. Mary Treat interessiert sich für die Natur und erforscht diese. Sie steht mit Darwin in Briefkontakt und ist damit eine interessante Gesprächspartnerin.
Immer abwechselnd darf man an dem Leben der Familien teilnehmen. Besonders in Willas Familie sind die Meinungen und Ansichten über das Leben sehr kontrovers und somit bleibt es immer interessant.
Mary Treat fand ich als Person interessanter. Ihre Forschungen und ihr Interesse an Darwins Lehre haben mich beeindruckt.
Im Gegensatz zu 'Demon Copperhead' hat mir dieses Buch gut gefallen. Die Sprache war deutlich mehr nach meinem Geschmack. Ich kann dieses Buch wärmstens empfehlen.





Strandgut
von Benjamin Myers
Bucky ist über 70 und sein Körper lässt ihn das spüren. Er hat ständig Schmerzen, körperliche und auch seelische, weil er seine verstorbene Frau vermisst.
Das alles hält ihn aber nicht ab, einer Einladung nach Scarborough in England nachzukommen. Er soll dort bei einem Konzert seinen einstigen Hit singen.
Dinah nimmt Bucky am Flughafen in Empfang und entpuppt sich als grosser Fan von ihm. Zwischen den beiden entsteht eine innige Freundschaft.
Obwohl der Schreibstil angenehm und flüssig ist, konnte mich das Buch nicht richtig packen. Anfänglich war das Buch humorvoll und herzlich, aber das zog sich leider nicht durch das ganze Buch. Es war gerade im zweiten Teil, ziemlich langatmig und Buckys ewige Suche nach einer Hilfe gegen seine Schmerzen hat mich gelangweilt. Zum Schluss hin wurde es wieder besser, aber für mein Gefühl zu kitschig.
Gut gefallen haben mir die sympathischen Charaktere und auch die stimmungsvolle Beschreibung des Hotels Majestic.





Das Licht in den Wellen
von Janne Mommsen
1947 verlässt Inge die Insel Föhr, um nach Amerika auszuwandern. Sie ist 24 Jahre alt und spricht kein Wort Englisch.
Sie arbeitet sehr viel und hart in einem Deli und wird durch ihren Kartoffelsalat bald zu einer kleinen Berühmtheit.
Drei Jahre später heiratet Inge und übernimmt das Restaurant eines Yachthafen. Sie und Ihr Mann Hauke werden damit überaus erfolgreich.
Während der ganzen Zeit trägt Inge ein Geheimnis mit sich rum, über das sie mit niemandem spricht. Die Auflösung gibt es am Ende und ich konnte die grosse Geheimniskrämerei nicht nachvollziehen.
In dem Buch geht es hauptsächlich um das Leben von Inge. Die Kapitel in der Gegenwart sind eher kurz gehalten und somit erfährt man auch nur wenig von ihrer Urenkelin Swantje.
Gut beschrieben ist der Unterschied zwischen dem hektischen New York und der beschaulichen Insel Föhr. Auch das Leben der Einwanderer wird recht gut dargestellt.
Ein unterhaltsames Buch, dass sich gut zum Entspannen eignet. Man sollte aber nicht zuviel erwarten.





Aschesommer
von Benjamin Cors
Auch in diesem Teil werden Mila Weiss, Jakob Krogh und die Gruppe 4 wieder richtig gefordert.
Durch eine mysteriöse Todesanzeige werden sie zu einem Tatort geführt, bei dem sie einen grauenhaften Fund machen. Zwei Tote, die in einer, extra dafür eingerichteten, Kältekammer erfroren sind.
Und das Morden geht weiter. Schnell ist der Zusammenhang zu einem Verdächtigen hergestellt. Doch dieser sitzt in einer psychiatrischen Anstalt, die er nie verlassen kann. Die Suche nach dem zweiten Mann erfordert das Können aller Teammitglieder und starke Nerven.
Obwohl man sehr früh weiß, wer der Täter ist, hält die Spannung bis zum Schluss an und dieser ist dann doch anderes als man erwartet.
Fazit: Ein sehr spannender Thriller auf hohem Niveau mit einem sympathischen Ermittlerteam. Mir hat dieser Teil noch besser gefallen, als der Erste und ich freue mich schon auf Teil drei.





Durch das Raue zu den Sternen
von Christopher Kloeble
"Durch das Raue zu den Sternen" hat mich mit dem wunderschön gestalteten Cover und seinem aussergewöhnlichen und poetischen Schreibstil sofort in seinen Bann gezogen.
Und dazu passt die besondere Persönlichkeit von Moll. Sie ist für ihr Alter sehr zielstrebig, aber auch frech, altklug und überaus mutig. Sie ist sich ihres Talents absolut sicher und lässt nicht locker, um in dem Knabenchor aufgenommen zu werden. Dabei verstößt sie gerne mal gegen gesellschaftliche Regeln.
Ihr Talent und ihre Liebe zur Musik hat Moll von ihrer Mutter geerbt. Diese ist leider "kurz mal weggegangen", aber in Moll's Gedanken ist sie immer präsent und unterstützt Moll in ihrem Handeln.
Ein feinsinniges und trauriges Buch das mich sehr berührt hat. Eine ungewöhnliche Geschichte über die Liebe zur Musik und den Umgang mit Verlust, die sehr atmosphärisch erzählt wird.





Die unsichtbare Hand
von Julie Clark
Olivia bekommt den Auftrag für einen Bestseller-Autor als Ghostwriterin zu arbeiten. Wie sich herausstellt handelt es dich dabei um ihren Vater, den sie seit Ihrer Teenagerzeit nicht mehr gesehen hat. Ihm wurde der Mord an seinen Geschwistern nachgesagt, doch es kam nie zu einer Anklage. Olivia nimmt den Auftrag nur an, weil sie Geldprobleme hat.
Während ihrer Recherchen stößt sie immer wieder auf Widersprüche zwischen dem was ihr Vater erzählt und den Unterlagen, die sie findet. Es stellt sich die Frage, ob das an seiner Krankheit liegt oder ob er die Ereignisse von damals bewusst verfälscht.
Der Schreibstil ist flüssig, konnte mich aber nicht richtig fesseln. Es war zu langatmig. Spannend sind die kurzen Kapitel, die die Sichtweise von Vincent und Poppy beschreiben. In den letzten Kapiteln nimmt die Geschichte dann richtig Fahrt auf und es gibt ein gelungenes Ende.
Mein Fazit: Ein paar weniger Seiten hätten dem Buch gut getan. Ich war enttäuscht, da ich anderes von Julie Clark gewohnt bin.





Hello Baby
von Kim Eui-kyung
Sechs Frauen lernen sich in einer Kinderwunschklinik kennen. Sie gelten als Schwangere im fortgeschrittenen Alter. Sie fühlen sich von ihren Männern allein gelassen und gründen die Chatgruppe "Hello Baby", um sich auszutauschen. Hier finden sie endlich Gleichgesindte.
Als eine von ihnen dann plötzlich ein Kind bekommt, herrscht allgemeine Aufregung und Freude.
Mit einfachen Worten erzählt Kim Eui-kyung von dem Leid dieser Frauen. Sie ertragen die schmerzhafte Eizellenentnahme und hoffen, dass sie, nach dem Einsetzen der befruchteten Eizellen, schwanger werden.
Dieses Warten auf den Erfolg, die Angst, dass es nicht klappt, muss unerträglich sein. Auch der ständige Druck von Seiten der Familie. Die gut gemeinten Ratschläge sind nicht hilfreich, sondern erhöhen nur den Stress.
Mir haben diese Frauen sehr leid getan und ich bin froh, dass ich nie in dieser Situation war.
"Hello Baby" hat meine Sicht auf das Thema unerfüllter Kinderwunsch verändert und mich sensibilisiert. Ein sehr gutes Buch!





Haus Waldesruh
von David Krems
Vier ehemalige Schulfreunde treffen sich in einem abgelegenen Jagdhaus. Der fünfte im Bunde ist vor 15 Jahren gestorben.
Alle freuen sich über das Wiedersehen und es scheint ein gelungenes Wochenende zu werden. Doch nach und nach kommt es zu Differenzen und die Spannungen zwischen den ehemaligen Schulfreunden steigen. Handelt es sich wirklich nur um ein Treffen alter Schulfreunde oder steckt mehr dahinter? Seltsam ist auch der nicht eingeladen Gast, den Lea mitbringt. Was spielt er für eine Rolle?
Ein ruhiges Buch. Mit nur wenigen Protagonisten, mit interessanten Charakteren, wird eine spannende Geschichte erzählt. Die Atmosphäre des "Haus Waldesruh " kommt gut rüber. Ich möchte dort kein Wochenende verbringen müssen.
Mir hat das Buch insgesamt sehr gut gefallen und ich kann es jedem empfehlen, der eine gute, ruhige Erzählung zu schätzen weiß.





Der dunkle Sommer
von Vera Buck
Tilda, eine Architektin kauft sich in dem verlassenen Ort Botigalli ein Haus für einen Euro. Das Dorf befindet sich in Sardinien in den Bergen. 1982 wurden fast sämtliche Bewohner von Botigalli getötet. Doch Tilda weiß nichts von dieser düsteren Geschichte, Tilda möchte vor ihrer eigenen Geschichte fliehen
Enzo, ein Journalist, möchte ein Buch über die Geschichte des Dorfes schreiben und hofft auf Informationen von dem einzigen noch lebenden Zeitzeugen.
In einer zweiten Zeitebene wird die Geschichte von Franca erzählt und wie es zur Auslöschung des Dorfes kam.
Ich war von Anfang an von diesem Thriller gefesselt. Der Schreibstil von Vera Buck ist einfach genial. Packend, authentische Charakter und inspiriert von wahren Begebenheiten. Sie ist einfach eine sehr gute Schriftstellerin. Ich habe dieses Buch innerhalb von zwei Tagen verschlungen.





Frühlingssonate
von Stefan Radau
In diesem Buch geht es eigentlich nur um Musik. Die Personen sind Randfiguren, die man nicht richtig kennenlernt. Dabei wäre hier viel Potential gewesen. Eleonore, die Freundin ihre Mutter. Der Vater, der als Uhrmacher arbeitet. Thomas der Jugendfreund, der auf mehr hofft als Freundschaft. Was war mit ihrer Mutter, woran ist sie gestorben? All diese Lebensgeschichten werden nur kurz angerissen, aber nicht vertieft. Sehr schade.
Selbst Johanna bleibt Blass. Radau schildert zwar sehr gefühlvoll ihre Liebe und Bessenheit zur Musik, aber sonst erfährt man nicht viel von ihr.
Die Wiederholung von Worten, Redewendungen und Begeisterungen hat dem Buch auch nicht gut getan. Ebensowenig die ewigen Zweifel, ob sie in dem Dorf bleiben soll oder in die große Welt gehen soll.
Vielleicht muss man mehr von Musik verstehen, um von dieser Geschichte begeistert zu werden.
Meine Meinung: Die Idee zu diesem Buch ist gut. Doch in der Ausarbeitung wäre noch viel Luft nach oben gewesen. Und die letzten Kapitel waren mit Pathos überhäuft, da wäre weniger, mehr gewesen.
Das Cover dagegen, gefällt mir sehr gut. Es spiegelt die Verbindung von Musik und den Bergen sehr gut wieder.









