Kundenrezensionen
minúscula
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Weißes Licht
von Eric Puchner
"Weißes Licht" von Eric Puchner ließ mich sehr ambivalent zurück - ich fand den Roman einerseits in Abschnitten szenisch und literarisch beeindruckend, auch die Naturbeschreibungen sprachen mich an, dann wieder war ich genervt vom Pathos der inneren Dialoge, deren Gemeinplätze so übertrieben amerikanisch waren und gar nicht zu den Charakteren passten.
Insbesondere manche weiblichen Charakteren zugeschriebene Reflektion sagt eigentlich nur etwas über die Selbstbezogenheit des männlichen Autors aus.
Letztendlich geht es für mich in diesem Roman auch um Männlichkeitsrituale und die Unfähigkeit zu trauern.
Leider ist die Übersetzung an einigen Stellen schlecht bis falsch, z. B. "Treibgase" (gemeint müssen Treibhausgase sein), "Kletterstudio" (vermutlich wörtliche Übersetzung von "climbing gym", auf deutsch heißt es aber Kletterhalle), "Wildlife Biologe" (es heißt Wildbiologe), das hätte spätestens dem Lektorat auffallen müssen.
2,5 von 5 Sternen. Insgesamt literarisch teilweise interessant, inhaltlich aber zu bedrückend und negativ.
Carmen19994
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Weißes Licht
von Eric Puchner
Eric Puchner hat mit Weißes Licht einen stillen, atmosphärischen Roman geschrieben, der sich weniger durch Handlung, sondern vielmehr durch Zwischentöne und Beobachtungen auszeichnet. Über mehrere Jahrzehnte hinweg begleitet man eine Gruppe von Menschen, deren Lebenswege sich immer wieder kreuzen – verbunden durch Freundschaft, Liebe und Verlust.
Was das Buch besonders macht, ist seine Sprache: ruhig, präzise, manchmal poetisch. Puchner versteht es, leise Stimmungen einzufangen – die Melancholie verpasster Chancen, das Altern, das Aufbrechen alter Wunden. Diese feine, fast meditative Erzählweise wirkt stellenweise hypnotisch, verlangt aber auch Geduld.
Allerdings ist der Roman nicht immer leicht zugänglich. Durch häufige Zeitsprünge und wechselnde Perspektiven verliert man gelegentlich den roten Faden. Manchmal wirkt die Geschichte überladen, zu sehr bemüht, viele Themen – von Liebe über Umwelt bis hin zu Demenz – gleichzeitig zu behandeln.
Trotzdem bleibt Weißes Licht ein Werk, das nachhallt. Kein Roman, der mit Spannung glänzt, sondern einer, der leise unter die Haut geht. Wer sich auf die entschleunigte Erzählweise einlässt, wird mit eindrucksvollen Bildern, psychologischer Tiefe und einer feinfühligen Betrachtung des Lebens belohnt. Ein Buch, das spaltet – aber gerade deshalb interessant bleibt.
fantasia
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Weißes Licht
von Eric Puchner
Diese Frage stellt sich mir nach über 500 Seiten dieses Romans. Eric Puchner, der bislang vor allem Kurzgeschichten verfasste, hat in dieses umfangreiche Werk eine Fülle an Themen gepackt: neben Freundschaft, Liebe und Tod auch Klimakatastrophen, Waldbrände, Umweltzerstörung, Aussterben von Tieren, Traumata, Schuld, Homosexualität, Drogenabhängigkeit und deren fatale Folgen, Suizid, Alzheimer, Pflegeheim. Mir war das zu viel.
Als störend empfand ich zudem auch die ab und an eingesetzte Fäkalspreche. Das passte gar nicht zu den leisen Tönen, mit denen Puchner Stimmungen und die Landschaft Montanas einfühlsam beschreibt.
Die Rahmenhandlung entfaltet sich in großen zeitlichen Abständen und wechselnden Perspektiven - dabei bleiben allerdings Lücken.
Bewegt hat mich die Darstellung des männlichen Protagonisten Garret, seine Wärme und Bereitschaft für etwas einzustehen und Verantwortung zu übernehmen: nicht zuletzt sein bedingungsloses Kümmern um seine Frau am Ende ihres Lebens. Hätte Puchner den Roman stärker auf diesen Strang konzentriert - auf Garret, die Beziehung zu seinem Freund und die Liebe zu seiner Frau -, wäre mir das Buch weitaus nähergegangen. Auffällig ist, dass auch in der offiziellen Zusammenfassung des Romans ausschließlich dieser Handlungsstrang hervorgehoben wird …
Bücherfreundin
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Weißes Licht
von Eric Puchner
In seinem neuen Roman "Weißes Licht" erzählt der amerikanische Autor Eric Puchner, der als Dozent für kreatives Schreiben an der Johns Hopkins University in Baltimore tätig ist, eine außergewöhnliche Geschichte über Liebe und Freundschaft.
Sommer 2004: Cece Calhoun und Charlie Margolis, die bald heiraten wollen, lieben "Yellowflower", das Ferienhaus von Charlies Eltern am See von Salish in Montana. Obwohl sie im 1000 Meilen entfernten Los Angeles leben, haben sie beschlossen, sich in Salish das Jawort zu geben. Garrett Meek, Charlies bester Freund aus Collegetagen, wird sie trauen. Da Charlie, der als Kardioanästhesist arbeitet, keinen Urlaub nehmen kann, begibt sich Cece allein nach Salish, um die Hochzeit vorzubereiten. Am See begegnet sie Garrett, der in der Gepäckabfertigung am Flughafen arbeitet und sich um seinen kranken Vater kümmert. Ein tragischer Unfall, der sich vor Jahren ereignete, hat ihn traumatisiert. Cece und Garrett verbringen Zeit miteinander, und die junge Frau hinterfragt bald ihre Entscheidung, vor den Traualtar zu treten ...
Eric Puchner erzählt seine Geschichte in klarer, ruhiger Sprache und skizziert seine Protagonisten mit ihren Stärken und Schwächen sehr präzise: die impulsive Cece, die Garrett anfangs nicht mag und sich dennoch von ihm angezogen fühlt, den grüblerischen Garrett, der seinen späteren Beruf als Wildbiologe mit großer Leidenschaft ausübt, und den charismatischen Charlie, der sich um seinen Sohn sorgt. Es war spannend, Cece, Charlie und Garrett durch fünf Jahrzehnte zu begleiten und dabei ihre Höhen und Tiefen zu erleben. Sie heiraten, Kinder werden geboren, es kommt zu Trennungen und Todesfällen. Die interessanteste Figur war für mich der sensible Garrett, dem der Umweltschutz am Herzen liegt und der sich der Dokumentation und dem Schutz von Vielfraßen in der Wildnis widmet.
Ein großer Teil der Handlung spielt in naher Zukunft und zeigt mit erschreckender Deutlichkeit die Folgen des Klimawandels auf: die zunehmende Hitze, das Artensterben, den Rückgang der Schneegrenze, die ausgetrockneten Seen, die verheerenden Waldbrände mit ihrem Rauch, der den Alltag und die Gesundheit der Menschen beeinträchtigt.
Der Aufbau des Buches hat mir sehr gut gefallen. Es beginnt mit der Hochzeitsplanung, es folgen 50 Jahre, in denen wir Cece, Charlie und Garrett folgen, bis sie über 70 sind. Wir begleiten auch ihre Kinder, deren Leben durch die Entscheidung ihrer Eltern beeinflusst wurde. In Rückblenden wird erzählt, wie Charlie, Garrett und Elias sich am College kennenlernten und was ein Jahr später zu der schrecklichen Tragödie führte. Das letzte Kapitel bildet mit der Rückkehr zum Tag der Hochzeit einen großartigen Abschluss.
"Weißes Licht" hat mir sehr viel Lesefreude bereitet, die bewegende Geschichte ist ganz großartig erzählt und hat mich von Beginn an in ihren Bann gezogen. Es geht nicht nur um Liebe und Familie, Freundschaft und Verrat, sondern auch um die Auswirkungen lebensverändernder Entscheidungen über Generationen hinweg. Weitere Themen sind Suchterkrankungen und Depressionen, Demenz und der Klimawandel mit seinen dramatischen Folgen. Die sensible Beschreibung von Ceces Krankheit und Garretts Umgang damit haben mich sehr berührt. Besonders hervorheben möchte ich auch die wortgewaltigen Beschreibungen der Natur Montanas.
Absolute Leseempfehlung für diesen klugen und mitreißenden Roman!
Willy Shrub
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Weißes Licht
von Eric Puchner
Weißes Licht von Eric Puchner ist ein eindringlicher und spannungsvoller Roman über die Themen Freundschaft und Verrat, Verantwortung und Vergebung. Die Szenerie (Montana, abgelegene Landschaft, Natur, Isolation) wird nicht nur als Kulisse genutzt, sondern als Spiegel für das Innenleben der Figuren – Einsamkeit, Rückzug, aber auch Sehnsucht nach Verbundenheit. Diese Verbindung hebt das Buch über bloße Beziehungsdramen hinaus. Es ist ein Buch, das nicht laut daherkommt, sondern leise wirkt — und doch nachhallt. Wer Freude an tiefgehenden Charakterstudien, Zeitsprüngen und subtiler Emotionalität hat, wird die Lektüre genießen. Für Leser, die starke Handlungstränge oder schnelle Entwicklungen bevorzugen, ist es wohl nicht ideal — aber gerade in seinen ruhigen Momenten liegt die Kraft des Buches.
Piet1990
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Weißes Licht
von Eric Puchner
„Weißes Licht“ ist ein Roman, der mich durch seine leisen Zwischentöne beeindruckt hat. Eric Puchner erzählt keine spektakuläre Geschichte, sondern konzentriert sich auf die feinen Brüche im Leben – Freundschaften, Schuld, Loyalität und die Frage, wie sehr uns unsere Vergangenheit prägt. Gerade Garrets innere Zerrissenheit, sein Ringen mit Verantwortung und alten Fehlern, habe ich als sehr authentisch empfunden.
Der Schreibstil ist zurückhaltend, klar und ohne große Effekte – und genau das macht die Wirkung aus. Vieles bleibt unausgesprochen, und gerade diese Leerstellen regen zum Nachdenken an. Manchmal hat sich das Buch für mich aber auch etwas gezogen; auf über 500 Seiten hätten manche Passagen straffer erzählt werden können.
Das Cover passt in seiner Schlichtheit sehr gut: unaufgeregt, aber aussagekräftig, und auch der Titel „Weißes Licht“ ist treffend gewählt, weil er gleichzeitig Hoffnung, Blendung und Aufdeckung symbolisiert.
Alles in allem ist es ein Roman, der weniger durch Handlung als durch Atmosphäre und Figuren wirkt. Wer schnelle Spannung sucht, wird hier nicht glücklich. Aber für Leser:innen, die sich auf einen stillen, introspektiven Text einlassen möchten, ist „Weißes Licht“ ein Buch, das lange nachklingt.
„Weißes Licht“ ist ein Roman, der mich durch seine leisen Zwischentöne beeindruckt hat. Eric Puchner erzählt keine spektakuläre Geschichte, sondern konzentriert sich auf die feinen Brüche im Leben – Freundschaften, Schuld, Loyalität und die Frage, wie sehr uns unsere Vergangenheit prägt. Gerade Garrets innere Zerrissenheit, sein Ringen mit Verantwortung und alten Fehlern, habe ich als sehr authentisch empfunden.
Der Schreibstil ist zurückhaltend, klar und ohne große Effekte – und genau das macht die Wirkung aus. Vieles bleibt unausgesprochen, und gerade diese Leerstellen regen zum Nachdenken an. Manchmal hat sich das Buch für mich aber auch etwas gezogen; auf über 500 Seiten hätten manche Passagen straffer erzählt werden können.
Das Cover passt in seiner Schlichtheit sehr gut: unaufgeregt, aber aussagekräftig, und auch der Titel „Weißes Licht“ ist treffend gewählt, weil er gleichzeitig Hoffnung, Blendung und Aufdeckung symbolisiert.
Alles in allem ist es ein Roman, der weniger durch Handlung als durch Atmosphäre und Figuren wirkt. Wer schnelle Spannung sucht, wird hier nicht glücklich. Aber für Leser:innen, die sich auf einen stillen, introspektiven Text einlassen möchten, ist „Weißes Licht“ ein Buch, das lange nachklingt.
PeLi
empfiehlt:





Weißes Licht
von Eric Puchner
Der Roman hat mich etwas zwiespältig zurückgelassen. Die erste Hälfte empfand ich als recht langatmig, da die Handlung nur langsam an Fahrt aufnimmt. Ab der zweiten Hälfte wurde es jedoch deutlich fesselnder, sodass ich wieder viel stärker in die Geschichte hineingezogen wurde.
Im Mittelpunkt steht Garrett, der in Montana ein eher unspektakuläres Leben führt. Neben seinem Job am Flughafen kümmert er sich um seinen kranken Vater und wirkt dabei oft in sich selbst zurückgezogen.
Erst als er Cece begegnet, spürt er, dass es noch mehr geben könnte, eine Ahnung von Nähe, Lebendigkeit und Aufbruch. Doch ihre Verbindung ist kompliziert, der Hochzeitstermin steht unmittelbar bevor und ausgerechnet Garrett soll die beiden trauen..
Zwischen den dreien entsteht ein Spannungsfeld aus Loyalität, Sehnsucht und Schuld, das weitreichende Folgen hat, nicht nur für ihre Freundschaft, sondern auch für die Menschen, die nach ihnen kommen.
Eric Puchner gelingt es, die Figuren vielschichtig darzustellen und ihre inneren Konflikte eindringlich spürbar zu machen. Die Atmosphäre schwankt zwischen Melancholie und Hoffnung und bleibt immer dicht und authentisch. Im Kern erzählt der Roman davon, wie Entscheidungen unser Leben prägen, wie tief unsere Wurzeln reichen und wie schwer es sein kann, dem Schicksal zu entkommen.
Trotz der gelungenen Themen, der sprachlichen Kraft und der komplexen Figuren konnte mich das Buch nicht ganz so restlos überzeugen, wie ich es mir erhofft hatte. Für mich bleibt Weißes Licht eine gute und lesenswerte, aber nicht überragende Lektüre.
Tara
empfiehlt:





Weißes Licht
von Eric Puchner
„Weißes Licht“ ist der zweite Roman des in Baltimore lebenden US-amerikanischen Schriftstellers und Kurzgeschichtenautors Eric Puchner.
Die Handlung beginnt im Sommer 2004 in Montana. Hier wollen Charlie und Cece - mehr als 1000 Meilen von ihrer Heimat entfernt - im Haus von Charlies Eltern heiraten. Beide lieben diesen Ort und so wie er beschrieben wird, ist das voll und ganz nachvollziehbar.
Charlie ist schon seit dem College mit Garret befreundet. Ihr Leben hat sich in unterschiedliche Richtungen entwickelt, aber nun soll Garret bei den Hochzeitsvorbereitungen helfen. Cece kennt ihn noch nicht und weiß auch nicht viel über den Freund ihres Mannes, lediglich dass er es bisher nicht leicht im Leben hatte. Als die beiden aufeinandertreffen, findet Cece ihn nicht auf Anhieb sympathisch, aber dennoch verlieben sich die beiden ineinander.
Nun könnte man meinen, dass diese Ereignisse schon mehr als einmal vorgekommen sind, aber was sich im Anschluss alles ereignet und wie Eric Puchner erzählt, macht das Buch besonders und absolut lesenswert.
Der Schreibstil des Autors ruhig und beschreibend, aber an keiner Stelle langwierig. Er erzählt vom Leben, von Liebe, Freundschaft, Treue, dem Älter werden und tragischen Lebensereignissen.
Es wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt und es dauert eine Weile bis sich alles zusammengefügt. Durch die wirklich wunderschönen Landschaftsbeschreibungen von Montana hatte ich beim Lesen Bilder vor Augen und konnte mich gut in die Umgebung wegträumen.
Mich hat das Buch durchgehend gut unterhalten und der Schreibstil von Eric Puchner ist einzigartig – einzigartig schön, so dass ich gespannt auf weitere Bücher des Autors bin.
