Kundenrezensionen von libraryoflaura





Most Hated Girl
von Kirsty Lockwood
WORUM GEHT ES?
Stell dir vor, du schaust einen ganz normalen Livestream und wirst plötzlich Zeuge eines blutigen Verbrechens. Genau das passiert der Öffentlichkeit, als die 19-jährige Odette ihren 80-jährigen Freund und Wohltäter Amos vor laufender Kamera tötet. Von heute auf morgen verwandelt sich die einsame, unscheinbare junge Frau im Netz in das meistgehasste Mädchen des Landes. Die Indizien scheinen erdrückend, das Urteil der Online-Community ist längst gefällt und Odette schweigt eisern. Doch wie konnte aus einer ungewöhnlichen Zweckfreundschaft zweier einsamer Seelen ein so dramatisches Blutbad werden? Was geschah wirklich hinter den verschlossenen Türen, als die Kameras aus waren? Ein extrem fesselnder Blick hinter die Fassaden von Social Media, der deine eigene Wahrnehmung auf die Probe stellt.
WAS MIR GUT GEFIEL:
- Odette als Figur: Sie ist unglaublich nahbar, verletzlich und schmerzhaft realistisch gezeichnet. Ihre Einsamkeit und ihr verzweifelter Wunsch nach Halt gehen richtig ans Herz.
- Emotionale Tiefe statt Action: Wer hier einen reinen Action-Thriller erwartet, wird überrascht, denn das Buch ist vielmehr ein intensiv erzähltes Psychodrama, das das "Warum" hinter der Tat schrittweise aufdeckt.
- Eindringliche Thematik: Die schleichende Dynamik von psychischer Manipulation, Machtgefällen und emotionalem Missbrauch wird extrem beklemmend und realistisch greifbar gemacht.
- Visuelles Detail im Buch: Die Gestaltung greift das Thema richtig toll auf. Auf den ersten Buchseiten finden sich noch liebevolle Kommentare aus dem Netz, während man am Ende nur noch auf reine Hassnachrichten blickt.
- Erschreckend ehrlicher Social-Media-Spiegel: Das Buch zeigt erschreckend ehrlich, wie schnell die Onlinewelt vorschnelle Urteile fällt und aus Halbwahrheiten ein Monster erschafft.
WAS MIR WENIGER GUT GEFIEL:
- Irreführende Vermarktung: Der Roman wird primär als rasanter Thriller beworben, was eine etwas falsche Erwartungshaltung schüren kann, da der Fokus klar auf den dramatischen Charakterstudien liegt.
FAZIT:
"Most Hated Girl" ist ein bewegendes, emotionales Debüt, das noch lange nachhallt und den Nerv unserer Zeit trifft. Eine absolute Leseempfehlung für alle Fans von tiefgründigen Psychodramen rund um die Schattenseiten von Social Media!





FIVE - Das Ticken der Zeit
von Ilona Bannister
WORUM GEHT ES?
Stell dir vor, du stehst an einem ganz normalen Morgen am Bahnsteig. Der Wind peitscht, der Boden vibriert bereits, die blendenden Scheinwerfer des Herannahenden Zuges sind schon zu sehen, und auf den Schienen liegt ein Mensch. Mit dir am Bahnhof, fünf andere Menschen. Ein schreiendes Kind, eine verzweifelte Mutter, ein egoistischer Geschäftsmann, eine alte Frau und ein Spieler am Abgrund. In wenigen Sekunden wird einer von ihnen tot sein. Aber wer? Wem von diesen Menschen wünschst du das Überleben, und wem den Tod?
WAS MIR GUT GEFIEL:
- Geniale Kapitelstruktur: Es gibt insgesamt nur 10 Kapitel. 5 davon spielen in extremer Zeitlupe direkt am Bahnsteig, die anderen 5 widmen sich ausführlich jeweils einer der Personen. Immer wenn die Spannung am Gleis kurz vor dem Überkochen ist, und man verzweifelt wissen will, wer stirbt, katapultiert einen das Buch mitten in das Leben einer dieser Figuren. Du wirst gezwungen, all ihre Abgründe, Fehler und Geheimnisse kennenzulernen, nur um am Ende selbst in der Richterrolle zu stecken und dich zu fragen, wer von ihnen das Überleben am ehesten verdient hat.
- Der ultimative Mindfuck: Das absolute Highlight ist die Stimme im Buch, die einen als Leser immer wieder direkt anspricht. Sie durchbricht die vierte Wand, hinterfragt eiskalt deine eigenen Gedanken und provoziert dich pausenlos. Sie spürt genau, welche Vorurteile du im Kopf hast, und manipuliert deine Wahrnehmung so geschickt, dass du dich selbst dabei erwischt, wie du deine Meinung über die Figuren alle paar Seiten komplett über den Haufen wirfst.
- Erschreckend nah am echten Leben: Das Buch zeigt eine alltägliche Situation, die jedem von uns passieren könnte, und hält uns irgendwie auch den Spiegel vor. Wie oft verurteilen wir Fremde im Vorbeigehen? Jeder trägt seine ganz eigenen Laster. Extrem nah ging mir auch die Reaktion der Welt nach dem Unglück. Während manche ihr Beileid bekunden, beschweren sich andere auf Social Media egoistisch über Zugverspätungen und Ticketpreise.
- Atmosphäre zum Greifen nah: Ich habe mich gefühlt, als stünde ich selbst starr vor Schock an diesem Bahnsteig, völlig überfordert von den Ereignissen um mich herum.
- Meisterhafte Charakterzeichnung: Jede einzelne Figur ist bis ins kleinste, intimste Detail ausgearbeitet. Man lernt ihre dunkelsten Abgründe und verletzlichsten Seiten kennen, was die finale Entscheidung am Ende nur noch emotionaler und schwerer macht.
WAS MIR WENIGER GUT GEFIEL:
- Die Kapitellänge ist Geschmackssache: Bei 320 Seiten gibt es insgesamt nur 10 Kapitel. Für mich persönlich waren die Abschnitte manchmal einen Ticken zu lang gestreckt, aber das tut der riesigen Spannung letztlich kaum einen Abbruch.
FAZIT:
Dieses Buch ist der perfekte, nervenaufreibende Snack für zwischendurch. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und habe es an nur zwei Abenden durchgesuchtet, weil dieser unerträgliche Sog am Bahnsteig mich einfach nicht losgelassen hat.
Wer Lust auf ein beklemmendes Gedankenexperiment, tiefgründige Charaktere und ein schonungsloses Verwirrspiel mit der eigenen Moral hat, MUSS dieses Buch lesen!





Böse Stunde: Thriller
von Catherine Shepherd
WORUM GEHT ES?
Stell dir vor, du wachst in absoluter Dunkelheit auf. Es ist so eng, dass du deine Arme kaum bewegen kannst.
Die Luft um dich herum wird von Minute zu Minute dünner, Panik steigt in dir auf, und zu deinen Füßen leuchtet ein kleiner Monitor, auf dem ein gnadenloser Countdown abläuft.
Eine Stunde.
Mehr Zeit bleibt dir nicht, um einen Ausweg zu finden, während eine fremde Stimme dir ein mysteriöses Datum nennt.
Genau in diesem absoluten Albtraum findet sich ein Anwalt wieder, der sich eigentlich keiner Schuld bewusst ist.
Zeitgleich stößt Kommissar Oliver Bergmann auf einem abgelegenen Parkplatz auf ein extrem verstörendes Szenario.
In einem Auto sitzt ein Mann leblos hinterm Steuer, und das komplette Fahrzeug ist mit Silikon luftdicht versiegelt.
Er ist grausam erstickt. Doch was hat das rätselhafte, winzige Zahnrad zu bedeuten, das der Täter im Mund des Toten hinterlassen hat?
Die Spur führt 500 Jahre zurück in die Vergangenheit, ins Jahr 1507.
Auch dort wird die ruhige Stadt von einem schrecklichen Verbrechen erschüttert.
Stadtsoldat Bastian Mühlenberg entdeckt am düsteren Rheinufer die Leiche der jungen Magd Agathe.
Neben ihr liegt eine Sanduhr, deren roter Sand längst abgelaufen ist, und zwischen ihren Lippen steckt ebenfalls ein winziges Zahnrad.
Ein eiskalter Serienkiller verknüpft die Schicksale von Opfern über Jahrhunderte hinweg.
WAS MIR GUT GEFIEL:
- Spannung ab Seite 1: Der Prolog wirft einen sofort ins kalte Wasser und zieht einen mit so einer Wucht in die Geschichte, dass man von der ersten Sekunde an Atemnot und Gänsehaut bekommt.
- Nervenaufreibender Countdown: Der unerbittlich tickende Countdown in der Gegenwart sorgt für einen permanenten Pulsschlag beim Lesen. Man leidet und fiebert sekündlich mit.
- Faszinierender Sprachwechsel: Catherine Shepherd passt ihren Schreibstil der jeweiligen Zeitebene grandios an! Die Gegenwart ist dynamisch und modern, während die Sprache im Jahr 1507 sofort altertümlich und unglaublich authentisch wirkt.
- Zwei Ermittlungen im Kontrast: Es ist faszinierend zu sehen, wie in der Gegenwart mit neuester Forensik gearbeitet wird, während die Ermittler im Jahr 1507 mit ganz einfachen Werkzeugen und reiner Beobachtungsgabe arbeiten müssen. Beide Wege sind auf ihre Art absolut packend und nahbar erzählt.
- Meisterhafter Cliffhanger-Effekt: Man kann das Buch einfach nicht aus der Hand legen. Jedes Mal, wenn ein Kapitel in der Gegenwart endet, will man unbedingt wissen, wie es in der Vergangenheit weitergeht, und umgekehrt.
- Wunderschöne Gestaltung: Ein tolles Extra ist die historische Karte von Zons in der Innenklappe des Buches. Sie hilft ungemein dabei, sich die Handlungsorte von 1507 bildlich vorzustellen und macht das Eintauchen in die Geschichte noch schöner.
FAZIT:
Eine absolute und uneingeschränkte Leseempfehlung!
Wer packende Thriller mit clever verwobenen Zeitebenen, atemloser Spannung und einer gehörigen Portion Rätselraten liebt, kommt an "Böse Stunde" absolut nicht vorbei.
Das Beste daran ist, dass man die Geschichte auch völlig unabhängig und ohne Vorkenntnisse aus der Zons-Reihe genießen kann.





Düster
von Ivar Leon Menger
WORUM GEHT ES?
Stell dir vor, du buchst einen exklusiven Luxusurlaub in einem abgelegenen Grandhotel auf einer stürmischen Nordseeinsel, um endlich mal abzuschalten, und landest stattdessen mitten in deinem schlimmsten Albtraum.
Eigentlich wollte Ex-Kommissar Hans J. Stahl seiner Lebensgefährtin Geli nur eine romantische Auszeit gönnen.
Doch die Erholung auf der Insel Liekenoog ist schlagartig vorbei, als eine junge Angestellte spurlos verschwindet und eine grausam entstellte Leiche am Leuchtturm aufgefunden wird.
Plötzlich verwandelt sich das idyllische Eiland in das Jagdrevier eines skrupellosen Serienkillers, der Stahl dazu zwingt die Ermittlungen aufzunehmen.
Auf dieser isolierten Insel gibt es plötzlich mehr Verdächtige, als man zählen kann, und die Frage ist nicht nur, wer der Täter ist, sondern wer als Nächstes ins Visier gerät.
WAS MIR GUT GEFIEL:
- Geniales 80er-Jahre-Setting: Die Zeitreise in das Jahr 1987 ist absolut meisterhaft gelungen. Ohne Smartphones oder Social Media entsteht eine erfrischend entschleunigte, aber genau dadurch umso beklemmendere Atmosphäre, in der die Ermittlungen noch echtes Handwerk sind.
- Dynamische Perspektiven & mitreißender Stil: Genau wie im Vorgänger nutzt Ivar Leon Menger wieder verschiedene Perspektiven und knackig kurze Kapitel. Die Seiten fliegen nur so dahin, und man kann sich durch die lebendige Ausdrucksweise sofort in die einzelnen Inselbewohner hineinversetzen.
- Suchtpotenzial beim Mitraten: Liekenoog steht dem Dorf Katzenbrunn in nichts nach, das Grandhotel ist voller Geheimnisse und zwielichtiger Figuren. Jeder macht sich verdächtig, man entwickelt ständig neue Theorien und fiebert bis zur letzten Seite ununterbrochen mit.
- Starke Figurenentwicklung: Das Zusammenspiel zwischen dem erfahrenen, angenehm kantigen Stahl und dem noch unsicheren Inselkommissar Böhm bringt eine tolle Dynamik in die Story, während die Beziehung zu Geli für die perfekte Prise Tiefgang sorgt.
FAZIT:
"Düster" ist ein absolut packender, atmosphärisch dichter Pageturner, der seinem Namen alle Ehrre macht und eine absolut würdige Fortsetzung liefert, auch wenn Stahl dieses Mal in einer völlig neuen Umgebung ermittelt.
Das Buch ist eine absolute Empfehlung für alle Fans von intelligenten Psychothrillern, die eine unheimliche Kulisse und unvorhersehbare Wendungen lieben.
Ein echtes Highlight, das man übrigens auch ohne Vorkenntnisse des ersten Bandes problemlos verschlingen könnte, aber ich empfehle trotzdem, die Reihe von Anfang an zu lesen, denn zwei gute Bücher sind schließlich immer besser als eins.





Keine Angst, Darling
von Vera Buck
WORUM GEHT ES?
Stell dir vor, du hättest alles was du dir wünschst.
Den perfekten Ehemann, ein prachtvolles Haus in einer sonnenverwöhnten Luxussiedlung Floridas und Millionen von Menschen, die dich täglich im Netz für dein makelloses Dasein als hingebungsvolle Vorzeige-Ehefrau bewundern.
Lea lebt diesen Traum, zumindest verkauft sie ihn als gefeierte Influencerin der extremen "Tradwife"-Bewegung täglich ihren Followern.
Doch dann wird es plötzlich still auf ihrem Kanal.
Kein neuer Post, kein Lebenszeichen.
Als ihre besorgte Schwester Paula misstrauisch wird und den langen Weg aus Deutschland antritt, um in der abgeriegelten Idylle der "Sancta Familia" nach dem Rechten zu sehen, stößt sie auf eine Mauer des Schweigens.
Angeblich erholt sich Lea in einem abgeschiedenen Retreat.
Doch je tiefer Paula gräbt, desto deutlicher spürt sie, dass unter der glänzenden Oberfläche dieser vermeintlich heilen Welt Abgründe aus Kontrolle, blindem Gehorsam und eiskalter Manipulation lauern.
WAS MIR GUT GEFIEL:
- Genialer, moderner Aufbau: Der Wechsel zwischen verschiedenen Perspektiven, gepaart mit eingestreuten Videotranskripten, Social-Media-Auszügen und verstörenden Notizen, erzeugt eine unglaublich lebendige und dichte Atmosphäre. Man hat beim Lesen das Gefühl, selbst Detektiv zu sein und die Puzzleteile einer digitalen Lüge zusammenzusetzen.
- Echte Sogwirkung und toller Schreibstil: Der Schreibstil ist so unglaublich flüssig, leicht und einnehmend, dass sich die Seiten fast von selbst umblättern. Die packende Dynamik und das hohe Tempo sorgen dafür, dass man das Buch in Rekordzeit verschlingt und es kaum aus der Hand legen kann.
- Hochaktueller Nerv der Zeit: Das Buch greift das Phänomen der "Tradwifes" und die gefährliche Scheinwelt von Social Media auf eine Weise auf, die einem eiskalt den Rücken hinunterläuft. Es ist erschreckend realistisch dargestellt, wie leicht Sehnsucht nach Geborgenheit in totale Abhängigkeit und systematische Unterdrückung umschlagen kann.
- Eindringliche, subtile Spannung: Vera Buck verzichtet auf plumpes, blutiges Abschlachten und setzt stattdessen auf einen psychologischen Sog, der sich langsam, aber unaufhaltsam aufbaut. Die beklemmende Atmosphäre in der scheinbar perfekten Siedlung kriecht förmlich unter die Haut und lässt einen bis zum Finale nicht mehr los.
- Wertvolles Nachwort mit Tiefgang: Das Nachwort der Autorin rundet das Leseerlebnis perfekt ab. Es macht deutlich, wie intensiv sie sich mit den echten gesellschaftlichen Hintergründen und der Realität dieser Bewegung auseinandergesetzt hat, was dem Thriller noch einmal eine ganz neue, nachdenklich stimmende Tiefe verleiht.
FAZIT:
"Keine Angst, Darling" ist ein hochgradig fesselnder, moderner Psychothriller, der den glitzernden Schein von Social-Media-Rollenbildern eiskalt seziert und die bitteren Realitäten häuslicher Kontrolle offenlegt.
Vera Buck beweist hier einmal mehr ihr Talent für gesellschaftskritische Stoffe, die nicht nur unterhalten, sondern auch nach dem Zuklappen noch lange im Kopf nachhallen.
Eine absolute Leseempfehlung für alle Fans von packenden Thrillern und psychologischer Spannung mit echtem Tiefgang.





Was sie nicht weiß
von Shari Lapena
WORUM GEHT ES?
Bryden scheint alles zu haben, wovon viele nur träumen: eine glückliche Ehe, eine kleine Tochter, beruflichen Erfolg und ein Leben, das nach außen hin nahezu perfekt wirkt.
Doch dann reicht ein ganz gewöhnlicher Nachmittag aus, um dieses Bild komplett einstürzen zu lassen.
Bryden holt ihre Tochter nicht wie vereinbart aus dem Kindergarten ab.
Als ihr Mann nach Hause kommt, scheint zunächst alles normal zu sein.
Ihr Auto steht in der Tiefgarage, Schlüssel, Handy und Portemonnaie liegen in der Wohnung, doch von Bryden fehlt jede Spur.
Während die Polizei nach Antworten sucht, geraten nach und nach immer mehr Menschen in den Fokus.
Freunde, Nachbarn, Familienmitglieder, plötzlich scheint jeder etwas zu verschweigen und jede neue Entdeckung wirft mehr Fragen auf, als sie beantwortet.
Wem kann man noch vertrauen, wenn jeder eine Fassade aufrechterhält?
Und wie gut kennt man die Menschen eigentlich, die einem am nächsten stehen?
WAS MIR GUT GEFIEL:
- Ein Pageturner ab der ersten Seite: Shari Lapena verliert keine Zeit. Die Geschichte startet direkt mit einem rätselhaften Ereignis und entwickelt sofort eine Sogwirkung, die mich komplett gepackt hat. Weglegen? Quasi unmöglich.
- Miträtseln auf höchstem Niveau: Ich liebe Thriller, bei denen man ständig eigene Theorien entwickelt, und genau das schafft dieses Buch perfekt. Immer wenn ich überzeugt war, die Lösung gefunden zu haben, kamen neue Informationen ans Licht, die alles wieder auf den Kopf gestellt haben.
- Geschickte Perspektivwechsel: Durch die verschiedenen Blickwinkel erhält man immer nur kleine Puzzleteile. Das hält die Spannung konstant hoch und sorgt dafür, dass man jede Figur misstrauisch beobachtet und ständig zwischen den Verdächtigen hin und her wechselt.
- Jeder hat etwas zu verbergen: Es gibt kaum eine Figur, die vollkommen durchschaubar wirkt. Nach und nach kommen Geheimnisse ans Licht und genau dadurch entsteht dieses beklemmende Gefühl, dass hinter jeder noch so perfekten Fassade etwas Dunkles lauern könnte.
- Psychologische statt blutige Spannung: Der Thriller lebt nicht von brutalen Szenen, sondern von Misstrauen, zwischenmenschlichen Konflikten und der Frage, wem man überhaupt noch glauben kann. Gerade das macht die Geschichte so atmosphärisch und intensiv.
WAS MIR WENIGER GUT GEFIEL:
- Nicht jeder Handlungsstrang wird vollständig ausgereizt: Einige Nebenhandlungen hätte ich mir zum Ende hin noch etwas ausführlicher aufgelöst gewünscht. Dadurch blieb für mich ein kleiner Rest an offenen Fragen zurück.
FAZIT:
"Was sie nicht weiß" ist genau die Art Psychothriller, die man "nur noch für ein Kapitel" in die Hand nimmt und Stunden später immer noch nicht weglegen kann.
Wer raffinierte Whodunits mit vielen Verdächtigen, psychologischer Spannung und überraschenden Wendungen liebt, wird mit diesem Buch definitiv auf seine Kosten kommen.





Mein Mann, der Mörder
von Charlotte Barnes
WORUM GEHT ES?
Stell dir vor, der Mann, mit dem du jahrelang Tisch und Bett geteilt hast, sitzt seit fast drei Jahrzehnten als eiskalter Serienmörder hinter Gittern.
Du hast mühsam versucht, dir ein neues Leben aufzubauen, hast deinen Namen geändert und die Vergangenheit tief vergraben.
Doch plötzlich liegt er im Sterben, und bricht sein Schweigen.
Er ist bereit, das Rätsel um die restlichen, nie gefundenen Opfer zu lösen.
Aber er stellt eine einzige, unerbittliche Bedingung: Er spricht ausschließlich mit dir.
Würdest du dich den Dämonen deiner Vergangenheit noch einmal stellen, um den Familien der Opfer Frieden zu bringen, selbst wenn es dein eigenes Leben erneut komplett in Trümmer legt?
WAS MIR GUT GEFIEL:
- Maggie als Figur: Sie ist das Herzstück des Buches, und das vollkommen zu Recht. Eine Frau, die jahrelang eine Schuld trägt, die nicht ihre ist, die ihre Söhne schützen wollte und sich selbst dabei vergessen hat. Mit ihr zu fühlen fällt leicht, ihre Entscheidungen zu verstehen manchmal schwer, und genau das macht sie so fesselnd.
- Die ungewöhnliche Perspektive: Nicht der Täter steht im Mittelpunkt, sondern die, die mit seinen Taten leben muss. Das ist erfrischend anders und stellt Fragen, die lange nachwirken: Wie viel Mitschuld lastet auf jemandem, der nichts wusste?
- Gesellschaftliche Tiefe: Das Buch stellt eine Frage, die weit über die Geschichte hinausgeht, wie Familien von Tätern gesellschaftlich mitbestraft werden, obwohl sie selbst Opfer sind.
WAS MIR WENIGER GUT GEFIEL:
- Kaum klassische Thrillerspannung: Wer actionreiche Wendungen und Nervenkitzel erwartet, könnte enttäuscht werden. Das Buch ist deutlich ruhiger als der Titel vermuten lässt, und ordnet sich eher dem psychologischen Familiendrama zu.
- Zäher Mittelteil: Phasenweise verliert die Geschichte spürbar an Dynamik, da sich Gedankengänge wiederholen und die potenziell intensiven Gespräche im Gefängnis manchmal etwas auf der Stelle treten.
- Edwards Perspektive fehlt: Er bleibt eine merkwürdig blasse Figur. Die Gespräche mit Maggie hätten das Potenzial gehabt, wirklich unter die Haut zu gehen, stattdessen bleibt vieles oberflächlich und die Frage nach dem "Warum" letztlich offen.
FAZIT:
"Mein Mann, der Mörder“ ist kein klassischer Thriller, sondern ein eindringliches Porträt einer Frau, die lernt, mit einer Vergangenheit umzugehen, die sie sich nicht ausgesucht hat.
Wer emotionale Charakterstudien und psychologische Tiefe einem reißerischen Plot vorzieht, ist hier genau richtig.





All die Farben, all das Licht
von Cora Wucherer
WORUM GEHT ES?
Stell dir vor, deine ganze Welt besteht aus Farben, Formen und dem großen Traum, als Malerin durchzustarten, und plötzlich tickt eine unerbittliche Uhr.
Genau das durchlebt die 17-jährige Juna, die in wenigen Monaten wegen einer fortschreitenden Krankheit ihr Augenlicht verlieren wird.
Während ihr Universum unaufhaltsam schrumpft, versucht ihre jüngere Schwester Martha verzweifelt, aus dem übermächtigen Schatten von Junas Schicksal herauszutreten.
Zwischen erdrückenden Schweigen, bitterer Eifersucht und der drangvollen Enge eines gemeinsamen Zimmers wagen die beiden ungleichen Schwestern plötzlich eine heimliche, riskante Reise nach Schweden.
Ein Roadtrip, der kein gemütlicher Ausflug wird, sondern die letzte Chance, ein lebensveränderndes Kunstwerk zu sehen, bevor die Dunkelheit einbricht.
WAS MIR GUT GEFIEL:
- Echte, ungeschönte Emotionen: Cora Wucherer verzichtet komplett auf kitschige Klischees und zeigt uns die knallharte, psychologische Realität einer Familie im Ausnahmezustand. Die Reibungen, der Neid und die Missgunst zwischen den Schwestern tun beim Lesen weh, fühlen sich aber genau deshalb so unglaublich lebensnah und echt an.
- Geschwisterdynamik ohne Schönfärberei: Das hier ist kein Buch, in dem sich alle umarmen und alles gut wird. Es zeigt, wie Eifersucht, Konkurrenz und Missverständnisse zwischen Geschwistern wachsen können, auch wenn man sich im Grunde liebt.
- Fesselnder Perspektivenwechsel: Dadurch, dass wir die Geschichte abwechselnd aus den Augen von Juna und Martha (und sogar kurz aus Sicht des überforderten Vaters) erleben, entsteht eine emotionale Tiefe, die mich völlig abgeholt hat. Man versteht plötzlich beide Seiten, die Angst vor der Perspektivlosigkeit und das Gefühl, als gesundes Kind nur "mitzulaufen".
- Hoffnung trotz schwerer Themen: Obwohl der Roman mit Erblindung und Trauer absolute emotionale Schwergewichte transportiert, zieht er einen nicht runter. Die kunstvollen Bezüge und die leisen, hoffnungsvollen Töne zeigen, dass selbst in den dunkelsten Momenten des Lebens wunderschöne Augenblicke auf uns warten.
WAS MIR WENIGER GUT GEFIEL:
- Der Klappentext verspricht mehr Roadtrip als drin steckt: Wer sich auf einen klassischen Reiseroman freut, könnte etwas überrascht sein. Der Trip nach Malmö ist eher ein Rahmen als ein echtes Abenteuer, denn die eigentliche Reise findet im Inneren der Figuren statt. Kein Kritikpunkt an der Geschichte selbst, aber eine kleine Warnung an alle, die mit falschen Erwartungen reingehen.
FAZIT:
Ein Debüt, das sich anfühlt, als wäre es von jemandem geschrieben worden, der sehr genau weiß, wie Familien schweigen, lieben und aneinander vorbeileben.
Klare Leseempfehlung für alle, die bewegende Familiengeschichten lieben, die keine einfachen Antworten geben.





Alles ihre Schuld
von Andrea Mara
WORUM GEHT ES?
Du stehst vor einer fremden Haustür, wartest darauf, dein Kind abzuholen, und die Frau, die aufmacht, hat noch nie von deinem Sohn gehört.
Kein Milo. Kein Spieldate. Keine Erklärung.
Nur eine gähnende Leere, wo dein Kind sein sollte.
Was dann folgt, ist der Albtraum, den kein Elternteil auch nur zu Ende denken will.
Während die Suche nach dem Vierjährigen die ganze Nachbarschaft auf den Kopf stellt, wird schnell klar:
Irgendjemand weiß mehr.
Hinter den gepflegten Fassaden der Dubliner Vorstadt brodelt es, und je tiefer man gräbt, desto dunkler wird es.
Die Frage ist nicht nur, wo Milo ist.
Sondern wem man hier überhaupt noch trauen kann.
WAS MIR GUT GEFIEL:
- Erschreckend realer Einstieg: Das Buch wirft einen direkt in eine alltägliche Situation, die sich sekundenschnell in puren, packenden Horror verwandelt. Man ist sofort gefesselt, weil diese Hilflosigkeit so greifbar nah wirkt.
- Gefühlschaos pur: Die Panik der verzweifelten Mutter und die erdrückenden Schuldgefühle der anderen involvierten Frauen sind so emotional und intensiv beschrieben, dass man richtig mitleidet und das Herzrasen förmlich spüren kann.
- Puzzlespiel mit Perspektiven: Die Geschichte wird aus mehreren Blickwinkeln erzählt, und das funktioniert richtig gut. Man bekommt nie das volle Bild auf einmal, stattdessen fügen sich die Teile nach und nach zusammen.
- Vorstadtfassaden bröckeln: Hinter gepflegten Vorgärten und scheinbar perfekten Familien verbergen sich Geheimnisse, Klatsch und ganz viel Schuldzuweiserei. Diese Atmosphäre zieht sich durch das ganze Buch und sorgt für konstant unterschwellige Anspannung.
WAS MIR WENIGER GUT GEFIEL:
- Zähe Durststrecke im Mittelteil: Nach dem rasanten Start verliert die Story zwischendurch leider etwas an Fahrt. Die Handlung dreht sich phasenweise im Kreis, und einige Szenen wirken durch Wiederholungen künstlich in die Länge gezogen.
- Verwirrendes Personen-Overload: Es tauchen im Laufe der Zeit sehr viele Charaktere auf, die viel Raum einnehmen, für die eigentliche Auflösung aber kaum eine Rolle spielen. Das sorgt stellenweise eher für Verwirrung statt für echte Spannung.
FAZIT:
"Alles ihre Schuld" ist ein psychologisch starker und extrem atmosphärischer Domestic-Thriller, der mit einem nervenzerreißenden Albtraum startet und nach einem etwas ruhigeren Mittelteil in einem rasanten Finale explodiert.
Wer Geschichten mag, die hinter der Fassade des perfekten Vorortlebens bohren, ist hier genau richtig.





Copenhagen Cinnamon 2. Gorgeous
von Stefanie Neeb
WORUM GEHT ES?
Freja steht unter dem enormen Druck ihrer Familie, perfekt zu funktionieren und das millionenschwere Design-Imperium der Eltern zu repräsentieren.
Doch hinter der glänzenden Fassade brodelt es gewaltig.
Als sie auf Nicolaj trifft, der seine ganz eigenen Päckchen zu tragen hat und so gar nicht in Frejas durchgeplante Welt passt, gerät alles ins Wanken.
Zwischen den beiden fliegen nicht nur die Fetzen, sondern auch gewaltig die Funken.
Doch wie viel Freja darf sie selbst sein, wenn ihr Nachname "Lund" jede Entscheidung bestimmt?
Und wem kann sie überhaupt noch vertrauen, wenn die Person, die ihr am nächsten steht, ein falsches Spiel spielt?
Eine Geschichte über Träume, Verrat und die Suche nach dem eigenen Ich.
WAS MIR GUT GEFIEL:
- Gefühlvoller Schreibstil: Steffis Worte gehen einfach direkt ins Herz. Sie schafft es ab der ersten Seite, eine so einnehmende Atmosphäre zu kreieren, dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte.
- Doppel-POV aus der Ich-Perspektive: Ich liebe es, dass wir die Gedanken von Freja und Nicolaj miterleben dürfen. Es macht die Story so viel tiefer, emotionaler und man kann sich in beide Seiten perfekt hineinversetzen.
- Traumhaftes Kopenhagen-Setting: Steffi beschreibt die Kulisse so lebendig, dass ich das Gefühl hatte, selbst durch Kopenhagen zu spazieren. Ob der Trubel rund um die neue Bar, die tollen Vibes am Hafenschwimmbad oder diese herrlich gemütliche Auszeit in Knuds Hütte am Meer. Die Locations haben so viel Atmosphäre und versprühen dänischen Lifestyle so gut, dass ich am liebsten direkt meine Koffer packen würde.
- Perfekter Slow Burn & Enemies to Lovers: Meine absoluten Lieblingstropes, und hier sind sie einfach toll umgesetzt. Das Knistern und die Chemie zwischen Freja und Nicolaj sind so intensiv, man sitzt beim Lesen da und will die beiden einfach nur anschreien, dass sie sich endlich küssen sollen.
- Wunderbare Nebencharaktere: Georg und Asta gehören zu den absoluten Herzen der Geschichte. Ihre Fürsorglichkeit und Wärme für Freja geben einem beim Lesen ein richtiges Wohlgefühl.
- Authentische Charakterentwicklung: Es ist so berührend zu sehen, wie die Charaktere miteinander auftauen und alte Ängste heilen. Frejas Mut zu mehr Authentizität ist einfach nur empowernd.
WAS MIR WENIGER GUT GEFIEL:
- Blutdruck-Alarm durch toxische Dynamiken: Wenn man so richtig mitfiebert, tut es beim Lesen fast schon weh zu sehen, wie Freja von bestimmten Personen manipuliert und belogen wird. Man möchte sie am liebsten wachrütteln und vor den ganzen Red Flags beschützen.
FAZIT:
Dieses Buch ist ein absolutes Herzensbuch voller Emotionen, skandinavischem Flair und einer Liebesgeschichte, die einen völlig mitreißt.
Obwohl man diesen Teil theoretisch unabhängig lesen kann, empfehle ich von ganzem Herzen, die zwei Bände der Reihe nach zu genießen.
Eine definitive Leseempfehlung für alle Fans von tiefgründiger New Adult, intensivem Slow Burn und authentischen Liebesgeschichten mit Tiefgang.









