Kundenrezensionen von Phija





Keine Angst, Darling
von Vera Buck
Bleibt man als große Schwester nicht immer die Beschützerin? Auch wenn sich deine kleine Schwester am anderen Ende der Welt mit ihrem Ehemann in eine Gated Community zurückgezogen hat? Auch wenn sie als Tradwife-Influencerin mit dir keine Gemeinsamkeit mehr teilt? Ist es nicht trotzdem normal, durchzudrehen, wenn sie plötzlich wie von Erdboden verschluckt ist? Paula in “Keine Angst, Darling” würde vermutlich auf alles mit “Ja” antworten.
Gleich von Seite eins an wurde ich von dem Buch in seine intensive, bedrückende Atmosphäre aufgesogen. Stück für Stück setzt sich dann im Verlauf die Wahrheit immer wieder neu zusammen. Erzählt wird die Geschichte hauptsächlich aus der Perspektive der beiden Schwestern, welche ergänzt wird durch Notizbucheinträge, Transkripte von Tiktoks oder Podcasts. Gerade diesen Mix habe ich unglaublich positiv wahrgenommen, da man dadurch selber etwas stärker miträtseln konnte. Eigene Annahmen werden dann immer mal wieder über den Haufen geworfen und führen so zu kleinen überraschenden Twists. Und gerade durch diese unterschwellige, aber nicht abreißende Spannung glänzt das Buch. Es arbeitet, zumindest aus meiner Sicht, nicht auf den einen großen Plottwist hin, sondern legt stärker seinen Fokus auf den Verlauf. Da insbesondere häusliche Gewalt und das Leben von Tradwife-Influencerinnen im Fokus stehen, führt diese Art des Erzählens zu einer wirklich realitätsnahen und gerechten Bearbeitung beider Themen. Insbesondere bezüglich Tradwifes hat mir dieses Buch einen ganzen Kosmos eröffnet, welchen ich bisher nur gestreift hatte. Das Einzige, was ich an dem Thriller etwas schade fand, war, dass ein, zwei Stränge etwas im Sand verlaufen sind und auch nach dem Ende noch Fragen aufwerfen.
“Keine Angst, Darling” ist ein Thriller mit hochaktuellen Themen, welcher besonders durch seine beklemmende Atmosphäre glänzt. Wer also nach einem eher ruhigen und intensiven Genrevertreter sucht, wird mit diesem Buch garantiert glücklich werden!





Perfect Little Monsters
von Cindy R. X. He
Ich bin ehrlich, ich weiß überhaupt nicht, was ich von "Perfect Little Monsters" halten soll. Der Anfang hatte mich eigentlich total abgeholt. High-School-Setting. Ein Mord. Besprechen von Themen wie Mobbing, Depression und Suizid. Vor dem Ausgangspunkt hätte es ein wirklich guter und wichtiger YA-Thriller werden können.
Doch ich persönlich merkte schnell, dass ich mit dem Schreibstil so gar nicht warm wurde. Alles wirkte sehr nüchtern, roh und auf mich irgendwie unfertig. Konversationen wirkten irgendwie künstlich und Situationen wenig bildhaft. Die Wahrnehmung des Schreibstils ist aber natürlich eine sehr subjektive Sache, die jeder anders wahrnimmt.
Wirklich problematisch empfand ich jedoch den Umgang mit den Themen rund um mentale Gesundheit. Gut, dass darüber gesprochen wird, jedoch habe ich leider das Gefühl, dass das Buch weiter Depressionen und andere psychische Erkrankungen stigmatisiert. Chancen auf Heilung scheinen zudem auch abwegig. (Leider kann ich an der Stelle auf die Art und Weise der Stigmatisierung nicht tiefer eingehen, da dies spoilern würde.) Als Thriller, welcher in den Anmerkungen stehen hat, dass er explizit Suizid und Depressionen Gehör verschaffen will, empfinde ich den Umgang einfach als schade. Die angedeutete Message, wie schlimm Mobbing ist und was das mit Opfern anstellen kann, wird spätestens mit dem Plottwist von einem unnötigen Extrem zunichte gemacht, weshalb ich mich nicht mal an dem so wirklich erfreuen konnte. Gerade da es ein YA-Thriller ist, sollte man die Themen, so wie sie besprochen werden, nicht in der Form so stehen lassen.
Weiter empfand ich auch die Charaktere leider als sehr eindimensional. Es wird viel mit den High-School-Klischees gespielt, was ja auch ok ist, jedoch hätte ich es schön gefunden, wenn bspw. die Mobber auch eine gewisse Tiefe bekommen hätten. Die Tiefe muss sie ja nicht gleich entschuldigen, davon hab ich auch die Nase voll, aber ein Haufen von grundlos bösen Cheerleadern ist für meinen Geschmack etwas platt. Auch alle anderen Figuren waren irgendwie ein bisschen nichtssagend. Immer wenn sie mal etwas Tiefe hätten gewinnen können, war das Kapitel vorbei.
Das Einzige, was ich wirklich schön fand, ist, dass am Ende die Message vermittelt wird, dass jugendliche Lebensrealitäten genauso ernstzunehmend sind wie die von Erwachsenen. Aber genau deswegen bin ich irgendwie fast schon verärgert, dass der Roman genau diese einfach nicht aufgezeigt hat.
Aufgrund dessen kann ich für junge Lesende wirklich keine Empfehlung aussprechen. In dem Buch passiert zu viel, mit dem junge Erwachsene nicht allein gelassen werden sollten. Ich konnte leider den Hype und die vielen guten Bewertungen nicht so wirklich nachvollziehen. Wenn du es aber lesen solltest, kann ich dir versprechen, dass du auf jeden Fall darüber reden willst. Und ist das nicht eigentlich Sinn und Zweck von Literatur?





Cursed for Good - Eine Prinzessin. Ein Pirat. Und ein verfluchter Buchladen.
von Amy Coombe
Sucht man nach einer Definition für das Wort "cozy", wird man vermutlich auf dieses Buch stoßen. Ich meine, was schreit mehr nach Wohlfühlen als verflucht zu werden und nun in einer Buchhandlung festzustecken? Nichts. Genau das passiert Prinzessin Tandy in "Cursed for Good". Zum Glück ist sie aber nicht allein: Die liebenswerte Teenie-Drakonin Sasha und der mysteriöse (und zugleich sehr attraktive) Pirat Bash leisten ihr Gesellschaft.
Die ersten hundert Seiten war ich wirklich von den Socken gehauen. Das Erzähltempo, der Witz, die Originalität, die Cozyness – alles war wirklich 10/10. Alle Charaktere sind gleich super sympathisch, wirken total vielschichtig und haben Probleme, bei denen man gleich richtig mitfühlt. Gerade Sasha hat mein Herz gleich zu Beginn geklaut. Sie ist ein so authentischer und liebenswürdiger Teenager, der der Geschichte unglaublich viel Leben schenkt. Das Setting ist sehr atmosphärisch beschrieben und man kann wirklich mit Haut und Haar in die fantastische Welt von Flüchen, Blaukappen und einem alten Buchladen eintauchen. Das Buch hat mir dieses Gefühl wiedergegeben, das ich als Kind verspürt habe, wenn ich ein Märchenbuch aufgeschlagen hatte.
Nach diesen ersten hundert Seiten wurde es dann leider, leider, leider einfach sehr repetitiv. Auch wenn es eine cozy Romantasy sein soll, muss doch irgendwie irgendwas passieren und nicht der Buchladen zum dritten Mal umgeräumt werden. Auch wenn die Dialoge weiterhin unterhaltsam waren, hatte es mir irgendwie nicht gereicht, um mit der selben Freude, die ich am Anfang hatte, weiterlesen zu können. Das Ende war dann auch sehr erwartbar und mir persönlich etwas zu schnell abgefrühstückt.
Ich bin bei dem Buch also wirklich hin- und hergerissen. Ich liebe den Schreibstil, die Charaktere, die ganze Atmosphäre, aber gleichzeitig hat die Story für mich merkliche Schwächen, die nicht ganz von all dem Guten wettgemacht werden können. Vielleicht hilft es, wenn man vorher weiß, dass die Story sehr geradlinig und repetitiv ist, man also gar nicht erst etwas anderes erwartet. Deswegen kann ich das Buch leider nur eingeschränkt empfehlen. Ich denke, man muss sich darauf einlassen, dass wenig passiert, und einfach den Vibe genießen. Mir ist das leider nicht ganz gelungen, aber vielleicht ja dir!





Les Bouttiers - Wir sind alles
von Antonia Wesseling
Der Cliffhanger des ersten Bandes von "Les Bouttiers" war wirklich böse … Nicht nur für Elodie, besonders aber für uns LeserInnen. Ich meine – ein Liebesdreieck, bei dem man sich selbst kaum entscheiden kann? Natürlich wollte ich wissen, wie es weitergeht, und so habe ich mich sehr gefreut, endlich das Buch in den Händen zu halten.
Die Geschichte rund um Elodie, Adam und Gabriel ging nahtlos weiter und gerade durch das "Was bisher geschah …", was dem Buch vorangestellt war, kam ich super wieder rein! Warum ist so was eigentlich kein Standard bei Folgebänden einer Reihe? Das ist so simpel, so genial und so lesefreundlich.
Im Fokus dieses Bandes stehen das Love-Triangle und die Familiengeheimnisse der Bouttiers und Le Blancs. Gerade letzteres hat dafür gesorgt, dass ich bis zum Ende voller Neugier das Buch in die Hand genommen hatte. Mit dem Love-Triangle hingegen hatte ich leider irgendwie so ein wenig meine Probleme. Der Verlauf hat sich teilweise irgendwie etwas künstlich und forciert angefühlt. Insbesondere Elodies Gefühle sind mir ehrlich gesagt teilweise zu schnell verpufft bzw. zu schnell entflammt. Gabriel und Adam empfand ich dabei als deutlich nachvollziehbarer und authentischer.
Etwas schade fand ich es zudem, dass der Modeaspekt für meinen Geschmack etwas zu weit in den Hintergrund gerückt ist. Gerade das hatte mir am ersten Teil so gut gefallen und dafür gesorgt, dass sich die Geschichte von anderen Liebesgeschichten wirklich abhebt.
Auch wenn mir einige Entwicklungen persönlich nicht ganz zugesagt haben, war aber der Schreibstil wie gewohnt super angenehm zu lesen. Ganz ehrlich, der sorgte wirklich dafür, dass ich beim Lesen über all die Punkte, die ich gerade kritisiert habe, hinwegblicken und einfach aus meinem Alltag fliehen. Und das ist wirklich große Kunst.
Wer also den ersten Band genauso wie ich geliebt hat, macht auch mit dem zweiten nichts falsch. "Les Bouttiers – Wir sind alles" beendet die Reihe vielleicht nicht perfekt, aber definitiv würdig! Wer sich jedoch mal wieder nach Frankreich träumen will, wird auch diesen Band lieben.





Halbwach
von Sophia Como
Am Ende des Buches dachte ich: "Verdammt, ich hätte mir mehr Zeit für dieses Buch nehmen sollen." Die Wahrheit ist aber: Ich bin durch die Seiten nur so gerannt, weil ich Angst hatte, dass sie mich zu sehr berühren. Mit "Halbwach" hat Sophia Como wirklich ein emotional unglaublich facettenreiches Buch geschaffen, was mich furchtbar mitgenommen und gleichzeitig geheilt hat.
Sobald ihr jemand emotional zu nah kommt, muss Zoe flüchten. Sie verletzt und sie duckt sich weg. Aber so ist sie eben, oder? Zoe zu begleiten, wie sie sich selbst wahrnimmt, wie sie ihre Realität sieht und verändert, war absolut mitreißend. Es war roh, nahbar und für mich so real. Ihre Bindungsangst wird unverblümt und ohne Kitsch erzählt. (Danke!) Obwohl Sex und körperliche Beziehungen oft im Mittelpunkt stehen, war das Buch nie spicy, was aus meiner Sicht die richtige Wahl für dieses Buch ist. Ebenso hatte die "Lovestory" keinen Rosarote-Brille-Charakter, sondern verkörpert auch hier wieder das Gefühl vom echten Leben.
Neben Zoe sind auch ihre Freund*innen und Mael wirklich feinfühlig gestaltete Figuren, die allesamt die Geschichte bereichern. Neben bzw. mit Zoes Bindungsangst werden auch Themen wie Feminismus, Verlustangst und Familie behandelt. Besonders fesselnd sind dabei die Szenen, in denen Zoe mit ihrer Therapeutin Sandy spricht. Weil - holy shit - gerade diese Momente haben so viel mit mir gemacht. Zoes Emotionen werden dort mit solch einer Gewalt erzählt, dass es mir selbst mehrmals die Kehle zugeschnürt hat.
Am Rande sei auch noch erwähnt, dass das Setting in Frankfurt wirklich eine 10/10 ist. Durch den bildlichen Schreibstil hab ich mich sofort in die Stadt versetzt gefühlt, auch wenn ich selbst bisher nur einmal da war (und das auch schon wirklich einige Jahre her ist).
Ich denke, es wird deutlich: "Halbwach" ist ein absolutes Highlight für mich! Diese Authentizität, mit der erzählt wird, ist wirklich einzigartig und überragend. Es ist eines dieser Bücher, für die ich einfach nur dankbar bin, dass es geschrieben wurde!





00-Laschet
von David Safier
Armin Laschet als Geheimagent? Ob das eine so gute Idee ist? In "00-Laschet" ist das (leider?!) Realität. Ich kann mir nur wenige andere vorstellen, die für die Rettung der Welt noch schlechter geeignet wären. Aber durch überzeichnete Charaktere und absurde Situationen entfaltet sich im Laufe der (eher kurzen) Lesezeit eine humorvolle Politsatire und ein gar nicht so übler Agent 00-Laschet.
Durch den sehr lockeren, humorvollen Schreibstil und die sehr kurzen Kapitel lässt sich das Buch wirklich schnell lesen. Es ist weder anspruchsvoll noch beinhaltet es unerwartete Wendungen, sondern überzeugt hauptsächlich durch seinen Humor. Diesen würde ich eher als stumpf bezeichnen, trifft bei mir aber genau ins Schwarze.
Die Rolle, die Laschet hier einnimmt, ist amüsant mit anzusehen und hat mir immer wieder ein Schmunzeln hervorgelockt. Seine Begleitung, die junge Agentin 12, bringt dabei frischen Wind mit. Als junge Leserin, die der Gen Z zugehörig ist, hatte ich fast etwas Sorge, dass das Buch eher Boomer-Humor bedient, doch dem war gar nicht so! Gerade das Aufeinandertreffen der Generationen, was überraschend akkurat und ohne Vorverurteilung von statten ging, war tatsächlich einfach gut geschrieben.
Die Geschichte wird jedoch in ihrem Verlauf immer abgedrehter, schneller und hat am Ende mit der Realität nur noch wenig zu tun. Gerade das ist absolut Geschmackssache. Da ich bei dem Buch mit der Haltung rangegangen bin, einfach gut unterhalten zu werden, war das für mich vollkommen in Ordnung.
Wer also ein Buch sucht, das man einfach mal zwischendurch lesen kann, ohne sich dabei groß anzustrengen, wird mit "00-Laschet" sehr wahrscheinlich glücklich! Damit es keine bösen Überraschungen gibt (18€ sind ja schon nicht ohne), empfehle ich jedem, der etwas unsicher ist, einen Blick in die Leseprobe zu werfen. Dort wird gleich auf den ersten Seiten sehr deutlich, worauf man sich mit "00-Laschet" einlässt.





Kaskaden
von Louise K. Böhm
Ich habe es inhaliert. Ich habe das Buch innerhalb kürzester Zeit inhaliert und war wirklich in jedem Moment, in dem ich nicht weiterlesen konnte, genervt. Denn was ist zwischen Jojo und Yara passiert? Wie kann es sein, dass eine Freundschaft von heute auf morgen einfach nicht mehr existiert? In „Kaskaden“ begleiten wir Jojo, die auf diese Fragen zunächst selbst keine Antwort hat. Gemeinsam mit ihr gehen wir durch verdrängte Erinnerungen und intensive Gefühle.
Die Erzählweise hat wirklich süchtig gemacht. Es ging gar nicht anders, als immer weiterzulesen. Dazu war der Schreibstil unglaublich flüssig, aber gleichzeitig auch wunderschön. Er wirkte modern und jung, ohne künstlich oder gestellt zu sein. Jojo ist eine tolle Protagonistin. Sie nimmt uns Lesende auf intensive Weise mit in ihr Innerstes. Wir schauen ihr dabei zu, wie sie sich verliert, und fiebern mit, ob und wie sie sich vielleicht auch wiederfindet. All das wird auf eine unglaublich sensible und zugleich brutal schöne Art erzählt, sodass man gar nicht anders kann, als mitzufühlen.
Der Roman widmet sich abseits von zwischenmenschlichen Beziehungen einer ganzen Palette an Themen, die zumindest aus meiner Sicht alle sehr angemessen und realitätsnah behandelt werden: Klassismus (insbesondere im Studierendenalltag), Armut, Zwänge und Feminismus. Alles Themen, bei denen ich immer wieder dankbar bin, wenn sie eine Plattform bekommen. Denn darüber kann nie genug gesprochen werden!
Mein persönliches Highlight des Buches sind die Szenen, die sich mit der Vergangenheit von Jojo und Yara beschäftigen. Dort habe ich mich als frühes Kind der 2000er-Jahre an so vielen Stellen absolut gesehen gefühlt, sodass das Buch für mich weit mehr war als nur eine Geschichte – nämlich eine Zeitkapsel.
Mich hat „Kaskaden“ von Louise K. Böhm einfach total begeistert! Ich sage es nicht oft, aber dieses Buch ist wirklich zu einem meiner Herzensbücher geworden. Mir bleibt somit nichts anderes übrig, als zu sagen: Lest es! Vielleicht wird es ja auch euer Jahreshighlight.





If Books Could Kill
von Kate Eberle
In welchem Buch würdest du gerne leben? Für mich wäre die Frage gar nicht so leicht zu beantworten. Roxie in "If Books Could Kill" weiß es jedoch genau: In einem Buch ihrer Lieblingsautorin schnulziger Romane. Als ihr eines Tages der Wunsch erfüllt wird, im neusten Roman dieser Autorin zu leben, stellt sich zu ihrem Leid jedoch heraus, dass diese plötzlich statt von der großen Liebe über Mord schreibt. Ihren Wunsch kann Roxie jedoch nicht rückgängig machen und so hat sie keine andere Wahl, als in diesem Thriller zu überleben. Zum Glück gibt es in der Geschichte auch den etwas tollpatschigen Grant, der sie dabei (unfreiwillig) begleitet.
Die Idee der Geschichte hatte mich wirklich vom ersten Moment an überzeugt. Ich liebe dieses kluge Zusammenspiel von Reflexion der Genres (Romance und Thriller) und den gleichzeitig wirklich witzigen Dialogen. Roxie und Grant haben eine tolle Dynamik, die einfach Spaß macht zu lesen. Die Dialoge sind für mich tatsächlich auch das Highlight an dem Roman. Sie sind irgendwie chaotisch, witzig und manchmal auch gesellschaftskritisch – einfach eine perfekte Mischung. Die Handlung an sich, ist jedoch leider eher vorhersehbar. Ich denke, das war für mich so auch das Problem, die Motivation zu finden, stetig weiterzulesen. Wenn ich einmal das Buch in die Hand genommen habe, hatte ich dabei total meinen Spaß, aber irgendwie hat die Geschichte es nicht geschafft mich wirklich am Lesen zu halten.
Auch wenn Roxie, Grant und alle anderen sehr sympathisch und liebenswert waren, fehlte mir manchmal ein wirklicher emotionaler Bezug. So ganz konnte das Buch es einfach nicht schaffen, mich wirklich zum Mitfiebern zu bringen, was ich schade fand. Ich glaube, damit das bei mir passiert wäre, hätte es für mich etwas mehr Tempo und etwas mehr Tiefe bei den Figuren gebraucht.
Trotzdem hatte ich am Ende Spaß. Und das ist doch alles was zählt, oder? Ich kann das Buch trotz der Kritik allen Romance- und Rom-Com-Fans wärmstens ans Herz legen. Für schöne Stunden zwischendurch ist dieser kurzweilige Roman wirklich eine erfrischende Abwechslung!





Worst Date Ever (Knisternde RomCom von der erfolgreichen Autorin Kasie West)
von Kasie West
Sollte man einem schlechten ersten Date eine zweite Chance geben? Würde mich jemand fragen, würde ich sagen, sofern die Person kein Arsch war, warum nicht. Wenn du darüber nachdenkst, jemandem eine zweite Chance zu geben, dann hat die Person es vielleicht auch verdient. Margot aus "Worst-Date-Ever" sieht das etwas anders. Sie ist auf der Suche nach ihrem perfekten Partner und der dazugehörigen Kennenlernstory. Ein schlechtes Date ist davon kein Bestandteil. Zu doof, dass ihr auch nach all den Jahren Oliver nie ganz aus dem Kopf gegangen ist, auch wenn ihr gemeinsames erstes Date nicht wirklich gut lief. Neben der Liebesgeschichte begleiten wir Margot zudem dabei, wie sie versucht, Literaturagentin zu werden, was super spannende Einblicke hinter die Kulissen des Buchmarktes gibt.
Für mich war "Worst Date Ever" eine süße und kurzweilige Lektüre, die jedoch irgendwie nichts Besonderes oder Herausstechendes hatte. Es war einfach eine nette Liebesgeschichte für zwischendurch, die aber bei mir nicht allzu lange im Gedächtnis bleiben wird. Auch wenn das wie ein sehr hartes Urteil klingt, glaube ich aber, dass das Buch genau das auch einfach sein wollte.
Die Dialoge sind sehr humorvoll geschrieben, gehen aber nie wirklich stark in die Tiefe. Die Charaktere sind schnell sympathisch, jedoch habe ich keine wirkliche Verbindung zu ihnen aufbauen können. Ich habe mich für sie freuen können, habe aber wenig mitgefiebert. Für mich lag das einfach daran, dass etwas Zeit und Raum fehlten, um Margot und Oliver wirklich kennenlernen zu können. Gerade bei Oliver fand ich das etwas schade, da ich ihn wirklich sympathisch fand, die Geschichte mir aber wenig über seine Träume und Wünsche erzählt hat. Er war wirklich eher der hotte Love-Interest, dem irgendwie mal das Herz gebrochen wurde.
Auch wenn die Geschichte an sich für mich nun nicht überwältigend war, hatte ich trotzdem einfach meinen Spaß. Und manchmal ist es eben auch genau das, was man in dieser doch manchmal ernsten Welt braucht. Wer also eine Auszeit vom Alltag sucht, wird mit der witzigen Rom-Com nichts falsch machen!





Fünf Tage im Licht
von Rhiannon Lucy Cosslett
Ich habe "Fünf Tage im Licht" schon vor einer Woche beendet und trotzdem begleitet es noch immer meinen Alltag. Die Geschichte setzt sich auf eine ganz einzigartige Weise damit auseinander, was der weibliche Körper ist und wem er gehört. In dem 300 Seiten langen Roman begleiten wir die erfolglose Künstlerin Sophie, welche von ihrem Partner gedrängt wird, sich mit der Frage nach Kindern auseinander zu setzen. Aber kann man eine irgendwann erfolgreiche Künstlerin und gute Mutter sein? Dazu nimmt sie uns auf eine sehr rohe Art mit in ihre Gedanken.
Überrascht bin ich, dass ich an keiner Stelle von dem Roman gelangweilt war. Denn eigentlich ist die Handlung eher wenig ereignisreich. Im Fokus steht die gedankliche Auseinandersetzung mit Themen wie Kinderwunsch, Weiblichkeit, Freundschaft, Klassizismus, welche von Ereignissen eines fünftägigen Junggesellinnenabschieds in Griechenland angestoßen wird. Gerade das Thema Weiblichkeit und Kinderwunsch wird dabei durch die wirklich wundervollen und sehr bereichernden "Zwischenkapiteln" ergänzt. In diesen kurzen Kapiteln werden Selbstaktdarstellungen von teils fast vergessenen Künstlerinnen in den Blick genommen, beschrieben und aus Sophies Blick diskutiert. Gerade aus diesen Kapiteln habe ich für mich unglaublich viel schöpfen können. Gerade die dadurch entstehende Mischung aus Fiktionalität und Realität ist so intensiv, dass sie mich wirklich emotional sehr berührt hat und meine Sicht auf bestimmte Dinge nachhaltig verändert hat. An der Stelle muss ich jedoch anmerken, dass dem Buch eine Triggerwarnung gut getan hätte! Insbesondere die Themen Fehlgeburt und Kindstod traten sehr unvorhergesehen auf.
Aber auch der Teil, der in Griechenland spielt, war spannend zu verfolgen. Gerade Sophie hat mich immer wieder in moralische Dilemmata geworfen. Denn sie ist alles andere als perfekt. Im Gegenteil, sie mach viel falsch, aber ist dabei immer sehr nachvollziehbar. Sie ist vielleicht nicht die klassische Protagonistin, mit welche man sich identifizieren will, jedoch ist das genau richtig so. Denn so blieb, zumindest in meinem Empfinden, mehr Raum für meine eigenen Gedanken.
Das griechische Setting ist zudem wirklich wundervoll umgesetzt. Ich hatte stets sehr klar vor Augen wie es in der kleinen Villa in Strandnähe aussieht, konnte erahnen, was zu hören ist und wie der Ort riecht. All das, ohne dass man in dem Roman von Landschaftsbeschreibungen erschlagen wird. Jedoch hat die Autorin auf eine sehr natürliche Art und Weise eine angenehm bildhafte Sprache, wodurch ich nur so in die Geschichte abgetaucht bin.
Am Ende verblieb ich mit dem Gefühl, dass es wichtig ist einfach glücklich zu werden, auch wenn man manchmal dafür seine Grenzen ziehen muss. Auch wenn das bedeutet, Menschen zu verletzen. Auch wenn das bedeutet, aufzufallen. Aber das eigene Glück, das sollte es einem wert sein. "Fünf Tage im Licht" von Rhiannon Lucy Cosslett ist somit von mir eine dicke Empfehlung!









