Kundenrezensionen von pandas_bücherblog





Hör mal (Soundbuch): DU und ICH und unser WIR
von Daniela Kunkel
Das Cover sieht richtig süß aus und hat uns sofort angesprochen. Meine Tochter ist gerade total in ihrer Soundbuch-Phase und genau deshalb war dieses Buch bei uns sofort ein Volltreffer. Sie ist noch keine zwei Jahre alt und holt es sich momentan mehrmals täglich selbst aus dem Regal, um die Geräusche abzuspielen. Allein das sagt eigentlich schon alles.
Die Illustrationen gefallen mir richtig gut. Sie sind bunt und freundlich, aber trotzdem nicht zu überladen. Besonders schön finde ich, dass einfach alltägliche Situationen gezeigt werden, die kleine Kinder direkt wiedererkennen können. Dadurch wirkt das Buch total nahbar und gemütlich.
Die Texte sind kurz, gereimt und super angenehm vorzulesen. Gerade bei so kleinen Kindern finde ich das wichtig, weil die Aufmerksamkeitsspanne einfach noch nicht riesig ist. Durch die Kombination aus Reimen und Soundelementen wirkt das Ganze fast wie ein kleines Hörspiel und macht das Buch nochmal viel lebendiger.
Was meine Tochter besonders liebt, sind natürlich die Sounds. Die sind hier auch wirklich schön gemacht und nicht einfach nur irgendein kurzes Geräusch. Man merkt, dass sich dabei Gedanken gemacht wurde. Ich finde außerdem super praktisch, dass das Buch wiederaufladbar ist und nicht ständig Batterien gewechselt werden müssen (die man meistens sowieso nicht zur Hand oder zuhause hat).
Fazit:
Für uns ist das wirklich eines dieser Bücher geworden, die ständig im Einsatz sind und nie langweilig werden. Gerade für kleine Kinder, die Soundbücher lieben, kann ich es absolut empfehlen.
5/5 Sterne





Wenn liebe Waschbären wütend sind
von Sandra Grimm
Das Cover mit dem kleinen Waschbären ist richtig süß, auch wenn man offensichtlich sieht, dass er wütend ist. :)
Das Buch passt bei uns gerade gut in unseren Alltag, weil das Thema Wut seit ein paar Wochen immer wieder auf dem Tagesplan steht.
Besonders schön finde ich, dass Kindern hier vermittelt wird, dass Wut nichts Schlechtes ist. Der Waschbär probiert gemeinsam mit den anderen Tieren verschiedene Möglichkeiten aus, mit seiner Wut umzugehen, und genau das fand ich richtig gelungen. Gerade bei kleinen Kindern bringt ja nicht immer das Gleiche etwas und hier werden mehrere Wege gezeigt, ohne dass es belehrend wirkt.
Meine Tochter ist fast zwei und mochte den Waschbären direkt. Die Illustrationen sind super süß und voller kleiner Details, ohne überladen zu sein. Auch die stabilen Pappseiten finde ich perfekt für das Alter.
Die Texte haben außerdem genau die richtige Länge. Kurz genug, damit kleine Kinder aufmerksam bleiben, aber trotzdem mit genug Inhalt, um über Gefühle ins Gespräch zu kommen. Besonders schön fand ich am Ende auch, dass der Waschbär nochmal das Gespräch mit dem Elch sucht. Dadurch wird nicht nur gezeigt, wie man mit Wut umgehen kann, sondern auch, wie wichtig Kommunikation ist.
Fazit:
"Wenn liebe Waschbären wütend sind" ist ein wirklich schönes Buch über große Gefühle, das bei uns aktuell ständig gelesen wird.
4,5/5 Sterne





Wenn kleine Igel mutig sind
von Sandra Grimm
Das Cover ist supersüß und die Texte sind angenehm kurz und perfekt für kleine Kinder geeignet. Meine Tochter hört aufmerksam zu und schaut sich besonders den kleinen Igel total gerne an. Auch die Illustrationen sind wunderschön und total liebevoll gestaltet. Die Tiere haben so viel Ausdruck und auf den Seiten gibt es immer wieder kleine Details zu entdecken, ohne dass es überladen wirkt.
Das Buch hat uns wirklich richtig gut gefallen und wird hier immer wieder gerne angeschaut. Meine Tochter ist knapp 2 und auch wenn Angst bei uns aktuell noch kein riesiges Thema ist, merkt man schon, dass vor allem sehr laute oder unbekannte Geräusche ihr manchmal unheimlich sind. Ich denke auch, dass uns das Thema sicher noch länger begleiten wird, wenn das Thema Angst in Zukunft mehr aufkommt.
Der kleine Igel ist unglaublich niedlich dargestellt und man fühlt sofort mit ihm mit, als er die Geräusche hört und nicht einschlafen kann. Besonders schön finde ich, dass das Buch Kindern vermittelt, dass Angst völlig normal ist und jeder anders damit umgeht. Er trifft verschiedene Tiere, die ihm ihre eigenen Mutmach-Strategien zeigen. Manche helfen ihm mehr, andere weniger, und genau das mochte ich sehr. Es wird nicht vermittelt, dass es nur einen richtigen Weg gibt, sondern dass jedes Kind selbst herausfinden darf, was ihm guttut.
Fazit:
Für uns ein wirklich schönes, warmes Bilderbuch über Angst, Mut und Geborgenheit, das ich gerade für Kleinkinder sehr empfehlen kann.
5/5 Sterne





Mein Sachen suchen Wimmelbuch: Dinosaurier
von Peter Nieländer
Das Cover finde ich wieder sehr gelungen, doch auch wenn Wimmelbücher hier aktuell total im Kommen sind, ist dieses Buch für meine Tochter (knapp 2) ehrlich gesagt noch eine kleine Herausforderung. Grundsätzlich ist es aber wirklich schön gemacht.
Die Illustrationen sind detailreich, bunt und trotzdem nicht überladen, und die vielen Klappen machen das Ganze natürlich erst so richtig spannend. Meine Tochter liebt es schon jetzt, alles zu öffnen und zu schauen, was sich dahinter verbirgt, auch wenn sie den inhaltlichen Zusammenhang natürlich noch nicht wirklich erfassen kann.
Genau da liegt für uns aktuell auch der Knackpunkt: Der Inhalt ist doch ziemlich komplex. Die vielen Dinosauriernamen, die Zeitalter und die eher sachlichen Informationen sind für dieses Alter noch kaum greifbar. Ich selbst musste beim Vorlesen teilweise auch ganz schön überlegen, wie man einiges überhaupt ausspricht oder erklärt.
Man merkt, dass das Buch eigentlich sehr viel Wissen vermittelt und wahrscheinlich für etwas ältere Kinder richtig spannend ist. Für uns steht im Moment deshalb eher das gemeinsame Anschauen und Entdecken der Bilder im Vordergrund, weniger das inhaltliche Lernen.
Die Idee mit den Klappen finde ich aber wirklich toll und sehr hochwertig umgesetzt. Ich hätte mir nur gewünscht, dass sie etwas robuster sind. Gerade dieser Mitmach-Aspekt sorgt aber dafür, dass es trotzdem gern zur Hand genommen wird.
Fazit:
Insgesamt ein schönes, hochwertiges Wimmelbuch mit viel Potenzial, nur für unser aktuelles Alter noch etwas früh angesetzt.
4/5 Sterne





Lucifer Ascending - One Sinful Secret
von Marie Niehoff
Das Cover fand ich auf Anhieb super schön, und ehrlich gesagt war es auch der Grund, warum ich mir das Buch überhaupt näher angesehen habe. Die Gestaltung ist richtig schön und gerade mit dem besonderen Farbschnitt wirkt das Buch sehr hochwertig.
Mit dem Schreibstil von Marie Niehoff bin ich wieder super zurechtgekommen. Er liest sich sehr flüssig und schafft es gleichzeitig, die düstere Stimmung, die in der Geschichte mitschwingt, gut einzufangen.
Der Einstieg war für mich allerdings etwas zäher als erwartet. Gerade am Anfang gibt es viele Erklärungen rund um den Orden und die Welt, wodurch die Handlung für mich zwischendurch etwas ins Stocken gekommen ist. Wirklich gecatcht hat mich die Story erst, als Lucifer ins Spiel kam. Ab da verändert sich die Dynamik komplett und die Geschichte wurde für mich deutlich spannender.
Lilian mochte ich als Hauptfigur wirklich gerne. Sie wirkt nicht perfekt und ist nicht übertrieben stark, sondern trägt viel Wut, Unsicherheit und Schmerz mit sich herum, was sie greifbar gemacht hat. Auch ihre Beziehung zu Jupiter hat für mich gut funktioniert. Man merkt schnell, wie wichtig die beiden füreinander sind und warum Jupiter bereit ist, so weit für sie zu gehen.
Lucifer war für mich aber definitiv das Highlight des Buches. Ich hatte ehrlich gesagt mit einem ganz anderen Charakter gerechnet, aber genau seine besondere Art hat viele Szenen erst so richtig interessant für mich gemacht. Vor allem die Dialoge zwischen ihm und Lilian mochte ich total gerne.
Was mir insgesamt etwas gefehlt hat, war der fehlende Fokus auf die Fantasy Elemente und das Worldbuilding. Die Geschichte lebt sehr stark von den Beziehungen, der Spannung zwischen den Figuren und den spicy Szenen, während manche Aspekte der eigentlichen Handlung für mich etwas im Hintergrund geblieben sind. Außerdem hatte das Buch zwischendurch kleinere Längen, bevor es gegen Ende nochmal ordentlich an Spannung zugelegt hat.
Das Ende selbst hat mich dann aber definitiv neugierig auf Band zwei gemacht, auch wenn der Cliffhanger wirklich fies war.
Fazit:
„Lucifer Ascending“ ist eine düstere Romantasy mit starken Charakterdynamiken, morally grey-Figuren und einer Atmosphäre, die mich besonders in der zweiten Hälfte richtig überzeugt hat. Der Anfang war für mich etwas schleppend und stellenweise hätte mir mehr Fokus auf die Fantasyhandlung gewünscht, aber insgesamt hatte ich viel Spaß mit der Geschichte und bin gespannt, wie es weitergeht.
4/5 Sterne





Die Mitternachtsreise
von Matt Haig
Das Cover gefällt mir wieder richtig gut. Irgendwie schafft es Matt Haig einfach immer, dass seine Bücher schon optisch diese leicht melancholische Stimmung transportieren.
Auch der Schreibstil war wieder gewohnt flüssig. Die Kapitel sind angenehm kurz und generell liest sich das Buch sehr leicht, obwohl die Themen dahinter eigentlich ziemlich schwer sind. Aber genau das mag ich an seinen Geschichten.
Die Idee mit dem Mitternachtszug, der Wilbur noch einmal durch die wichtigsten Momente seines Lebens reisen lässt, fand ich wirklich schön umgesetzt. Gerade die Rückblicke auf seine Entscheidungen, verpassten Chancen und Beziehungen haben mich sehr nachdenklich gestimmt. Besonders die Szenen rund um seine Frau Maggie haben für mich emotional am besten funktioniert, weil man merkt, wie sehr Liebe, Verlust und auch Reue Wilburs Leben geprägt haben.
Was mir außerdem gut gefallen hat, war, dass das Buch nicht versucht, DIE perfekte Antworte zu geben. Stattdessen geht es eher darum, Frieden mit dem eigenen Leben zu schließen, auch wenn nicht alles so gelaufen ist, wie man es sich vielleicht gewünscht hätte.
Dennoch muss ich auch sagen, dass mich das Buch nicht ganz so stark berührt hat wie „Die Mitternachtsbibliothek“. Die Grundidee fühlt sich stellenweise schon sehr ähnlich an und manche Gedanken wirkten für mich dadurch nicht mehr ganz so besonders. Gerade im Mittelteil hatte ich außerdem das Gefühl, dass sich einige emotionale Botschaften etwas wiederholen.
Was das Buch für mich aber trotzdem getragen hat, war die Atmosphäre. Die ruhige, fast träumerische Stimmung zieht sich komplett durch die Story und passt perfekt zu Wilburs Reise. Wer eine actionreiche oder spannende Handlung erwartet, wird hier wahrscheinlich eher nicht glücklich werden, weil der Fokus ganz klar auf den Emotionen und den Gedanken der Figuren liegt.
Fazit:
Insgesamt hat mich „Die Mitternachtsreise“ sehr berührt und nachdenklich zurückgelassen. Es ist vielleicht nicht mein absolutes Lieblingsbuch von Matt Haig, aber definitiv eins, das zum Nachdenken anregt und einige wirklich schöne, emotionale Momente hatte.
4/5 Sterne





tiptoi® Wieso? Weshalb? Warum? junior - Dinosaurier
von Cee Neudert
Das Cover und das Buch selbst hat uns richtig gefallen. Die Illustrationen sind richtig schön gestaltet, farbenfroh und voller kleiner Details, die man gemeinsam entdecken kann. Gerade für kleine Dino Fans gibt es auf den Seiten unglaublich viel zu sehen. Auch die stabile Verarbeitung finde ich super, weil die Bücher dadurch auch mal einen etwas wilderen Umgang aushalten.
Besonders in Kombination mit dem Tiptoi Stift macht das Buch erst so richtig Spaß. Durch die Geräusche, kleinen Dialoge, das Lied und die zusätzlichen Informationen wird das Ganze viel lebendiger als ein normales Sachbuch. Ich finde schön, dass Kinder selbst entscheiden können, was sie antippen und entdecken möchten. Dadurch beschäftigen sie sich oft viel länger mit einem Buch, ohne dass es sich wie „Lernen“ anfühlt.
Inhaltlich fand ich das Buch für die Zielgruppe gut umgesetzt. Die wichtigsten Fragen rund um Dinosaurier werden kindgerecht erklärt, ohne zu kompliziert zu werden. Gleichzeitig sind aber trotzdem viele interessante Infos dabei, sodass auch Erwachsene noch das ein oder andere dazulernen können.
Besonders gut gefallen hat mir der Einstieg über das Museum, weil das direkt Lust macht, selbst auf Dino Entdeckungstour zu gehen. Auch die Mischung aus Wissen, kleinen Spielen und lustigen Details lockert das Buch schön auf.
An manchen Stellen hatte ich allerdings das Gefühl, dass die Menge an Informationen für ganz kleine Kinder teilweise schon recht überfordernd sein kann. Das ist zwar prinzipiell nichts Schlimmes, weil sie natürlich mit dem Buch mitwachsen können, aber gerade jüngere Kinder werden vermutlich nicht alles direkt aufnehmen können.
Fazit:
Insgesamt ist das Buch aber wirklich eine tolle Beschäftigung für kleine Dino Fans. Durch die Kombination aus Bildern, Geräuschen und interaktiven Elementen wird Wissen hier sehr spielerisch vermittelt und genau das macht die Tiptoi Bücher für mich so besonders.
4,5/5 Sterne





Das Zauberwort heißt Nein!
von Rebecca Mir; Ruth Rahlff
Das Cover ist bunt, freundlich und wirkt kindgerecht, ohne dabei überladen zu sein. Auch die Illustrationen im Inneren sind sehr gelungen, da sie farbenfroh sind und die Stimmung der einzelnen Szenen auf eine Weise transportieren, die Kinder gut verstehen können.
Der Schreibstil ist einfach gehalten und passt gut zur Zielgruppe. Die Sätze sind nicht zu lang und lassen sich flüssig vorlesen, was ich gerade bei Kinderbüchern sehr wichtig finde. Gleichzeitig hätte ich mir an manchen Stellen ein klein wenig mehr Ausarbeitung gewünscht, weil die Geschichte teilweise etwas sprunghaft wirkt und nicht immer alles ganz klar erklärt wird.
Inhaltlich dreht sich alles um das Thema Nein sagen und eigene Grenzen setzen, was ich unglaublich wichtig finde. Gerade für Kinder ist es essenziell zu lernen, dass sie nicht immer Ja sagen müssen, nur um anderen zu gefallen. Das wird hier grundsätzlich gut vermittelt, vor allem durch die Figur von Fiete, der erst nach und nach merkt, dass er sich nicht in jeder Situation wohlfühlt.
Besonders schön fand ich die Rolle der Maus, die Fiete darin bestärkt, auf sich selbst zu hören. Diese Dynamik hat mir gut gefallen, weil sie kindgerecht zeigt, dass es manchmal nur einen kleinen Impuls von außen braucht, um mutiger zu werden. Auch das Thema falsche Freunde wird angeschnitten, was ich ebenfalls wichtig finde.
Allerdings hatte die Geschichte für mich auch ein paar Schwächen. Vor allem das Ende kam sehr abrupt. Fiete lernt zwar, Nein zu sagen, aber danach ist die Geschichte gefühlt sofort vorbei. Mir hat da ein bisschen der Abschluss gefehlt. Gerade für Kinder wäre es schön gewesen zu sehen, wie seine Umgebung darauf reagiert.
Zwischendurch hatte ich auch das Gefühl, dass manche Situationen nicht ganz zu Ende gedacht sind oder etwas mehr Kontext gebraucht hätten, damit die Botschaft noch klarer ankommt.
Fazit:
„Das Zauberwort heißt Nein!“ ist ein liebevoll gestaltetes Kinderbuch mit einer sehr wichtigen Botschaft, die kindgerecht vermittelt wird. Trotz kleiner Schwächen im Aufbau und einem etwas abrupten Ende eignet es sich gut, um mit Kindern über Grenzen, Selbstbewusstsein und Freundschaft zu sprechen.
4/5 Sterne





Weavingshaw
von Heba Al-Wasity
Das Cover ist wirklich schön, obwohl ich eigentlich kein Fan von Menschen auf Cover bin.
Der Schreibstil von Heba Al-Wasity ist angenehm flüssig und gleichzeitig sehr atmosphärisch. Die Welt wird bildhaft beschrieben, ohne dass es zu überladen wirkt, und gerade diese leicht düstere, fast schon melancholische Grundstimmung zieht sich konstant durch das Buch.
Nach der Leseprobe war für mich klar, dass ich das Buch unbedingt lesen muss, weshalb ich mir die wunderschöne Farbschnittausgabe gesichert habe. :)
Ich bin gut in die Geschichte reingekommen, auch wenn der Einstieg eher ruhig gehalten ist und sich vieles erst nach und nach entfaltet. Leena mochte ich als Protagonistin sehr gerne. Sie ist keine typische Heldin, aber gerade das mochte ich so an ihr. Sie ist stark, sehr empathisch und gleichzeitig entschlossen, wenn es um ihren Bruder geht. Ihre Motivation war für mich durchgehend nachvollziehbar und hat der Geschichte eine emotionale Basis gegeben. Man merkt, dass sie oft zwischen Angst, Pflichtgefühl und ihren eigenen Zweifeln steht, was sie für mich greifbar gemacht hat.
Mit St. Silas hatte ich am Anfang ein paar Schwierigkeiten. Er bleibt lange Zeit eher distanziert und schwer einzuschätzen, wodurch ich länger gebraucht habe, bis ich wirklich Zugang zu ihm gefunden habe. Gerade weil er so wenig von sich preisgibt, wirkt er stellenweise fast schon zu kühl. Mit der Zeit wird sein Charakter aber deutlich greifbarer, und genau diese langsame Entwicklung hat letztlich gut zur Geschichte gepasst.
Die Dynamik zwischen den beiden lebt von Misstrauen, unausgesprochenen Gedanken und kleinen Momenten. Das hat mir zwar grundsätzlich gut gefallen, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass die Liebesgeschichte präsenter gewesen wäre. An ein paar Stellen hätte ich mir etwas mehr emotionale Tiefe gewünscht, gerade im Mittelteil.
Was das Worldbuilding angeht, fand ich die Grundidee spannend - vor allem die Mischung aus dem düsterem Setting, den gesellschaftlichen Themen und Leenas eher ungewöhnlichen Fähigkeit, Geister zu sehen. Gleichzeitig war es für mich nicht immer ganz einfach, mich komplett im Geschehen zurechtzufinden. Manche Aspekte wurden nur kurz angeschnitten oder werden erst recht spät aufgeklärt, was mich einerseits neugierig gemacht hat, andererseits aber auch kurzzeitig den Lesefluss bremsen kann.
Die Handlung lebt stark von ihren Geheimnissen und davon, dass sich nach und nach alles zusammensetzt. Es gibt immer wieder neue Hinweise und kleinere Wendungen, die einen bei der Stange halten. Allerdings hatte die Story für mich im Mittelteil ein paar Längen, in denen sich die Geschichte etwas im Kreis gedreht hat, bevor sie gegen Ende wieder deutlich an Fahrt aufgenommen hat.
Das Ende lässt einige Fragen offen, weshalb ich mich schon sehr auf die Fortsetzung freue.
Fazit:
„Weavingshaw“ ist ein atmosphärisch starker Auftakt mit einer düsteren Welt, interessanten Figuren und einer langsam aufgebauten Spannung. Nicht alles hat mich komplett überzeugt, vor allem im Mittelteil und bei der emotionalen Tiefe gab es für mich kleine Schwächen, aber insgesamt hat mich das Buch gut unterhalten und neugierig auf die Fortsetzung gemacht.
4/5 Sterne





West of Wicked. Folge deinem Verlangen
von Nikki St. Crowe
Das Cover finde ich richtig schön. Es ist düster, edel und passt optisch perfekt zur Story. Gerade in Kombination mit dem Farbschnitt macht das Buch im Regal wirklich etwas her. Der Schreibstil von Nikki St. Crowe ist sehr leicht und flüssig zu lesen. Ich bin gut in die Geschichte reingekommen und gerade am Anfang hatte das Buch auch eine gewisse Sogwirkung. Was mich allerdings etwas gestört hat, waren die vielen Perspektivwechsel und vor allem die Mischung aus Ich- und Erzählerperspektive. Das hat mich stellenweise eher aus dem Lesefluss gebracht.
Inhaltlich fand ich die Idee eines düsteren Der Zauberer von Oz Retellings richtig spannend. Die Grundstimmung ist auch definitiv dunkler als im Original, aber ehrlich gesagt hatte ich mir noch mehr davon erhofft. Auch der angekündigte Spiceanteil war deutlich zurückhaltender als gedacht, was mich persönlich nicht gestört hat, dennoch habe ich da einfach etwas anderes erwartet.
Der Einstieg hat mir noch ganz gut gefallen, weil man direkt in die Geschichte geworfen wird, was ich immer ganz spannend finde. Im Mittelteil hat das Buch für mich dann aber deutlich nachgelassen. Die Handlung zieht sich stellenweise und kommt nicht wirklich voran, wodurch sich einige Passagen eher wie Lückenfüller angefühlt haben.
Mit Dorothy bin ich leider nicht richtig warm geworden. Ich fand ihren Charakter zwar grundsätzlich interessant, aber ihre Entscheidungen und ihre ganze Art haben mich nicht immer abgeholt. Auch die emotionale Entwicklung und vor allem die Beziehung zu Rook konnten mich nicht wirklich überzeugen, da mir alles zu oberflächlich war.
Das Setting rund um Oz fand ich dagegen wirklich gelungen. Man erkennt viele bekannte Elemente wieder, gleichzeitig gibt es immer wieder neue Dinge zu entdecken. Allerdings wirkte das Worldbuilding für mich an manchen Stellen etwas unübersichtlich, weil viele Dinge angerissen, aber nicht wirklich ausgearbeitet wurden.
Das Ende hat für mich allerdings nochmal einiges rausgeholt, weil die Story wieder deutlich an Fahrt aufgenommen hat. Es gibt einige Wendungen und gerade der letzte Abschnitt hat mir wieder besser gefallen als der Mittelteil. Trotzdem konnte der Schluss für mich nicht komplett ausgleichen, was vorher gefehlt hat.
Fazit:
„West of Wicked“ ist ein interessantes Dark Fantasy Retelling mit einem guten Einstieg, einem sehr angenehmen Schreibstil und einem spannenden Ende. Leider verliert sich die Geschichte zwischendurch etwas; die Figuren bleiben teilweise zu oberflächlich und der Spannungsbogen hängt vor allem im Mittelteil ziemlich durch. Insgesamt ein netter erster Band, der mich aber nicht komplett von sich überzeugen konnte.
3/5 Sterne









