Kundenrezensionen von Der blaue Mond





Bakterien – die heimlichen Helden
von Peter Wohlleben
Sehr beindruckend und faszinierend, was man da so alles erfährt. Gut, teilweise wollte man es vielleicht nie erfahren, aber ich werde hier nicht allzu viel vom Inhalt verraten.
Man geht nach der Lektüre aber definitiv mit anderen Augen durchs Leben und denkt andauernd an die winzigen Einzeller. Das Werk ist sehr gut recherchiert und mir gefällt der Schreibstil sehr. Es ist für die vielen Fakten sehr unterhaltsam geschrieben, Man nimmt viele Ideen und Anregungen mit. Ehrlich gesagt gab es einige Aha Momente, besonders, wenn man manches komplett gegenteilig eingeschätzt hat. Z.B. die Ansicht, dass die Bakterien es schon richten werden im durch Klimawandel stark angegriffenen Wald. Definitiv habe ich die umfangreichen Fähigkeiten dieser Kleinstlebewesen unterschätzt und dank dem Buch einen neuen Blick auf unsere Umwelt erhalten.
Sehr lesenswert!





REM
von Annika Strauss
Ich bin ehrlich gesagt normalerweise kein großer Fan von Horror, aber die Kombi der Autoren hat mich neugierig gemacht. Nun, man wird definitiv nicht enttäuscht. Ein regelrechter Pageturner, ich hatte das Werk in kürzester Zeit regelrecht verschlungen. Die Idee dahinter fand ich stimmig und auch die Verbindung mit der aktuellen Zeit in der wir leben.
An manchen Stellen musste ich an den Film Matrix denken, aber sonst werde ich hier nichts spoilern.
Es gibt viele Kapitel (82 auf rund 300 Seiten), die für zusätzliche Spannung und Dynamik sorgen. Der Schreibstil ist irgendwie realistisch, man nimmt die Story ab und die Gruselmomente sind hervorragend eingebaut. Als Film könnte ich es vermutlich nicht anschauen, aber lesen geht gut. Natürlich dürfen gewisse Twists im Plot nicht fehlen. Ich finde die neue Kombi aus Horror und Thriller sehr gelungen und werde mit Sicherheit auch das nächste Buch davon verschlingen.





Das schönste aller Leben
von Betty Boras
Die Geschichte einer Familie über die Jahrhunderte hinweg. Wobei immer nur die Frauen im Fokus stehen. Rein örtlich geht es vom Umland Wiens nach Banat (Rumänien), und sehr viel später von dort nach Deutschland.
Es ist ein Buch über die Ungerechtigkeit, die Rolle der Frau, Migration, die Frage der Schuld und den Idealen, die vermeintlich noch immer Gültigkeit haben.
Die Erzählung wird aus Sicht dreier Frauen lebendig. Theresia, die im 18 Jahrhundert sehr viel Leid und Ungerechtigkeit ertragen muss, Vio und "Ich". Letztere spielt in der deutschen Gegenwart und kämpft mit einem folgenschweren Moment der Unaufmerksamkeit, der das Leben ihrer Tochter komplett ändert. Mir hat die Figur der Theresia imponiert, wohingegen mich die Schilderungen des "Ichs" teilweise strapaziert haben. Für mich war es schwer nachzuvollziehen, wie dieser "Unfall" derartig detailliert thematisiert wurde und alles sich nur noch darum drehte. Dabei wollte Vio doch "Das schönste aller Leben" für ihre Tochter Sophie.





Ich möchte zurückgehen in der Zeit
von Hermann Judith
Ganz unauffällig kommt das schmale Buch daher. Mit einer offenen Tür, die einlädt, durchzugehen und herauszufinden, was dahinter liegt.
Erstmal geht es zurück in die Vergangenheit. Der Großvater der Autorin war ein SS Mann und die wenigen Überbleibsel seines Lebens lassen viele Deutungen zu. Leider dämmert vieles im Vergessen und unter der Oberfläche. Trotzdem reist Judith Hermann nach Polen, um den Ort und um mehr von ihrem Großvater zu erfahren. Ein Bild von ihm in Radom, selbstsicher und in die Kamera lächelnd, steht im starken Kontrast zur Wirklichkeit. Die Stadt ist unangenehm ruhig, die düstere Vergangenheit scheint immer noch nachzuhallen. Im zweiten Teil die Reise zu ihrer Schwester nach Neapel. Der sonnige Süden und die zwischenmenschlichen Beziehungen stehen wieder im Kontrast zu den erlebten kalten Wochen in Radom. Die Schwester lebt in ihrer eigenen Welt. Die Autorin vermag es mit wenigen Worten einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.





Mathilde und Marie
von Torsten Woywod
Ein zauberhaftes Werk, das entschleunigt und sich wie eine nicht enden wollende Umarmung anfühlt.
Für manche Leser vielleicht ein bisschen zu viel des Guten, aber ich habe es genossen. Wie der Titel schon vermuten lässt, geht es um Marie, eine junge Frau, die dem lauten Paris spontan den Rücken kehrt und dank einer schicksalhaften Begegnung in einem kleinen belgischen Bücherdorf landet. Der Kontrast könnte nicht größer sein. Im Zeitverlauf kommt Marie im Dorf an und lernt auf ihre Instinkte zu vertrauen. Empathie und Glück, Liebe und Freundschaft, sind Kern des Buchs. Und natürlich auch die Botschaft, weniger ist mehr, zurück zum Ursprung.
Ich mochte die ruhige und beobachtende Schreibweise sehr. Die Perspektivwechsel und kurzen Kapitel waren zudem gut gewählt, ich konnte das Werk schlecht zur Seite legen. Dem Autor ist ein außerordentliches Debüt gelungen.





Tod zur Teestunde
von Anthony Horowitz
Das ist meine erste Berührung mit Susan Ryeland. Es fängt ziemlich harmlos an, Susan fühlt sich auf Kreta persönlich nicht wohl und es zieht sie zurück in die englische Heimat, London. Als Lektorin wird ihr ein neues Buch angeboten, das ziemlich interessant klingt. Also greift sie zu und das Drama gewinnt an Fahrt.
Trotz der beinahe 600 Seiten wird es nicht langweilig, im Gegenteil, nach und nach baut sich ein zweiter Fall auf, verschachtelt Buch im Buch. Immer wieder überschneiden sich die Stränge, Personen und Geschehnisse. Susan wird immer mehr hineingezogen in beide Fälle. Ich liebe die Anagramme und die doppelten Charaktere. Es ist eine gute Mischung aus Sherlock Holmes und Escape Rätseln. Mit durchweg britischem Understatement und Humor, ich fühlte mich bestens unterhalten. Also bestens geeignet für Leser, die die guten alten Krimis lieben und sicherlich auch eine prima Filmvorlage.





Jetzt gerade ist alles gut
von Schäfer Stephan
Ein Moment kann im Leben entscheidend sein, Schicksal oder einfach Pech? Der Autor ist dem Tod gerade so von der Schippe gesprungen, ein kleiner Schnitt in die Fingerkuppe führte rasend schnell zu einer Sepsis.
Wie geht man mit der Zeit der Ungewissheit um? Man fühlt mit dem Erzähler. Achtsamkeit steht nun im Fokus, was macht eigentlich das Leben aus? Was zählt, was bleibt? Viele kostbare Momente werden hier aus individueller Sicht zusammengetragen. Die Geschichten sind oft nur ein paar Seiten lang, aber es fühlt sich einfach und gut an. Es ist kein lautes Buch aber eines, das schnell gelesen ist und das man sicherlich öfters mal aus dem Regal zieht, wenn man es braucht. Besonders finde ich auch den durchwegs bedruckten Einband, und überhaupt die Gestaltung des Covers. Das Buch ist ein Appell im hektischen Alltag innezuhalten und den Moment mit allen Sinnen bewußt aufzunehmen.





Wenn die Sonne untergeht
von Illies Florian
Das Lesejahr ist zwar noch nicht vorbei, aber dieses Buch gehört definitiv in meine Top Ten Liste des Jahres 2025. Florian Illies gelingt es außerordentlich gut den Leser mit in den Bann der Familie Mann zu ziehen. Auch wenn es nur um wenige Monate im Jahr 1933 geht, dehnt sich das Buch keineswegs. Man fühlt sich genial unterhalten. Sein Schreibstil ist mit viel Ironie gespickt und die historische Zeit der Naziherrschaft schildert er sehr atmosphärisch. Ihm gelingt es von allen Familienmitgliedern der Manns ein realistisches Bild zu zeichnen, kombiniert aus diversen Quellen, die teilweise bisher noch nicht veröffentlicht waren. Besonders gut hat mir am Ende das Aufzeigen der weiteren Lebenswege der Protagonisten gefallen. Es rundet das Werk perfekt ab. Seit Generation Golf hatte ich kein Werk von Florian Illies mehr gelesen, ich freue mich den Autor wiederentdeckt zu haben und werde seine weiteren historischen Romane sicherlich lesen. Definitiv ein grandioses Werk, wenn man Thomas Mann samt Familie näher kennen lernen möchte.





Meine zauberhafte Dekowelt
von Michaela Waldl
Die Autorin war mir bisher nicht aus den sozialen Medien bekannt. Ich fand das Cover so schön, dass ich zugreifen musste. Es gibt viele Ideen und Kreationen, man möchte sofort mit der Umsetzung eigener Projekte starten. Vor allem gefällt mir der nachhaltige Ansatz aus allem noch etwas herstellen zu können. Vieles findet man im Wald oder in der Natur, kombiniert mit einigen Gläsern, Wollresten, Jeans oder auch alten Flohmarktfunden entsteht zauberhaftes. Das Endergebnis ist so viel besser als die "Zutaten".
Gegliedert ist das Buch in einen allgemeinen Teil, mit offenen Ideen, wie man aus einigen Basics durch unterschiedliche Dekoration "durchs Jahr kommt" und einen, der spezielle Ideen zur jeweiligen Jahreszeit bietet.
Die Tipps in grünen Kästchen sind wertvoll. Z.B. wie man sehr schnell ein Serviettenmotiv auf eine Kerze bekommt oder Löcher in altes Geschirr.
Definitiv ein tolles Buch für alle DIY und Naturbegeisterte.
Der nächste Spaziergang wird mit anderen Augen sein!





Hensslers Schnelle Nummer - morgens, mittags, abends
von Steffen Henssler
Sehr gelungenes Buch, das definitiv seinen Platz nicht im Bücherregal, sondern direkt in der Küche finden wird. Ich mag Hensslers unkomplizierte Art, aus wenigen Zutaten schnell etwas sehr leckeres zu zaubern. In der Regel findet man vieles von den benötigten Zutaten schon im Kühlschrank oder Vorrat. Vorausgesetzt man liebt Speck und Avocados, die kommen gefühlt oft vor in den Rezepten. Sind aber auch extrem geil.
Der Aufbau des Buchs ist sehr übersichtlich. Die Rezepte sind nach Morgens, Mittags und Abend gegliedert. Es sind viele bekannte Dinge dabei, z.B. das perfekte Frühstücksei oder Spiegelei. Bis hin über Brötchen, Brot und Marmelade ist auch einiges für Meal Prep dabei.
Rechts findet sich immer ein realistisches Bild des Gerichts und links sind neben den Zutaten die Zubereitungshinweise klar und in wenigen Worten untergebracht. Die meisten Speisen sind in 15 Minuten fertig. Ein Traum in einem vollgepackten Alltag!









