Kundenrezensionen von warda





Ich erzähle von meinen Beinen
von Cornelia Travnicek
Wallys Tochter erhält eine ADHS-Diagnose. Auch bei sich selbst erkennt sie ähnliche Symptome und setzt sich mit ihren eigenen Neurodiversität auseinander.
Cornelia Travnicek kann das Thema kreativ und gekonnt aufgreifen. Neben der Neurodiversität werden auch Themen wie die der Mutterschaft oder Mental Load angerissen, was ich sehr gut fand.
Die Denkart von Wally ist schnell und chaotisch, dies hat die Autorin in Form von Gedankensprüngen, Einschüben und halb leeren Seiten gut dargestellt. Seite für Seite bahnt sich ein Crash an und als Leserschaft ist man in dieser befangenen und chaotischen Gefühlswelt der Familie regelrecht gefangen. Es kommt, wie es kommen muss, und der Crash ist nicht mehr zu vermeiden. Als dieser eintrifft, wird er literarisch aber leider nicht mehr ausreichend ausgeführt.
Nichtsdestotrotz finde ich es toll, dass es diesen Roman über das Leben mit ADHS gibt. Zu empfehlen für Betroffene und Angehörige!





Dein ADHS Buddy
von Grace Koelma
Das Buch „Dein ADHS Buddy“ ist sehr liebevoll und bunt gestaltet. Es springt einem direkt ins Auge und weckt das Interesse am Buch. Das Buch ist ADHS-entsprechend abgestimmt, so muss man sich nicht von vorne nach hinten durcharbeiten, sondern kann sich gezielt mit den jeweiligen Kapiteln beschäftigen. Stärken, die mit ADHS einhergehen, werden hervorgehoben und ADHS wird generell als nichts Verwerfliches oder zu Kompensierendem dargestellt. Beim Thema Selbstdiagnose bin ich jedoch ein bisschen kritischer und erachte eine differenzierte Diagnostik für absolut wichtig! Auch das Thema der Medikation hat mir im Buch gefehlt, da viele ihren Alltag ohne medikamentöse Unterstützung nur schwer bewältigen können.
Alles in allem ist das Buch, wie auch im Namen genannt, ein guter Buddy. Kann aber eine Diagnose weder ersetzen, noch als alleiniges Werk das Thema ADHS vollends abdecken. Als Wegbegleiter für noch Nicht-Diagnostizierte ist das Buch aber zu empfehlen!





Mord im Nacktschnecken-Milieu
von Elke Schwarzer
„Mord im Nacktschnecken-Milieu“ von Elke Schwarzer ist ein sehr unterhaltsames und einfallsreiches Buch, welches zwanzig geheimnisvolle Fälle aus dem Garten behandelt. Die humorvolle Weise ist sehr ansprechend und gleichzeitig erhält man viele Informationen. Die Täter in diesen Fällen sind unter anderem Insekten, Schnecken, kleine Tiere und Pflanzen. Die Aufmachung des Buches ergänzt den Inhalt illustrativ sehr gut, des Weiteren sind zu jedem Fall Spuren und Zeugenaussagen vorgegeben und in Betracht kommende Verdächtige werden sodann vorgestellt. Am Ende eines jeden Falles wird der Täter dann genauer beschrieben. Durch die Gliederung in Form von Tatort, Indizien und Vorstellung der Verdächtigen macht das Lesen viel Spaß und ermöglicht den Lesenden einen Zugang zu den Themen Natur und Garten. Ein wirklich originelles sowie informatives Buch für Gartenfreunde und für all jene, die es vielleicht durch dieses Buch werden!!





Jetzt mal ehrlich?!: Meine Gefühle, mein Körper, meine Regeln! Ein wirksames Aufklärungsbuch für Kinder zur Prävention von sexuellem Missbrauch
von Carsten Müller; Steffi Bohle
Das Sachbuch für Kinder „Jetzt mal ehrlich?!: Meine Gefühle, mein Körper, meine Regeln!“, geschrieben von Steffi Bohle und Carsten Müller sowie illustriert von Emily Claire Völker, befasst sich mit einem immens wichtigen und gleichzeitig sensiblen Thema.
Es werden Fragen zu den Themen Gefühle, Körper, Grenzen sowie Missbrauch aufgegriffen und wichtiges Wissen vermittelt. Die Informationen sind eindrücklich und gleichzeitig mit einer Leichtigkeit zugänglich gemacht. Ein weiterer Pluspunkt ist die Diversität, die gut umgesetzt wurde. Ergänzend zu den Inhalten für die Kinder gibt es farblich hinterlegte Infokästen, die zur Unterstützung der Erwachsenen beim Besprechen der behandelten Themen dienen sollen.
Die Texte sind hin und wieder sehr direkt, was für manche Kinder eventuell zu viel sein könnte. Ein Inhaltsverzeichnis hätte das Buch noch abrunden können, damit man die verschiedenen Themen direkt aufschlagen kann. Alles in allem aber ein super empfehlenswertes Sachbuch!





Freier Kopf statt Mental Load
von Sara Pierbattisti-Spira; Katharina Wick
„Freier Kopf statt Mental Load“ soll einen Einblick in das Thema Mental Load geben. Das Buch ist sprachlich leicht verständlich und inhaltlich gut gegliedert. Es sind schöne Visualisierungen eingepflegt sowie praktisch umsetzbare Übungen, die in den Alltag integriert werden können. Wobei hier auch klar genannt werden muss, dass der Fokus auf Müttern mit (kleinen) Kindern liegt, was mir nicht sehr gefallen hat. Aus dem Titel und dem Beschreibungstext ging das nicht deutlich hervor.
Die Lektüre gibt einen guten Überblick und ist als Einstieg gut geeignet. Es lädt dazu ein, verschiedene Themen bei Interesse näher zu beleuchten und sich damit auseinanderzusetzen. Für einen ersten Zugang ist „Freier Kopf statt Mental Load“ ein guter Wegbegleiter. Wenn man jedoch bereits unter Mental Load leidet oder sich schon im Zuge einer Depression bzw. eines Burn-Outs befindet, kann professionelle Hilfe besser und gezielter greifen.





Drei Tage im Schnee
von Ina Bhatter
„Drei Tage im Schnee“ ist ein Buch, das von der Aufmachung und dem Titel sehr gut zur Winterzeit passt. Eine Frau verbringt mitten im Winter einige Tage in einer abgeschotteten Hütte, um Abstand zum alltäglichen Leben zu gewinnen. In dieser Zeit trifft sie auf die kleine Sophie und beide kommen beim Bauen von Iglus und Schneeengeln ins Gespräch. Dabei reflektiert Hannah über das eigene Leben und über das, was man zum Leben braucht bzw. denkt zu brauchen.
Der Schreibstil ist angenehm und flüssig, der Umfang des Buches mit 176 Seiten auch überschaubar, sodass man sich ein gemütliches Wochenende mit „Drei Tage im Schnee“ machen kann. Die Erzählung strahlt eine Ruhe aus und bringt eine innere Einkehr hervor, die im Vergleich zum schnelllebigen Alltag wirklich guttut und entschleunigt. Man beschäftigt sich mit sich selbst und überdenkt die eigene Sicht auf bestimmte Sachen im Leben.





Geniale Frauen, geniale Forschung
von Durkin Frances; Ventura Nur; Löwenberg Ute
Das Buch „Geniale Frauen, geniale Forschung“ befasst sich mit Frauen, die in der Forschung Bahnbrechendes geleistet haben. Auf jeder Doppelseite werden eine Person und ihre wichtigen Forschungen dargestellt, wobei auch mir einige der aufgeführten Persönlichkeiten bis dato nicht bekannt waren. Die Auswahl ist sehr vielfältig getroffen und zeigt die Bandbreite an Forschungsfeldern auf.
Die Inhalte sind altersgerecht aufgebaut, die Informationen und Illustrationen sind auf einem Niveau, das Kinder und Jugendliche verstehen können. Zudem gibt es viele Experimente, die selbst ausprobiert werden können, um die Forschungsarbeiten besser nachzuvollziehen und selbst in die Rolle als Entdecker zu schlüpfen.
Ein sehr inspirierendes und starkes Sachbuch, das aufzeigt, dass Wissenschaft keinesfalls als Männerdomäne zu verstehen ist.





Sonnenaufgang Nr. 5
von Carsten Sebastian Henn
In „Sonnenaufgang Nr. 5“ beschreibt Carsten Henn die Geschichte mehrerer Personen. Der 19-jährige Jonas sticht hierbei insbesondere durch seine einfühlsame Art hervor. Dieser hat vor Kurzem sein Germanistikstudium geschmissen und möchte sich als Ghostwriter etwas Geld verdienen. In diesem Kontext trifft er auf Stelle, eine ältere Dame, mit der er auf Erinnerungsreise geht. Sie treffen bei dieser Reise auf unterschiedliche Menschen, wie beispielsweise Maler Geraldo, der in Stella verliebt ist.
Es folgen viele interessante Gespräche und Einblicke in Stellas Leben, aber auch Jonas hat in seiner Biographie bereits schwierige Zeiten überwunden, die ebenfalls in Erscheinung treten. Ich fand es schön, dass lebensphilosophische Themen sowie gesellschaftliche Probleme aufgegriffen wurden. Henn schreibt sehr behutsam und gleichzeitig kann er eine gute Prise an Humor einbauen, wodurch das Lesen noch mehr Spaß macht.





Amazonenbrüste
von Reyhan Sahin
Ich kannte die Autorin Reyhan Şahin im Rahmen ihrer Rap-Karriere oder ihrem akademischen Werdegang tatsächlich nicht, der Klappentext sowie das Cover des Buches haben aber mein Interesse geweckt. In „Amazonenbrüste“ setzt sie sich schonungslos mit dem Thema Brustkrebs auseinander. Der Schreibstil ist hierbei sehr direkt, für manche vielleicht zu derb.
Sie beschreibt Gefühle wie Scham, Wut und Angst sehr eindrucksvoll und eröffnet somit einen Zugang in ihre Gefühlswelt. Die Leserschaft begleitet Reyhan Şahin anhand ihrer authentischen Schilderungen auf ihrer Reise vom ersten Arztbesuch bis hin zur Bekämpfung des Krebses. Besonders hervorzuheben ist der Spagat zwischen Humor und Hoffnung, welcher der Autorin sehr gut gelingt.
Ihr Lebensweg ist inspirierend und macht Hoffnung für all jene, die mit solch einer schweren Diagnose konfrontiert werden.





Junge Frau mit Katze
von Daniela Dröscher
In „Lügen über meine Mutter“ schilderte Daniele Dröscher die Geschichte einer Mutter, die aufgrund ihrer Körpermaße nicht unbedingt dem Durchschnitt entspricht. In ihrem neuen Roman forciert Dröscher nun die Perspektive von Ela, die gesundheitliche Veränderungen durchmacht und sich mit ihren Lebensumständen auseinandersetzt. So findet sich Ela unter anderem zwischen beruflicher Überlastung und familiären Verpflichtungen wieder.
Leider hat mich Elas Geschichte vergleichsweise nicht abholen können, teilweise fiel es mir schwer, ihre starken Reaktionen nachzuvollziehen. Ihre Baustellen sind zum Teil von ihr selbst gemacht und sie müsste sich mal aus der ganzen Situation herausnehmen, um die Gegebenheiten neu zu betrachten und zu bewerten. Zudem hätte ich mich gewünscht, dass die familiären Verflechtungen in ihrer Tiefe präsenter gewesen wären.
„Junge Frau mit Katze“ ist trotz dessen lesenswert und Daniela Dröscher versteht ihr Handwerk.









