Kundenrezensionen von Ameland





Der Prätorianer
von Tobias Bukkehave
Ein toter junger Mann, auf dessen Augenlidern jeweils eine antike Goldmünze liegt, rundherum altertümliche Gegenstände und das Ganze wird von vielen Kerzen erhellt. Das ist der Anblick, der sich der Kriminalkommissarin Sara Levin und ihrem Partner Janus West bietet. Was hat es mit dieser Szenerie auf sich? Bevor das Team eine bestimmte Richtung für die Ermittlung einschlagen kann, wird ein zweiter Leichnam gefunden.
Sara ist keine Frau, die einem auf Anhieb sympathisch ist. Sie ist eigensinnig und bestimmt gerne die Richtung. Sie ist geprägt von einem familiären Ereignis in der Vergangenheit, welches sie hier wieder einholt. Janus West ist der ausgleichende Part bei diesem Ermittlerduo.
Mich hat dieser Thriller schnell gepackt. Leider fand ich dann das, wenn auch schlüssige, Ende konstruiert und teilweise unglaubwürdig. Interessant waren für mich die historischen Artefakte und der geschichtliche Hintergrund dazu. Hier konnte ich einiges Neues lernen.
Insgesamt jedoch hat mir der Thriller von Tobias Bukkehave gut gefallen. Da sich am Ende noch eine unbeantwortete Frage ergibt, bin ich gespannt auf die Fortsetzung.





Die Honigfrauen - Eine neue Heimat
von Mirjam Müntefering
Die von Irma und Auguste geplante Eröffnung ihres Landcafés lief leider nicht so wie erhofft. Der eingestellte Konditor konnte die Gäste nicht mit seinen Backwerken überzeugen. Es fehlen die Kreationen, die Ludwig Honig zu erschaffen verstand. Irma hätte eine Idee, aber ob da die entsprechenden Personen mitspielen werden? Zu alldem kommen noch zwischenmenschliche Probleme und üble Schachzüge der Konkurrenz hinzu.
Ich habe mich gefreut wieder ins Bergische Land zu reisen und die drei Honigfrauen eine Weile zu begleiten. Beim Lesen war ich mal wieder froh im Hier und Jetzt zu leben. Anfang des letzten Jahrhunderts hatten es die Frauen nicht leicht wie auch dieser Roman zeigt. Männer hatten das Sagen und aus geschäftlichen Dingen hatten sich die Frauen rauszuhalten. Die Honigfrauen widersetzen sich diesen allgemein gültigen Regeln und zeigen, dass Frauen im Geschäftsleben den Männern in nichts nachstehen.
Eine mitreißende und emotionale Familiensaga, die Mirjam Müntefering in einem flüssigen und bildhaften Schreibstil zu Papier gebracht hat. Ihre drei Protagonistinnen sind starke und für die damalige Zeit sicher ungewöhnliche Charaktere. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es solche Frauen durchaus gegeben hat. Mir hat der erste Band schon so gut gefallen und die Fortsetzung steht dem in nichts nach.
Die Geschichte hat gezeigt was man alles mit Zusammenhalt und Engagement erreichen kann. Gerne hätte ich von den Honigfrauen noch mehr gelesen, aber so war es auch ein schönes und passendes Ende.





Die Bernsteinfischerin
von Lisa Quentin
Zwei Frauen, die scheinbar nichts gemein haben außer ihrer Liebe zu Bernstein und die dazu altersmäßig mehrere Jahrzehnte trennen. Aber dieser erste Anschein täuscht. Sowohl Ebba als auch Julika sind starke Frauen, die sich nach Freiheit sehnen, aber aufgrund familiärer Probleme und Zwänge lange Zeit kein selbstbestimmtes Leben führen können.
Lisa Quentin hat ihre beiden Protagonistinnen stark, authentisch und gefühlvoll gezeichnet. Ich konnte tief in ihre Gedanken- und Gefühlswelt eintauchen. Mit beiden Frauen habe ich mitgefühlt, aber Ebba mit ihrem ungestümen Wesen und ihrer Liebe zur Natur und dem Meer war mir etwas näher. Vielleicht liegt das auch an meinem fortgeschrittenen Alter. Aber auch die Nebenfiguren waren in ihren Handlungen realistisch und stringent.
Der ruhige und atmosphärische Schreibstil sorgte für angenehme Lesestunden und im Zusammenspiel mit der Geschichte für ein Lesevergnügen. Für mich als Fan der Nord- und Ostsee waren die bildgewaltigen Beschreibungen des Meers und der Natur ein weiteres Highlight. Ich habe förmlich das Brausen der See sowie die Schreie der Möwen im Ohr gehabt und den Wind in meinen Haaren gespürt.
Die Autorin hat in diese wunderschöne Geschichte gekonnt Themen wie Verlust, Trauer, Traumabewältigung und den Kampf auf Selbstbestimmung eingeflochten. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge musste ich Ebba und Julika verabschieden, aber vergessen werde ich sie so schnell nicht.





Wer bin ich?
von Lisa Quentin
Ein Klassiker unter den Ratespielen, der in den unterschiedlichsten Versionen und Ausführungen zu finden ist. Hier ist es ein Papierblock mit mehr als 80 Vorlagen in einem modernen Design. Durch geschicktes Fragen ist herauszufinden, welche der 24 tierischen und menschlichen Figuren es zu erraten gilt.
Bei jüngeren Spielern wird ganz nebenbei die Kombinationsgabe geschult. Ebenso wird deren Wortschatz erweitert. Ideal für mich als Sprachpate an einer Grundschule.
Aber das Spiel macht in jedem Alter Spaß und sorgt für manches Gelächter. Zusätzlich wird nur noch ein Stift benötigt und schon kann es losgehen, denn die Regeln sind schnell erklärt und leicht verständlich. Der ideale Zeitvertreib für langweilige Autofahrten oder verregnete Ferientage.





Science & Kids - 1, 2, 3 ... vorbei! Mathe-Memo Addition & Subtraktion
von Reiner Knizia
Ich bin ehrenamtlich an einer Grundschule im Einsatz, zwar hauptsächlich als Sprach- und Lesepate, aber ich unterstütze auch Kinder, die sich mit Mathe schwertun. Mit Spiel und Spaß lernt es sich immer besser als mit reinen Rechenaufgaben. Und dieses Spiel von arsEdition bietet beides.
„1,2,3 vorbei“ benötigt keine lange Vorbereitungszeit und auch die Spielregeln sind schnell erklärt und den Kindern meist in ähnlicher Form von einem Bild-Memory her bekannt. In der einfachen Version mit 25 Karten und Addition bzw. Subtraktion bis 10 ist die Spieldauer für jüngere Kinder angemessen. Durch weitere Karten, Rechnungen bis 15 bzw. 20, kann der Schwierigkeitsgrad sukzessive erhöht werden. Schön finde ich die drei Zusatzkarten mit Emojis, die als Lob oder zusätzlicher Ansporn eingesetzt werden können.
Der kompakte Karton und die Kärtchen sind solide und verzeihen auch mal ungeschicktere Kinderhände. Dieses Spiel zeigt, es braucht nicht viel, um mit Spaß Lernerfolge zu erzielen.





Tod in den Highlands
von Sybille Baecker
Bewertet mit 3,5 Sternen
Ein gefälschter Whisky führt die Privatermittlerin Alison Dexter in den hohen Norden Schottlands. Die Castletown Distillery möchte jede Aufmerksamkeit vermeiden, denn das Bekanntwerden könnte das Aus der Brennerei bedeuten.
Das Buch liest sich angenehm und sehr flüssig. Lange Zeit fühlte sich die Geschichte nur nicht nach einem Krimi an und von dem im Titel angekündigten Tod war ich, wie sich herausstellte, noch viele Seiten entfernt. Umso präsenter waren mir die Highlands und ihre Bewohner. Nach einem Wanderurlaub dort verspüre ich eine leise Sehnsucht nach ihnen in mir. Die mystische Landschaft mit ihrer kargen Vegetation, die harte Arbeit und wenigen Verdienstmöglichkeiten haben die Bewohner geprägt. All das beschreibt Sybille Baecker sehr anschaulich.
Im letzten Drittel wandelt sich der Roman dann doch noch in einen spannenden Krimi, bei dem ich mitfiebern konnte.
Für mich war es der erste Krimi der Autorin und somit auch die erste Begegnung mit der sympathischen Alison Dexter. Obwohl es mir bei diesem Band an Spannung gefehlt hat, werde ich der Reihe eine Chance geben und noch einen der Vorgängerbände lesen.
Auch wenn ich die bildhaften Beschreibungen der Städte und der Highlands genossen und sehr viele Infos über Whisky und seine Herstellung erfahren habe, kann ich aufgrund der lange Zeit fehlenden Spannung nur 3,5 Sterne vergeben.





Der Zoo der unsichtbaren Tiere
von Andreas Z. Simon
Suna erbt von ihrem unbekannten Opa einen leeren Zoo. Was soll man mit einem leeren Zoo, dazu noch als Kind werdet ihr euch jetzt fragen. Aber dieser Zoo verbirgt ein Geheimnis. Kommt mit und begleitet Suna bei ihrem fantastischen und spannenden Abenteuer und entdeckt die geheimnisvolle Welt dieses Zoos.
In einer kindgerechten Geschichte zeigt Andreas Z. Simon wie man mit Zusammenhalt in einem Team auch scheinbar unlösbare Probleme bewältigen kann. Man darf nur nicht sofort aufgeben, sondern muss es wenigstens versuchen. Gemeinsam hat man eher eine Chance als alleine. Zudem hat der Autor in die spannende und fantasievolle Abenteuergeschichte noch geschickt Themen wie Tier- und Naturschutz sowie Verschwendung von Lebensmitteln integriert.
Das Buch eignet sich sowohl zum Vorlesen und aufgrund der großen Schrift und den größeren Zeilenabständen auch für Leseanfänger. Ein spannendes und fantasievolles Kinderbuch mit sympathischen Protagonisten.





KUNTH Unterwegs in der Pfalz
von Melanie Goldmann; Rosa Kratz; Simone Steger
Ich mag diese Art von Reiseführer, in denen mehr als die Sehenswürdigkeiten und Highlights einer Region aufgeführt werden. Die Reisebücher aus dem Kunth-Verlag sind dafür ein tolles Beispiel. Bei diesem hier erfahre ich zusätzlich etwas über die Historie und altes Handwerk. Lese von Legenden wie z. B. Die weiße Schlange oder die Gläserne Treppe, was ich spannend finde, sollen sie doch oft einen wahren Kern enthalten. Die Kochrezepte machen mir nicht nur den Mund wässrig, sondern zeigen mir auch, dass man in der Pfalz zu genießen weiß. Davon zeugen auch die zahlreichen Weinfeste und sonstigen Events. Auch mit schöner und teilweise nahezu unberührter Natur ist die Pfalz gesegnet. Da bieten Wanderungen sich doch förmlich an, einige Vorschläge findet man ebenfalls in dem Buch. Am Ende werden noch zwei der schönsten Reiserouten beschrieben und es gibt einiges an Kartenmaterial im Reiseatlas für die Region.
Der Knaller sind aber die vielen Fotos, die es mir nicht leicht machen, mich für eine Gegend zu entscheiden. Die Doppelseiten sind ein absolutes Highlight. Mein Favorit ist „Das glühende Herz des Pfälzerwaldes“, dicht gefolgt von den Bunkeranlagen des Westwallmuseums.
Erst dieses Reisebuch hat mir bewusst gemacht, was die Pfalz alles zu bieten hat. Ich konnte hier längst nicht alles erwähnen, aber das wäre ja auch langweilig, denn dann könntest du, lieber Leser, nichts Neues mehr beim Durchblättern und Stöbern entdecken. Für mich steht die Toskana Deutschlands definitiv als eines der nächsten Reiseziele fest.





Nachtschwarzes Avignon
von Ralf Nestmeyer
Ein bekannter Mediävist ist seit einigen Tagen verschwunden und Capitaine Malbec übernimmt auf bitten seines Freundes die Suche. Avignon ist der letzte bekannte Aufenthaltsort und genau dort taucht der Capitaine immer tiefer in die Geschichte der Stadt, seiner Päpste und den Templern im Mittelalter ein. Hat das Verschwinden des Professors wirklich etwas mit der Vergangenheit zu tun?
Eine tolle Mischung aus Krimi, Kultur und besonders Geschichte, bei der für mich viel Neuland dabei war. Ich mag es, wenn ich lesend quasi en passant noch etwas lernen kann. Der Frankreichkenner Ralf Nestmeyer hat Avignon und seine Sehenswürdigkeiten, Überbleibsel einer längst vergangenen Zeit, so anschaulich beschrieben, dass die Stadt förmlich nach einem Besuch schreit.
Eine interessante, spannende und für mich lehrreiche Lektüre, bei der auch die Kulinarik und das Provence-Flair nicht zu kurz kam.





Glutroter Luberon
von Ralf Nestmeyer
In einer Steinhütte im Luberon wird eine tote Frau gefunden, die vor kurzem ein Kind geboren hat. Seine Ermittlungen führen Capitaine Malbec zu und in die bekannten Ockerbrüche von Roussilon.
Ich mag diese Krimi-Reihe, die mich in die schöne Landschaft der Provence entführt. Da die Krimis unblutig sind, kann ich zwischen den Ermittlungen und neuen Erkenntnissen die landschaftlichen und auch die kulinarischen Beschreibungen genießen. Stellenweise liest sich das Buch wie ein Reiseführer, was nicht zuletzt daran liegt, dass Ralf Nestmeyer Reisebuchautor für Frankreich ist und sich in der Provence bestens auskennt.
Wer jetzt glaubt, der Krimi sei langweilig, der irrt sich gewaltig. Es hat fast bis zum dramatischen Ende gedauert bis ich dem Mörder auf die Spur kam. Auch die eingeschobenen Kapitel mit den Gedanken und Beweggründen des Täters waren diesbezüglich wenig hilfreich, haben mir aber gefallen.
Capitaine Malbec arbeitet mit einem engagierten Team zusammen, das ihn tatkräftig unterstützt. Das ist auch notwendig, da er gleichzeitig zwei Frauen liebt und diese Beziehungen neben den Ermittlungen nicht vernachlässigen möchte. Leider hat er trotzdem immer noch Zeit äußerst schmackhafte Speisen zu sich zu nehmen. Leider, weil mir allein die Beschreibungen beim Lesen das Wasser im Mund zusammenlaufen ließen.
In Sachen Klima ist das Buch topaktuell, denn die Provence ächzt unter der Trockenheit und einer Hitzewelle, überall droht Waldbrandgefahr. Während meiner Lektüre brennt es in diesem Jahr schon an diversen Stellen in Frankreich.









