Kundenrezensionen von FogandBooks





Little Hollywood
von Inga Hanka
Little Hollywood hat mich auf eine stille, fast melancholische Weise überrascht. Zwischen warmen Sommertagen, Unsicherheit und dieser leisen Sehnsucht nach einem Platz im Leben entfaltet Inga Hanka eine Geschichte, die sich erstaunlich echt anfühlt. Statt großer Dramatik entsteht hier etwas viel Nahbareres, nämlich das Gefühl, einer jungen Frau zuzusehen, die irgendwo zwischen Vergangenheit, Erwartungen und Zukunft ihren eigenen Weg sucht.
Nach dem Abitur steht Leo an genau diesem unsicheren Punkt, an dem plötzlich alles offen scheint und gleichzeitig nichts greifbar wirkt. Zuhause lasten Konflikte auf ihr, Fragen über das Morgen drängen sich auf und die Suche nach Halt wird immer präsenter. Einen Rückzugsort entdeckt sie in der Videothek Little Hollywood, einem Platz voller Filme, vertrauter Routinen und Begegnungen, die mehr Bedeutung tragen, als zunächst sichtbar wird. Auch Jo bleibt zunächst schwer einzuschätzen, gewinnt jedoch Stück für Stück an Kontur und bringt eine ruhige Dynamik in die Handlung, die sich angenehm glaubwürdig entwickelt.
Besonders stark empfand ich die Stimmung des Romans. Die 90er-Jahre wirken nicht aufgesetzt oder wie bloße Dekoration, sondern durchziehen die Seiten auf eine Weise, die Erinnerungen und Emotionen greifbar macht. Musik, Popkultur und kleine Alltagsdetails erschaffen ein Lebensgefühl, das sich gleichzeitig leicht und wehmütig anfühlt. Während des Lesens hatte ich oft das Gefühl, selbst durch warme Sommertage zu streifen, begleitet von diesem Gedankenkarussell, das kurz vor einem neuen Lebensabschnitt so viele Menschen beschäftigt. Zwischen den ruhigeren Momenten schwingen Themen mit, die dem Roman zusätzliche Tiefe verleihen. Familiäre Spannungen, emotionale Verletzlichkeit und die Frage nach Selbstbestimmung werden feinfühlig eingebunden, ohne den Ton der Geschichte zu beschweren. Gerade diese Balance aus Hoffnung, Verletzlichkeit und Aufbruch mochte ich sehr.
Leo wirkte auf mich glaubwürdig, weil sie Ecken und Unsicherheiten besitzt. Zweifel begleiten sie durch den Sommer und genau dadurch fühlte sich ihre Entwicklung authentisch an. Auch die Verbindung zu Jo entfaltet sich angenehm unaufgeregt und gewinnt dadurch an Wirkung. Etwas mehr Raum hätte ich mir lediglich für die familiären Konflikte gewünscht, da einige Aspekte zwar anklingen, ihr Potenzial für noch mehr emotionale Tiefe jedoch nur teilweise ausgeschöpft wird. Für mich lebt Little Hollywood weniger von spektakulären Ereignissen als von Atmosphäre, Emotionen und leisen Zwischentönen. Wer Geschichten mag, die nach Sommer riechen, ein wenig Nostalgie versprühen und das bittersüße Gefühl des Erwachsenwerdens einfangen, dürfte hier genau die richtige Lektüre finden.





Aftermyth - Penelope und die Prüfung der Götter
von Tracy Wolff
Schon nach wenigen Seiten entwickelt sich ein Sog, dem man sich kaum entziehen kann. Tracy Wolff schreibt zugänglich, dynamisch und mit genau der richtigen Mischung aus Leichtigkeit und Spannung, sodass die Seiten förmlich verfliegen. Besonders die Verbindung aus moderner Geschichte und griechischer Mythologie sorgt für eine Atmosphäre, die gleichzeitig verspielt und geheimnisvoll wirkt. Mit Penelope steht eine Protagonistin im Mittelpunkt, die sich wohltuend von klassischen Rollenbildern abhebt. Sie ist nicht die Heldin, die von Anfang an alles im Griff hat, sondern stolpert immer wieder in Situationen, die sie herausfordern, überfordern und gleichzeitig wachsen lassen. Gerade dieser ständige Kontrast zwischen Plan und Realität macht ihre Entwicklung greifbar. Anfangs noch stark von Erwartungen geprägt, beginnt sie nach und nach, sich davon zu lösen und ihren eigenen Weg zu gehen, was der Geschichte eine spürbare emotionale Tiefe verleiht.
Das Setting rund um die Anaximander-Akademie lebt von seinen Ideen. Häuser, die verschiedenen Göttern zugeordnet sind, Prüfungen, die alles abverlangen, und kleine, kreative Details lassen die Welt lebendig wirken und schaffen diesen typischen Academy-Vibe, der sofort vertraut erscheint. Gleichzeitig merkt man an einigen Stellen, dass das Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft ist, da viele Aspekte eher angerissen als wirklich vertieft werden und man sich stellenweise mehr Hintergrundwissen gewünscht hätte, besonders in Bezug auf die Welt außerhalb der Akademie. Die Handlung bleibt durchgehend in Bewegung, ein Hindernis folgt auf das nächste, Überraschungen reihen sich aneinander und sorgen dafür, dass kaum Ruhe einkehren kann, was das Buch sehr kurzweilig macht, stellenweise aber auch etwas überwältigend wirkt, da kaum Zeit bleibt, einzelne Momente wirklich sacken zu lassen. Neben der Handlung überzeugen vor allem die Figurenkonstellationen, insbesondere die Freundschaften, die warm, authentisch und nahbar wirken und der Geschichte eine emotionale Basis geben.
Was am Ende besonders nachhallt, ist die Botschaft hinter all dem Chaos. Es geht darum, sich von Erwartungen zu lösen, den eigenen Platz zu finden und den Mut zu haben, gegen vorgegebene Wege anzutreten. Genau diese Thematik zieht sich spürbar durch die gesamte Geschichte und gibt ihr eine zusätzliche Ebene. Ein Auftakt, der durch Tempo, Atmosphäre und Figuren überzeugt, auch wenn nicht jede Stelle vollständig ausgereift wirkt, und der definitiv Lust auf die kommenden Bände macht.





Homesick
von Silvia Saunders
Mit Homesick erzählt Silvia Saunders eine Geschichte, die sich auf den ersten Blick leicht und fast schon unbeschwert liest, dabei aber eine emotionale Tiefe entwickelt, die sich erst nach und nach entfaltet. Besonders der Schreibstil trägt viel dazu bei, dass man schnell in die Handlung eintaucht. Er ist zugänglich, flüssig und gleichzeitig sensibel genug, um auch die leiseren Zwischentöne spürbar zu machen. Genau dadurch entsteht eine Nähe zu Mara, die den gesamten Roman trägt.
Mara als Protagonistin wirkt von Beginn an authentisch und greifbar. Ihre Gedanken sind nachvollziehbar, ihre Unsicherheiten realistisch und ihre Reaktionen wirken nie überzogen. Gerade im Umgang mit ihrem Umfeld zeigen sich immer wieder kleine Momente, die deutlich machen, wie sehr sie darum kämpft, ernst genommen zu werden und ihren eigenen Platz zu finden. Diese alltäglichen Erfahrungen werden nicht überdramatisiert, sondern ruhig erzählt, was sie umso glaubwürdiger macht. Im Zentrum der Geschichte steht jedoch die Beziehung zu Tom, die von Anfang an von einer gewissen Schwere begleitet wird. Seine Depressionen sind dabei kein bloßes Randthema, sondern beeinflussen die Dynamik zwischen den beiden spürbar. Hinzu kommt die schwierige Beziehung zu seiner Mutter, die immer wieder Grenzen überschreitet und damit eine zusätzliche Belastung darstellt. Lange bleibt die Hoffnung bestehen, dass beide einen Weg finden könnten, doch je weiter die Handlung voranschreitet, desto deutlicher wird, dass Liebe allein nicht immer ausreicht, um zwei Menschen zusammenzuhalten.
Besonders im letzten Teil des Buches wird Maras Entwicklung sehr deutlich. Sie beginnt, sich selbst stärker wahrzunehmen, ihre eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen und Grenzen zu setzen, die sie zuvor vielleicht übergangen hätte. Diese Entwicklung wirkt weder überstürzt noch konstruiert, sondern ergibt sich logisch aus allem, was zuvor passiert ist. Gerade die Erkenntnis, dass eine Beziehung auch ohne Streit oder Verrat enden kann, sondern schlicht daran, dass zwei Lebensrealitäten nicht mehr zusammenpassen, verleiht der Geschichte eine besondere Ehrlichkeit. Auch die Nebenhandlungen fügen sich stimmig ein und unterstützen Maras Weg. Veränderungen im beruflichen Umfeld wirken wie ein zusätzlicher Impuls, sich neu zu orientieren und sich wieder stärker an dem auszurichten, was ihr wirklich wichtig ist. Dadurch entsteht das Bild einer jungen Frau, die sich Schritt für Schritt von äußeren Erwartungen löst und beginnt, ihr eigenes Leben bewusst zu gestalten.
Am Ende bleibt vor allem das Gefühl, dass Homesick mehr ist als eine Liebesgeschichte. Es ist ein Roman über das Erwachsenwerden, über Selbstfindung und über die schwierige, aber notwendige Entscheidung, etwas loszulassen, obwohl noch Gefühle da sind. Genau diese leisen, realistischen Töne machen das Buch so besonders und sorgen dafür, dass es noch lange nachwirkt.





Der Sommer, der uns blieb
von Greta Herrlicher
Optisch ist dieses Buch kaum zu übersehen. Cover, Farbschnitt und die liebevollen Details im Inneren wirken durchdacht und hochwertig, fast wie ein kleines Sammlerstück, das sofort Lust aufs Lesen macht. Genau diese starke äußere Wirkung steht jedoch in einem deutlichen Kontrast zu dem, was sich zwischen den Seiten entfaltet. Im Mittelpunkt stehen Britta, Pia und Martin, deren Freundschaft vor vielen Jahren an einem entscheidenden Sommer zerbrochen ist. Die Handlung bewegt sich zwischen Gegenwart und Vergangenheit und versucht, die Ereignisse von damals nach und nach aufzuarbeiten, während unterschiedliche Perspektiven einen umfassenderen Blick ermöglichen sollen.
Was auf dem Papier nach einer intensiven, emotional aufgeladenen Geschichte klingt, bleibt in der Umsetzung überraschend blass. Viele Entwicklungen sind früh vorhersehbar, wodurch Spannung kaum entstehen kann und wichtige Wendepunkte ihre Wirkung verlieren. Noch schwerer wiegt für mich jedoch der Schreibstil, der es mir durchgehend erschwert hat, wirklich in die Geschichte einzutauchen. Formulierungen wirken stellenweise holprig, wenig ausgearbeitet und lassen oft die Tiefe vermissen, die es gebraucht hätte, um die komplexen Themen glaubhaft zu transportieren. Gerade emotionale Szenen verlieren dadurch an Gewicht und schaffen es nicht, die notwendige Intensität aufzubauen.
Auch auf Figurenebene bleibt vieles unausgeschöpft. Britta bringt noch am ehesten eine gewisse Nahbarkeit mit, während Pia und Martin häufig distanziert wirken und in ihrem Verhalten nur bedingt nachvollziehbar sind. Die Dynamik zwischen ihnen hätte deutlich mehr Raum für Konflikte, ehrliche Auseinandersetzung und Entwicklung gebraucht, stattdessen verläuft die Annäherung stellenweise zu glatt und wirkt im Verhältnis zur gemeinsamen Vergangenheit wenig überzeugend. Hinzu kommt, dass sich die Geschichte zum Ende hin spürbar zieht, ohne dabei neue Impulse zu setzen, wodurch sich das Leseerlebnis insgesamt eher zäh anfühlt.
So bleibt ein Roman, der äußerlich beeindruckt, inhaltlich jedoch weder emotional noch sprachlich überzeugen kann und sein eigentlich starkes Grundthema nicht ausschöpft. Ein visuelles Highlight mit interessanter Ausgangsidee, das durch einen schwachen Schreibstil, vorhersehbare Entwicklungen und fehlende emotionale Tiefe deutlich hinter den Erwartungen zurückbleibt. Für mich leider eine Enttäuschung.





Blue Sparrow Girls - The Melody of You and Me
von Laura Willud
Mit Blue Sparrow Girls – The Melody of You and Me hat Laura Willud für mich genau die Art von New Adult Roman geschrieben, die man kaum aus der Hand legen kann, sobald man einmal richtig angekommen ist. Ich habe das Buch wirklich verschlungen, auch wenn ich zu Beginn einen kleinen Moment gebraucht habe, um vollständig in die Geschichte hineinzufinden. Doch sobald dieser Punkt überwunden war, hat mich die Geschichte komplett abgeholt. Im Mittelpunkt steht Olive, die nach dem Tod ihrer Mutter nach Nashville zieht, um ihrer Trauer nicht nur räumlich zu entkommen, sondern auch, um sich als Songwriterin ein neues Leben aufzubauen. Genau dieser emotionale Hintergrund gibt der Geschichte von Anfang an eine Tiefe, die spürbar bleibt. Olive wirkt in ihrem Schmerz, in ihrer Unsicherheit und in dem Versuch, trotz allem weiterzumachen, unglaublich greifbar. Ihre Entwicklung fühlte sich für mich zu keiner Zeit aufgesetzt an, sondern ehrlich und nachvollziehbar.
Besonders gelungen fand ich die gesamte Dynamik rund um die beiden WGs. Die Idee mit den verfeindeten Nachbar-WGs bringt sofort Spannung in die Geschichte, ohne konstruiert zu wirken, und genau daraus entwickelt sich dann dieser verbotene Reiz, der das Buch so mitreißend macht. Die goldene Regel, sich nicht in den Nachbarn zu verlieben, sorgt natürlich genau für die Art von Konflikt, die man in solchen Geschichten lieben kann. Dass ausgerechnet Drew derjenige ist, zu dem Olive sich hingezogen fühlt, macht das Ganze noch intensiver. Zwischen den beiden entsteht ein Knistern, das die Autorin wirklich schön aufgebaut hat: nicht zu überladen, sondern mit genau der richtigen Mischung aus heimlichen Momenten, emotionaler Nähe, Unsicherheiten und Herzschmerz. Auch der Spice-Anteil war für mich stimmig dosiert, weil er sich organisch in die Geschichte eingefügt hat. Dazu kommt, dass ich auch die Nebenfiguren wirklich mochte. Jules und Emily bringen beide einen ganz eigenen Flair mit in die Handlung und sorgen dafür, dass sich die WG nicht nur wie Kulisse, sondern wie ein echter Lebensraum anfühlt.
Was dieses Buch für mich aber besonders gemacht hat, ist die Rolle der Musik. Nashville ist hier nicht einfach nur ein hübsches Setting, sondern ein Teil der Atmosphäre und der emotionalen Wirkung der Geschichte. Musik wird zum Ausdruck von Trauer, Sehnsucht, Hoffnung und all den Dingen, die Olive nicht immer direkt aussprechen kann. Dadurch bekommt die Liebesgeschichte nochmal eine ganz eigene Note, die sich weich, intensiv und sehr stimmungsvoll anfühlt. Für mich ist Blue Sparrow Girls – The Melody of You and Me deshalb nicht nur eine süße oder spannende Liebesgeschichte, sondern auch eine Geschichte über Verlust, Selbstfindung und den Versuch, nach einem schweren Einschnitt wieder so etwas wie Halt zu finden. Ich habe mich den Figuren sehr nah gefühlt, hatte endlich mal wieder richtig Spaß mit einem New Adult Roman und freue mich jetzt schon sehr auf den nächsten Band rund um Jules und Caleb, weil dieser Auftakt definitiv Lust auf mehr gemacht hat.





Dire Bound
von Sable Sorensen
Dire Bound hat mich ehrlich gesagt komplett überrascht. Was als spannende Fantasy-Geschichte beginnt, entwickelt sich schnell zu einem unglaublich vielschichtigen Plot voller Wendungen, Geheimnisse und emotionaler Momente. Besonders beeindruckt hat mich, wie schnell ich in der Geschichte angekommen bin – die Seiten sind nur so verflogen, und ehe ich mich versehen habe, war ich schon am Ende eines über 800 Seiten starken Buches.
Im Mittelpunkt steht Meryn, eine Protagonistin, die mich vor allem durch ihre Entwicklung überzeugen konnte. Anfangs wirkt sie stellenweise noch naiv und überfordert, doch gerade das macht ihre Entwicklung umso greifbarer. Dass sie plötzlich in eine Rolle gedrängt wird, die so viel Verantwortung verlangt, sorgt für eine spannende Dynamik. Besonders die Verbindung zu ihrem Schattenwolf ist dabei ein zentrales Element, das nicht nur emotional, sondern auch konfliktreich erzählt wird. Diese innere Zerrissenheit zieht sich durch die gesamte Geschichte und macht sie unglaublich authentisch.
Auch die Nebenfiguren tragen viel zur Atmosphäre bei. Während ich Stark sehr schnell ins Herz geschlossen habe, blieb bei mir gegenüber Killian durchgehend ein ungutes Gefühl. Seine Art wirkt oft besitzergreifend und lässt ihn in einem eher schwierigen Licht erscheinen. Genau diese unterschiedlichen Charakterzeichnungen machen die Beziehungen innerhalb der Geschichte aber umso spannender.
Was mich besonders begeistert hat, war die Handlung selbst. Immer wieder werden Erwartungen gebrochen und neue Fragen aufgeworfen. Die politischen Intrigen, die Geheimnisse rund um das Königshaus und die düsteren Entwicklungen im Hintergrund sorgen dafür, dass die Spannung konstant hoch bleibt. Gerade die Enthüllungen im letzten Drittel haben mich wirklich überrascht und zeigen, wie durchdacht die Geschichte aufgebaut ist. Viele zuvor gelegte Hinweise fügen sich plötzlich zusammen und ergeben ein stimmiges Gesamtbild.
Kleinere Kritikpunkte gibt es für mich dennoch. An manchen Stellen hätte ich mir etwas mehr Raum für bestimmte Entwicklungen gewünscht, insbesondere im Hinblick auf zwischenmenschliche Beziehungen. Gleichzeitig verstehe ich aber auch, dass bei der Fülle an Ereignissen nicht alles gleich stark ausgearbeitet werden kann.
Insgesamt ist Dire Bound für mich ein absolut fesselnder Auftakt, der mich emotional gepackt und gedanklich nicht mehr losgelassen hat. Die Mischung aus Spannung, düsteren Elementen und Charakterentwicklung funktioniert für mich richtig gut. Ich freue mich sehr auf die Fortsetzung und bin gespannt, wie sich die Geschichte weiterentwickelt.





Tricking A Bad Boy (Sons of Chicago 1)
von Leandra Seyfried
Dieses Buch hat mich von Anfang an total abgeholt und ich war direkt in der Geschichte drin. Die Seiten sind teilweise nur so an mir vorbeigeflogen, weil die Mischung aus Spannung, Emotionen und ruhigeren Momenten einfach unglaublich stimmig ist. Es gibt diese Szenen, die einen mitreißen, und gleichzeitig auch solche, die Raum zum Durchatmen lassen. Genau diese Balance hat für mich den Lesefluss so angenehm gemacht und dafür gesorgt, dass ich immer weiterlesen wollte.
Besonders die Dynamik zwischen Nova und Dan ist für mich eines der größten Highlights. Man spürt von Anfang an diese unterschwellige Spannung, die sich immer weiter entwickelt und gleichzeitig nie ganz greifbar ist. Ihre Beziehung ist nicht einfach nur romantisch, sondern geprägt von Unsicherheiten, inneren Konflikten und diesem ständigen Hin und Her zwischen Nähe und Distanz. Gerade Nova fand ich als Protagonistin unglaublich spannend, weil sie nicht nur stark wirkt, sondern auch verletzlich ist und sichtbar mit sich selbst kämpft. Ihr Zwiespalt zwischen ihrem früheren Ich und dem, was sie sein möchte, zieht sich durch die gesamte Geschichte und macht ihre Entwicklung besonders greifbar.
Auch die Nebencharaktere bringen nochmal richtig Tiefe in die Geschichte und haben dafür gesorgt, dass sich alles lebendig und rund anfühlt. Freundschaft, Vertrauen und das Gefühl von Zugehörigkeit spielen dabei eine große Rolle, was mir besonders gut gefallen hat. Gleichzeitig gab es aber auch einzelne Momente, die mich nicht komplett überzeugen konnten. Vor allem gegen Ende hätte ich mir mehr Raum gewünscht, damit sich bestimmte Entwicklungen und Wendungen noch intensiver entfalten können. Einige Szenen wirkten dadurch etwas zu schnell abgehandelt und konnten emotional nicht ganz das transportieren, was sie vielleicht hätten erreichen können.
Trotzdem bleibt am Ende ein wirklich stimmiger erster Band, der Lust auf mehr macht. Die Geschichte hat mich unterhalten, emotional abgeholt und neugierig auf die Fortsetzung gemacht. Es ist vielleicht kein absolutes Highlight, aber ein Buch, das sich sehr gut lesen lässt und das ich definitiv weiterempfehlen würde. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es im nächsten Band weitergeht und welche Entwicklungen uns dort noch erwarten.





Up in Smoke - Was tust du, wenn die Wahrheit nicht zählt?
von Nick Brooks
Manchmal greift man zu einem Buch, weil das Thema wichtig wirkt und genau deshalb etwas auslösen könnte. Genau dieses Gefühl hatte ich bei Up in Smoke von Nick Brooks. Umso größer war am Ende meine Ernüchterung. Obwohl das Buch mit Themen arbeitet, die gesellschaftlich unglaublich relevant sind, konnte mich die Geschichte auf keiner Ebene wirklich erreichen.
Der Schreibstil wirkt über weite Strecken sehr nüchtern und beinahe distanziert. Statt Spannung oder emotionaler Wucht entsteht beim Lesen eher das Gefühl von Stillstand. Die Handlung kommt kaum voran und verliert sich in einer Erzählweise, die überraschend langatmig wirkt. Gerade weil das Buch mit rund 200 Seiten eigentlich sehr kompakt ist, hätte ich hier deutlich mehr Dynamik erwartet. Stattdessen hatte ich schon nach der Hälfte das Gefühl, dass sich alles im Kreis dreht.
Besonders schade finde ich das, weil das Buch Themen wie Rassismus, Polizeigewalt und strukturelle Diskriminierung aufgreift. Das sind Realitäten, die jeden Tag stattfinden und die eigentlich eine kraftvolle, eindringliche Geschichte verdienen würden. Für mich bleibt Up in Smoke jedoch zu blass, zu langsam und letztlich auch zu wenig packend, um dieser Thematik wirklich gerecht zu werden. Das Einzige, was mir positiv aufgefallen ist, ist der Buchsatz mit den integrierten Illustrationen, die das Ganze visuell auflockern.
Nach etwa der Hälfte habe ich das Buch schließlich abgebrochen, weil mich weder Handlung noch Erzählstil halten konnten. Vielleicht funktioniert diese Geschichte für andere Leserinnen und Leser besser, für mich hat sie leider weder als Jugendthriller noch als gesellschaftlich relevante Geschichte gezündet.





Und alles zerbricht (Paper Hearts 1)
von Maxine Reuker
Am Anfang war ich ehrlich unsicher, ob mich die Geschichte wirklich abholen kann, weil die Figuren erst sechzehn sind und die ersten Kapitel sehr jugendlich wirken. Doch je weiter ich gelesen habe, desto mehr hat mich das Buch in seinen Bann gezogen. Wir begleiten Mila in einer Phase, in der ihr ganzes Leben ins Wanken gerät. Ein Umzug nach Zürich, Eltern die kaum Halt geben können und das Gefühl, dass alles gleichzeitig auseinanderfällt. In diesem Chaos klammert sie sich an das Einzige, was sie noch kontrollieren kann ihr Essverhalten. Die Geschichte zeigt sehr eindringlich, wie schleichend sich eine Essstörung entwickeln kann und wie schnell Gedanken entstehen, die nach außen oft unsichtbar bleiben.
Die Handlung wirkt für mich wie in zwei Teile gegliedert. Zuerst erleben wir Milas Vorgeschichte und wie sich ihre Situation immer weiter zuspitzt. Später verlagert sich alles in eine Klinik am See, ein eigentlich wunderschöner Ort der im starken Kontrast zu ihrem inneren Chaos steht. Gerade diese ruhige Atmosphäre verstärkt die Intensität vieler Szenen. Besonders mochte ich, wie feinfühlig die Autorin Milas Gedanken und Gefühle beschreibt. Kleine Beobachtungen, kurze Momente zwischen den Figuren und stille Spannungen erzählen oft mehr als große dramatische Szenen.
Die Liebesgeschichte hat sich für meinen Geschmack etwas zu schnell entwickelt und wirkte stellenweise fast ein wenig zu intensiv für ein Young Adult Setting. Dafür konnte mich ein späterer Twist in der Handlung umso mehr überraschen. Insgesamt ist „Und alles zerbricht“ ein bemerkenswertes Debüt, das einen ehrlichen Einblick in ein sensibles Thema gibt und dabei zeigt, wie zerbrechlich Menschen sein können und gleichzeitig wie viel Stärke in ihnen steckt. Besonders für junge Leserinnen kann dieses Buch sehr eindrücklich sein, aber auch ältere Leserinnen werden hier mehr Tiefe finden, als man zunächst erwartet.





Dragonborn (Band 1) - Das Erbe des Feuers
von Struan Murray
Der Einstieg in Dragonborn – Das Erbe des Feuers von Struan Murray hat mich überraschend schnell abgeholt. Schon auf den ersten Seiten merkt man, dass sich unter Alex’ bisherigem Leben etwas verbirgt, das größer ist als sie selbst zunächst begreift. Besonders mochte ich an ihr, dass sie trotz aller Unsicherheit versucht, stark zu bleiben und ihre Mutter zu schützen. Gleichzeitig spürt man sehr deutlich ihre Neugier und ihren Wunsch, endlich Antworten zu bekommen. Genau diese Mischung macht sie zu einer Figur, in die man sich beim Lesen sehr leicht hineinversetzen kann.
Die Geschichte führt uns an zwei zentrale Orte. Zum einen lernen wir Undwin kennen, eine Stadt in der sogenannten Außenanderswelt, die bewusst vor der menschlichen Zivilisation verborgen gehalten wird. Von dort aus öffnet sich nach und nach der Blick auf eine ganz andere Realität. Der eigentliche Mittelpunkt der Handlung ist jedoch Skralla, eine Insel, auf der Drachen ausgebildet werden. Für Alex bedeutet dieser Ort einen massiven Kulturschock. Alles ist neu, vieles wirkt zunächst chaotisch und fremd, und genau dadurch fühlt sich ihre Perspektive sehr authentisch an.
Was mich besonders begeistert hat, ist der Aufbau der Welt hinter der Geschichte. Obwohl wir nur einen kleinen Teil davon kennenlernen, merkt man schnell, dass dieses Universum viel größer angelegt ist. Hinter allem steht ein komplexer Hintergrund aus alten Konflikten, einem großen Krieg, magischen Wesen wie Feen und Zauberern sowie geheimnisvollen Durchwegen zwischen den Welten. Gleichzeitig schafft es das Buch, diese vielen Elemente verständlich zu erklären. Gerade für jüngere Leserinnen und Leser ab etwa zwölf Jahren bleibt die Welt dadurch greifbar und nachvollziehbar, ohne dass sie an Faszination verliert.
Auch die Figuren tragen viel zur Spannung bei. Neben Alex begegnen wir Charakteren, die sehr unterschiedlich wirken und nicht immer sofort einzuordnen sind. Manche bringen Leichtigkeit in die Geschichte, andere hinterlassen eher ein Gefühl von Misstrauen. Genau diese Dynamik sorgt dafür, dass man beim Lesen ständig über mögliche Hintergründe und Geheimnisse nachdenkt. Dazu kommen einige Wendungen, die man so vielleicht nicht unbedingt erwartet und die der Geschichte immer wieder neue Energie geben.
Am Ende bleibt vor allem der Eindruck einer lebendigen Fantasywelt, die gerade erst begonnen hat, sich zu entfalten. Viele Fragen bleiben bewusst offen und genau das macht neugierig darauf, welche Geheimnisse diese Welt noch bereithält. Dragonborn – Das Erbe des Feuers ist damit ein sehr gelungener Auftakt, der junge Fantasyfans mit Drachen, Magie und einer mutigen Protagonistin sicher gut in seinen Bann ziehen kann.









