Kundenrezensionen von Dorsay





Deine Zeit wird kommen
von Carl-Johan Vallgren
Eine junge Frau wird in einem Waldstück in einem Bach treibend leblos aufgefunden. Ihr Kopf ist kahlgeschoren, der Körper ausgezehrt und zahlreiche Hämatome am Körper weisen darauf hin, dass sie möglicherweise gefangen gehalten wurde. Kommissar Björling und Johanna von der Kriminalstelle Stockholm nehmen die schwierigen Ermittlungen auf. Es gibt keine Hinweise auf die Herkunft der jungen Frau und das Waldgebiet, in dem sie gefunden wurde, ist ein unübersichtliches, riesiges Areal. Kommissar Björling ist Alleinerzieher, denn seine Frau hat den Kampf gegen den Krebs verloren. Seine siebzehnjährige Tochter Malin kommt von einem Campingausflug nicht nach Hause, von ihr fehlt jede Spur. Das Ermittler Team sucht verzweifelt nach Anhaltspunkten. Ein gnadenloser Wettlauf mit der Zeit beginnt. Kann Malin gerettet werden? Dieser Fall lehrt einem einerseits das Gruseln, wer treibt so ein bösartiges Spiel, und andererseits taucht man in die privaten Probleme der Ermittler ein. Sehr einfühlsam und gleichzeitig auch spannend geschrieben.





Tod in heller Sommernacht
von Lisa Sarah Brandstäter
In dem kleinen Ort Porvoo nahe bei Helsinki ereignet sich ein kaltblütiger Mord. In der Nacht fährt die Studentin Lina Saarinen mit ihrem Moped nach Hause. Plötzlich wird sie von einem Auto verfolgt, sie stürzt und wird äußerst brutal gleich mehrmals überfahren. Für Lina gibt es keine Rettung, sie stirbt an Ort und Stelle. Erst am nächsten Tag wird ihre Leiche von einem Spaziergänger gefunden. Die Kommissarin Leena Victor aus Helsinki und ihr Partner Sebastian Nyberg übernehmen den Fall.
Ein weitverzweigter Plot mit einigen Nebenschauplätzen, sehr spannend platziert. Immer wieder meint man dem Täter oder der Täterin auf der Spur zu sein, doch dann ergeben sich andere Spuren. Lebendig geschrieben, sympathische Protagonisten, wovon jeder so seine eigenen Probleme zu wälzen hat. Fast ein Zuviel an Geschehnissen. Trotzdem kurze aufregende Kapitel lassen einem mitfiebern bis zum unerwarteten Ende.





Nebelbeute
von Benjamin Cors
Passend zum Roman zeigt das Cover einen dunklen, undurchdringlichen Wald mit einem Hirschgeweih. Schon der kurze atemberaubend spannende Prolog stimmt auf den nervenaufreibenden Thriller ein. Die Ermittlerin Mila Weiss ist dem skrupellosen Kindesentführer Johannes Toblach in einem abgelegenen Bergdorf auf der Spur. Im Alleingang nimmt sie die Jagd auf und wird selbst zur gejagten. Da es von Mila kein Lebenszeichen mehr gibt, reisen Ihre Mitarbeiter der Gruppe 4 ihr in das Bergdorf nach, um sie aufzuspüren. Ein vielschichtiger spannender Plot, der sich auszeichnet durch die naturnahe Beschreibung der Landschaft und teilweise sehr eigenwilligen Charaktere der Protagonisten. Kurze ausdrucksstarke Kapitel erhöhen den Lesefluss und man kann das Buch kaum aus der Hand legen. Resümee: von Anfang bis zum fulminanten Ende pure Hochspannung.





Wellengrab
von Stefan Ahnhem
Ein plötzlicher Stromausfall an der Küste Schwedens hüllt alles in undurchdringbare Dunkelheit. Fabian Risk ist zu diesem Zeitpunkt mit seiner Tochter Matilda auf seinem Segelboot. Mysteriöse Fälle reihen sich ineinander, die möglicherweise mit dem Stromausfall zusammenhängen. Kinder werden entführt und ein Mantel des Schweigens schwebt über allem. Fabian Risk und seine Kollegen stehen vor ihrem kompliziertesten Fall.
Ein kompakter, vielschichtiger Krimi, voller Wendungen, packend bis zum Schluss. Gewalttätige, grausame Protagonisten, die einem das Fürchten lehren. Brutalität, der einem den Atem nimmt. Über 600 Seiten starkes Spannungserlebnis, das zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommen lässt, lange Lesenächte inbegriffen. Klarer packender Schreibstil fesselt ungemein und man kann kaum mit dem Lesen aufhören.





Das Zauberwort heißt Nein!
von Rebecca Mir; Ruth Rahlff
Kater Fiete möchte unbedingt zur Katzengang dazugehören, deshalb begibt er sich immer wieder in gefährliche Situationen. Er meistert so manche brenzlige Situation, wenn auch mit ungutem Gefühl. Bis Rosi, die kleine selbstbewusst Maus, ihm beibringt, dass man auch ab und zu Nein sagen kann. Fiete lernt auf sein Gefühl zu hören. Außerdem findet er heraus, wer wirklich sein Freund ist, denn Freunde nehmen aufeinander Rücksicht und verlangen keine gefährlichen Dinge von einem.
Ein bunt bebildertes Kinderbuch mit entzückenden Illustrationen. Die Botschaft, dass man auf sein Bauchgefühl hören soll, ist optimal in einer bezaubernden Geschichte verpackt, die fesselt und so manche offenen Fragen werden noch während des Vorlesens besprochen. Ein wichtiger Beitrag, damit das Selbstbewusstsein der Kinder gestärkt wird.





Lügennebel
von Viveca Sten
Im Skiparadies Åre machen 6 Studenten aus Uppsala Skiurlaub. Ihr Freund William Löwengren, dessen Eltern ein Luxusferiendomizil in dem Bergen besitzen, hat sie dazu eingeladen. Die jungen Leute feiern eine wilde, ausgelassene Party bis tief in die Nacht hinein, in der Alkohol und Drogen nicht zu knapp im Spiel sind. Am nächsten Morgen wird die 19-jährige Studentin Fanny nur spärlich bekleidet und barfuß, nur ein paar Meter von dem Luxusanwesen entfernt, erfroren aufgefunden. Wurde sie ermordet? Eindeutig ein brisanter Fall für die beiden sympathischen Ermittler Hanna Ahlander und Daniel Lindskog.
Die Autorin Viveca Sten fasziniert immer wieder mit ihrem klaren Schreibstil, den präzisen ausgearbeiteten Charakteren, wirklichkeitsnahen Schilderungen und kurzen Kapiteln. In diesem Krimi ist alles vereint, knisternde Spannung, ein bisschen Liebe, etwas Eifersucht, zwischenmenschliche Beziehungen und Abgründe, hier kommt es schon mal vor, dass man nicht mehr zum Lesen aufhören kann. Achtung Suchtgefahr!





Himmelerdenblau
von Romy Hausmann
Nunmehr ist der vierte Thriller von Romy Hausmann, Himmelerdenblau, erschienen, damit ist ihr wieder ein fesselndes Werk gelungen, das möglicherweise so wie einer ihrer Vorgängerromane Liebes Kind verfilmt wird.
Seit zwanzig Jahren gibt es kein Lebenszeichen von Julie. Was ist damals mit ihr passiert? Diese Ungewissheit lässt Julies Familie verzweifeln. Die True Crime Podcasterin Liv rollt den Fall erneut auf und Theo, der Vater von Julie, der an rasant fortschreitender Demenz leidet will Klarheit und beginnt mit Hilfe der Podcasterin zu recherchieren. Ein vielschichtiger, aufregender Thriller von Romy Hausmann, der im Mittelteil etwas langatmig wirkt und ein paar Schwächen aufweist. Dafür überschlagen sich im letzten Teil die Ereignisse und alle Verdachtsmomente gegen mögliche Täter lösen sich in nichts auf. Spannungsgeladener Countdown mit überraschendem Ende.





Die feindliche Zeugin
von Alexandra Wilson
Rosa ist eine junge Strafverteidigerin in London, die noch unerfahren ist und noch keinen Gewaltverbrecher vertreten hat. Sie übernimmt die Verteidigung von Emmett, einem schwarzen Jugendlichen, der angeblich einen weißen Krankenpfleger erstochen haben soll. Die Beweise sind erdrückend, da ihn zwei Personen gesehen haben, wie er mit dem Messer in der Hand bei dem Opfer kniete. Die Verhandlung wird vor einer Jury durchgeführt, die nur aus weißen Mitgliedern besteht, eine Vorverurteilung ist anzunehmen, vor allem in der Presse. Da Emmet nicht aus einem Slum stammt, sondern aus einer eher angesehenen Gegend, er sich rührend um seine Oma kümmert und ein ausgezeichneter Schüler ist, glaubt Rosa an seine Unschuld und will diese beweisen, auch wenn sie dabei ihr eigenes privates Umfeld vernachlässigt.
Das britische Rechtssystem funktioniert anders als unsere Rechtsprechung. Leider wurde dieses System nie richtig erläutert und ist daher nur schwer zu verstehen. Auch als Thriller würde ich dieses Buch nicht bezeichnen, Spannungselemente fehlen. Trotzdem ist der Krimi gut geschrieben, lässt sich flüssig lesen. Alexandra Wilson, im Hauptberuf Rechtsanwältin, hat für diese Tätigkeit zahlreiche Preise und Auszeichnungen bekommen





Gerächt sein sollst du
von Kaisu Tuokko
Bei den Kanuunakallio-Klippen in der Nähe von Kristinestad wird von Seglern die Leiche des 17-jährigen Jonas gefunden. Es wird vermutet, dass er sich das Leben genommen hat, er war als Einzelgänger bekannt und wurde in der Schule gemobbt. Dann tauchen Anschuldigungen gegen ihn auf, er soll sich Verbrechen schuldig gemacht haben, im Internet tauchen Videos auf. Schließlich stellt sich bei der Obduktion heraus, dass er ermordet wurde. Eevi Manner, Journalistin der lokalen Zeitung Suupohjan Kaiku, beginnt zu recherchieren und trifft dabei auf Kriminalkommissar Mats Bergholm, mit dem sie in Jugendzeiten zusammen war, beide sind jetzt verheiratet. Gemeinsam versuchen sie, herauszufinden, was wirklich geschehen ist.
Kaisu Tuokko hat einen Krimi im Kleinstadtmilieu geschrieben. Jeder kennt jeden – oder vielleicht auch doch nicht? Gewalt, Mobbing, Körperverletzung und Vergewaltigung, sowie Rache und Vergeltung spielen eine große Rolle. Wechselnde Perspektiven sowie namenlose Tagebucheinträge machen den Krimi interessant, der Spannungsbogen steigt bis zum Finale an. Ein wirklich gut gelungener Auftakt einer neuen Krimireihe.





Ja, nein, vielleicht
von Doris Knecht
Die Protagonistin in diesen Roman erzählt von ihrem Leben. Mit fünfzig plus, schon lange geschieden, die Kinder sind erwachsen und aus dem Haus, hat sie sich ihr Leben gut eingerichtet. Sie hat eine kleine Wohnung in Wien, ein Häuschen mit Garten im Waldviertel und einen Hund. Sie pendelt zwischen Wien und dem Häuschen im Waldviertel, trifft sich mit Freunden und schreibt an einem Buch. Alles scheint perfekt. Bis sich eines Tages die Ereignisse überschlagen. Ein Zahn droht auszufallen, ihre Schwester Paula braucht eine Auszeit und will sich für einige Tage in ihrer Wiener Wohnung einnisten, im Supermarkt trifft sie einen früheren Liebhaber, der sich im Nachbardorf niedergelassen hat und dort den Weinbaubetrieb seines Vaters übernommen hat. Sofort taucht nun die Frage auf, soll ich nochmal einen Mann in mein gut eingerichtetes Leben lassen?
Ein kluger Roman, der den Nerv der Zeit trifft. Eine Erzählung, die Frauenleben gut beschreibt und durchaus auch autobiografische Züge der Autorin Doris Knecht beinhalten könnte. Wirklichkeitsnah beschriebene Szenen, die so manche Parallelen zum echten Leben vermitteln. Ein klare Leseempfehlung.









