Kundenrezensionen
yesterday
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Harlem Shuffle
von Colson Whitehead
“Wo hast du dich da hineinmanövriert, Raymond?” Niemand nennt Ray Carney bei seinem vollen Namen, außer seine überkritischen, gut situierten Schwiegereltern. Als Leser möchte man das auch manchmal, um Ray darauf aufmerksam zu machen, dass seine Taten böse Konsequenzen haben könnten.
Ray, Besitzer eines Möbelgeschäfts im New York der Sechzigerjahre, hat Ehrgeiz und sein Herz am rechten Fleck. Doch er kann auch nicht komplett aus seiner Haut und der Situation, die sein Viertel, seine Stadt und sein Land bis heute prägt. Für die meisten Weißen und viele besser gestellte Afroamterikaner ist er nur der Möbelhändler. Und die Tatsache dass sein Laden gut läuft, hängt ohnehin nur damit zusammen, dass er krummer Dinger dreht.
Die Geschichte seines Vaters Michael und seines Cousins Freddie, beide nicht immer ganz legal unterwegs, zusammen mit den tief verwurzelten Vorurteilen und Rassenproblemen, drängt ihr letztlich ebenso langsam und schleichend in ein Eck, in dem er sich früher nie gesehen hätte. Die ehrliche und die kriminelle Seite teilen sich fortan ihren Platz in Ray Carney und je nach Tagesform geht er mal besser und mal schlechter damit um.
1964 erlebt der fiktive Ray den nur allzu realen Aufstand in Harlem mit. Als Reaktion auf den Tod des Afroamerikanischen Jugendlichen James Powell, der von einem weißen Polizisten erschossen wird, demonstrieren hunderte Menschen über mehrere Tage. Gauner und Plünderer nützen die allgemeine Empörung auch für Sachbeschädigungen und Schlimmeres.
“Harlem Shuffle” als “Nachhilfe in Sachen ‘Black lives matter’” zu bezeichnen, wäre etwas zu plakativ gesagt, aber viele der historischen Tatsachen aus dem Roman haben immer noch Gültigkeit, noch viel Bedeutung und sind noch immer noch gelöst. Um zu verstehen, warum ein Land oder eine Stadt so ist wie sie ist, muss man sich mit der Vergangenheit beschäftigen.
Colson Whitehead schafft es mit seinem prägnanten Stil, die “Geschichtsstunde” und vieles mehr in eine spannende, historisch realistische Geschichte zu verpacken und ohne den mahnenden Fingen haben zu müssen, führt er uns an den Kern des Problems und zeigt, wie sehr wir letztlich alle von unserer Umwelt mitbestimmt werden. Damals wie heute. In Europa, Asien oder Amerika. Unabhängig von Religion oder Hautfarbe.
eleisou
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Harlem Shuffle
von Colson Whitehead
Colton Whiteheads neuestes Werk ist eine Rückkehr nach Harlem in dem Jahren 1959-1961. Er ruft das Gefühl der Zeit und des Ortes hervor. Jedes seiner Worte dien dazu, die Sehenswürdigkeiten, Gerüche und Geräusche des Ortes hervorzubringen. Seine Beschreibungen haben mich fasziniert. Es war unmöglich, nicht jede Szene vor Augen zu haben, so üppig waren die Beschreibungen.
Ray Carney konnte der Sohn eines Kleindiebes sein, aber er versucht sich als aufrechter Bürger durchzuschlagen. Sein Hauptbrot ist sein Möbelgeschäft. Sein Cousin Freddie hingegen ist auf der Suche nach dem großen Deal und zieht Ray mit hinein. Die Dinge mit Freddie laufen nie wie geplant und bereiten Ray immer Ärger. Doch während das Buch weitergeht, wird Ray immer weiter in die verworrene Welt hineingezogen und es ist faszinierend zu sehen, wie er versucht, seine Veränderung zu rationalisieren.
Whitehead kreiert Charaktere, die sich echt anfühlen. Nicht nur Ray, sondern auch Freddie, Elizabeth, Pepper. Dieses Buch hat viel zu erzählen: über Rache und unterdrückte Wut, Familienbeziehungen aber auch den Drang voranzukommen.
Trotzdem war ich nicht immer durchgehend begeistert. Die Geschichte war ungleich. Der Anfang war etwas langatmig. Der Humor lies ein wenig zu wünschen übrig. Harlem Shuffle ist ein Buch, das jedem Satz, jedem Wort seine Aufmerksamkeit verlangt. Die zweite Hälfte des Buches genoss ich mehr, es gab einfach mehr Entwicklung.
Alles in allem vergebe ich 4 Sterne, aber es hätten leicht 5 sein können.
signalhill
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Harlem Shuffle
von Colson Whitehead
Etwas träge
Colson Whitehead zieht mich magisch an; seine Themen interessieren mich sehr, und so habe ich auch die beiden Vorgängerwerke, "Die Nickel Boys" sowie "Underground Railroad" als Hörbücher gehört. Am Ende war ich von beiden eher enttäuscht, und bei "Harlem Shuffle", das ich diesmal nicht gehört, sondern gelesen habe, geht es mir ähnlich. Dennoch werde ich Colson Whitehead treu bleiben.
Das Cover des Romans ist sehr passend gewählt, denn hier kann man sofort sehen, dass man sich im New York der Sechziger Jahre wähnt. Schmutz auf den Straßen ist ebenso normal wie tolle, aber auch etwas düstere Straßenkreuzer. Und Ray Carney muss sich im Harlem der Sechziger Jahre irgendwie über Wasser halten - legal oder illegal.
Am besten gefallen hat mir an "Harlem Shuffle" das Eintauchen in dieses Viertel der Stadt New York, die Bilder, die man im Kopf hat, wenn man vielleicht auch selbst schon einmal da war, nur Jahrzehnte später. Colson Whitehead nimmt den Leser mit in ein Milieu, das einem selbst sehr fremd ist, aber leider schweift er auch oft ab, sodass auch ich gedanklich abschweifte. Hatte er die Vorgabe, die oft üblichen 400 Seiten zu füllen und brauchte noch etwas mehr Nebenhandlungen und detaillierte Beschreibungen?
So bleibt die Grundidee des Romans sowie die Geschichte um Carney wirklich gut, aber die Umsetzung hat mich nicht überzeugen können. Zu träge geht die Handlung voran, zu abschweifend ist die Storyline. Dennoch freue ich mich schon wieder auf den nächsten Roman von Colson Whitehead. Ich werde auf jeden Fall wieder dabei sein!
div
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Harlem Shuffle
von Colson Whitehead
die Problematik der Rassentrennung gut porträtiert
Das Cover, eine belebte/typisch amerikanische Straßenkreuzung, ist ganz im Stil der 60-er Jahre - es führt auch schon etwas an das Thema heran, überall Müll und nur Bewohner mit dunklerer Hautfarbe im Bildausschnitt.
Gleich zu Beginn des Buches wird die Problematik deutlich gemacht: hier herrscht Rassentrennung vor. Es gibt Geschäfte für "Weiße" und es gibt Geschäfte für "Schwarze". Ein absolut wichtiges Thema, deswegen erachte ich das Buch insbesondere von der Thematik mit einem großen Mehrwert.
Das Buch zeigt auch die zeitliche Entwicklung mit auf bis hin zum heutigen Stand - wie ist das Leben in New York heutzutage, eben insbesondere für Menschen mit dunklerer Hautfarbe.
Die Charaktere und Protagonisten wurden für dieses Buch ausgesprochen gut skizziert - sie wirken sehr authentisch und haben Ecken und Kanten.
Schreibstil und Herangehensweise des Autors sind für diesen Roman gut passen.
Ein sehr interessantes Buch, welches ich jedem ans Herzen legen kann. Wichtig für unsere Gesellschaft und für die Entwicklung unserer Gesellschaft.
yellowdog
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Harlem Shuffle
von Colson Whitehead
An Harlem Shuffle überraschte mich, wie verhalten der Roman erzählt ist, jedenfalls verglichen mit dem hochemotionalen Underground Railroad.
Auch die Hauptfigur wirkt zurückhaltend, aber das mag plotbedingt so angelegt sein und für den Protagonisten Ray Carney spricht seine Eigenwilligkeit.
Einige Nebenfiguren, wie Carneys Cousin Freddie oder der Gangster Pepper sind sehr gelungen und glaubhaft dargestellt.
Wie Colson Whitehead die frühen sechziger Jahre in Harlem einsetzt ohne auf übliche zeitliche Verweise zu setzen, finde ich sehr respektabel. Er kann sehr gut Details beschreiben und das Zeitgefühl entsteht daraus, wie sich die Leute verhalten und wie sich unterhalten.
Harlem Shuffle ist dann auch mehr Gesellschaftsporträt als Gangsternovel, obwohl es im Milieu angesiedelt ist.
Colson Whitehead ist ein starker Autor, aber ich wünschte er hätte sich diesmal nicht ganz so selbst zurückgenommen. Es reichte aber dennoch zu einem eindrucksvollen Roman.
Kokoloreslot
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Harlem Shuffle
von Colson Whitehead
In seinem neuen Roman schreibt der zweifache Pulitzer-Preisträger und Bestsellerautor Colson Whitehead über das schillernde Harlem in den 60er Jahren und einen Mann, der einen Traum verfolgt, aber trotz ehrlicher Arbeit und Anstrengung, nicht ohne Betrügereien auskommt.
Es geht um Raymond Carney, der aus einfachen Verhältnissen aus Georgia stammt. Sein Vater Big Mike hat sich einen Namen in der kriminellen Welt von Harlem gemacht; doch damit will Ray eigentlich nichts zutun haben. Er führt einen Laden für neue und gebrauchte Einrichtungsgegenstände, und sieht sich immer wieder mit diskriminierenden Unterschieden von Schwarzen von Weißen konfrontiert. Sein Cousin Freddie nimmt es dabei weniger genau und schiebt ihm den ein oder andern Fernseher unter, der vom Laster gefallen ist. Letztlich bleibt Ray kaum eine Wahl und es stellt sich die Frage, ob das nicht sein vorherbestimmtes Schicksal ist.
Was mir am besten gefallen hat, war das authentisch geschilderte New Yorker Viertel Harlem der 60er Jahre. Dieses nostalgische Setting war die richtige Wahl für eine Ganovengeschichte, genau so wie die schonungslose Sprache, die auch in der Übersetzung, auf Wunsch des Autor, historisch getreu wiedergegeben wurde. Die zahlreichen Figuren sind facettenreich beschrieben und gewähren ausführliche Einblicke in ihr Leben. Aber so faszinierend die Beschreibungen auch sind, Whitehead verliert sich in abschweifenden Gedanken, Nebensächlichkeiten und verzweigten Geschichten. Das macht es schwieriger, der Haupthandlung zu folgen, die nur partiell wirklich spannend und mitreißend wird. Ein historischer Roman, der mit seiner brillanten Kunst und Recherchearbeit einen dritten Preis gewinnen dürfte, aber dessen Haupthandlung stark in die Länge gezogen wurde. Dadurch würde ich nur bedingt eine Leseempfehlung aussprechen. Für Einige mag das den Charme des Romans ausmachen, aber ich habe mich damit im Verlauf des Buches etwas schwer getan, was das Lesevergnügen angeht.
Karo
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Harlem Shuffle
von Colson Whitehead
„Harlem Shuffle“ bringt uns ins Harlem der sechziger Jahre. Harlem wird von Gangstern regiert und mittendrin lernen wir unseren Protagonisten Ray Carney kennen. Ray stammt aus ärmlichen Verhältnissen und konnte sich ohne Betrügereien und Kriminalität hocharbeiten. Er ist Besitzer eines Einrichtungsladens auf der 125th Street, welcher seinen Lebensunterhalt finanziert. Dann erwartet seine Frau jedoch das zweite Kind und die Einkünfte reichen nicht mehr aus. Als sein Cousin Fred-die, der ab und zu mal eine Goldkette vorbeibringt, nun mit Raubgut aus dem Coup im Hotel Theresa vor ihm steht, weiß Ray nicht mehr, was er machen soll. Wie soll der Mann, der eigentlich ohne Kriminalität leben möchte, reagieren, wenn plötzlich Polizei und Gangster vor ihm stehen?
Den Namen Colson Whitehead sollte jeder kennen. Einer der wichtigsten Autoren der neuen amerikanischen Literatur, ausgezeichnet mit dem National Book Award und dem Pulitzer-Preis. Sein Werk „Underground Railroad“ muss man gelesen haben. Eine bedeutende Erzählung über die Sklaverei in den USA und die nicht enden wollende Kraft einer jungen Sklavin, die über die unterirdische Railroad zu fliehen versucht. Eben da der Name Colson Whitehead für bedeutende und bewegende Literatur steht, habe ich mich unglaublich gefreut, als ich „Harlem Shuffle“ auf Vorablesen entdeckt habe und habe direkt meine Punkte eingelöst. Jedoch wurden meine Erwartungen enttäuscht. Während der Einblick in das Harlem der sechziger Jahre ein unglaublich Spannender ist und die für Whitehead typische Gesellschaftskritik (Rassismus, Klassizismus, Armut, Polizeikriminalität) den Leser zum Nachdenken anregt und unverwechselbar für die Kunst Whiteheads steht, wurde diese bedeutenden Themen durch einige Mängel gestört. Die Handlung zieht sich über große Teile des Werkes, die vielen Personen führen zu Verwirrung aufseiten des Lesers, Zeitsprünge machen alles noch verwirrender und irgendwie ist Ray Carney auch kein Protagonist, mit dem man wirklich warm wird.
Auch wenn Harlem Shuffle viel Potenzial hatte, konnte es mich am Ende nicht überzeugen. An den Erfolg von „Underground Railroad“ und „The Nickel Boys“ kann Colson Whitehead mit Harlem Shuffle nicht anknüpfen.
nil_liest
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Harlem Shuffle
von Colson Whitehead
New York ist im ewigen Wandel, eine Stadt die nie schläft, nie zur Ruhe kommt, sich immer wieder neu erfindet, sich selbst in Frage stellt und stets die innovative und kreative Speerspitze der USA ist. Aber wie sieht es aus, wenn es um rassistische Fragen geht? Um Viertel, die schon immer das „Hinterzimmer“ der Stadt waren? Ist New York da auch allen anderen einen Schritt voraus, wenn es um Rassismus geht? Ich hoffe schon, aber leider vielleicht nur einen und nicht einige viele Schritte!
Und nun richten wir den Blick nach innen und in die Vergangenheit und wir halten mit Colson Whitehead innen und begeben uns in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts nach Harlem. Dort ist Ray Carney als Antiquitätenhändler tätig. Ein Mann, der versucht für seine Familie den Lebensstandard zu ermöglicht, der ihnen gebührt, aber leider wird er ungewollt in familiäre Ausrutscher hineingezogen. Der ewige Zwiespalt lockt, denn das Geld ist zu knapp, aber auf legale Weise scheint Ray es nicht auftreiben zu können und dann noch die nötigen Schutzgelder. Ein negativer Kreislauf aus dem er kaum eine Chance hat eigenständig auszubrechen.
Harlem Shuffle ist ein gesellschaftliches Zeitportrait, dass Harlem als Kosmos in sich selbst darstellt und Probleme fiktional beleuchtet und uns vor Augen führt wie wenig sich die strukturelle Schieflage verändert hat. Gebettet ist die Geschichte um Ray in die Präsidentschaft von J.F. Kennedy, denn die Zeitspanne oder besser gesagt die Zeitpunkte um die es geht sind: 1959-1961-1964 und finden dort auch ihren Höhepunkt mit den Harlem Riots (’64). Trotz aller rassistischer Probleme hat Colson Whitehead Harlem mit diesem Roman auch ein Denkmal gesetzt und eine Liebeserklärung geschrieben. Ein Viertel wie kein anderes mit Jazz im Blut und viel Liebe im Herzen!
Colson Whitehead macht was er kann: Aufrütteln & ins Grübeln bringen und uns trotz allem gut unterhalten und das mit großartiger Prosa! Natürlich ist der Roman auch wunderbar übersetzt von Nikolaus Stingl. Der eigenwillige Sound vom Autor bleibt aus meiner Sicht erhalten.
Marie aus E.
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Harlem Shuffle
von Colson Whitehead
Ray ist Ladenbesitzer in Harlem. Sein Möbelgeschäft bringt ihn und seine Familie gerade so über die Runden, aber die nächste Miete aufzubringen, das ist immer ein Kampf.
Seine Schwiegereltern vermitteln ihn auch noch ständig das Gefühl, dass er weit unter ihrer Würde ist und dann sind die Enkelkinder auch noch richtig dunkelhäutig, auch das ein stillschweigender Vorwurf an Ray.
Irgendwie schliddert Ray von kleinen Betrügereien in immer größere Raubzüge, obwohl er eigentlich nur still und zufrieden mit seiner Familie leben will.
Das alles in Harlem, in den 60ern, verbunden mit einer Liebeserklärung an das berühmte Viertel in New York (so zumindest die Kurzbeschreibung des Romans).
So - mit großen Erwartungen habe ich zu lesen begonnen, doch die ersten hundert Seiten waren unglaublich zäh. Ständige Sprünge, für mich zusammenhanglose Absätze ohne wirkliche Aussage, ich habe mich richtig geplagt beim Lesen.
Das wurde leider im Verlauf des Buches nicht besser, ich hatte gehofft, dass es Einstiegsschwierigkeiten sind, aber das Buch und ich wurden keine Freunde.
Whitehead erzählt in epischer Breite, etwa beim Beschreiben des Einrichungsstils einer Wohnung. Ja, Ray ist als Möbelladenbesitzer vom Fach - aber ich kenne mich mit Möbelmarken der 60er weder aus, noch interessiert es mich so sehr, dass ich da eine halbe Seite darüber lesen will.
Nur ein Beispiel.
Lesefluss stellte sich bei mir nie (!) ein.
Was ich dem Buch aber zugute halten muss: Die Diskriminierung, der POC damals ausgesetzt waren, ist ständiger Begleiter, oft in Nebensätzen.
Sei es, dass Rays Frau in einem Reisebüro arbeitet, das gefahrloses Reisen für Schwarze anbietet (also sichere Hotels bzw. Reiserouten fernab von Klu-Klux-Klan Schwerpunkten), Alltagsrassismus, in dem dunkelhäutige Menschen in vielen Geschäften einfach nicht bedient werden.
Das fand ich sehr gelungen, auf den Alltag heruntergebrochen und erschütternd zu lesen, gerade weil der Autor das so nüchtern in seine Sätze einbaute.
