Kundenrezensionen
Sarah
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Man sieht sich
von Julia Karnick
Als Robert 1988 in der Schule zum ersten Mal auf Frie trifft, verliebt er sich sofort in sie. Auch Frie scheint ihm nicht abgeneigt zu sein, doch es schein ihr mit dem Flirten nicht ernst zu sein. Womit beiden zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht gerechnet hätten, ist, dass zwischen den beiden eine so tiefe Verbundenheit entstehen wird, dass ihre Freundschaft scheinbar alles überleben wird und die beiden sich auch im Erwachsenenalter noch unter die Haut gehen werden...
Ich bin bei der Geschichte von Robert und Frie ein wenig zwiegespalten. Ich fand das Buch wirklich gut, aber das Verhalten der beiden war des Öfteren schon sehr toxisch. Gerade in der Jugend konnte ich das Verhalten noch gut nachvollziehen, denn wer kann schon behaupten, dass er in den Beziehungen in der Jugend alles richtig gemacht hat aber je älter die beiden wurden, umso problematischer fand ich den Umgang der beiden miteinander. Klar gab es auch schöne Momente, aber alles in allem konnten die beiden nie wirklich offen miteinader reden und das hat die Geschichte für mich ein wenig abgeflacht. Da dies jedoch mein einziger Kritikpunkt an einer sonst wirklich guten und gefühlvollen Geschichte war, bekommt das Buch trotzdem 4 von 5 Sternen.
_ich.lese_
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Man sieht sich
von Julia Karnick
Robert ist neu in der Schule und lernt Friederika kennen. Friederika ist für ihn etwas besonderes, er verliebt sich, sie sieht ihn nurals Freund. Dann machen sie Abiturund Frie, wie sich Friederika inzwischen nennt, geht ins Ausland. So geht's von 1988 bis zum Abitreffen im Jahr 2022 bzw 2023
Eine Geschichte über viele verpasste Chancen, über eine neue vergangene Liebe und über zwei Menschen, die beide besonders sind. Man sieht sich, sagt Frie immer wieder, aber man spürt dass sie nicht so taff ist, wie sie gerne wäre oder wie es scheint. Eine ruhige Geschichte über zwei junge Erwachsene, die im Laufe der Stroy älter und reifer werden. Hat mir schon gefallen, auch wenn es weder sonderlich romantisch noch sonderlich spannend ist. Eher was ruhiges , aber trotzdem konnte ich es nicht weglegen weil ich immer wissen wollte wie es weitergeht. Das Buch hat war und Frie und Robert sind mir ans Herz gewachsen.
Maxie Bantleon aus der Tyrolia-Filiale in Innsbruck
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Man sieht sich
von Julia Karnick
„Frie las nie ohne Bleistift.“
Wie ich! Und bei diesem wundervollen Roman habe ich ihn ganz besonders oft gebraucht, weil es so viele Sätze gab, die es wert waren, angestrichen zu werden.
Julia Karnicks Roman „Man sieht sich“ ist einfach nur toll und für Leserinnen jeden Alters geeignet – und natürlich auch für Männer! – aber ganz besonderen Spaß dürften meiner Meinung nach diejenigen haben, die so wie ich der gleichen Generation wie die beiden Hauptfiguren angehören, also in den frühen 1970er Jahren geboren wurden. Ich habe mich in so vielem wiedererkannt!
Robert ist sechzehn und neu an der Schule, wo ihm gleich am ersten Tag das „Entenmädchen“ auffällt – es ist Friederike, die in ihren geflickten und bestickten Espadrilles (hatte ich auch!) mit ihren nach außen gedrehten Füßen einen leichten Watschelgang hat.
Robert und Frie werden beste Freunde – es wird eine Freundschaft, die mal eng und intensiv ist, die ihre Höhen und Tiefen hat und die auch immer wieder mal nur so lose dahindümpelt, aber so richtig komplett aus den Augen verlieren sie sich nie. „Man sieht sich“ ist nicht umsonst seit Beginn ihrer Freundschaft nicht nur ein geflügeltes Wort, sondern auch ein Versprechen.
Es ist aber nicht nur die Geschichte einer Freundschaft, die wir über einen Zeitraum von dreißig Jahren miterleben – es ist auch die Geschichte einer Liebe, einer großen sogar, aber keineswegs einfachen, die sich ganz langsam und mit vielen Umwegen und Unterbrechungen entwickelt.
„Entweder es knallt sofort, oder es knallt gar nicht“, hat Roberts Freund Christoph mal gesagt, und bei Robert und Frie knallt es ganz lange niemals zur gleichen Zeit.
Mal empfindet er mehr als nur Freundschaft für sie und beäugt eifersüchtig ihre Beziehungen zu anderen Männern, mal ist es umgekehrt, und wenn man beim Lesen schon lange denkt: „Jetzt kapiert doch endlich mal, dass IHR ZWEI zusammengehört!“, da merken es die beiden tatsächlich auch endlich. Sie probieren es miteinander, sie vermasseln es, und das ist traurig und wunderbar zugleich, weil es so nah am Leben ist.
Und dann findet schließlich das dreißigjährige Abitreffen statt, bei dem Frie vorher starke Zweifel hat, ob sie da wirklich hingehen soll und Spaß haben wird, denn Robert, den sie seit Jahren nicht gesehen hat, hat abgesagt, und das ist irgendwie beides: schade und gut so.
Doch ist es das wirklich?
„Man sieht sich“ ist ein Roman, den ich Ihnen wirklich ans Herz legen möchte, und es ist tatsächlich so, wie schon Verena in ihrem Buchtipp geschrieben hat: Es lässt sich gar nicht so leicht in Worte fassen, was den Reiz dieser Geschichte ausmacht.
Es macht einfach Spaß, Frie und Robert – diese beiden so total normalen Menschen – bei ihrem Kennenlernen und durch ihre Jugendzeit zu begleiten; wahrscheinlich spielen hier für mich Nostalgie und auch ein bisschen Wehmut mit hinein.
Toll ist auch so manche Nebenfigur, allen voran Friedhelm Selk, Jahrgang 1916, Generalmajor a.D., um den sich Robert während seines Zivildienstes kümmert. Diese beiden so unterschiedlichen Männer wird eine lebenslange Freundschaft verbinden, die genauso zu Herzen geht wie die komplizierte Liebe von Robert und Frie.
Julia Karnick versteht es einfach hervorragend, ihre Charaktere so darzustellen und zu beschreiben, dass man nach einiger Zeit das Gefühl hat, diese Menschen zu kennen, dass sie tatsächlich real sind.
Und da Musik eine wichtige Rolle im Leben von Frie und Robert spielt, ist die Tracklist am Ende des Buches ein ganz besonderes Schmankerl.
Ryria
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Man sieht sich
von Julia Karnick
"Man sieht sich" - nicht die berühmtesten drei Worte, aber diejenigen, die die Beziehung zwischen Frie und Robert wohl am besten beschreiben. Ihre gemeinsame Geschichte beginnt 1988 und nimmt den Leser mit bis ins Jahre 2022, eine Zeitreise durch die Leben zweier Menschen und ihren Wegbegleitern.
Die Perspektive wechselt hierbei abwechselnd zwischen Frie und Robert, was eine tolle Betrachtung der Gesamtsituation ermöglicht: Man erfährt nicht nur, wie eine Person die Beziehung wahrnimmt, sondern auch was der Andere hierzu denkt und fühlt.
Die Handlung ist kein Blockbuster, es gibt keine erzwungenen Cliffhanger oder Dramatik, aber trotzdem fliegen die Seiten nur so weg und man mag gar nicht mehr aufhören zu lesen. Dies liegt hauptsächlich an den extrem authentischen Charakteren sowie der Beschreibung der Lebensumstände zu den verschiedenen Zeiten. Leser*innen im gleichen Alter wie Frie erkennen Dinge aus ihrer eigenen Jugend wieder, aber auch Jüngere stellen fest, dass sich ja im Grunde gar nicht so viel geändert hat und alle mit den gleichen Gefühlen und Problemen beim erwachsen werden zu kämpfen haben.
Diese Generationen überspannende Erzählung wird ergänzt mit einer Vielzahl von Nebencharakteren, von denen man manche direkt nicht mag und andere sofort ins Herz schließt - aber auch hier gibt es kein eindeutiges Gut oder Böse, jede Person im Buch hat ihre eigenen Stärken und Schwächen und wirkt auf jeden Leser anders, sehr menschlich einfach. Auch die Symbolik im Text ist gut gelungen und regt an vielen Stellen zum Nachdenken und Diskutieren an.
Insgesamt ist es ein echtes Herzensbuch, das einen ohne Klischees zu bedienen einfach berührt. Die Charaktere sind nicht geschrieben worden, um dem Leser zu gefallen, sondern sie sind einfach ganz normale Menschen, die wir eine Weile begleiten dürfen. Dadurch fällt es leicht, sich selbst in manchen Situationen wiederzuerkennen, aber dafür umso schwerer, das Buch am Ende wieder aus der Hand zu legen.
nessabo
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Man sieht sich
von Julia Karnick
Ganz ehrlich hätte ich nicht gedacht, dass das Buch mich so mitreißen würde. Ich hatte die Befürchtung, dass ich mit den älteren Protagonist*innen nicht so gut mitfühlen kann. Aber Julia Karnick hat hier vielmehr einen Coming-of-Age-Roman mit einem unglaublichen Talent für emotionale Szenen ohne Pathos geschrieben.
„Man sieht sich“, gleichzeitig auch die Catchphrase der beiden Hauptfiguren, begleitet Robert und Frie abwechselnd über einen Zeitraum von 1988 bis 2023. Es geht um die Freund*innenschaft und Beziehung der beiden, die mal näher und mal distanzierter ist. Zwischen den beiden ist viel Liebe, die aber scheinbar nie gleichzeitig gleich stark zu sein scheint, weshalb sie einfach nie den richtigen Zeitpunkt für eine romantische Beziehung erwischen. Diese Beschreibung legt irgendwie eine große Portion Pathos nahe, was dem Roman aber überhaupt nicht gerecht wird.
Stattdessen ist die Geschichte lebensnah, emotional extrem aufwühlend und politisch. So webt Karnick subtil Themen wie Beziehungsgewalt, mentale Gesundheit, chronische Erkrankungen, Klassen- sowie Ost-West-Unterschiede nach der Wende und patriarchale Unterdrückung in die Handlung ein. Besonders beeindruckend finde ich die jeweiligen Reflektionsprozesse der Figuren, die je nach Alter unterschiedlich ausgeprägt stattfinden - auch hier zeigt sich Karnicks Talent, die Lebensrealitäten verschiedener Altersstufen authentisch zeichnen zu können.
Im Verlauf der Zeit entwickeln sich die Charaktere mal gemeinsam, mal getrennt voneinander weiter. Dabei regt die Geschichte eigene Überlegungen zu Privilegien an und dazu, wie schnell sie sich auch umkehren können. Verschiedene Lebensrealitäten reiben sich aneinander, ohne zu viel Drama zu verursachen.
Die Handlung spielt zu großen Teilen in den 80er/90ern, was mich neben dem Fakt, dass auch dieses Buch emotional enorm herausfordernd ist, sehr an „Morgen, morgen und wieder morgen“ von Gabrielle Zevin erinnert. Und das ist meinerseits das größtmögliche Kompliment!
Ein herausragender Beziehungsroman, in dem es um so viel mehr geht als romantische Liebe. Herzzerreißend, lebensnah und mit viel Tiefgang. <3
Tara
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Man sieht sich
von Julia Karnick
„Man sieht sich“ ist ein lebensnaher Roman der in Hamburg lebenden Autorin Julia Karnick.
Der Prolog beginnt im Jahr 2022 und Friederike ist gerade dabei sich auf ihr 30-jähriges Abitreffen vorzubereiten. Im Anschluß geht es in die Vergangenheit. Robert wechselt die Schule und trifft dort auf Frie. Er ist direkt verliebt, verrät dies aber nicht und Friederike bleibt für ihn unerreichbar. Die beiden sind lediglich gute Freunde. Ihre Wege trennen sich, die beiden verändern sich und treffen sich in verschiedenen Lebensphasen wieder.
Der Schreibstil von Julia Karnick gefällt mir gut. Die Dialoge sind lebendig und die Charaktere werden bildhaft beschrieben. Ihre Protagonisten sind authentisch und man begleitet sie beim Erwachsenwerden – mal zusammen, mal getrennt.
Dabei fängt sie das Lebensgefühl der jeweiligen Zeit gelungen ein. Ich bin in etwa zeitgleich mit Robert und Frie erwachen geworden und habe mich beim Lesen direkt zurückversetzt gefühlt. Wer die Atmosphäre der Zeit noch deutlicher spüren möchte, kann sich die Tracklist im hinteren Innencover anschauen oder auch anhören.
Sehr gelungen finde ich den Titel des Buches, da er sich durch das Buch durchzieht und immer wieder auftaucht. Ebenso stimmig ist das Cover, das zwei Menschen Hand in Hand in unterschiedlichen (Lebens-)Abschnitten zeigt – genau wie Robert und Frie.
Insgesamt ist es eine schöne Liebesgeschichte, die zeigt wie kompliziert es sein kann, dass der richtige Zeitpunkt eine wichtige Rolle spielt, aber letztendlich doch zusammenkommt, was zusammengehört.
LeserinLu
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Man sieht sich
von Julia Karnick
Frie und Robert sind seit der Schulzeit gute Freunde und auch immer mal wieder ineinander verliebt, aber sie finden einfach nicht zueinander. Klingt erst einmal nach Harry und Sally, allerdings bietet „Man sieht sich“ von Julia Karnick sehr viel mehr als eine romantische Geschichte. Der Autorin gelingt es, die Entwicklung der Charaktere im Laufe ihres Lebens darzustellen und dabei verpasste Chancen und wichtige Lebensentscheidungen zu thematisieren. Ihre Coming-of-Age-Geschichte ist dabei unterhaltsam und tiefgründig zugleich.
Besonders spannend fand ich es, Frie und Robert beim Erwachsenwerden in den 80ern und 90ern zuzuschauen, wie sie sich mit den Höhen und Tiefen des Lebens auseinandersetzen. Der Roman vermittelt hier eine große Leichtigkeit, was ich sehr mochte. Ein weiterer Pluspunkt sind die zahlreichen Bezüge zu Hamburg, die dem Roman eine authentische Note verleihen.
Je älter die Charaktere werden, desto weniger handlungsgetrieben und reflexiver werden die Kapitel. Anfangs hat mich das langsame Tempo etwas vom Weiterlesen abgehalten, da eben auch unangenehme Themen wie verpasste Chancen und unerfüllte Träume angesprochen werden, aber rückblickend scheint mir dieser Aufbau sehr stimmig zu sein und den Charakteren mehr Tiefe zu verleihen. Die letzten Kapitel haben mich deshalb emotional sehr berührt und mitgenommen. Ich kann deshalb den Roman allen empfehlen, die gerne nachdenkliche Coming-of-age-Geschichten und Liebesgeschichten mit sehr viel Tiefgang lesen. Ich freue mich auf jeden Fall auf weitere Bücher von Julia Karnick.
Kwinsu
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Man sieht sich
von Julia Karnick
Frie und Robert werden in den späten 1980er Jahren an der Oberstufe beste Freunde. Doch während sie ihre Freundschaft genießt, ist Robert heimlich in Frie verliebt. Im Laufe der Jahre verlieren sie sich immer wieder aus den Augen, aber nicht aus dem Sinn. Immer wieder kommt es bei verschiedenen Wiedersehen zu intimen Momenten, aber der Zeitpunkt ist nie der richtige, um sich ganz aufeinander einzulassen. Doch ohne einander geht es irgendwie auch nicht...
Julia Karnick nimmt uns in "Man sieht sich" in einen ganz besonderen Mikrokosmos mit - den einer innigen und komplizierten Freundschaft. Frie ist abenteuerlustig, unbedarft und geht offen, aber auch ein wenig naiv in die Welt. Robert ist ernst, weiß was er will und was nicht und hat konkrete Ziele vor Augen. Beide scheinen grundverschieden, haben aber gegenseitiges Vertrauen zueinander. Auch wenn sie sich Jahre nicht sehen, keimt zwischen ihnen sofort wieder das vertraute Gefühl der Geborgenheit auf.
Frie ist ab und an schwer von Begriff, kompliziert und sehr selbstfokussiert, ich empfand sie teilweise als sehr nervig, wollte sie packen und schütteln. Oft hat sie Angst vor dem Leben und steht sich selbst dabei im Weg. Robert ist der ruhende, unprätentiöser Pol, der sich aber nicht alles gefallen lässt und gut weiß auf sich selbst zu schauen. Wie ein Magnet ziehen sie sich an und können doch nicht miteinander.
Was ich sehr wunderbar an dem Buch fand, ist, dass es um Liebe geht, ohne dabei kitschig und romantisch zu sein. Die Beobachtungen, die die Autorin über ihre Protagonist:innen anstellt, sind unaufgeregt und etwas distanziert, was die Charaktere sehr authentisch wirken lässt. Speziell Roberts Charakter ist für mich besonders geglückt. Er ist vielseitig aber doch sehr klar. Er leidet unter seiner (psychisch) erkrankten Mutter, ohne ihr dafür einen Vorwurf zu machen, was von einer tiefen Reife zeugt. Besonders schön fand ich das immer wieder stattfindende Aufeinandertreffen von Robert und Herrn Selk, einer Freundschaft, bei der Robert die Regeln dieser akzeptiert wie sie sind und sich nichts von ihr erwartet, sondern einfach seine Zeit zur Verfügung stellt.
Speziell ist in "Man sieht sich" auch das immer wiederkehrende Thema der Popmusik, was nicht nur daran liegt, dass Robert Musiker ist. Stets begleitet einen ein Soundtrack, Musik hat einen festen Platz im Leben der Protagonist:innen. Schließlich gibt es auch einen gemeinsamen Song, der vielleicht das einzig kitschige Element an der Geschichte ist. Besonders schön finde ich, dass am Ende des Buchs eine Tracklist mit allen relevanten Songs der Story aufgeführt sind - für meinen Geschmack eine hervorragende Compilation!
Die Geschichte der beiden wird chronologisch erzählt, wobei immer wieder größere Zeitspannen übersprungen werden. Gekonnt webt die Autorin das zwischenzeitlich Geschehene in die weitererzählte Story ein, sodass ich nie den Eindruck hatte, etwas verpasst zu haben. Trotzdem der Roman fast 500 Seiten umfasst, liest er sich aufgrund des angenehmen und kurzweiligen Erzählstils wie ein dünnes Büchlein. Die Autorin schafft es Bilder zu zeichnen, die einem lang in Erinnerung bleiben.
Mein Fazit: "Man sieht sich" ist ein großartiger Roman über Freundschaft und Liebe, der beinahe ohne Kitsch auskommt. Die Charaktere sind vielfältig und authentisch gezeichnet und der ansprechende Erzählstil lässt einen nur so durch die Seiten rasen. Eine perfekte Sommerlektüre, die lange in Erinnerung bleibt.
Verena Gruber aus der Tyrolia-Filiale in Innsbruck
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Man sieht sich
von Julia Karnick
Unter dem Gefühl, dass es für etwas zu spät ist, können wir uns sicherlich alle etwas vorstellen. (Ob es nun ein zu spät gibt oder nicht, sei mal dahingestellt.) Was ist aber, wenn es für etwas einfach noch zu früh ist?
Frie und Robert kreisen über 3 Jahrzehnte lang umeinander: sie haben mal mehr, mal weniger Kontakt; sie sind befreundet, empfinden dann mehr als Freundschaft für einander, aber das Timing stimmt einfach nicht; sie nähern sich an, nur um sich dann wieder voneinander zu entfernen. Ganz nach dem Motto: man sieht sich schon wieder. Was bleibt, ist eine tiefe Verbundenheit und ein Verständnis für einander - auch wenn sie manche Entscheidungen nicht rational begreifen (können). Vielleicht gibt es noch eine letzte Chance auf ein kleines bisschen Glück, aber ist jetzt die richtige Zeit sie zu ergreifen?
"Man sieht sich. - Wann denn eigentlich genau?"
Die Geschichte von Frie und Robert hat mich unglaublich gefesselt und ich merke gerade, dass ich meine Begeisterung überhaupt nicht richtig in Worte fassen kann. Als Charaktere waren sie so nahbar, ihre Handlungen für mich als Leserin nachvollziehbar, auch wenn ich natürlich nicht mit allen Entwicklungen einverstanden war - besonders weil mir von der Autorin bei der einen oder anderen Entwicklung ein kleines bisschen das Herz gebrochen wurde. Für mich hat es sich dabei aber immer sehr real angefühlt und nicht überkonstruiert, denn manchmal kommt einfach das Leben dazwischen.
Julia Karnick ist ein toller Roman gelungen, in dem sie unnachahmlich von gelebten und verworfenen Lebensträumen und von verpassten und wahrgenommenen Chancen erzählt - große Empfehlung!
nil_liest
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Man sieht sich
von Julia Karnick
Julia Karnick schreibt locker leicht und es macht einfach Spaß ihre Romane zu lesen. Voller Leben sind die, ohne Kitz, mit ordentlich Humor und noch dazu sehr realistisch.
Auch hier wieder in „Man sieht sich“ wird eine Geschichte erzählt, ja eine Liebensgeschichte, die so gut passiert sein könnte oder so ähnlich. Denn alle die schon um die 50 sind oder auf dem Weg dorthin, wissen, dass man Menschen, die einem in jungen Jahren sehr wichtig waren aus den Augen verliert und ein Wiedersehen gemischte Gefühle hervorrufen können. Gute wie schlechte, je nachdem.
Auch hier ist es so. Frie und Robert. Robert und Frie. Darum geht es im Grunde auf knapp 475 Seiten, die ich sehr mochte. Frie und Robert lernen sich bereits in der Schule kennen, 1988, Robert kommt an die Schule und ist gleich in Frederika verliebt. Es driftet durch Erlebtes nach dem Abi auseinander, sie geht als Au-pair weg, er geht zur Bundeswehr. Dann 2002, der Zufall will es, sie sehen sich wieder. Fri mittlerweile Mutter einer Tochter, er Musiker. Und dann sind sie mittlerweile schon beim Abitreffen, 2022, mit fast 50 Jahren.
Ich denke mal, dass dieser Roman eher Menschen Ü40 anspricht, weil er so viel nostalgische Elemente enthält. Sehr zu empfehlen ist beim Lesen die Playliste, die hinten, also gaaaanz hinten abgedruckt ist. Der Roman ist lang und nimmt alles mit, aber ist dadurch auch in einer positiven Art intensiv. Mir hat es gefallen. Jüngere Leser U30 mag das an der einen und anderen Stelle nicht so gehaltvoll vor kommen, denn es ist einfach eine andere Zeit gewesen ohne Handy, ohne facebook….
Schön wars, genauso wie dieses Buch!
