Kundenrezensionen
Herwig Oberlerchner
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Das andere Tal
von Scott Alexander Howard
„Das andere Tal“ von Scott Alexander Howard. Diogenes Verlag.
Odile, die 16jährige Protagonistin im Buch lebt in einem geographisch übersichtlichen Tal mit Bergen, Dörfern, Städten und einem See mit ihrer verwitweten Mutter in einem Haus. Sie besucht die Schule, wo schwarze Pädagogik, körperliche Züchtigung aber auch Mobbing Alltag zu sein scheinen. Odile wirkt schüchtern, introvertiert, unnahbar, schwer erreichbar und durchlebt Phasen von Verunsicherung und Selbstwerteinbrüchen. Langsam findet sie jedoch Zugang zu einer Clique. Das Tal wird nach Osten und Westen begrenzt von identen Tälern, ebenso von hohen Zäunen umgeben, streng bewacht von einer bewaffneten Gendarmerie, jeder Fluchtversuch endet tödlich. In diesen Tälern, im Osten und Westen leben dieselben Menschen, jedoch jeweils um 20 Jahre nach vorne (Osten) oder 20 Jahre zurück (Westen) zeitversetzt. Jede Handlung in der Vergangenheit hat massive, oft kaum zu durchschauende Auswirkungen auf Gegenwart und Zukunft in den Nachbartälern, sodass Übertritte in die Nachbartäler streng geahndet werden und Besuche nur sehr selten nach sehr intensiver und sorgfältiger Prüfung durch das Conseil genehmigt werden. Odile bewirbt sich für die Ausbildung zur Conseiliere, scheitert im Verlauf des Aufnahmeverfahren, wird aber in die Gendarmerie angenommen, bewacht die Grenze und begleitet Besucher mit Besuchserlaubnis auf den herausfordernden Wanderungen ins Nachbartal. Ihr Leben ist still, einsam, eintönig, doch Odile genießt die Natur, die Stille, die Möglichkeit in den vielen Stunden in der Natur Holzschnitte anzufertigen.
In der Schule Jahre zuvor verliebt sich Odile in einen Mitschüler, Edme. Er stirbt bei einem Sturz über eine Klippe. Oder ist es ein Suizid? Hätte sie ihn retten können? Im Lauf der Jahre spitzen sich die Ereignisse in Odiles Leben scheinbar zufällig so zu und kulminieren in einem verbotenen Übertritt ins Nachbartal mit dem Ziel die Vergangenheit zu verändern. Wird sie Edmes Leben retten können? Wird sie Ihr Leben in andere Bahnen lenken können?
Ein kluges, berührendes Buch, das wohl in allen Leser*innen zu lawinenartigen Assoziationsketten führen wird. Man denkt an die DDR, an autoritäre Regime, an die engen Lebenswelten, aus denen sich junge Menschen zu befreien trachten, Howard führt subtil auch zu spirituellen und philosophischen Grundfragen der Menschen, uralte Sehnsüchte und ungeahnte Gefühle steigen hoch, atemlos flüchtet man zuletzt mit Odile in die Vergangenheit, die zur Gegenwart wird und die Zukunft bestimmt.
Maxie Bantleon aus der Tyrolia-Filiale in Innsbruck
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Das andere Tal
von Scott Alexander Howard
„Die Geschichte, die alle am spannendsten fanden, hieß ‚Das Mädchen‘. Genau wie die anderen Sagen spielte sie in einer grauen Vorzeit ohne Zäune, als es noch nichts gab, das die Menschen davon abgehalten hätte, die Berge zu überqueren und ins nächste Tal zu steigen.“
Für die sechzehnjährige Odile sind die Zäune, die das Tal, in dem sie lebt, umgeben, völlig normal; die Fahrt an die Grenze ist das Highlight des letzten Schuljahres, zum einen weil das einen freien Nachmittag bedeutet, zum anderen, weil es für die allermeisten von ihnen das einzige Mal sein wird, dass sie in diese Gegend kommen.
Für die sechsunddreißigjährige Odile sind die Zäune Alltag; seit sie bei der Gendarmerie arbeitet, sind endlose Patrouillengänge entlang der Grenzen der größte Teil ihrer täglichen Arbeit.
Ein oder zweimal im Jahr kommt es vor, dass Odile Besucher nach Est 1 begleitet – in das andere Tal, das zwanzig Jahre in der Zukunft liegt…
Es ist ein spannendes Gedankenexperiment, das Scott Alexander Howard als Thema für seinen ersten Roman gewählt hat.
Neben der kleinen Stadt in dem großen Tal existieren auf unheimliche Weise eine ganze Reihe anderer Täler in der genau gleichen Berglandschaft: Ginge man nach Osten, folgte auf „Est 1“ „Est 2“ und „Est 3“, jeweils 20 Jahre zeitversetzt in die Zukunft bzw. gelangte man in Richtung Westen zwanzig, vierzig, sechzig Jahre zurück in die Vergangenheit.
Besuche in den anderen Tälern sind nur in absoluten Ausnahmefällen und unter penibler Einhaltung strikter Sicherheitsmaßnahmen erlaubt; der einzig legitime Grund ist, Trost zu finden, um einen Blick auf eine Person zu richten, die man zu Hause nie kennenlernen oder nie wiedersehen würde.
Besuche in ein Tal der Vergangenheit sind praktisch unmöglich. Zu groß ist das Risiko, dass es hierbei zu einer Manipulation kommt, durch die das Leben in der Zukunft verändert werden könnte. Ein solches „Eingreifen“ hätte die sofortige Auslöschung der betreffenden Person zur Folge.
Es sind solche Ängste, mit denen das „Conseil“, die Machthaber des Tals, arbeitet, um die Menschen abzuschrecken und in Schach zu halten.
Jegliche Besuche, egal wohin, werden also nach Möglichkeit vermieden, auch deshalb, weil sie unter Umständen auch eine schreckliche Belastung für unbeteiligte Personen darstellen können.
Genau das passiert der sechsunddreißigjährigen Odile, als sie Besucher in das Tal begleitet, in dem sie sechsundfünfzig ist.
Ein Blick in die falsche Richtung zeigt ihr, wie ihr Leben in zwanzig Jahren aussehen wird, und es stellt sich die Frage: Was hätte sie schon damals in dem Tal, in dem sie sechzehn Jahre alt war, anders machen können, um den Lauf ihrer Geschichte bereits viel früher zu beeinflussen?
„Das andere Tal“ ist ein unglaublich intensiver Roman, der sehr zum Nachdenken anregt und der einen ganz verrückt machen kann bei den Überlegungen, welche Taten und welche Worte in welcher Zeit welche Folgen haben könnten und was sich tatsächlich wie abgespielt hat oder anders hätte abspielen können.
Wie hier alles miteinander zusammenhängt, ist wirklich sehr komplex und – wie ich ja bereits schrieb – ein tolles Gedankenexperiment.
Wir haben das Buch im Urlaub in unserem sogenannten „literarischen Strandkorb“ ausgiebig diskutiert. Einig waren wir uns alle: Ein toller Roman, der irgendwie an Orwells "1984" und an Terry Gilliams phantastischen Film "Twelve Monkeys" erinnert. Absolut lesenswert!
La Calavera Catrina
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Das andere Tal
von Scott Alexander Howard
«Das andere Tal» ist das Debüt von Scott Alexander Howard und erzählt die Geschichte von Odile Ozanne, in der es um Schicksal und Zeitreisen geht.
Als Sechszehnjährige blickt sie auf eine lieblose Kindheit ohne Vater zurück. Ihre Mutter erwartet, dass sie sich, nach ihrem Abschluss, zur Conseillère ausbilden lässt. Dafür beweist sie mit ihrer gnadenlosen Regelkonformität Hingabe, weshalb sie in die engere Auswahl rückt. Der schüchterne Edme Pira gerät in Odiles Aufmerksamkeit, als er sie vor einem Mobbingangriff rettet, und sie ist wie gelähmt, als sie verbotenerweise, durch eine zufällige Begegnung mit seinen zeitreisenden Eltern, erfährt, dass ihm etwas zustoßen wird.
Erzählt wird zwar in der Ich-Perspektive, aber Odile bleibt in ihrem inneren Erleben distanziert, während äußere Eindrücke lebendig beschrieben werden. Im zweiten Teil des Buches ist Odile sechsunddreißig Jahre alt und lebt in einer bedrückenden Wahrheit. Die Handlung ist unvorhersehbar, was auch an Odiles unberechenbarerem Charakter liegt. Generell ist der ganze Schreibstil wenig gefühlsduselig und orientiert sich authentisch an Odile. Ich kann mir eine Verfilmung des Stoffes vorstellen, da die Idee originell ist, weshalb ich gar nicht mehr verraten möchte. Mich hat lediglich gestört, dass es manchmal etwas langatmig war, ich mich deshalb zum Weiterlesen überwinden musste, und mir das Lesen erschwert wurde, weil keine Anführungszeichen die wörtliche Rede gekennzeichnet haben. Ansonsten war es ein ungewöhnliches Buch, dass mich überrascht hat. Fazit: Unbedingt durchhalten und bis zum Ende lesen.
bedard
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Das andere Tal
von Scott Alexander Howard
Die 16jährige Schülerin Odile lebt in einem Tal, das im Osten und Westen von völlig identischen Tälern begrenzt wird. Einziger Unterschied ist die Zeit, denn in dem einen Tal leben die Menschen zwanzig Jahre zuvor, in dem anderen zwanzig Jahre in der Zukunft. Die Grenzen werden bewacht, ein Überschreiten ist streng verboten und nur auf Antrag und in Begleitung möglich. Entschieden wird darüber von den Mitgliedern des Conseils, deren Autorität nicht in Frage gestellt wird. Die genauen Kriterien, warum Besuche gestattet oder abgelehnt werden, sind nicht transparent.
In der Schule herrscht ein autoritärer Unterrichtsstil, zu dem auch ganz selbstverständlich körperliche Züchtigungen gehören. Obwohl Odile augenscheinlichlich gemobbt wird, schreitet der Klassenlehrer nicht ein, lediglich Alan und Edme, zwei Mitschüler, stellen sich auf ihre Seite.
Am Ende des Schuljahres steht der Übergang in die Ausbildung bevor, am begehrtesten ist natürlich die Aufnahme in die Ausbildung am Conseil. Zunächst bewirbt Odile sich nur, weil es ihrer Mutter so wichtig ist. Doch ein Erlebnis hat Odile zutiefst irritiert, ohne dass sie darüber sprechen konnte. Sie hat Edmes Eltern als Besucher aus der Zukunft gesehen, sie weiß also, dass Edme sterben wird, ohne den genauen Zeitpunkt oder die Ursache zu kennen. Durch einen Zufall erfährt ihr Lehrer davon und empfiehlt sie deshalb für die Ausbildung. Für sie selbst überraschend, beginnen die herausfordernden Aufgaben sie zunehmend zu faszinieren und ihren Ehrgeiz zu wecken. Gleichzeitig ändert sich ihr Status bei ihren Klassenkamerad:innen und sie wird Teil einer Clique. Insbesondere zu Edme fühlt sie sich hingezogen, ohne ihm von ihrem Wissen über seinen bevorstehen Tod zu berichten.
Während dieses ersten Teils liest sich der Roman wie ein Jugendbuch, in dem es im Rahmen einer Dystopie um die ganz typischen Themen wie Außenseitertum, Mobbing, erste Liebe und langsames Erwachsenwerden geht. Gerade Odile wirkt in einigen Szenen viel jünger als 16 Jahre, um dann aber insbesondere im Zusammenleben mit ihrer Mutter viel zu erwachsen für das Alter zu handeln und zu denken. Insgesamt wirkt Odile sehr beherrscht und zeigt viel weniger Emotionen, als zu erwarten wären.
Der zweite Teil spielt 20 Jahre später. Sprachlich unterscheidet er sich gravierend von Teil I. Auch die Stimmung ist viel düsterer, von Aufbruchstimmung keine Spur. Odiles Dasein lässt sich nur als trist und monoton beschreiben, ihre Wünsche sind bescheiden. Doch dann geschehen einige Dinge, die sie aus ihrer Erstarrung aufwecken und Gedanken in Gang setzen, die sie bisher nicht zugelassen hat.
Der promovierte Philosoph Scott Alexander Howard erinnert mit seinem ersten Roman an berühmte Vorbilder, in denen es um autoritäre Systeme oder um klassische Zeitreisen geht. Diese beiden Themen verknüpft er geschickt und unterhaltsam, fordert seinen Leser:innen aber auch einiges an Konzentration ab. Unweigerlich stellt man sich die Frage, wie man selbst handeln würde. Was würde geschehen, wenn man die Vergangenheit ändern könnte? Welche Auswirkungen hätte das, nicht nur für die eigene Person, sondern für ganze Systeme?
Das andere Tal ist kein Wohlfühlbuch, dafür ist die Atmosphäre über weite Strecken zu düster. Der erste Eindruck, es könnte ein Jugendbuch sein, ist spätestens zu Beginn des zweiten Teils verflogen.
Auch Odile, die die tragende Figur des Romans ist, eignet sich nicht als Identifikationsfigur, obwohl sie letztlich eine Sympathieträgerin ist. Ebenso wie sie sind die anderen Hauptcharaktere überzeugend herausgearbeitet.
Klare Leseempfehlung für Leser:innen, die sich auf das Thema einlassen mögen und sich von düsteren Szenarien nicht abschrecken lassen.
Anna625
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Das andere Tal
von Scott Alexander Howard
Die Welt hat Grenzen, denn jenseits des Tals gibt es nichts - der Zaun ist gut bewacht, die Flucht nahezu unmöglich. Es gibt keine anderen Kontinente oder Länder oder auch nur fremde Städte, die sich besuchen ließen. Und doch stimmt das so nicht ganz, denn an den Rändern des Tals fällt man nicht ins Nichts, endet das Universum nicht einfach plötzlich, im Gegenteil: Es erstreckt sich bis ins Unendliche nach Osten und nach Westen. Würde man, könnte man, entlang dieser Achse reisen, dann käme man immer und immer wieder ins selbe Tal, dieselbe Stadt am See im Wald - nur jedes Mal 20 Jahre mehr in der Zukunft oder der Vergangenheit. Wie Perlen an einer endlos langen Kette reihen sich so die Täler aneinander, und in jedem leben dieselben Menschen (oder deren Urahnen oder Nachkommen).
Doch, wie gesagt: Der Zaun ist gut bewacht, und wer ihn überqueren will, muss einen Antrag stellen und hoffen, dass dieser bewilligt wird. Besuche in anderen Tälern sind in seltenen Fällen erlaubt, etwa, um Verstorbene noch einmal zu sehen. Doch sie sind immer eine Gefahr, und zwar für alle, denn was, wenn man etwa in der Vergangenheit erkannt wird oder absichtlich oder unabsichtlich den Lauf der Dinge ändert, sodass plötzlich Gegenwart und Zukunft ausgelöscht und durch neue Realitäten ersetzt werden?
Odile steht fast am Ende ihrer Schulzeit. Für sie entscheidet sich nun, welchen Lebensweg sie weiter gehen wird, und sie bewirbt sich mehr aus dem Ehrgeiz ihrer Mutter heraus denn aus eigenem Antrieb für eine Ausbildung beim Conseil. Und tatsächlich, Odile hat Glück und darf das strenge Auswahlverfahren antreten. Jede Woche werden Teilnehmer*innen ausgesiebt, während sie alle um eines kämpfen: bis zum Ende ausgebildet zu werden, um in alle Geheimnisse der Täler eingeweiht zu werden und fortan die Entscheidung darüber treffen zu dürfen, wessen Reiseanträge genehmigt werden.
Und Odile hat Talent, es läuft gut für sie. Dann jedoch kommt es zu einem Zwischenfall: Sie begegnet den Eltern ihres Schulfreundes Edme. Nicht etwa jenen der Gegenwart, sondern jenen der Zukunft. Und das kann nur eines bedeuten: Edme wird sterben.
"Das andere Tal" ist eine Mischung aus Jugendbuch und Dystopie, Coming of Age und Zeitreiseroman. Odile muss sich mit den klassischen Teenager-Problemen herumschlagen: Mobbing und Außenseitertum, sich langsam offenbarenden Gefühlen, der Frage nach dem, was die Zukunft bereithält. Das liest sich wunderbar, ist jedoch noch lange nicht alles. Denn nach und nach wird offensichtlich, dass diese so normal, ja beinahe idyllisch anmutende Welt so toll dann doch nicht ist: Grenzpatrouillen, Wachtürme und bewaffnete Gendarmen überall, wenn man nur genau genug hinschaut (was die meisten aber lieber nicht tun). Keine Gnade für jene, die kein Glück mit ihrer Ausbildungswahl hatten oder jene, die sich den Gesetzen entgegenstellen. Und zwischen alledem Odile, die weiß, dass die Grenzen zu Vergangenheit und Zukunft in greifbarer Nähe liegen; Odile, die weiß, dass der Junge, in den sie sich gerade verliebt, sterben wird.
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Howards Roman ist ein Gedankenexperiment, das die Frage danach stellt, was wäre, wenn ebendiese Grenzen zu Vergangenheit und Zukunft überwindbar wären. Dabei ist der Roman sehr nachdenklich und manchmal auch sehr verwirrend, und man muss beim Lesen sehr mitdenken, welche Ereignisse zeitlich wie durch andere bedingt sind und was kausal auseinander folgt oder eben nicht. Ob das tatsächlich an allen Stellen immer ganz logisch war, kann ich nicht mit abschließender Gewissheit sagen, aber eines war es auf jeden Fall: spannend. Und das nicht im Sinne dessen, dass sich auf jeder Seite die Ereignisse überschlagen, denn eigentlich ist der Roman die meiste Zeit über recht ruhig, etwa, wenn wir Odile dabei begleiten, wie sie im Wald sitzt und ihre Aussicht mit dem Messer auf einer Holzplatte verewigt. "Spannend" war für mich eher der nachdenkliche, philosophische, zum Mitdenken anregende Aspekt des Romans, und letztendlich ist es genau diese Mischung, die interessante Welt, das Sich-Selbst-Gedanken-Machen und das Ruhige, in Kombination mit der schönen Sprache, die mir an diesem Roman unglaublich viel Spaß gemacht hat.
Nach einem solchen Debütroman bleiben nur zwei Dinge zu sagen: 1. Leseempfehlung, und 2.: Ich bin sehr gespannt, was da noch so kommt!
Gabi M.
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Das andere Tal
von Scott Alexander Howard
Das Buch "Das andere Tal" von Alexander Howard hat mich beim Lesen gefordert. Es ist ein Zeitreise-Roman - das Tal gibt es mehrmals, ident Richtung Osten und Westen, immer jeweils 20 Jahre in die Zukunft und in die Vergangenheit zeitversetzt, auch ein Jugendroman - die 16jährige Odile verliebt sich, erkennt aber in den Besuchern aus dem Zukunftstal die Eltern ihres Freundes. Kann sie in das Geschehen eingreifen, das Schicksal ändern?
Der 2. Teil des Buches - Odile ist 20 Jahre älter- sie lebt in einem autoritären, frauenverachtenden, trostlosen Umfeld - gleicht einem Krimi mit beachtlichem Ende.
Der Schreibstil des Autors ist den jeweiligen Situationen gut angepasst, mal blumig, mal beklemmend. Dieses Buch vergisst man nicht so schnell, es ist sehr vielseitig und wirft so manche Fragen auf. Eine interessante Leseerfahrung, obwohl zeitweise doch sehr düster und beklemmend.
HEYN Leserunde, Silvia Grutze
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Das andere Tal
von Scott Alexander Howard
Ich habe dieses Buch regelrecht verschlungen! Den Roman von Scott Alexander Howard „Das andere Tal“ muss man einfach gelesen haben.
Es geht um eine Frau namens Odile. Sie lebt mit ihrer Mutter in einem Tal, das im Osten und im Westen von zwei weiteren Tälern begrenzt wird in denen die Zeit versetzt wurde...im einen 20 Jahre in die Vergangenheit und im anderen 20 Jahre in die Zukunft. Allerdings dürfen die Menschen diese Täler nur in Ausnahmefällen besuchen, hauptsächlich bei Trauerfällen. Und so ist vielen klar, warum manchmal Menschen mit Masken gesehen werden, obwohl diese sich zumeist gut versteckt halten. Es sind Trauernde, die noch einmal einen Blick auf ihre Liebsten werfen, die nicht mehr leben.
Und so sieht Odile eines Tages die Eltern von ihrem Schulfreund Edme. Sie weiß, dass sie niemals darüber reden darf, sie weiß, dass ein Unglück geschehen wird. In ihr wächst der Wunsch die Geschichte und damit das System der drei Täler grundlegend zu verändern. Im ersten Teil des Buches macht es den Anschein, als würde sie rebellieren und damit eine relevante persönliche Weiterentwicklung beginnen. Doch im zweiten Teil des Buches, ganze 20 Jahre später, wird klar, dass sie sich ihrem Schicksal ergeben hat.
Es ist für mich eines jener Bücher, die in mir die Frage aufwerfen: Was wäre, wenn Odile ihr Schicksal und das von Edme in die Hand genommen hätte? Welchen Verlauf hätte die Geschichte nehmen können? Würde ich selbst, wäre ich Odile, die Möglichkeiten, die der Besuch der anderen beiden Täler bietet, nutzen oder besser ausnutzen um die Vergangenheit zu verändern und damit die Zukunft neu zu schreiben?
Tausende Gedanken und unzählige Fragen haben mich beim Lesen begleitet. Der Erzählstil/Schreibstil des Autors hat mich vollends in seinen Bann gezogen. Ein sensationelles - fast etwas dystopisch-dunkles- Buch, welches man durchaus auch mehrmals lesen darf, um all die Momente auch erfassen zu können, in denen sich Zeiten überschneiden und auf so vielen Seiten ein versteckter Hinweis wartet. Hat einen dieses Buch erst einmal ergriffen, lässt es einen nicht mehr los. Von mir gibt es also definitiv eine Empfehlung es zu lesen und vielleicht auch zu verschenken.
Laszlo Zoltan
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Das andere Tal
von Scott Alexander Howard
Nachdem ich endlich die letzte Seite dieser Geschichte erreicht hatte, erfüllte mich ein Gefühl der Erleichterung und es umgaben mich viele Fragezeichen. Was hatte ich gelesen? Einen Roman, eine Sciencefiction-Geschichte oder gar eine philosophische Abhandlung? Dafür ist sie zu wenig sublim geschrieben. Aus der Feder des Autors quollen Klischees, die die Geschichte langatmig und teilweise kausal unverständlich machten.
mari_liest
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Das andere Tal
von Scott Alexander Howard
"Das andere Tal" von Scott A. Howard ist ein faszinierender und tiefgründiger Debütroman, der sowohl als spannender Zeitreise-Thriller als auch als philosophische Erzählung gesehen werden kann. Die Geschichte spielt in einem abgeschlossenen Tal, dessen Bewohner*innen durch Reisen in die angrenzenden Täler in die Vergangenheit oder Zukunft gelangen können.
Die Protagonistin des Romans ist die 16-jährige Odile, die sich auf Drängen ihrer Mutter um einen Platz im Conseil bewirbt, dem höchsten Entscheidungsgremium des Tals (welches zwischen zwei anderen eingebettet ist), das die streng regulierten Zeitreisen überwacht. Zunächst widerwillig, findet Odile nach und nach Gefallen an den Aufgaben und den moralischen Fragestellungen, die mit der Mitgliedschaft im Conseil verbunden sind. Durch ihre Entwicklung und die Herausforderungen, denen sie sich stellen muss, wird der Roman teilweise auch zu einer Coming-of-Age-Geschichte, die uns tief in Odiles inneres Leben und ihre psychologische Entwicklung eintauchen lässt. Denn irgendwann folgen wir der 36-jährigen jungen Frau. Odile lebt im mittleren Tal, der Gegenwart; im Westtal findet das Leben quasi vor 20 Jahren statt und im Osttal bewegt man sich 20 Jahre in die Zukunft. Niemand darf ohne Genehmigung die Grenzen des Tals überschreiten, egal in welche Richtung.
Odiles Geschichte ist geprägt von Freundschaft, Verschwiegenheit, Loyalität gegenüber dem größeren Wohl, Verrat und Schuld. Sie lernt, dass Wissen über die Zukunft oder Vergangenheit nicht nur ein Segen, sondern auch eine schwere Bürde sein kann. Diese Erkenntnis trifft sie besonders hart, als sie die Eltern eines Schulfreundes als Besucher aus der Zukunft erkennt. Und das bedeutet, dass ihrem Freund Edme bald etwas Schlimmes widerfahren wird. Wird sie dem System entgegen stellen oder treue Soldatin bleiben?
Howard gelingt es, eine melancholische und manchmal nostalgische Atmosphäre zu schaffen, die den Roman zu einer reflektierten Auseinandersetzung mit Zeit und dem Umgang zwischenmenschlicher Beziehungen macht. Zwischen den Zeilen steht die Frage, wie viel Macht hat jede*r Einzelne wirklich, um das eigene Schicksal zu verändern, und welche Rolle spielt moralische Integrität in einer Gesellschaft, die von Regeln und Kontrolle geprägt ist.
Die Struktur der Täler als Metapher für die verschiedenen Phasen des Lebens und die damit verbundenen Entscheidungen und Konsequenzen finde ich brillant. Durch die strikte Reglementierung der Zeitreisen wird die Dramatik der persönlichen Entscheidungen und ihre Auswirkungen auf das Leben der jeweiligen Person nochmals deutlich inszeniert.
Ein außergewöhnliches Buch, das durch seine originelle Idee, die tiefgründige Charakterzeichnung und die philosophischen Themen besticht. Gerne eine Leseempfehlung für dieses tolle Debüt.
