Feine Risse

Feine Risse

von Elisa Hoven

€ 22,70

Hardcover

versand- oder abholbereit in 48 Stunden

Roman
2026 S. Fischer Verlag GmbH
288 Seiten
28 mm x 131 mm
Sprache: Deutsch
978-3-10-397751-6

Hauptbeschreibung

Wenn Recht nicht reicht.
Neue Fälle zwischen Recht und Gerechtigkeit, zwischen Schuld und Verschweigen, Wahrheit und Lüge


Eva Herbergen, engagierte Strafverteidigerin, will sich langsam aus ihrer Arbeit zurückziehen und mit Ehemann Peter das Alter genießen. Doch die düsteren Schatten ihrer Fälle reichen bis in ihr Privatleben hinein. In packenden Tableaus leuchtet Elisa Hoven in »Feine Risse« juristische wie biographische Dunkelzonen aus: Sicherheit ist Illusion, ein Urteil bleibt immer nur eine Annäherung an die Wahrheit. »Feine Risse« führt ins Dickicht der Zufälligkeiten bei der Entstehung von Straftaten. Die Ursachen verstecken sich oft tief in einer Vorgeschichte - und liegen manchmal so nahe, dass sie umso leichter übersehen werden.



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Hardcover
Roman
2026 S. Fischer Verlag GmbH
288 Seiten
28 mm x 131 mm
Sprache: Deutsch
978-3-10-397751-6


Weitere verfügbare Ausgaben:

Autor

Elisa Hoven, 1982 in Berlin geboren, ist Professorin für Strafrecht an der Universität Leipzig und Richterin am Sächsischen Verfassungsgerichtshof. Sie hat in Cambridge, Harvard, Berkeley, Los Angeles, Phnom Penh, Basel und Sydney geforscht. Ihre Leidenschaft ist das Strafrecht, sie beschäftigt sich mit der Genese und den Folgen von Verbrechen. Neben belletristischer Literatur veröffentlicht sie auch im Sach- und Kinderbuch. Elisa Hoven lebt in Berlin und hat zwei Kinder.

Hersteller: S. Fischer Verlag GmbH
Hedderichstraße 114, 60596 Frankfurt am Main DE
E-Mail: produktsicherheit@fischerverlage.de

Im Zwielicht: Zwischen Recht und Gerechtigkeit 2026-06-08 18:51:00
Die bekannte und renommierte Autorin Elisa Hoven hat mit “Feine Risse” den zweiten Band über die Strafverteidigerin Eva Herbergen vorgelegt. Wie der Titel schon sagt, sind es oft minimale Unterschiede eines Tatherganges, die den Ausschlag geben, welches Urteil über einen Straftäter gefällt wird. Ebenso feine Unterschiede führen zu einer völlig anderen Sichtweise, wenn man ein Verbrechen vom Standpunkt der persönlichen Moral aus betrachtet. Was ist jetzt Recht- und was ist gerecht?

Die Autorin, selbst Juristin, die Strafrecht an der Universität Leipzig lehrt und Richterin im Sächsischen Verfassungsgerichtshof ist, greift für ihren Roman auf spektakuläre Kriminalfälle zurück, die sie an die Geschichte des Buches anpasst und mit einem fiktiven Ende versieht. So ergeben sich nicht nur Einsichten in die Arbeitsweise der Justiz und der Ermittlungsbehörden, sondern auch die spannende Aufarbeitung von Verbrechen mit all ihren Facetten wie der Berichterstattung in den Medien und der öffentlichen Meinung. Um diesen Roman zu lesen, muss man aber keine Rechtskenntnisse haben, es geht um Taten, die in der Realität begangen wurden und deren Beurteilung durch die Gerichte zu Diskussionen Anlass geben kann.

Elisa Hoven hat als Hauptfiguren für ihren Roman das Ehepaar Herbergen gewählt. Eva ist eine bekannte und gefragte Strafverteidigerin, ihr Ehemann Peter lehrt an der Universität und steht knapp vor dem Ruhestand. So erfahren die Lesenden nicht nur die Sichtweise von Eva über den Gang der Gerichtsverfahren, die Beurteilung der Mandanten, die Zweifel am richtigen Vorgehen der Verteidigung und die Bewertung von Beweisen, sondern Peter bringt auch eine andere, persönliche Meinung zu den Fällen ein. Diese Fälle werden einigen Lesenden bekannt sein: Die Fahrt eines Betrunkenen, der ein Kind niederfährt und Fahrerflucht begeht; der Bergunfall eines Managers, der mit Bergführer eine zu schwere Tour geht oder das entführte Kind, dessen Aufenthaltsort der Entführer nicht preisgeben will. Die Aufzählung ist nur beispielhaft für die sehr gut ausgewählten spektakulären Verbrechen und ihre Aufarbeitung.

Ebenso wichtig ist die schöne, innige und gleichberechtigte Beziehung der Eheleute Eva und Peter, die selbst in ein länger zurückliegendes Kapitalverbrechen verwickelt werden, das Peters Familie betrifft. Während Peter eher zögerlich ist, veranlasst Eva die Auswertung der alten Spuren, das Ergebnis ist schockierend. Soll Eva Peter damit konfrontieren, denn wie wird er sein bisheriges Leben im Licht dieser neuen Erkenntnisse bewerten?

Abseits der Verbrechen beschäftigt sich das Buch mit ernsten, persönlichen Themen. Wie will man das eigene Alter verbringen, wie sich auf den Ruhestand vorbereiten? Soll Eva auch beruflich kürzer treten, wenn Peter in Pension ist? Darf man alten Bekannten vertrauen oder wird dieses Vertrauen missbraucht? Hier geht es nicht um Recht und Gerechtigkeit sondern um wichtige Lebensentscheidungen, um Weichen, die man für das eigene Schicksal stellt.

“Feine Risse” ist ein in gut verständlicher Sprache geschriebener spannender und interessanter Roman, der zwischen Realität und Fiktion changiert, ein Buch, das man am liebsten im einem Rutsch lesen möchte. Die Charaktere aller Protagonisten sind lebensnah ausgearbeitet, die Lesenden fühlen sich direkt in das Geschehen versetzt und beziehen unwillkürlich Stellung zu den jeweiligen Rechtsfragen und Schicksalen. Dieses Buch beeindruckt einerseits durch große Sachkenntnis, andererseits aber auch durch Empathie, sowohl für die Opfer als auch manchmal sogar für die Täter. Für mich war es ein Lesehighlight, ich empfehle es gerne und bewerte es mit fünf Sternen.
Zwischen Recht und Gerechtigkeit 2026-06-04 21:45:00
von Tara
„Feine Risse“ ist nach „Dunkle Momente“ das zweite Buch der in Berlin lebenden Autorin und Professorin für Strafrecht Elisa Hoven mit der Strafverteidigerin Eva Herbergen. Die Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden.

Eva Herbergen ist eine sehr engagierte Strafverteidigerin, die hier nacheinander sieben sehr unterschiedliche Fälle aus ihrem Berufsleben schildert. Außerdem gibt es noch einen sehr persönlichen Fall, der die Familie ihres Mannes Peter betrifft und der sich wie ein roter Faden durch das Buch zieht. Durch diesen und immer wiederkehrende Einblicke in das Privatleben des Paares bekommt die Handlung eine Romanform.

Die Fälle sind jeder für sich erschreckend und erstaunlich zugleich. Die dargestellten Verbrechen erschüttern. Eva ist jedes Mal mit viel Einsatz dabei. Sie verlässt sich nicht allein auf die ihr zur Verfügung gestellten Unterlagen, sondern sie ermittelt, bringt Dinge zu Tage, mit denen ich niemals gerechnet hätte und die den Fall jeweils in einem völlig neuen Licht erscheinen lassen.

Die Darstellung der Diskrepanz zwischen Recht, Ethik und Moral ist hier wirklich gut gelungen.
Dadurch ist ein packender Roman entstanden, der das Dilemma zwischen Recht und Gerechtigkeit treffend abbildet.

Mir hat das Lesen des Buches wirklich viel Spaß gemacht, ich bin immer wieder überrascht worden, habe gestaunt, war entsetzt, wütend, erschüttert und fassungslos. So viele Emotionswechsel in so kurzer Zeit habe ich sonst nur selten erlebt.
Ist Gerechtigkeit immer gerecht? 2026-06-04 21:34:00
Was mich an diesem Buch am meisten begeistert hat, waren gar nicht nur die Kriminalfälle selbst, sondern was sie in mir ausgelöst haben. Jeder einzelne Fall hat mich überrascht, wenn auch öfters das Ende für mich absehbar war, und zum Nachdenken gebracht. Immer wieder wurde deutlich, dass Schuld und Unschuld, Recht und Unrecht sowie Wahrheit und Lüge oft viel schwieriger voneinander zu trennen sind, als man zunächst denkt. Während des Lesens habe ich mich oft gefragt, ob das, was juristisch korrekt ist, auch immer moralisch richtig ist. Genau dieser Konflikt hat mich besonders beschäftigt.

Besonders spannend fand ich, dass das Buch mir gezeigt hat, in welchen Denkmustern ich selbst gefangen bin. Obwohl ich mich eigentlich für einen sehr reflektierten Menschen halte, hat mich der eine oder andere Fall zum Staunen gebracht und mich meine Sichtweise hinterfragen lassen.

Das Buch macht deutlich, dass komplexe Fragen keine einfachen Lösungen zulassen. Genau das hat mir so gut gefallen. Es regt zum Nachdenken an und beschäftigt mich auch nach dem Lesen noch weiter.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für alle, die spannende Kriminalfälle mögen und sich gerne differenziert mit den komplexen Fragen hinter Recht, Gerechtigkeit und menschlichen Entscheidungen beschäftigen.

Vielen lieben Dank an Lovelybooks und dem Fischer Verlag für das Rezensionsexemplar im Rahmen der Leserunde. Meine Meinung bleibt davon wie immer unbeeinflusst.