Kundenrezensionen von Nele33





Kalt wie die Luft
von Ørjan N. Karlsson
„Kalt wie die Luft“ von Ørjan Nordhus Karlsson ist ein skandinavischer Thriller um den Hauptkommissar Jakob Weber und sein Ermittlerteam und gleichzeitig der Auftaktband zu einer vielversprechenden Reihe.
Schon der Prolog deutet an, dass es sich hier um einen Thriller mit hohem Spannungspotential handelt. Neu ins Team von Jakob Weber kommt die junge Noora Yun Sande, die von Oslo nach Bodø versetzt wurde. Sie ist ambitioniert, doch trägt auch ein Geheimnis mit sich herum, welches im Laufe der Geschichte gelüftet wird.
Als die 19-jährige Iselin Hanssen auf ihrer Laufrunde spurlos verschwindet, reagieren die Ermittler aufgrund von Druck äußerst schnell. Der Autor versteht es von der ersten Minute an eine hohe Spannung aufzubauen und schafft so eine beklemmende Atmosphäre. Es werden viele Befragungen durchgeführt, doch irgendwie scheint jeder etwas zu verheimlichen und das Team kommt trotz Zeugenaussagen nicht wirklich weiter.
Als kurz darauf eine junge und sehr bekannte Influencerin verschwindet läuten bei den Zuständigen alle Alarmglocken (handelt es sich um einen Serientäter?), der Druck von ganz oben wird ziemlich hoch. Das Team ermittelt an unterschiedliche Stellen auf Hochtouren.
Wow, was für ein einstieg in neue skandinavische Serie. Sie hat mich von der ersten Seite an durchweg bis zum Ende gefesselt. Die Protagonisten sind charakterlich toll skizziert, das Privatleben existiert, nimmt aber zum Glück nicht zu viel Raum ein.
Selten habe ich mich so auf die Fortsetzung gefreut wie bei diesem Buch. Eine klare Empfehlung für Fans von skandinavischen Thrillern, die auch durch die Umgebungsbeschreibungen eine düstere Stimmung verbreiten.





Home Before Dark
von Eva Björg Ægisdóttir
"Home before Dark" von Eva Björg Ægisdóttir habe ich mit Spannung erwartet, da ich schon die Reihe "Mörderisches Island" der Autorin gelesen habe und die mich überzeugt hat. Eingelesen wurde das Hörbuch von Leonie Landa, was in meinen Augen durch die Vielseitigkeit ihrer Intonation eine sehr gute Wahl war.
Marsibil, genannt Marsi kommt nach Jahren zurück in ihren Heimatort, ein Ort an dem vor 10 Jahren ihre Schwester auf dem Weg nach Hause verschwunden ist und nie wieder auftauchte. Einzig ihre blutverschmierte Jacke wurde gefunden. Kaum angekommen, bekommt Marsi einen Brief, der von ihrem damaligen zu sein scheint, mit dem sie sich am Abend des Verschwindens ihrer Schwester genau an diesem Ort treffen wollte. Marsis Gedanken spielen Karussell, fühlt sie sich doch seit jeher für das Verschwinden von Stina verantwortlich.
Das Setting hörte sich sehr spannende und psychologisch ausgefeilt an, doch konnte mich letztendlich nicht komplett überzeugen. Alle Beteiligten sind auf irgendeine Weise im Verlauf der Story verdächtig, das Dorfleben wird geschildert, wie ich es schon oft zuvor gelesen hatte. Hinzu kommen doch einige langwierige Passagen und Marsi als Protagonistin blieb mir für einen psychologisch ausgefeilten Thriller zu fremd.
Aufgrund dessen kann ich dem Buch leider nur 3 Sterne geben und hoffe, dass das nächste Buch wieder spannender und unvorhersehbarer wird.





Mein Ehemann
von Daniel Hurst
"Mein Ehemann" des Autors Daniel Hurst versprach mit dem Klappentext einen spannenden Psychothriller ganz nach meinem Geschmack.
Der Plot hat meine Neugier geweckt und der Einstieg ist mir durch die dort erzeugte Spannung leicht gefallen. Jenny und Lachlan sind ein typisches Vorstadtpaar mit zwei Kindern im Teenageralter. Doch was Jenny nicht ahnt, Lachlan hat ein tiefdunkles Geheimnis.
Durch eine Dokumentation über einen Mordfall vor 25 Jahren in Lachlans Heimatort beschließt Jenny, dass sie diesem Ort nun endlich einmal einen Besuch abstatten könnten, zumal ihre Kinder und auch sie das Dorf in dem ihr Vater aufgewachsen ist, nicht kennen. Nach anfänglicher Weigerung stimmt Lachlan dem zu. Die Dorfbewohner nehmen sie gut und freundlich auf, doch manche Bemerkungen über die Vergangenheit lassen bei Jenny ein Misstrauen an der Person ihres Mannes aufkommen.
Mir als exzessiver Thriller-Leserin war die Story dann doch etwas zu seicht und schon unzählige Male so ähnlich gelesen. Der Schreibstil ist relativ einfach und der Spannungsbogen leider nicht sehr groß.
Das Ende wurde schnell und in meinen Augen zu hektisch abgehandelt und hat der Story nicht sehr gutgetan.
Ein Thriller für Einsteiger in dieses Genre, für Experten zu durchschaubar und vorhersehbar.





Dogma der Wahrheit
von E.X. Behemoff
In "Dogma der Wahrheit" wird eine Welt beschrieben, die von einer inhumanen Gesellschaft erzählt, die grausamer nicht sein kann. Hagen, der Protagonist lebt mit seinen Eltern im Grid: Dies ist eine Welt, die aus Realität und virtueller Erfahrungen und Lebenswirklichkeiten, unterhalten vom Moebius-Konzern.
In dieser Welt wird alles, sogar die eigenen Gedanken in jeder Sekunde kontrolliert. Gefallen diese Gedanken nicht und stellen für den Konzern eine Gefahr dar, wird mit grausamer Gewalt regiert. In den Straßen herrscht schon lange der Krieg des stärkeren.
Als Hagens Eltern Opfer einer Strafe werden, stellt sich sein gesamtes Leben auf den Kopf und ein Wettlauf gegen den Konzern beginnt.
Der Einstieg fiel mir nicht leicht, war ich doch erst einmal mit den vielen technischen Begriffen überfordert und hätte mir da ein Glossar für gewünscht. Der Plot ist bedrückend, spannend und gleichzeitig auf absolut gesellschaftskritisch. Das Buch hat einen regelrechten Sog auf mich ausgeübt, sodass ich es ab einer gewissen Weise nicht mehr aus der Hand legen konnte.
Dem Autor gelingt es einen anspruchsvollen, spannenden und gleichzeitig lang nachhallenden dystopischen Thriller geschrieben, den ich jedem Dystopie-Fan ans Herz legen kann.





Die Straße
von Seethaler Robert
In "Die Straße" von Robert Seethaler begleite ich als Hörerin die Bewohner der Heidestraße in einer namenlosen Stadt für ein ganzes Jahr. Eingelesen und gesprochen wurde das Hörbuch von Matthias Brandt, für mich eine exzellente Wahl für dieses Buch. Matthias Brandt versteht es den Charakteren durch seine Intonation eine Stimme zu verleihen, die die Geschichte der Bewohner äußerst lebendig werden lässt.
In der Heidestraße lebt ein Durchschnitt der Bevölkerung, es gibt ein Altenheim, einen Bäcker, die Blumenhändlerin und viele andere Charaktere, wie sie mir auch in unserer Straße begegnen und begegnen können.
Das Jahr in der Heidestraße ist gespickt mit Situationen aus dem Leben der Menschen, auch wenn manche wie Banalitäten erscheinen machen sie doch das Leben des Einzelnen aus.
Dabei wertet Robert Seethaler niemals, sondern lässt das Geschriebene schnörkellos und klar auf den Leser wirken. Die Passagen des Antiquars mit seinen Käfern waren für mich besonders eindrucksvoll. Ich konnte den Geruch in seinem Geschäft quasi wahrnehmen. Das Altenheim, in dem gleichzeitig gelebt und gestorben wird-Zimmer die am nächsten Tag schon wieder mit einem neuen Senior belegt werden-all dies macht Gesellschaft und Leben aus.
Für mich war "Die Straße" ein tolles Hörbuch, vor allem durch die Vielseitigkeit von Matthias Brandt als Sprecher, der die einzelnen Szenen mit Leben erfüllte.





Nebelbeute
von Benjamin Cors
Mit "Nebelbeute" ist der 3. Band um das Ermittlerteam Jakob Krogh und Mila Weiss erschienen. Die ersten beiden Bände habe ich regelrecht verschlungen und war gespannt auf diesen Band.
Das Setting, ein verschneites und leicht skurriles Bergdorf hat es schon mal in sich und Milas Mission, endlich Johannes Toblach zu stellen versprach Hochspannung pur.
Mila hat sich nach dem letzten Fall eine Auszeit genommen, allerdings nicht um sich zu erholen, sondern um ihren Widersacher Toblach zu stellen, nachdem sie erfahren hat, wo er lebt. Er soll sich in den Wäldern beim Bergdorf aufhalten. Die Atmosphäre die Cors schon bei Milas Ankunft schafft ist bedrückend und dunkel. Als dann schon am ersten Morgen nach ihrer Ankunft eine grausam zugerichtete Leiche gefunden wird, weiß sie, dass Toblach in der Nähe ist. Sie möchte ihre Tarnung nicht verlieren und gibt sich bei den Polizei-Befragungen als erholungssuchende Ermittlerin aus.
Als Jakob keinen Kontakt mehr zu herstellen kann, wird klar, dass Mila in Gefahr schwebt und Jakob und das Team reisen in das Bergdorf, um Mila zu finden. Doch alles, was sie finden, sind Anzeichen ihrer Abreise.
Für mich kommt "Nebelbeute" nicht ganz an die beiden Vorgängerbände heran, aber es ist ein spannender Thriller in dem der Autor die Figuren super charakterisiert und ein bedrückendes Setting geschaffen hat. An manchen Stellen war es mir dann doch zu langatmig.
Eine Empfehlung spreche ich gerne aus und freue mich jetzt schon auf den 4. Band





Kala
von Colin Walsh
Mit "Kala" hat Colin Walch ein Debüt geschrieben, welches mich von Beginn an gepackt hat. Im Mittelpunkt steht das Verschwinden von Kala, die im Sommer 2003 spurlos verschwunden ist. Sie schien der Mittelpunkt ihrer Clique zu sein, doch deren Leben geht nach dem anfänglichen weiter.
Erzählt wird die Geschichte in zwei Zeitsträngen, der Zeit 2003 und 15 Jahre später, als die Freunde sich wieder sehen. Da ist Helen, mittlerweile Journalistin und in Kanada zu Hause, Mesh, der es niemals aus dem kleinen Ort Kinlough heraus geschafft hat und hinter dem Tresen der Kneipe seiner Mutter arbeitet und nicht zuletzt Joe, der nun auf den großen Bühnen der Welt zu Hause ist.
Genau zu dieser Zeit, als sie wieder in Kinlough aufeinandertreffen, wird das Skelett von Kala gefunden und es verschwinden wieder zwei Mädchen. Dies lässt beim Lesen einen großen Raum für Spekulationen zu, was mir sehr gut gefallen hat. Dabei geht Welch durch den eigenwilligen, aber dennoch literarischen Schreibstil sehr auf die Perspektiven und Empfindungen der einzelnen Protagonisten ein. Die Strukturen des irischen Dorfes erscheinen teils sehr klischeehaft, aber sind dennoch überzeugend.
Insgesamt werden hier viele Vorurteile und Klischees bedient, die sich teilweise doch sehr in die Länge ziehen.
Im letzten Drittel kommt dann so richtig die erwartete Spannung auf. Auch wenn ich die Auflösung schon so erwartet hatte konnte sie mich überzeugen.
Meine Erwartungen waren nach dem Klappentext eine andere, dennoch konnte mich Colin Welch mit seinem Debüt überzeugen.





Die Richterin und die Tote im Kloster
von Liliane Fontaine
"Die Richterin und die Tote im Kloster" der Autorin Liliane Fontaine hat diesmal ein wenig mysteriöse Züge, da es während der Ermittlungen auch um Wunder, im Sinne der katholischen Kirche geht.
Mathilde de Boncourt wird von ihrem alten Freund Pater Joseph um die Einschätzung gebeten, ob es in einem Kloster in der Nähe von Sainte-Agathe-Lys wirklich die bekanntgewordene Marienerscheinung gegeben hat. Joseph vermutet dahinter eher einen Schachzug der Nonnen, da das Kloster für den Bau eines Golf-Resorts umgesiedelt werden soll. Mathildes Interesse ist geweckt und sie checkt im Kloster ein. Fast zeitgleich werden auf dem Gelände die Überreste einer jungen Frau gefunden, die vor mittlerweile 20 Jahren spurlos verschwunden ist.
Sofort beauftragt Mathilde ihr Team weitere Recherchen zu unternehmen und ermittelt vor Ort. Praktischerweise kommt Felix aus dem Ort und bekommt so schneller Zugang zu den Bewohnern und hat einiges an Hintergrundwissen.
Mich hat die Geschichte mit ihren Ortsbezügen und den Beschreibungen der Umgebung wieder nach Frankreich entführt und mir damit trotz der Spannung einige entspannte Stunden geschenkt. Die Autorin versteht es nach wie vor wunderbar Mord und Totschlag in ein angenehmes Setting zu verpacken ohne ins Seichte abzudriften.
Für mich sind die Bücher um Mathilde de Boncourt eine willkommene Auszeit vom Alltag.





Mirabellentage,1 Audio-CD, 1 MP3
von Martina Bogdahn
Das Buch "Mirabellentage" der Autorin Martina Bogdahn eingelesen von Birgitta Assheuer ist eine unterhaltsame Lektüre für laue Sommerabende.
Erzählt wird die Geschichte von Anna, die nach dem Tod des Pfarrers, dessen Haushälterin sie war, ziemlich verloren wirkt und nicht so recht weiß, was sie nun mit ihrem Leben anfangen soll. Schauplatz ist ein beschauliches und ruhiges Dorf in Bayern, welches immer Anna's Lebensmittelpunkt war. Der Wunsch ihres Arbeitgebers und langjährigen Freundes, dem verstorbenen Pfarrer, dass seine Überreste im Meer verstreut werden sollen, stellt sie vor ungeahnte Herausforderungen. So muss sie die Fahrt organisieren, den neuen Pfarrer "einarbeiten" und ihr Leben umgestalten.
Die Reise ans Meer wurde leider etwas kurz abgehandelt, dafür habe ich gute Einblicke in das Dorfleben von Blumfeld bekommen, das teilweise wirklich mit viel Humor geschildert wurde.
Besonders haben mir die Rückblicke auf Anna's Leben gefallen, ihr Aufwachsen, ihr Erwachsenwerden und der Ausblick auf ihr neues Leben.
Die Autorin, hat wie auch schon in ihrem Roman Mühlensommer einen angenehmen, teilweise humorvollen Schreibstil, der das Lesen zu einem Genuss macht. Birgitta Assheuer hat die Emotionen herausragend durch ihre Intonation transportiert und mich in die Geschichte eintauchen lassen.
Ein Buch für laue Sommerabende mit berührenden Elementen.





Ins fahle Herz des Sommers
von Andreas Eschbach
Mit "Ins fahle Herz des Sommers" hat der Autor Andreas Eschbach eine Dystopie geschrieben, in der es um die Unbewohnbarkeit Europas nach der Klimaerwärmung geht.
Schauplatz ist ein kleines Dorf, in dem Fausto mit den übrigen Bewohnern versucht am Leben zu bleiben. Er hat es nicht geschafft wie so viele andere Menschen zu Beginn des rasanten Wetterwandels in den nördlichen Teil der Erde auszuwandern und mittlerweile lassen diese Länder auch niemanden mehr auf legalen Weg hinein. Sein Leben ist ein einziger Kampf gegen die Hitze, bis eines Tages eine junge Frau im Dorf auftaucht und sein Leben gründlich durcheinander wirbelt. Die Hoffnung, die sich in ihm auftut ist grenzenlos, eine Zukunft mit der Unbekannten scheint ihm möglich. Dass sie nur rudimentäre Erinnerungen an ihre Vergangenheit hat, stört ihn weniger, als der Umstand, dass ihr die Hitze nichts auszumachen scheint.
Als nach einiger Zeit weitere Fremde auftauchen, die ihr ähnlich sehen bekommt Fausto es zu Recht mit der Angst zu tun.
Der Plot hat mich absolut begeistert, scheint er doch auf den ersten Blick nicht sehr abwegig und wirkt sehr bedrohlich. Leider fokussiert sich Andreas Eschbach sehr auf die Liebesgeschichte der Protagonisten und nicht auf die anfängliche sehr gelungene Dystopie. In der Mitte des Buches hat der Autor mich aufgrund des ausschweifenden Liebeslebens dann endgültig verloren.
Schade um die tolle Idee.









