Kundenrezensionen von Thaliomee





Wellengrab
von Stefan Ahnhem
Obwohl dieses Buch Teil einer Serie um den Ermittler Fabian Risk ist, lässt es sich sehr gut einzeln lesen.
Zunächst geht es um einige Straftaten die zum Teil nicht sehr schwer erscheinen. Aber auch ein Mord geschieht – und wird zunächst für einen Schlaganfall gehalten. Der Zusammenhang wird nach und nach klar, denn alles führt zu einem viel größeren Verbrechen. Aber auch das ist noch nicht das große Ganze, hier entwickelt sich auf über 600 Seiten eine komplexe Geschichte.
Das Buch ist spannend geschrieben und gut zu lesen obwohl man permanent zwischen den einzelnen Schauplätzen springt. Dabei kommt man immer ein Stück weiter, gerade wenn ich dachte ich habe verstanden, warum die Personen so gehandelt haben, kam ein völlig neuer Aspekt dazu. Das Ende hat mir zwar weniger gefallen, aber die
Es geht u.a. um Gewalt gegen Kinder, wer eher schwache Nerven hat sollte auf dieses Buch verzichten.
Das Cover ist typisch für einen düsteren nordischen Krimi, der Titel ist allerdings völlig wahllos. Vielleicht habe ich etwas verpasst, aber ich konnte keinen Bezug zum Inhalt finden.





Narbenmädchen
von Lilly Bogenberger
„Wir sind schon ganz schön krass eigentlich. Wir haben ja auch eine Menge Shit durchgemacht und da sind wir trotzdem immer irgendwie durchgekommen.“
Diesen Satz sagt Lara zu ihren neuen Freunden Finn und Neo. Lara ist 15, schneidet sich und verbringt deshalb vier Wochen in einer Kurklinik für Kinder und Jugendliche. Viele der Jugendlichen haben einen konkreten Grund für ihr Verhalten, aber nicht immer wird der ernstgenommen. Die Therapeut_innen und anderen Angestellten der Klinik wirken überfordert und wenig hilfreich. Das mag zum einen daran liegen, dass viel zu wenig Zeit für die Patient_innen da ist, zum anderen aber auch am Konzept: Vier Wochen rausgerissen aus dem Alltag, danach wieder entlassen. Wird es alles besser bleiben die Jugendlichen zu Hause, wird es schlimmer kommen sie in die Psychiatrie.
Die Autorin Lilly Bogenberger schreibt schon länger professionell und das merkt man auch diesem Buch an. Sprachlich sehr gut und vor allem bei der Hauptperson Lara sehr authentisch formuliert. Bogenberger hat vieles von dem, was sie im Buch behandelt, selbst erlebt. Das führt einerseits dazu, dass sie die Kurklinik mit all ihren Dynamiken und Unzulänglichkeiten unglaublich plastisch beschreiben kann, andererseits muss man sich klar machen, dass man hier eine ganz eigene Perspektive bekommt. Es gibt keine Erzählungen aus Sicht der Erwachsenen Personen, keine ausgewogene Berichterstattung sondern Laras Geschichte. Und die ist so mitreißend, dass es nichts anderes braucht um das Buch lesenswert und wichtig zu machen.





Die Psychopathin - Wer manipuliert dich wirklich?
von Rose Klay
Schauplatz dieses Thrillers ist eine Schraubenverbrik im Westerwald. Wie spannend kann es also werden? Sehr!
Karolin Bogner arbeitet in einer Firma, die Spezialschrauben herstellt und vertreibt. Sie ist schon lange dort und kennt sich mit den internen Machenschaften aus, hat aber auch ein sehr gutes Vertrauensverhältnis zum Inhaber. Dieser wird sich bald zur Ruhe setzten und sie macht sich berechtigte Hoffnungen auf die Nachfolge.
Außerdem hat sie ein Verhältnis mit dem neuen Kollegen Chris und beide stehen kurz davor ihre Beziehung öffentlich zu machen. Es läuft also gut für Karolin, bis immer mehr Dinge geschehen, die aussehen, als wolle ihr jemand schaden. Ist es jemand aus der Firma oder ihrem privaten Umfeld?
Der Prolog zeigt zwar, wie es enden wird, aber ich habe eine ganze Weile gebraucht um einen Verdacht zu entwickeln, wer hinter all den merkwürdigen Geschehnissen steckt. Mehr als einmal war ich dabei auf der völlig falschen Spur. Dieses Buch ist gut zu lesen und wirklich fesselnd geschrieben. Das Ende war für mich ein wenig zu konstruiert, aber es wird mehr als deutlich, was die Autorin uns hiermit sagen möchte.
Fesselnder Thriller, der ganz ohne Blut eine unglaubliche Spannung erzeugt.





Die Ärztin - Gefährlicher Besuch
von Meike Dannenberg
Dieses Buch reiht sich nahtlos an „Die Ärztin – Gefährliche Nachtschicht“ an, man kann es aber auch gut ohne Vorkenntnisse lesen. Die Hauptfigur ist wieder Gynäkologin Dr. Eva Mares, die nach wie vor am Klinikum in Bremen arbeitet. Mit ihrer Familie wohnt sie in der Wildeshauser Geest und pendelt regelmäßig zwischen Landidylle und Großstadt.
Als ein Mann mit seiner schwangeren Tochter vor ihrer Tür steht, versucht sie zu helfen. Beide sind nicht krankenversichert und Eva organisiert einen kostenlosen Untersuchungstermin im Krankenhaus. Doch die junge Frau wird ihn nicht wahrnehmen und Eva beginnt nachzuforschen.
In kurzen Kapiteln wechselt die Perspektive von Eva mit der einer unbekannten Frau und den ermittelnden BeamtInnen. Dadurch ist es ab der ersten Seite spannend, ich konnte es kaum aus der Hand legen. Mir sind die Charaktere sehr ans Herz gewachsen, besonders natürlich Eva, die versucht das Richtige zu tun und dabei immer wieder vor Hindernissen steht.
Trotz der packenden Story hat die Autorin hier auch ernste und lebensnahe Themen verarbeitet. Die Passagen rund um Schwangerschaft und Geburt wirken wie von einer Ärztin oder Hebamme selbst geschrieben, die Polizeiarbeit wird sehr realistisch dargestellt und trotzdem habe ich mich keine Minute gelangweilt. Vielleicht lag es an den wirklich authentischen Figuren, die auf den ersten Blick vielleicht unspektakulär wirken, aber gerade dadurch so nahbar sind.
Es ist beides: Ein kaltblütiger Thriller und angenehm zu lesender Lokalkrimi. Eine seltene Kombination, die hier perfekt gelingt.
Ganz klar 5 von 5 Sternen – in der Hoffnung, dass wir noch mehr von Dr. Eva Mares lesen dürfen.





Das White Octopus Hotel
von Alexandra Bell
Dieses Buch hat mich gefesselt und irgendwann nicht mehr losgelassen. Es beginnt mit Eve, die eigentlich keine anderen Menschen mag und sich von niemandem verstanden fühlt. Dass sie ein Tattoo hat, dass sich selbstständig bewegt und über ihren Körper wandert hilft dabei nicht gerade, normal auf andere zu wirken. Sie hat eine tragische Geschichte hinter sich, als sie noch ein Kind war starb ihre Schwester bei einem Unfall. Eve gibt sich selbst die Schuld daran.
Eines Tages bekommt sie Besuch von einem alten Mann, der – wie ihr Lieblingskomponist – Max heißt. Max stirbt direkt nach dem Besuch, bittet sie aber ins White Octopus Hotel zurück zu kehren. Das seltsame ist, dass Eve Max weder kennt noch jemals in diesem Hotel war. Eine kurze Recherche ergibt, dass es das Hotel zwar wirklich gab, es aber schon vor ihrer Geburt geschlossen wurde.
Aber ist das immer wiederkehrende Motiv des Oktopus nur ein Zufall? Eve hört Gerüchte über magische Gegenstände aus dem Hotel und sucht schließlich die Ruine auf. Von da an wird es Stück für Stück immer verwirrender, denn in diesem Hotel sind Zeitreisen möglich. Man kann also in einer Vergangenheit, an die man sich nicht erinnert, Dinge ändern, die in der Zukunft passieren. Da Menschen altern, aber in der Zeit zurück reisen können sind die Personen dabei irritierenderweise in der Vergangenheit manchmal älter als in der Gegenwart.
Parallel erfahren wir mehr über Max, dessen Jugend ebenfalls von einem harten Schicksal geprägt war. Er musste im Krieg kämpfen und hat viele Freunde im Schützengraben verloren. Auch er gibt sich an einigen Ereignissen die Schuld. Nicht zuletzt daran, dass er überlebt hat.
Es ist also nicht nur ein magisches Fantasy-Buch, sondern auch stellenweise eine traurige und erdrückende Geschichte. Insgesamt aber eine perfekte Mischung, die Autorin Alexandra Bell hat so plastisch und phantasievoll geschrieben, dass es einfach nur Spaß macht, Eve ins White Octopus Hotel zu begleiten.





Minnesota
von Nesbø Jo; Frauenlob Günther
Der Autor ist bekannt für skandinavische Krimis, dieser spielt nun in Minnesota. Trotzdem erkennt man typische Muster, die ein echter Pageturner braucht. Nesbo hat dabei ein Auge für Details, die erst im Nachhinein Sinn ergeben.
Es geht ins kriminelle Milieu Minnessotas, die Opfer sind Waffenhändler oder Drogendealer. Von Anfang an erfahren wir viel über den Täter und begleiten ihn. Dem gegenüber steht der unsympathische Ermittler Bob, dessen Ehe gescheitert ist und der sich nicht immer korrekt verhält. Natürlich hat auch er eine Vorgeschichte, die wir nach und nach erfahren. Alles zusammen ergibt ein Buch, das man nicht nebenbei lesen oder hören kann. Es hat viel Tiefe und komplizierte Charaktere und eine Story, bei der erst ganz am Ende alle Stränge zusammenlaufen.





Mord im Nacktschnecken-Milieu
von Elke Schwarzer
Damit keine Missverständnisse aufkommen – es handelt sich um einen Gartenratgeber, der auf witzige Art und Weise bei der Schädlingsbekämpfung hilft, aber auch Sympathien für die kleinen Krabbeltiere weckt. Wobei natürlich nicht immer Insekten die Schuldigen sind, auch Vögel oder Säugetiere geraten hier in den Fokus.
Es gibt viele kleine „Fälle“, am Anfang steht ein Tatort, z.B. beschädigte oder so abgeknipste Rosenknospen. War es ein Käfer oder am Ende sogar die Blaumeise? Vier Verdächtige werden vorgestellt und am Ende wird aufgelöst, dass der Erdbeerblütenstecher es auf die Fruchtknoten der Rose abgesehen hat. Ein kurzes Porträt des Schädlings erklärt uns auch, warum er sie dringend benötigt.
Dieses Buch ist reich bebildert und lässt sich lesen wie ein Roman. Die 20 kurzen Kapitel sind dabei immer gleich aufgebaut und trotzdem teilweise überraschend. Ich habe viele gelernt ohne, dass es langweilig wurde.





Willkommen in Gravity Falls - Dippers und Mabels Leitfaden zu Mysterien und endlosem Spaß
von Disney; Alex Hirsch; Shane Houghton
Ich kannte Gravity Falls bisher nicht, denke aber das Buch ist auch gut als Einstieg in die Welt geeignet. Schon das Cover ist bunt, chaotisch, mit Glitzer und „Anmerkungen“ versehen.
Innen geht es mit vollgestopften und bunten Seiten weiter. Viele Kinder mögen diesen lockeren Tagebuchstil und werden von den Zwillingen Dipper und Mabel Pines vollkommen abgeholt. Es werden auch andere Figuren vorgestellt und alles gut eingeführt, man muss also die anderen Bücher der Serie nicht gelesen haben.
Neben Geschichten gibt es Bastelanleitungen, Tipps und kleine Rätsel. Alles sehr kindgerecht, das Buch ist ab 8 Jahren empfohlen und ich denke das passt auch so. Auch etwas ältere Kinder werden hier noch ihren Spaß haben. Es gibt einige Seiten zum Ausfüllen oder sogar Ausschneiden.
Alles in allem ein verrücktes, chaotisches Buch in dem es wirklich viel zu entdecken gibt.





Verbrenn das Negativ
von Josh Winning
Ich beginne mit den Punkten, die ich nicht so gut fand. Zum einen passte der Titel nicht ganz. "Verbrenn das Negativ" bezieht sich im Deutschen eigentlich nur auf ein Foto-Negativ. Gut, mit ein wenig Phantasie kann man die Nullkopie beim Film auch so nennen, obwohl es ein Positiv ist. Im Englischen ist das Wortspiel perfekt, als Lauras Psychiater ihr rät "Verbrenn das Negative, setz das Positive frei."
Außerdem hat mir das Cover auf Anhieb nicht gefallen. Mittlerweile denke ich, dass es ganz gut zu einem 90er-Jahre Horrorfilm passt. Außerdem ist die Haptik wirklich gut, das versöhnt mich ein wenig.
Aber zum Inhalt: Laura arbeitet für eine Zeitung, ihr Chef ist gleichzeitig ihr Ex-Freund. Und dieser schickt sie nach LA um über eine neue Serie zu berichten. Diese ist ein Remake des Horrorfilms "The Guesthouse". Der Film hat vor allem deshalb Kultstatus erreicht, weil es rund um die Beteiligten einige Todesfälle gab. Ein Lichttechniker stürzte vom Dach, eine Schauspielerin bekam Jahre nach dem Dreh einen Stromschlag usw. Zwischen den Kapiteln gibt es immer wieder besondere Seiten, die Internet-Artikel, Forenbeiträge, Interviews oder Auszüge aus dem Drehbuch darstellen.
Zurück zu Laura, sie hat nämlich ein Geheimnis, denn sie hat in diesem Horrorfilm mitgespielt. Natürlich war die damals noch ein Kind, aber es hat ihr Leben geprägt. So sehr, dass sie mit ihrer Familie umgezogen ist und sogar ihren Namen geändert hat. Sie ist sich trotzdem sicher, dass sie nicht zufällig ausgewählt wurde über die Serie zu berichten. Natürlich hat ihr Chef es herausbekommen und auch das ist im Nachhinein wenig mystisch. Diese unaufgeregte Art macht dieses Buch realistisch und dadurch wirklich spannend. Es ist so nah an der Wirklichkeit, dass die unfassbar verrückten Ereignisse mich wirklich schockiert haben und ich mit Laura mitgefiebert habe bis zum Schluss.





BiBiBiber hat da mal 'ne Frage. Warum muss ich schlafen?
von Mai Thi Nguyen-Kim; Marie Meimberg
In diesem Buch möchte Bibibiber einen Damm bauen. Deshalb ruft er alle seine Freunde an und fragt sie, ob sie mitmachen möchten. Aber es gibt ein Problem: Biber sind nachtaktiv. Möwen sind tagaktiv. Fledermäuse dämmerungsaktiv. Und Waschbären halten Winterruhe. Ehrlich gesagt wären diese Informationen eigentlich genug um ein ganzes Kinderbuch zu füllen, aber das ist nur der Auftakt zu der spannenden Frage warum wir eigentlich schlafen müssen. Die Antwort ist dann auch komplexer als erwartet. Der Text ist gewohnt lässig geschrieben, weshalb ich beim Vorlesen auch einige Male gestolpert bin. Dieses Buch eignet sich gut, wenn man sich gern über das Gelesene unterhält.
Es ist wunderschön und großflächig illustriert, Marie Meimberg hat hier hervorragende Arbeit geleistet.
Ein tolles Buch, dass sich trotz der bunten und kindgerechten Aufmachung nicht mal eben nebenher lesen lässt. Man muss sich darauf einlassen und wird mit einem echten Wissenschaftsbuch für Kinder belohnt, dass modern ist und Spaß macht.









