Kundenrezensionen von ReiShimura





Cassandra Morgan, Band 2 - Die magische Flöte
von Skye McKenna
Bereits der erste Band dieser Reihe hat mich begeistert und das obwohl ich eigentlich nicht zur Zielgruppe gehöre. Daher war ich umso gespannter auf die Fortsetzung. Leider musste ich in der letzten Zeit öfters feststellen, dass Fortsetzungen nicht mit dem Auftaktband mithalten können. Glücklicherweise ist dies hier nicht der Fall.
Skye McKennas Schreib- und Erzählstil gefällt mir sehr gut. Das Buch lässt sich leicht und flüssig lesen und bleibt über den Großteil der Zeit auch wirklich interessant und spannend. Das empfohlene Lesealter des Buches liegt bei 10 Jahren und dies finde ich durchaus angemessen. Die Beschreibungen der Personen und Örtlichkeiten ist ausführlich und detailliert ohne übertrieben oder langweilig zu werden.
Das Buch ist spannend, magisch und dennoch kindgerecht und gut verständlich. Wie bereits im ersten Band gibt es ein paar Verhaltensweisen von Cassandra die fragwürdig sind. So hat sie in gewisser Weise noch immer nicht viel dazu gelernt und neigt dazu, sich und andere in Gefahr zu bringen.
Zu den bereits liebgewonnen Charakteren aus dem ersten Buch gesellen sich ein paar neue Figuren hinzu. Diese passen sich aber wunderbar in das Gesamtkonzept ein. Man spürt im Laufe des Buches das die Charaktere reifer werden und wachsen. Aber so wie es auch im richtigen Leben ist, passiert dies nicht über Nacht, sondern es ist ein langsamer, schleichender Prozess. Besonders gut hat mir hierbei das Zusammenspiel von Cassandra und ihren Freundinnen gefallen. Man spürt richtig wie sich die Freundschaft intensiviert und die Mädchen immer näher zusammenwachsen.
Prinzipiell könnte man das Buch auch ohne die Vorkenntnisse aus dem ersten Teil lesen. Die wichtigsten Erlebnisse aus dem vorherigen Band werden im Laufe der Geschichte erwähnt und kurz erklärt. Allerdings würde ich dies persönlich nicht empfehlen, da man sich um eine gehörige Portion Lesespaß bringt. Wenn man sich auf die Abenteuer rund um Cassandra Morgan einlassen möchte, dann sollte man es auch zu 100% tun. Ich kann nur sagen es lohnt sich.
Mit Cassandras Cousin Sebastian gibt es in diesem Buch zwar auch einen männlichen Charakter, dem etwas mehr Raum gegeben wird. Dennoch sind die vorherrschenden Charaktere weiblich. Daher richtet sich natürlich auch dieses Buch wieder vermehrt an eine weibliche Leserschaft.
Skye McKenna hat eine solide Fortsetzung geschaffen. Dennoch bleibt noch Luft nach oben. Denn auch in diesem Teil muss ich leider ein paar Kritikpunkte erwähnen. So ist die Handlung nicht immer ganz logisch und an vielen Stellen recht vorhersehbar. Einige Nebencharaktere haben zwar ein wenig mehr Tiefe bekommen, dennoch bin ich der Meinung, dass hier noch Potential schlummert.
Auf jeden Fall möchte ich für dieses Buch wieder eine Empfehlung aussprechen. Kleinere und größere Hexenfans kommen hier definitiv auf ihre Kosten.





Worst Date Ever (Knisternde RomCom von der erfolgreichen Autorin Kasie West)
von Kasie West
Liebesromane finden sich in regelmäßigen Abständen auf meiner Leseliste, gehören aber nicht mehr zu meinem bevorzugten Genre, so wie es früher der Fall war. Dies liegt vor allem daran, dass moderne Liebesromane vor allem im Vergleich zu denen aus den 1990ger Jahren mit einer gehörigen Portion Spice daherkommen. Dies mag vielen Leser:innen gut gefallen, mir leider nicht.
Dieses Buch wird u.a. mit den Worten knisternde RomCom beworben. Ersteres hat meine Verunsicherung was das Buch betrifft noch bestärkt, zweiteres hat aber in mir die Hoffnung aufkeimen lassen, dass es sich hierbei wirklich um einen Liebesroman ganz nach meinem Geschmack handeln könnte. Glücklicherweise wurden meine Hoffnungen nicht enttäuscht.
Zwar gibt es die eine oder andere Spice Szene in dem Buch, diese sind aber durchaus annehmbar und eben nicht besonders zahlreich. Die Autorin legt zu meiner großen Freude den Hauptfokus wirklich auf die romantischen Komponenten und die Charakterentwicklung. Denn ja, in diesem Buch gibt es das wirklich. Vor allem bei Margot ist dies besonders spürbar und hat mir äußerst gut gefallen. Bei Oliver empfand ich die Charakterentwicklung ein wenig schwächer aber vorhanden war sie trotzdem.
Besonders gut gefallen haben mir die amüsanten Dialoge zwischen Margot und Oliver, aber auch das Zusammenspiel von Margot und ihrer besten Freundin / Mitbewohnerin Sloane war einfach zum schießen komisch. Die Chemie zwischen den Personen hat hier eindeutig gestimmt. Diverse andere Nebencharaktere konnten mich dafür nicht so überzeugen, wie zum Beispiel die Familie von Margot, insbesondere ihre Schwester und ihre Mutter.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr leicht und locker und lässt sich angenehm lesen. Meiner Meinung nach merkt man, dass sie in den letzten Jahren Bücher für ein jüngeres Publikum geschrieben hat. Dies soll aber keine Kritik, sondern nur eine Anmerkung sein.
Die Handlung des Buches ist gut durchdacht und es macht Spaß diese zu verfolgen. An einigen Stellen war die Geschichte allerdings doch sehr vorhersehbar. Eventuell liegt es aber auch daran, dass ich bereits zu viele ähnliche Bücher gelesen habe.
Trotz kleiner Kritikpunkt meinerseits muss ich sagen, dass ich mich durch dieses Buch sehr gut unterhalten gefühlt habe und das Buch gerne weiterempfehlen werde. Liebhaber der romantischen Komödien der 1990ger und frühen 2000er Jahre kommen hierbei definitiv auf ihre Kosten. Wer auf der Suche nach einem Buch ist, dass vor allem durch seine pikanten Szenen besticht und weniger Wert auf romantische Gefühle legt, sollte vielleicht lieber die Finger von diesem Buch lassen.





Starminster - Stadt in den Wolken Starminster
von Megan Hopkins
Dieser zauberhafte Fantasyroman ist der Auftakt zu einer Reihe und ich habe das Buch mit großer Begeisterung angefangen zu lesen. Leider konnte ich diese Begeisterung nicht bis zum Ende des Buches behalten. Daher bin ich mir nicht sicher ob ich weitere Bücher dieser Reihe lesen werde.
Der Auftakt der Geschichte hat mich überrascht, da die Stimmung doch recht düster und die angesprochenen Themen herausfordernd sind vor allem unter Berücksichtigung des empfohlenen Lesealters von 11 Jahren. Immerhin geht es hier um ein Kind, dass von ihrer Mutter in einen Schuppen gesperrt wird und noch nie die Sterne gesehen hat. Weiter geht es dann mit der Entführung dieses Kindes durch eine fremde Frau mit Flügeln. Doch recht harter Tobak, wenn es auch sehr leicht und locker erzählt wird.
Dieser Kontrast zwischen ernsten Themen und einem doch recht saloppen Tonfall bleibt während des ganzen Buches erhalten. Dies führt einerseits dazu, dass die Schwere der Themen ein wenig abgemildert und verharmlost werden. Andererseits führt es aber auch dazu, dass falsche Botschaften an die Leser:innen gesendet werden.
Auf Starminster, der Stadt in den Wolken über London, war ich sehr gespannt und hatte große Erwartungen. Die Stadt ist auch durchaus interessant und wird anschaulich beschrieben. Leider bleiben aber auf meiner Seite viele Fragen offen. Eventuell werden diese ja in den weiteren Büchern beantwortet. Die offenen Punkte betreffen aber nicht nur die Stadt an sich, sondern durchziehen die gesamte Handlung. Die eine oder andere Logiklücke hat mich sehr gestört und mein Lesevergnügen ein wenig getrübt. Ich denke aber, dass dies bei der eigentlichen Zielgruppe des Buches nicht so störend sein dürfte.
Die Handlung ist phasenweise äußerst spannend und man möchte unbedingt weiterlesen. Andere Stellen sind dafür wieder langatmig und fast ein wenig langweilig. Eine Balance ist aber durchaus vorhanden. Leider hatte ich aber mit Astrid als Hauptperson so meine Probleme. Für meinen Geschmack nimmt sie viel zu viel als gegeben hin und hinterfragt zu wenig. Auch hätte ich mir ihren ersten Ausflug aus dem Schuppen interessanter und spektakulärer vorgestellt. Die Emotionen waren für mich aber nicht wirklich greifbar.
Alles in allem war dies ein netter Roman, der aber sein volles Potential nicht ausgeschöpft hat. Möglicherweise wird es in den nachfolgenden Büchern besser. So wirkt das ganze aber ein wenig unfertig und unausgereift. Dies finde ich sehr schade, denn die Grundidee des Buches fand ich ansprechend und gut.
Aufgrund der doch phasenweise recht düsteren Stimmung und schwierigen Themen bin ich mir bezüglich des Lesealters unsicher. Sensible Kinder könnten hierbei leicht überfordert und hierbei wäre es vielleicht hilfreich, wenn das Buch mit einem Erwachsenen zusammengelesen wird.





Das White Octopus Hotel
von Alexandra Bell
Das wunderschön gestaltete Cover war bereits ein echter Hingucker und nach kurzer Lektüre des Klappentextes war mir sofort klar, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss. Eine magische und fesselnde Geschichte die Romantik und Rätsel miteinander verbindet klang einfach erfolgsversprechend. Leider konnte sich dieser Eindruck nicht bis zum Ende des Buches halten und deswegen kann ich dem Buch auch nur eine mittelmäßige Bewertung geben.
Dabei hat alles gut angefangen. Der Einstieg ins Buch ist mir leichtgefallen und die Seiten sind nur so an mir vorbeigeflogen. Von Anfang an ist das rätselhafte spürbar, man weiß noch nicht so genau wo die Reise hingehen wird, will aber unbedingt ein Teil davon sein. Je weiter die Geschichte allerdings fortgeschritten ist umso unsicherer war ich mir ob ich die Reise wirklich vollenden möchte.
Dies lag aber nicht am Schreibstil der Autorin Alexandra Bell. Diesen empfand ich als sehr angenehm und leicht lesbar. Ich fand es schön, wie viel Wert sie auf die kleinen Details legt und ihre Beschreibungen der diversen (magischen) Objekte war äußerst ansprechend. Ich konnte das Hotel und seine Gäste wirklich vor meinem inneren Auge sehen. Dafür bekommt sie auf jeden Fall Pluspunkte bei mir.
Bereits in der Beschreibung des Buches war von Zeitreisezimmern die Rede. Daher habe ich mich vor dem Lesen bereits auf den einen oder anderen zeitlichen Sprung eingestellt. Dennoch muss ich sagen, dass die Fülle an zeitlichen Sprüngen mich zwischendurch ein wenig überfordert hat. Wobei es weniger die Wechsel der Zeit waren, sondern wie alles miteinander zusammenhängt. Zeitreisen sind ein komplexes Thema und mir ist bewusst, dass dies nicht so leicht zum Beschreiben ist. Hier hatte ich allerdings das Gefühl, dass die Autorin sich zwischendurch selbst nicht mehr richtig zurechtgefunden hat, denn an mancher Stelle gab es für mich einige logischen Lücken.
Die Charaktere vor allem natürlich Eve und Max sind interessant und ihre Geschichte hat mich fasziniert. Leider muss ich aber auch sagen, dass mich Eve an vielen Stellen genervt und frustriert hat. Meiner Meinung nach hat sie zu viele Dinge einfach hingenommen und zu wenig hinterfragt. Eine wirkliche Charakterentwicklung war für mich auch nicht spürbar.
Besonders überrascht hat mich allerdings die Stimmung des Buches. Diese war nämlich viel düsterer und dunkler als ich es mir gedacht hatte. Wenige Passagen hatten sogar einen Horrorcharakter, was überhaupt nicht meinem persönlichen Geschmack trifft.
Alles in allem war es für mich ein durchwachsenes aber dennoch interessantes Leseerlebnis. Möglicherweise werde ich das Buch sogar noch ein zweites Mal lesen. Eventuell verstehe ich beim zweiten Mal manche Dinge besser und die ganze Geschichte ergibt mehr Sinn für mich.
Wer auf der Suche nach einem magischen Roman mit vielen Zeitsprüngen ist, sich durch eine sehr verworrene Handlung nicht abschrecken lässt und auf düstere Atmosphären steht, sollte diesem Buch auf jeden Fall eine Chance geben.





Cooking for Family
von Julia Lanzke
Ich bin immer wieder auf der Suche nach einfachen, gesunden und wohlschmeckenden Rezepten, die der ganzen Family schmecken. Dieses Buch kam daher wie gerufen. Leider ist meine anfängliche Euphorie recht schnell verpufft.
Dies lag aber weniger an der Aufmachung des Buches. Diese finde ich im Großen und Ganzen eigentlich ganz gut. Das Buch ist recht schmucklos, dafür aber gut organisiert und man findet sich schnell zurecht. Die Rezepte sind übersichtlich gestaltet und die Bilder einfach aber durchaus ansprechend. Sehr schade fand ich aber, dass auf eine Nährwertangabe verzichtet wurde. Dies sollte meiner Meinung nach in modernen Kochbüchern mittlerweile eigentlich Standard sein.
Die Auswahl der Rezepte selbst ist ganz nett, aber leider konnte ich nicht besonders viel Neues entdecken. Hier hätte ich mir deutlich mehr erwartet. Wobei ich dazusagen muss, dass ich bereits umfangreiche Kocherfahrung habe und auch eine große Kochbuch- und Rezeptsammlung mein Eigentum nennen darf. Für Kochneulinge und Personen mit wenigen Kochbüchern könnte dieses Buch deutlich interessanter sein.
Ergänzt werden die Rezepte durch Tipps und Tricks oder wie man Neudeutsch sagt: Lifehacks. Auch diese waren mir in den meisten Fällen bereits bekannt, die Zusammenstellung fand ich aber dennoch interessant und ansprechend.
Besonders gut gefallen haben mir die Ideen für die Zusammenstellung eines Speiseplans. Auch dies ist natürlich keine Neuerfindung der Autorin, aber es hat mir wieder mal einen guten Input geliefert und ich dazu animiert, dass Thema Speiseplan bei uns in der Familie wieder einmal anzugehen.
Meine Erwartungen konnte das Buch leider nicht erfüllen, dennoch war es eine durchaus angenehme Lektüre und das eine oder andere Rezept hat es auch in unser Standardrepertoire geschafft. Ich denke aber, dass ich nicht zur eigentlichen Zielgruppe des Buches gehöre. Dieses Buch ist eher eine Lektüre für unerfahrene Köche und Köchinnen.





Die Rätsel meines Großvaters
von Masateru Konishi
Da ich den ersten Band der Reihe wirklich geliebt habe, konnte ich das Erscheinen des zweiten Bandes kaum erwarten. Ich hatte vermutet, dass ich diesen ebenso lieben und verschlingen werde wie „Die Bibliothek meines Großvaters“. Allerdings musste ich recht schnell feststellen, dass ich so meine Probleme mit „Die Rätsel meines Großvaters“ hatte. Dies liegt aber nur zum Teil am Buch selbst, sondern auch an meiner derzeitigen Situation.
Das zweite Buch knüpft relativ nahtlos an den ersten Teil an. Wie bereits im ersten Teil gibt es auch hier wieder viele kleine Geschichten und Rätsel, die in sich abgeschlossen sind. Verbunden wird das ganze aber durch die private Geschichte von Kaede, ihrem Großvater und Kaedes Freunden. Um das Buch vollumfänglich verstehen zu können, empfehle ich daher, die Bücher in der vorgesehenen Reihenfolge zu lesen.
Wie nicht anderes zu erwarten ist auch dieses Buch wieder eine sehr gelungene Mischung aus Kriminalroman und Familiengeschichte. Wobei dies alleine nicht ausreicht um das Buch zu beschreiben. Denn der Autor Masateru Konishi lässt wieder soviel mehr in dieses Buch einfließen. Natürlich ist die Demenzerkrankungen und die Auswirkungen der Krankheit auf Kaedes Großvater ein zentrales Thema. Allerdings muss ich hierbei anmerken, dass der Autor dies auf eine sehr gefühlvolle und auch wenn es komisch klingt rücksichtsvolle Art und Weise macht.
Die einzelnen Rätsel haben mich in diesem Buch nicht ganz so fesseln und begeistern können wie im ersten Buch. Die Gründe dafür sind vielfältig. Eine große Rolle spielt dabei sicher meine derzeitige Situation, die mir nicht die Möglichkeit gegeben hat, mich voll und ganz auf das Buch einzulassen und darin so einzutauchen wie ich es noch beim ersten Buch konnte. Andererseits liegt es aber auch an dem zentralen Thema, welches die Rätsel verbindet, mit dem ich mich nicht so gut identifizieren konnte wie noch im ersten Buch. Natürlich gibt es wieder sehr viele Anspielungen auf klassische Kriminalromane, aber dieses Mal auch einige Verweise auf Filme von Alfred Hitchcock.
Masateru Konishis Schreibstil bzw. die Übersetzung hat mir im Großen und Ganzen ganz gut gefallen. Dennoch gab es einige Passagen an denen ich den Überblick verloren habe und mir nicht sicher war, wer gerade spricht oder über wen gerade gesprochen wird. In den meisten Fällen konnte ich meine Verwirrung recht schnell auflösen, einige wenige Teile bleiben aber dennoch rätselhaft und unverständlich.
Alles in allem muss ich leider sagen, dass mich dieses Buch nicht so fesseln konnte wie ich es erwartet und erhofft hatte. Als kompletten Reinfall würde ich dieses Buch aber auch nicht bezeichnen und die Lust den dritten und abschließenden Band zu lesen, ist nach wie vor ungebrochen.
„Die Rätsel meines Großvaters“ ist eine annehmbare Fortsetzung der Reihe, wenn sie auch nicht mit dem ersten Buch mithalten kann. Auf der anderen Seite entspricht dies meinen Erfahrungen was Trilogien betrifft, der zweite Teil ist immer der schwächste. Daher bleiben meine Erwartungen für den nächsten Band hoch.
Trotz meines durchwachsenen Leseerlebnisses möchte ich dieses Buch gerne weiterempfehlen. Ich denke, dass neben Fans dieser Reihe auch Liebhaber von klassischen Kriminalromanen und Hitchcock Filmen auf ihre Kosten kommen werden. Leser:innen die auf der Suche nach einem spannenden, fesselnden und packenden Krimi sind, sollten von diesem Buch aber eher Abstand nehmen.





Katzenpfade
von Sara Lundberg
Das wunderschön gestaltete Cover hat mich sofort in den Bann gezogen und der Klappentext klang vielversprechend. Ich hatte die Hoffnung, dass dies ein schönes und außergewöhnliches Buch für meinen kleinen Leser sein könnte. Schön und außergewöhnlich ist es auf jeden Fall, allerdings eher weniger etwas für den dreijährigen kleinen Leser.
Die Haptik und Optik des Buches konnten mich auf Anhieb überzeugen. Das Buch hat ein gutes Format, ist stabil und hochwertig ausgeführt und liegt gut in der Hand. Das Cover gibt bereits einen guten Vorgeschmack auf den andersartigen Illustrationsstil der in diesem Buch verwendet wird. Die Bilder erwecken den Eindruck das sie mit Wasserfarben gemalt worden sind und sind teilweise ein wenig verwaschen. Manche der Illustrationen sind aber sehr detailreich ausgeführt. In gewisser Weise ist jede Seite eine Überraschung, da man nie so genau weiß, was einen erwarten wird. Die Auswahl der Farben gefällt mir gut und viele der Bilder, gerade im zweiten Teil des Buches sind sehr eindrucks- und stimmungsvoll.
Der Grundgedanke der Geschichte, dass man Kompromisse eingehen muss und auch mal seine ausgetretenen Pfade verlassen sollte um Neues zu entdecken gefällt mir gut. Beide Aspekte wurden gut in das Buch eingebunden und die Botschaft ist auf jeden Fall offensichtlich.
Allerdings hadere ich ein wenig mit der Umsetzung des Ganzen. Die Geschichte ist sehr melancholisch und hat mich an vielen Stellen sehr traurig gemacht. Mir ist bewusst, dass dies an sich nichts Schlimmes ist und es auch Traurigkeit in Kinderbüchern geben darf. Dennoch war es mir in diesem Buch ein wenig zu viel. Denn obwohl das Buch ein gutes Ende hat, blieb das Gefühl der Traurigkeit und Melancholie noch lange nach dem Lesen bestehen. Auch der kleine Leser war von dem Buch nicht unbedingt begeistert und wollte es kein zweites Mal lesen. Ich denke, dass auch für ihn die Fülle der Gefühle ein wenig zu überwältigend war.
Die Beziehung des Menschen zu seiner Katze ähnelt meiner Meinung nach sehr dem eines Elternteils zu seinem Kind und vielleicht trifft dieses Buch gerade deswegen einen Nerv bei mir und erweckt diese Vielzahl von Emotionen.
Der Autorin Sara Lundberg muss man auf jeden Fall zu Gute halten, dass sie hier ein Buch geschaffen hat, das berührt, zum Nachdenken anregt und einen so schnell nicht mehr loslässt. Es ist wie ein Kunstwerk und an vielen Stellen sehr philosophisch. Wäre dieses Buch für einen erwachsene Zielgruppe gedacht, hätte ich ihm wahrscheinlich eine sehr gute Bewertung gegeben. Das empfohlene Lesealter wird hier vom Verlag aber mit ab 5 Jahren angegeben. Und für dieses Alter finde ich die Umsetzung der Geschichte nicht passend.
Zusammenfassend möchte ich sagen, dass es sich hierbei um ein wirklich ansprechendes künstlerisches Buch mit einer guten Botschaft handelt. Allerdings sehe ich Kinder dafür nicht als die richtige Zielgruppe und würde es eher (jungen) Erwachsenen ans Herz legen.





OTTO fährt los – Eine Reise nach England
von Madlen Ottenschläger
Der sprechende Zauberbus Otto geht nun schon zum fünften Mal auf große Fahrt und zum dritten Mal sind der kleine Leser und ich mit von der Partie. Obwohl uns die beiden vorherigen Bände nicht vollständig überzeugen konnten, haben wir uns doch noch einmal auf das Abenteuer eingelassen. Auch dieses Mal haben wir es nicht bereut und fühlten uns im Großen und Ganzen gut unterhalten. Kleinere Schwächen weißt das Buch dennoch auf.
Wie immer besticht das Buch bereits durch seine farbenfrohe Optik, eine angenehme Haptik und eine hochwertige Verarbeitung. Dies waren wir bereits von den vorherigen Büchern gewohnt und wurden auch hier nicht enttäuscht.
Der Aufbau des Buches entspricht dem gewohnten Konzept, so dass der kleine Leser und ich uns schnell in der Geschichte zurechtgefunden haben. Nach einer kurzen Vorstellung der dieses Mal mit reisenden Personen ging die große Fahrt auch schon los. Es werden diverse Sehenswürdigkeiten gezeigt und teilweise auch mit einigen Worten erklärt. An mancher Stelle hätten wir uns mehr Informationen gewünscht, diesen Punkt habe ich auch bereits bei den anderen Büchern angemerkt. Mir ist aber bewusst, dass die Autorin Madlen Ottenschläger versucht immer möglichst viel vom jeweiligen Land zu zeigen, daher muss man eben anderer Stelle kleine Abstriche machen.
Das Buch ist für Kinder ab vier Jahren empfohlen. Der kleine Leser mit seinen mittlerweile knapp drei Jahren konnte der Geschichte aber ohne Probleme folgen. Hier muss man allerdings dazusagen, dass er Bücher in dieser Länge bereits länger gewohnt ist. Bei dem ersten Otto Buch welches ich mit ihm gelesen habe, war er gerade mal zwei Jahre alt. Kinder mit weniger Erfahrungen mit dieser Art von Büchern könnten eventuell aufgrund der Geschwindigkeit der Geschichte und den vielen Informationen überfordert sein.
Die Übergänge zwischen den einzelnen Stationen sind für meinen Geschmack manchmal ein wenig zu abrupt und holprig. Damit habe ich aber im Vorfeld schon gerechnet, da ich dies bereits bei anderen Büchern der Autorin festgestellt habe. Hierbei möchte ich aber auch erwähnen, dass dies scheinbar nur ein Erwachsenenproblem ist, denn der kleine Leser hat hierbei keine Probleme.
Die Illustrationen von Stefanie Reich haben uns bereits in den vorherigen Bänden sehr gut gefallen und auch dieses Mal sind wir absolut begeistert. Die Bilder sind farbenfroh, ansprechend, detailreich, aber nicht überladen. Es macht Spaß die Bilder zu betrachten und die vielen kleinen, liebevollen Details zu entdecken.
Besonders schön finde ich, dass es dieses Mal auch wieder eine große Übersicht der Reiseroute gibt. Diese hat mir im letzten Band nämlich gefehlt.
Alles in allem war dies ein ansprechendes und unterhaltsames Abenteuer mit Otto quer durch England. Der kleine Leser hat definitiv viel Neues kennengelernt und nimmt das Buch immer wieder gerne aus dem Regal heraus. Meiner Meinung nach hätte man aber die eine oder andere Station weglassen können, davor die restlichen mit mehr Informationen versehen können.
Das Buch ist eine solide Weiterführung der "Otto fährt los" Reihe und alle Otto-Fans kommen definitiv auf ihre Kosten. Da die Geschichte aber in sich abgeschlossen ist kann dieses Buch auch prima von Otto-Neulingen gelesen werden.





Heute fahren wir nach Anderswo
von Klaus Baumgart
Dieses Buch hebt sich aufgrund seiner besonderen Illustrationen eindeutig von anderen Kinderbüchern ab. Aber nicht nur die Illustrationen können hier überzeugen. Klaus Baumgart hat hier ein wunder- und eindrucksvolles Buch erschaffen. Tatkräftig unterstützt wurde er hierbei von seinem Enkel, der für die außergewöhnlichen Zeichnungen verantwortlich ist.
Bereits beim ersten Blick auf das Cover bekommt man einen Eindruck, welch einzigartige Zeichenstilmix einen bei diesem Buch erwartet. Mich hat dies von Anfang an überzeugt, aber wahrscheinlich ist dies nicht jedermanns Geschmack. Daher möchte ich gleich zu Beginn die Empfehlung aussprechen, dass diejenigen die über das Cover die Nase rümpfen, besser die Finger von dem Buch lassen sollten.
Die Verarbeitung des Buches ist qualitativ hochwertig und es liegt gut in der Hand. Der Einband ist stabil und die einzelnen Buchseiten haben eine angenehme Stärke. Die Seiten sind weder zu dick noch zu dünn und meiner Meinung nach sehr gut an das empfohlene Lesealter von ab 4 Jahren angepasst.
Ein gutes Kinderbuch zeichnet sich aber nicht nur durch eine hochwertige Verarbeitung und nette Bilder aus, außer natürlich es handelt sich um ein Bilderbuch. Auch der Text ist wichtig für die Qualität eines Buches. In diesem Punkt wurde ich glücklicherweise ebenfalls nicht enttäuscht. Die Schriftart ist angenehm, so dass der Text sich leicht vorlesen lässt und sogar für etwas geübtere Leseanfänger zum Lesen üben geeignet ist. Die Länge des Textes ist auf den einzelnen Seiten sehr unterschiedlich. So gibt es Doppelseiten auf den es recht lange Passagen gibt, aber auch welche auf denen nur einzelne Sätze vorkommen. Die Mischung passt meiner Meinung nach gut und ist als Gesamtkonzept auf jeden Fall stimmig.
Auf der Rückseite des Buches verspricht der Baumhaus Verlag, dass es sich hierbei um ein zauberhaftes Buch über die Kraft der Fantasie handelt. Ein ziemlich großes Versprechen und ich hatte leichte Bedenken, ob dies denn wirklich gehalten werden kann. Zu meiner großen Freude hat der Baumhaus Verlag sein Wort gehalten. Der kleine Leser war von Anfang an begeistert von dem Buch und wollte es immer und immer wieder vorgelesen bekommen. Einige Ideen aus dem Buch hat er auch in seine Spiele integriert und weiterverarbeitet und verfeinert.
Dieses warmherzige Buch hat den kleinen Leser und mich verzaubert und wir reisen seitdem öfter mal nach Anderswo. Manchmal mit und manchmal auch ohne Buch.
Ich möchte dieses Buch daher all jenen empfehlen, die gerne ihre Fantasie spielen lassen und neue Welten entdecken.





Stock & Stein
von Anne-Kathrin Behl
Autorin Anne-Kathrin Behl hat hier ein wirklich entzückendes Kinderbuch erschaffen, dass sowohl kleine als auch große Leser begeistern kann und die Fantasie anregt.
Bereits das Cover ist ein echter Hingucker und springt einem förmlich ins Auge. Die Farbkomposition ist sehr gelungen und stimmungsvoll. Stock und Stein dominieren das Coverbild und verdeutlichen gleich, worum es in dem Buch geht. Das Buch hat ein handliches Format und ist hochwertig verarbeitet. Es weist eindeutig die gewohnt gute Qualität eines Buches aus dem Baumhaus Verlag auf.
Die Altersempfehlung des Buches wird vom Verlag mit vier Jahren angegeben. Die Geschichte ist meiner Meinung nach allerdings recht einfach gehalten und somit auch für jüngere Kinder geeignet. Der kleine Leser, mit dem ich das Buch gelesen habe, ist knapp drei Jahre alt und hat die Lektüre des Buches sehr genossen. Ich denke allerdings, dass Kinder mit vier Jahren und darüber die Geschichte auf eine andere Art und Weise aufnehmen und die Geschichte auf ihre eigene Art und Weise weitererzählen können.
Liest man das Buch mit jüngeren Kindern muss man allerdings vorsichtig sein, denn die Seiten sind dem empfohlenen Lesealter angepasst, was ihre Stärke betrifft. Hiermit meine ich, dass es sich nicht mehr um die klassischen dicken Bilderbuchseiten handelt, die man aus den ersten Bilderbüchern für Kleinkinder kennt.
Die Zeichnungen sind großformatig angelegt und dominieren eindeutig die Seiten. Der Text ist in einer sehr gut lesbaren Schrift abgedruckt und die Schriftgröße sehr groß gewählt. Die Illustrationen sind lustig und detailreich und laden ein, dass man länger auf den einzelnen Seiten des Buches verweilt. Außerdem finde ich, dass die Bilder, natürlich in Kombination mit dem Text, zum Fantasieren anregt. Hier war für mich besonders interessant auf welche Ideen der kleine Leser gekommen ist, was man denn mit einem Stock und einem Stein alles machen kann. Kreativität wird in diesem Buch definitiv großgeschrieben.
Das Buch erscheint auf den ersten Blick ein wenig simpel und einfach. Beschäftigt man sich aber länger damit, merkt man erst wie viel dieses Buch eigentlich zu bieten hat. Besonders gut gefallen hat mir auch die Bandbreite an Emotionen die Stock und Stein in dieser Geschichte durchleben. Hervorheben möchte ich, dass sich Autorin Anne-Kathrin Behl nicht nur auf die sonnigen Seiten des Lebens beschränkt, sondern auch die nicht ganz so schönen Emotionen wie Trauer, Angst und Besorgnis in die Geschichte eingeflochten hat.
Das Buch hat dem kleinen Leser und mir sehr gut gefallen und vor allem die Erwachsenen im Haushalt gehen jetzt ein wenig gelassener mit der Tatsache um, dass sich ständig in jeder Hosen- oder Jackentasche Steine oder Stöcke befinden. Dieses Buch kann ich allen ans Herz legen die auch Kinder haben die Stöcke und Steine lieben und die auf der Suche nach einem Buch sind, dass die Fantasie anregt und einem ein Lächeln ins Gesicht zaubert.









