Kundenrezensionen von Karo





Little Hollywood
von Inga Hanka
In „Little Hollywood“ lernen wir Leonie kennen. Leonie möchte viel lieber Leo genannt werden. Sie steckt aktuell in der Abschlussphase in der Schule und möchte doch eigentlich nur ihre Freiheit genießen und sich von Regeln distanzieren. Ihr Leben ist geprägt von einer schwierigen Beziehung zu ihrem Vater, mit dem aktuell ein Sorgerechtsstreit läuft. Ein Streit der so sehr eskaliert ist, dass eine Strafanzeige gegen ihn gestellt wurde. Auch Liebeskummer und die Suche nach dem richtigen Partner bestimmt Leos leben. Olli küsst sie und lässt sie dann plötzlich sitzen. Ihr Zufluchtsort ist die Videothek „Little Hollywood“, in die sich Leo immer rettet, wenn ihr das Leben zu viel wird. Ihr Zufluchtsort wird nur von Jo gestört, der Zeit mit Leo verbringen möchte und so verhindert, dass sie sich in die Welt ihrer Filme retten kann. Doch mit Laufe der Zeit ändert sich ihr Verhältnis zu Jo und die beiden nähern sich an.
Inga Hanka hat einen Roman geschaffen, der mich sofort in meine Jugendzeit und in die Sommer des Erwachsenwerdens zurückversetzt hat. Die Autorin zeigt die leichten und schönen Seiten des Erwachsenwerdens, genauso wie die Zweifel, Hindernisse und Tücken des Prozesses. Durch ihren bildhaften Schreibstil versetzt einen die Autorin direkt in die Geschichte und es fühlt sich wie eine kleine Reise durch Leonies Leben an. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, Leonie und Jo auf ihrem Weg zu begleiten und zu beobachten, wie sie sich immer mehr annähern und auch die unschönen Momente des Lebens miteinander teilen. Besonders eindrucksvoll fand ich die Darstellung von Gefühlen in „Little Hollywood“. Ich konnte die beschriebenen Gefühle mehr als einmal nachvollziehen und ebenfalls fühlen und habe beim Lesen auf dem Balkon wirklich immer wieder Flashbacks in meine eigene Jugendzeit gehabt. Das zeugt für mich für einen sehr eindrucksvollen Schreibstil der Autorin. Ich werde das Buch auf jeden Fall nochmal lesen und definitiv vielen Menschen weiterempfehlen.





Wüstenzauber (Band 1)
von Marliese Arold
Wüstenzauber - Samiras magische Reise" von Marliese Arold hat mich bereits aufgrund des Covers überzeugt. Es vermittelt einfach ein besonderes Gefühl der Freiheit und Lebensfreude, da Samira auf ihrem Pferd durch die Wüste reitet und so durch eine weite Landschaft reist. Ich baue aktuell eine Bibliothek für meine erste eigene Klasse auf und habe mich sehr gefreut, dass "Wüstenzauber" in diese Bibliothek einziehen durfte.
Es dreht sich um Samira, die sehr abenteuerlustige und starke Tochter des Kaufmanns Tarik. Dieser bereist die Karawansereien der Wüste und sucht nach mächtigen magischen Gegenständen. Seine Tochter begleitet ihn auf diese Reise und erlebt hierbei einen schweren Schicksalsschlag, denn ihr Vater kommt nach einem Treffen mit einem Händler nicht zurück. Samira begibt sich auf eine Suche nach ihrem Vater und entdeckt hierbei nicht nur Informationen über ihren Vater, sondern auch über sich selbst und ihre eigene Magie. So trifft sie auch auf einen mächtigen Zauberer und muss sich diesem in den Weg stellen.
Die Schülerinnen und auch Schüler aus meiner Klasse haben sich sehr über "Wüstenzauber" gefreut und hatten es bereits kurz nachdem ich es in die Klassenbibliothek eingeführt hatte, mehrmals in der Hand und in unseren Pausen gelesen. Auch ich habe das Buch gesichtet, bevor ich es in die Klasse mitgebracht habe, und habe es ebenfalls als ein sehr schönes Buch empfunden. Die Protagonistin Samira ist toll gestaltet und wirkt sehr stark, eine schöne Protagonistin, die zum Vorbild für viele Mädchen werden kann. Die Mischung aus starken Charakteren und einer fantasievollen Geschichte hat mir gut gefallen, hier werden schöne Botschaften vermittelt, die viele junge Menschen stärken können. Ich bin sehr gespannt, wann der nächste Teil herauskommt und werde auch diesen für die Klassenbibliothek kaufen, schließlich müssen wir noch herausfinden, was mit Samiras Vater geschieht.





Vaterländer
von Sabin Tambrea
In "Vaterländer" erzählt Sabin Tambrea die berührende Geschichte seiner rumänisch-ungarischen Familie. Besonders emotional wird die Erzählung dadurch, dass man die Geschichte der Familie Tambrea durch die Augen dreier Generationen verfolgen kann und somit intensiv in die Gedanken und Gefühle von einem Sabin im Kinderalter, seinem Vater Bela und seinem Großvater Horea eintaucht. Auf emotional-intensive Weise verfolgt man Bela Tambrea bei seiner Entscheidung, die rumänische Heimat zu verlassen und sich mit seiner Familie in Deutschland niederzulassen. Wie es bei Migrationsgeschichten häufig der Fall ist, ist dieser Schritt mit großen Herausforderungen für alle Familienmitglieder verbunden und auch im Fall Tambrea merkt man schnell, dass der Umzug in ein neues Land nicht nur positive Facetten mit sich bringt und man sich immer wieder mit der eigenen Identität und dem Ausleben der Identität in der Ferne auseinandersetzen muss.
Ich kenne Sabin Tambrea aus der Serie Berlin Station und war deshalb zuerst überrascht, als ich seinen Namen auf einem Buch entdeckt habe. Doch relativ schnell wurde deutlich, dass Tambrea nicht nur ein talentierter Schauspieler, sondern ein ebenso talentierter Autor ist, der die Geschichte seiner Familie auf sehr emotional-berührende Weise niedergeschrieben hat. Der Aufbau von "Vaterländer" hat mir gut gefallen und auch der Sprung zwischen den verschiedenen Generationen wurde gut gestaltet. So beginnen wir zuerst mit der Perspektive des jungen Sabin und werden so direkt emotional abgeholt und entwickeln eine besondere Bindung zu Sabin. Auch die nachfolgenden Perspektiven des Großvaters und Vaters sind schön geschrieben und bringen uns die Lebensrealitäten verschiedener Generationen näher. Man erfährt teils grausame Informationen über das Leben im Rumänien der fünfziger Jahre und ich musste an der ein oder anderen Stelle wirklich schlucken. Das Wissen, dass es sich hierbei um eine reale Lebensgeschichte handelt, macht das Leseerlebnis noch deutlich emotionaler. Ich war beim Lesen dauerhaft emotional berührt und habe an der ein oder anderen Stelle mit den Tränen kämpfen müssen, aber ich kann die Lektüre nur empfehlen und hoffe sehr, dass viele Menschen "Vaterländer" lesen und von der Geschichte der Familie Tambrea berührt werden.





Ehemänner
von Holly Gramazio
"Ehemänner" von Holly Gramazio dreht sich um die Protagonistin Lauren, die eines Nachts einen großen Schrecken bekommt. So steht ein Mann in ihrem Hausflur, der behauptet, dass er Laurens Ehemann ist. Doch Lauren ist nicht verheiratet und kann sich das Erscheinen des Mannes gar nicht erklären. Als er dann auch noch auf ihrem Dachboden verschwindet und ein anderer Mann herunterkommt, der sich ebenfalls als ihr Ehemann vorstellt, weiß Lauren gar nicht mehr, was mit ihr geschieht. Woher kommt bloß der nicht enden wollende Vorrat an Ehemännern, der sich scheinbar auf ihrem Dachboden befindet.
Bereits das Cover von Ehemänner hat mich angesprochen. Viele Buchcover erscheinen mir aktuell sehr schlicht gehalten, während die rosa und lilafarbene Spirale aus Hasen sehr außergewöhnlich wirkt und mich wirklich fasziniert hat. Auch die Prämisse der Geschichte hat mich sofort angesprochen. Der Gedanke, dass ein nicht enden wollender Vorrat an Ehemännern auf dem Dachboden wartet, klingt spannend und wirkt gleichzeitig wie eine Kritik am modernen Datingverhalten, wonhohe Ansprüche und äußere Kleinigkeiten das Datingverhalten prägen und vieles oft sehr oberflächlich erscheinen lassen.
Die Autorin verbindet eine humoristische Erzählung immer wieder mit sehr ernsten Passagen und schafft so ein sehr unterhaltsames Leseerlebnis. Der Schreibstil hat mir gut gefallen, insbesondere weil viele Details im Versteckten liegen und erst durch tiefergehendes Lesen erkundet werden müssen. Es verstecken sich Details, die zum Nachdenken anregen und so den Unterhaltungsfaktor des Werkes mit einer tiefgehenden Lektüre verbinden.





Cascadia
von Julia Phillips
"Cascadia"von Julia Phillips spielt auf einer Insel im Nordwesten der Vereinigten Staaten. Hier lebt die Protagonistin Sam gemeinsam mit ihrer Schwester Elena und ihrer Mutter. Die Familie lebt in ärmlichen Verhältnissen und die beiden Schwestern tun alles, um die Pflegekosten ihrer Mutter zu finanzieren und ihr und sich irgendwann ein besseres Leben zu ermöglichen. Insbesondere Sam hatte ganz andere Wünsche und Träume und wollte vieles aus ihrem Leben machen - Träume, die jetzt so weit entfernt scheinen. Die Autorin zeichnet hier ein berührendes Porträt der beiden Schwestern und der Träume und Herausforderungen, mit denen sich beide herumschlagen müssen. Die Geschichte der Schwestern ist berührend und trotz der Schicksalsschläge und Herausforderungen merkt man die Hoffnung, die beide noch in sich tragen. Als ein Bär auf der Insel auftaucht, scheint dieser das Leben der Schwestern nachhaltig zu verändern und vornehmlich Sam aufzuzeigen, dass sie lange an etwas festgehalten hat, was sich immer mehr als Illusion herausstellt. Der Bär und die von ihm ausgehende Bedrohung zieht sich durch den Roman und macht nachdenklich, aber strahlt auch einfach eine gewisse Bedrohung aus, die man beim Lesen regelrecht spürt und die einen richtig einnimmt. Die Charaktere sind schön und vor allem sehr realistisch gestaltet. Sie wirken sehr nah und haben ihre Ecken und Kanten, die sie greifbar werden lassen. "Cascadia" ist ein Buch, das mich noch nach der Lektüre lange beschäftigt hat. Ich musste es eine ganze Weile sacken lassen und kann es wirklich nur weiterempfehlen.





Experienced. Die Liebe bietet unbegrenzte Möglichkeiten
von Kate Young
"Experienced" von Kate Young dreht sich um die Protagonistin Bette. Bette ist dreißig Jahre alt und führt eine vermeintlich glückliche Beziehung mit Mei. Doch plötzlich und für Bette ziemlich unverständlich fordert Mei eine dreimonatige Beziehungspause und begründet diesen Wunsch damit, dass Bette sich erstmal richtig ausleben und finden muss. Bette ist ziemlich überfordert und traut sich nicht, für ihre eigenen Wünsche einzustehen. So landet sie gezwungenermaßen bei One Night Stands und auf Dating-Apps und fühlt sich zuerst einfach nur unwohl. Doch nach einiger Zeit verändert sich ihre Meinung und sie erhält das Gefühl, dass Mei vielleicht doch nicht ihre große Liebe ist.
Ich habe mich für "Experienced" beworben, da mir das schöne hellblaue Cover mit der lebensfrohen Frau sehr gefallen hat. Auch den Roman fand ich überzeugend. Er setzt sich mit vielen aktuellen Themen auseinander und hat keine Hemmnisse bei der Thematisierung von Querness und Sexualität. Mir hat diese offene Auseinandersetzung mit diesen Themen, die ja sonst eher gescheut werden, sehr gut gefallen. An der ein oder anderen Stelle hat sich das Buch für mich ein bisschen gezogen, hier sind Handlung und Schreibstil einfach etwas ausufernd geworden und haben mich ein kleines bisschen verloren. Die ein oder andere Entscheidung der Handlung und Charaktere schien mir zwar sehr vorhersehbar, trotzdem hatte ich alles in allem eine sehr schöne Lektüre.





Bücher und Barbaren
von Travis Baldree
Bei "Bücher und Barbaren" von Travis Baldree handelt es sich um die Vorgeschichte zu seinem Werk "Magie und Milchschaum". So geht es um die Ork-Kriegerin Viv, die sich bei einem Kampf verletzt und nun gezwungen ist, eine Auszeit in der Küstenstadt Murk zu nehmen. Da sie niemand ist, der einfach still sitzen kann, übernimmt sie die Erneuerung des Bücherladens als ein Projekt. In Murk trifft sie auf viele verschiedene Charaktere, die schnell zu einem Teil ihres Lebens werden und dafür sorgen, dass ihre Auszeit in Murk gar nicht so langweilig wird, wie noch anfangs angenommen. So versucht sich die Gnomin Gallina als gute Kämpferin für Rackam zu beweisen und ein Neuankömmling treibt sein Unwesen in der Stadt.
"Bücher und Barbaren" ist wie schon "Magie und Milchschaum " eine schöne Cozy-Fantasy. Ein schöner Schreibstil treffen hier auf sorgfältig und liebevoll gestaltete Charaktere und schaffen so die richtige Cozy-Stimmung für dieses Buch. Wie schon angesprochen sind die Charaktere schön gestaltet und man kann sie regelrecht vor sich sehen und ihre Emotionen nachvollziehen. Das Setting hat mir auch sehr gut gefallen; es ist irgendwie was ganz Besonderes, wenn Bücher über Bücher oder in diesem Fall halt eine Buchhandlung handeln und so eine besondere Bedeutung schaffen. Man muss definitiv ein Freund von Cozy-Büchern sein, sonst wird man etwas Spannung und schnelle Handlung vermissen aber mir hat das ganze sehr gut gefallen und ich kann es allen Personen empfehlen, die schon "Magie und Milchschaum" mochten.





Zuckerbrot
von Kaur Jaswal Balli
"Zuckerbrot" von Balli Kaur Jaswal dreht sich um die Protagonistin Pin, eine junge Punjabi, die gemeinsam mit ihrer Familie in Singapur lebt. Obwohl Singapur eigentlich als multikulturelle Stadt bekannt ist und Menschen aller Religionen und Herkünfte in der Stadt zusammentreffen, sieht sich Pin mit Ausgrenzung und Rassismus konfrontiert. So wird sie etwa von ihrem Schulbusfahrer täglich angegriffen und ausgegrenzt und auch in der Schule hat sie es aufgrund ihres Status und der Tatsache, dass sich ihre Eltern den Schulbesuch nur mit einem Stipendium leisten können, schwer. Wäre das nicht schon genug für ein so junges Mädchen, muss Pin auch mit familiären Herausforderungen zurechtkommen. Jeder erzählt ihr, dass sie niemals so werden darf wie ihre Mutter - eine Aussage, die Pin absolut nicht nachvollziehen kann. Ihre Mutter ist begeisterte Köchin und drückt sich selbst durch die vielen bunten Gerichte aus, die sie für ihre Familie schafft. Als dann plötzlich Pins kranke Großmutter zur Familie zieht, werden Geheimnisse aufgedeckt, die Pins Meinung von ihrer Familie verändern könnten.
"Zuckerbrot" zeichnet ein sehr authentisches Bild des Lebens in Singapur und drückt Pins Gefühle und Gedanken sehr verständlich und realistisch aus. Man bekommt großes Mitleid, wann immer sie ausgegrenzt und angegangen wird und möchte sie manchmal einfach in den Arm nehmen und sie trösten. Die Familiengeschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt und ermöglicht uns so einen Einblick in die Kindheit und Jugend von Pins Mutter und den Ereignissen dieser Zeit. Zudem werden auch gesellschaftliche Themen wie Rassismus, Sexismus und Klassenkonflikte in "Zuckerbrot" angesprochen und mit viel Fingerspitzengefühl, aber sehr nachvollziehbar verarbeitet. Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. So sind die Charaktere alle schön und nachvollziehbar gestaltet - man fühlt mit ihnen mit und entwickelt gleichzeitig eine Abneigung gegen so manche Personen in diesem Buch. Der Schreibstil ist am Anfang etwas schleppend und es dauert ein bisschen, bis man sich in die Lektüre eingearbeitet hat, aber danach hat man ein sehr schönes Leseerlebnis und taucht in eine neue Kultur und ein ganz neues Land ein.





Bad Business. Deal mit dem Tod
von Lucie Flebbe
Bei "Bad Business" von Lucie Flebbe handelt es sich um einen Kriminalroman, der im Setting einer großen Klinik spielt. Wir treffen auf die Protagonistin Mieke Jentsch, die schon sehr lange als stellvertretende Klinikverantwortliche tätig ist. Als ihr Vorgesetzter Suizid begeht, nimmt sie seine Position ein - eine Stelle, nach der sie sich schon lange gesehnt hat. Doch nachdem sie jetzt endlich am Ziel angekommen ist, merkt sie, wie skrupellos und kalt es in ihrem Berufsfeld zugehen kann. Sie taucht immer tiefer in die Welt der Kliniken sowie in einen Milliardendeal ein, bei dem Kliniken an einen Medizinkonzern verkauft werden sollen. Hierbei deckt sie dunkle Geheimnisse auf und beginnt den Tod ihres Vorgesetzten zu hinterfragen - handelt es sich wirklich um einen Suizid?
Ich fand "Bad Business" wirklich sehr spannend. Der Kriminalroman behandelt ein Thema, mit dem ich mich sonst wohl eher nicht auseinandergesetzt hätte und der Einblick in das Feld hat mir wirklich gut gefallen. Es ist auf jeden Fall ein brisantes und teilweise undurchdringbares Feld und eignet sich deshalb auch sehr gut als Schauplatz für einen Kriminalroman. Die Autorin hat dieses Setting für sich genutzt und zusammen mit der Handlung und den Charakteren viel Spannung geschaffen. Ich habe die Story sehr gerne begleitet und mitgerätselt. Der Schreibstil hat mir an sich gut gefallen, war allerdings teilweise sehr langatmig und mir einfach etwas zu viel. Hier hätte ich mich über die ein oder andere Kürzung gefreut, das hätte einen besseren Lesefluss geschaffen. Auch wenn mir die Charaktere gefallen, muss ich anbringen, dass die Autorin meiner Meinung nach zu oft und zu schnell zwischen den verschiedenen Charakteren springt. Die Kapitel sind aus vielen verschiedenen Blickwinkeln geschrieben und man erhält hierdurch zwar einen Einblick in die verschiedenen Charaktere, mir war der Wechsel jedoch viel zu schnell und zu oft und insbesondere am Anfang war ich einfach nur verwirrt und wollte eigentlich gar nicht mehr weiterlesen. Hätte ich es nicht für eine Leserunde gelesen, hätte ich es hier wohl abgebrochen und das wäre sehr schade gewesen, denn der weitere Handlungsverlauf ist wirklich toll.





Happy Hour
von Marlowe Granados
Happy Hour" von Marlowe Granados transportiert uns nach New york. Isa Epley ist vor kurzem von London nach New York gezogen und versucht sich nun in der Stadt einzuleben. Mit 21 Jahren ist sie noch sehr jung und setzt eine Priorität ihres Lebens im Vergnügen. So verkauft sie tagsüber Klamotten an einem Straßenstand und nutzt das Geld, um sich eine Zwischenmiete im Stadtteil Brooklyn zu finanzieren. Nachts taucht sie in die glitzernde und schillernde Welt der Upper East Side ein und verkehrt hier neben den Reichen und Schönen - immer auf der Suche nach jemandem, der ihren Drink bezahlt und ihr so einen Partyabend ermöglicht.
"Happy Hour" hätte ein wirklich spannendes Porträt eines New Yorker Lebens werden können. Den Gedanken, zwei junge Frauen bei ihrem Leben in einer der teuersten Städte der Welt zu begleiten und herauszufinden, wie sie sich die Teilnahme ermöglichen, hat mich sehr angesprochen und ich hatte mich sehr über meinen Gewinn gefreut. Leider wurde die Freude schon auf den ersten Seiten des Buches enttäuscht. Der Schreibstil der Autorin ist sehr anstrengend und eher emotionslos - man konnte keine Bindung zu den Charakteren oder der Handlung aufbauen, da die Autorin diese durch ihren nüchternen Schreibstil unterbunden hat. Außerdem wurde hier dauerhaft mit eingeschobenen Sätzen gearbeitet. Ich weiß nicht, ob das der Schreibstil der Autorin oder eine Entscheidung bei der Übersetzung war, aber es stört den Lesefluss massiv. Außerdem gab es einfach viel zu viele Charaktere in diesem Werk. Immer wieder wurde ein neuer oder eine neue Protagonistin eingeführt und dann wieder so vergessen, dass ich teilweise einfach nur noch verwirrt war und kurz überlegt habe, ob ich dem Buch nur folgen kann, wenn mir ein Charakterbaum vorliegt.
Durch ihren nüchternen Schreibstil, die Entscheidungen hinsichtlich der Charaktere, die einfach nicht genügend eingeführt und ausgestaltet wurden und auch aufgrund der repetitiven Handlung hat Marlowe Granados hier viel Potenzial verschenkt. Es hätte ein toller Einblick in das Leben zweier junger Frauen und eine Darstellung der New Yorker Klassenunterschiede werden können, war aber schlussendlich einfach nur eine anstrengende und langweilige Lektüre, die ich am liebsten abgebrochen hätte.









