Kundenrezensionen von Bibibabby





Wieso? Weshalb? Warum? Sonderband - Mein ABC der Fahrzeuge
von Patricia Mennen
Meine Kinder lieben die "Wieso? Weshalb? Warum?"-Reihe und waren ganz begeistert, dieses Buch zu bekommen, zumal, dass das Thema Fahrzeuge von meinen Kindern sehr beliebt ist.
Wie immer haben sie als erstes alle Klappen aufgemacht und dabei auch das große Poster entdeckt.
Die Aufmachung des Buches entspricht der "Wieso? Weshalb? Warum?"-Reihe: Seiten aus dicken Pappe mit vielen detaillierten Illustrationen und vielen Klappen. Ich war eigentlich positiv überrascht, dass es so viele Klappen und Texte gibt: Irgendwie dachte ich, es würde ein Beispiel pro Buchstabe geben. In der Tat ist das Buch im Grunde ein Sachbuch im WWW-Stil über Fahrzeugen, nur alphabetisch geordnet.
Das Buch enthält wirklich sehr viel Inhalt und Sachwissen. Mit 24 Seiten ist es auch länger als die üblichen Wieso? Weshalb? Warum? Sachbücher. Bei praktisch allen Buchstaben gibt es mehrere Fahrzeuge. Beim "F" gibt es sogar eine Doppelseite mit allem, was mit Flugzeugen und Flughafen zu tun haben. Auch ungewöhnliche "Fahrzeuge" sind vertreten, zum Beispiel: der Marsrover, oder Inlineskates.
Fazit: Ein tolles Buch zum Vorlesen oder selbst lesen.





Fliegt, Wilde Schwäne
von Jung Chang
Ich bin gegenüber diesem Buch zwiegespalten. Einerseits bietet es einen faszinierenden Einblick in das Leben des Autors. Andererseits gibt es jedoch nur sehr wenig Inhalt über die gewaltigen Veränderungen, die China in den letzten 50 Jahren durchlaufen hat.
Als im Ausland aufgewachsener Chinesin dachte ich, dieses Buch würde mir helfen, die Welt besser zu verstehen, in der meine Eltern aufgewachsen sind. Was ich vorfand, war eine Welt, die meilenweit von der Realität meiner Familie und wahrscheinlich auch vom Leben der meisten Chinesen entfernt ist.
Von Anfang an wird deutlich, dass die Autorin außergewöhnlich ist: als Kind eines hochrangigen Beamten in privilegierten Verhältnissen geboren, mit einer Mutter, die selbst eine Machtfigur ist. Sie verlässt China zu einer Zeit, in der es nur wenigen Menschen überhaupt gelingt, ins Ausland zu reisen. Ihre Suche nach der Wahrheit bringt sie in Konflikt mit der Regierung, was ihre späteren Besuche in China prägt.
Der Anfang des Buches ist ziemlich faszinierend, da ihr Privatleben die schreckliche kulturelle und politische Lage unter Mao sehr deutlich widerspiegelt. Ich fand den Mittelteil etwas langatmig, da die Autorin ihre Recherchen für ihr Buch über Mao beschreibt, und das letzte Drittel konzentriert sich hauptsächlich auf ihre Interaktionen mit der Staatssicherheit. Doch während dieser Zeit spiegeln sich die bahnbrechenden Veränderungen in der chinesischen Gesellschaft kaum im Buch wider.
Die "Geschichte" endet im Jahr 2024 in einem eher pessimistischen Ton, doch ich hatte den Eindruck, dass die Autorin mehr vom Geist Maos heimgesucht zu sein scheint als die heutige chinesische Gesellschaft.





DU und ICH gegen das Erdnussbuttermonster
von Andy Griffiths
Dieser Band ist der zweite der "Du und Ich"-Reihe, die bei meinen beiden Kindern (7 und 4 Jahre alt) besonders beliebt ist. Mein Siebenjähriger, der normalerweise nur Comics liest, hat dieses Buch in ein paar Stunden verschlungen.
Die Geschichte ist eine "Fortsetzung" des ersten Bandes, insofern dass einige Nebenfiguren wieder erscheinen und es auf einige Ereignisse aus dem letzten Band Bezug genommen wird. Dennoch kann man dieses Buch auch problemlos unabhängig lesen.
Die Geschichte ist spannend und herrlich chaotisch. Die Handlung kann einfach so zusammengefasst werden: Du und Ich finden ein Loch, springen einfach hinein und erleben ein unglaublich fantasievolles Abenteuer.
Das Highlight des Buches ist aber nicht die Geschichte, sondern die zahlreichen Zeichnungen, die vielen lustigen Details enthalten. Mein Kind hatte so viel Spaß daran, die lustigen Bilder genau zu betrachten!
Ich finde dieser Band allerdings nicht ganz so stark wie den vorherigen. Im ersten Hälfte des Buches gibt es viele Stellen, an denen die Figuren über mehrere Seiten hinweg einfach in Löchern fallen. Auch der rote Faden ist zu Beginn nicht so klar erkennbar: die Figuren stolpern einfach voran, bis das Erdnussmonster erscheint.
Im allgemeinen hat das Buch meinen Kind aber richtig gut gefallen, und die kleinen Schwächen spielen für das jüngere Publikum keine Rolle.





Die Känguru-Rebellion,6 Audio-CD
von Marc-Uwe Kling
Marc-Uwe Kling ist ein meisterhafter Satiriker!
In diesem Buch greift er große gesellschaftliche und politische Themen auf und vermittelt sie auf eine pointierte und gleichzeitig sehr zugängliche Weise. Selbst als Nicht-Muttersprachlerin konnte ich den behandelten Themen mühelos folgen. Man muss sich keineswegs besonders gut mit der deutschen Politik auskennen, um die Satire genießen zu können.
Inhaltlich greifen seine Beobachtungen viele bekannte Motive aus dem linken Diskurs auf. Die Aussagen sind dabei nicht unbedingt revolutionär oder besonders kontrovers – und genau darin liegt auch gar nicht die Stärke des Buches.
Die wahre Kunst liegt in der Verpackung: Politische Themen werden in unterhaltsame, leicht verdauliche Kapitel gegossen. Die Dialoge zwischen dem Känguru und dem Autor sind witzig, charmant selbstironisch und machen einfach Spaß. Die Figuren sind nahbar und liebenswert, und der Schreibstil ist angenehm leicht zu lesen. Immer wieder gibt es längere, fast schon rauschhafte Absätze, in denen ein Thema aus allen Perspektiven beleuchtet wird – im Hörbuch vom Autor selbst großartig vorgetragen.
Das Hörbuch wurde vor Live-Publikum aufgenommen und lohnt sich absolut. Es hat stellenweise fast den Charakter eines Kabarett-Programms, was das Ganze besonders lebendig und unterhaltsam macht.





OTTO fährt los – Eine Reise nach England
von Madlen Ottenschläger
Meine Kinder waren absolut begeistert, ein neues Otto-Buch zu bekommen. Sie lieben den kleinen VW-Bus und seine tollen Abenteuer.
Diesmal reist Otto in den Sommerferien mit Freda und Arthur nach England und besuchen viele aufregende Sehenswürdigkeiten: Tower Bridge, Buckingham Palace, Big Ben, Stonehenge, Sherwood Forest... Wie immer sind die Bilder absolut traumhaft, und die Figuren wirken sehr sympathisch.
Diesen Band finde ich deutlich besser als die vorherigen: Die Erzählung ist strukturierter und die Übergänge von Ort zu Ort machen das Lesen auch flüssiger, zumindest in der ersten Hälfte. Besonders gut gefallen hat mir die Karte, wo alle Anhaltspunkte eingezeichnet sind, und die Packliste, mit allen Gegenständen. Auch der kleine Handlungsstrang mit Sherlock Holmes finde ich süß, auch wenn meine Kinder die Figur noch gar nicht kennen.
In der zweiten Hälfte wirkt der Schreibstil leider schon wieder ein bisschen abgehakt, und auch die besuchen Orte sind nicht mehr so gut dargestellt (Tintagel Castle, Bedruthan Steps).
Insgesamt: schönes Buch mit tollen Bildern. Hat meinem Vierjährigen gut gefallen.





Nico & Daimon - Verflammt gute Freunde
von Katja Brandis
Das Cover sieht sehr cool aus und auch die Illustrationen im Buch sind richtig toll. Es gibt viele Stellen, wo die Geschichte als Comic dargestellt wird, was den Text schön auflockert.
Handlung: Der junge Nico kommt an eine neue Schule, hat aber leider keine Freunde und wird gemobbt. Sogar ein Lehrer macht ihm das Leben schwer. Nach einer mysteriösen Begegnung taucht plötzlich ein Drache in seinem Zimmer auf, mit dem Nico sich schnell anfreundet.
Die Geschichte klingt vielversprechend, allerdings ist der Schreibstil weniger aufregend als die Illustrationen und fühlt sich manchmal etwas langatmig an. Als Erwachsene finde ich die Handlung insgesamt etwas oberflächlich und es wird nicht ganz klar, wohin die Ereignisse führen. Es passiert zwar viel, aber der rote Faden ist nicht ganz klar zu erkennen.
Für eine Zielgruppe ab 10 finde ich, dass das Buch an Tiefe fehlt. Jüngere Kinder dürfte das aber weniger stören.





The House Witch 1
von Delemhach Emilie Nikota
Das ist genau die Art von Geschichte (ruhig, feel-good", die ich mir als Fernsehserie gerne ansehen würde. Als Buch fiel es mir leider schwer, sie durchzulesen. Ich vergebe 3 Sterne, vor allem weil sie so langatmig war.
Die Geschichte lässt sich am besten als „gemütlich“ beschreiben: Es gibt kaum Spannung oder Action, stattdessen konzentriert sie sich auf Szenen aus dem Alltag, während sich Finlay Ashowan in seine neue Rolle als königlicher Koch einlebt. Es gibt sogar zwei Kapitel, in denen wir die Katze bei ihren täglichen Runden begleiten.
Es gibt vier verschiedene „Handlungsstränge“ (oder Themen), die sich durch das Buch ziehen: Fins romantische Beziehung zu Annika, seine Beziehungen zu anderen Bewohnern des Schlosses, die Entwicklung von Fins magischen Kräften und die militärische Bedrohung für das Königreich. Letzteres betrachte ich als die „eigentliche Handlung“ der Geschichte, auch wenn sie im Hintergrund bleibt. Die Geschichte schreitet so langsam voran, dass selbst nach einem Drittel des Buches kaum ein Hauch von Handlung zu erkennen war. Was auch immer sich an Handlung abzeichnet, kommt bis zum Ende des Buches kaum voran.
Was ich jedoch spürte, war eine unterschwellige moralische Agenda. Finlay hat einige recht moderne Ideen und Werte, die seinen Umgang mit den Menschen um ihn herum prägen. Wären da nicht seine magischen Kräfte, könnte man meinen, es handele sich um die Geschichte eines Mannes aus dem 21. Jahrhundert, der in dieses Schloss teleportiert wurde.
Trotz der vielfältigen Besetzung und der Länge des Buches gibt es außer bei Fin kaum Charakterentwicklung, und selbst dort findet das meiste davon erst in den letzten drei bis vier Kapiteln statt.
Insgesamt: kein schlechtes Buch, nur nicht mein Geschmack.





Witch of the Wolves: Halbmond Erbe
von Kaylee Archer
Dieses Buches Ist viel spannender, als ich erwartete und hat mich von Anfang bis Ende in Atem gehalten!
Handlung: Cordelia ist eine hexe und wurde von ihrer Tante großgezogen. Eines Tages wird sie von ihrer Vater entführt und zu seinem Rudel gebracht, da dieser ein Werwolf ist. Dort wird von ihr erwartet, dass sie der Nachfolger ihres Vaters, Bishop Danvers, heiratet.
Die Handlung ist spannend und ziemlich komplex. Es gibt viele Ebenen von Konflikten und Verschwörungen, die die Heldin im Laufe des Buches aufdeckt. Die Wendung am Ende fand ich sehr unerwartet und eigentlich auch etwas unnötig traurig.
Der Schreibstil war im Großen und Ganzen in Ordnung, obwohl ich fand, dass die ersten Kapitel etwas zu viele Erklärungen enthielten. Es wirkt, als ob der Autor den Lesern nicht zutraute, die richtigen Schlüsse zu ziehen, und deshalb alles klarstellen musste. Das Buch lässt dem Leser keinen Raum zum Nachdenken, auch wenn es die perfekte Geschichte wäre, um über Machtdynamiken und den Kontrast zwischen den frauenzentrierten Hexen und den patriarchalen Werwölfen zu reflektieren.
Die Liebesgeschichte finde ich eher "unschuldig": Bishop ist ein weißer Ritter, der perfekte Partner, und es gibt keine düsteren (dark) Untertöne, die in den meisten Werwolfgeschichten vorhanden sind.
Spice: open door, explizite Szenen, auch wenn sie ihre Beziehung nicht komplet vollziehen.





Logbuch einer Himmelsstürmerin
von Frauke Angel
Hin und wieder stoße ich auf ein Buch mit einer an sich guten Geschichte, die der Autor aber irgendwie komplett ruiniert. Ich hatte mich sehr darauf gefreut, dieses Buch zu lesen: Das Cover ist süß, die Hauptfigur, die Roboter baut und Astronaut werden will, hätte meinem Kind super gefallen. Die Geschichte an sich ist auch kindgerecht: Mini ist traurig, weil ihre beste Freundin plötzlich ihre Zeit mit neuen Freundinnen verbringt, anstatt mit ihr einen Roboter zu bauen.
Mini unternimmt jedoch nichts dagegen und verbringt etwa die Hälfte des Buches damit, sich über die "Topmodels" zu beschweren -- die Freundesgruppe, der sich ihre Freundin Silla angeschlossen hat. Mini nennt sie ständig dumm, während sie selbst im Vergleich so intelligent ist: Sie mag Naturwissenschaften und baut Roboter.
Die herablassende Kommentare finde ich schade: "meine beste und klugste Freundin will ein ferngesteuerter Kleiderständer werden", "viel schlimmer wäre es, wenn ich immer schon die Dümmste gewesen wäre und auch dumm bliebe", "ich persönlich finde zwar, sie sollten erstmal an ihrer Intelligenz arbeiten"...
Ich hätte das als normale Reaktion eines verärgerten Kindes akzeptiert, wenn da nicht all die anderen Sachen wären, die ich in einem Buch für Achtjährige absolut unangebracht finde:
- Erwähnungen von Methoden zum Abnehmen, wie Fasten, literweise Wasser trinken anstatt Essen, sich operieren lassen...
- Schminken, Maniküre (mit Fake Nägeln), Lashes, Ganzkörper-Make-Up mit Sprühdosen,
- die Topmodels bekommen plötzlich Brüste (BH gestopft... sie sind ca. acht Jahre alt)
- Schönheitsideale wie: mit einer Narbe kann man nicht Topmodel werden, Oberschenkel dürfen sich nicht berühren
Auch wenn diese Sachen herablassende erwähnt werden, finde ich nicht, dass sie zu einem Buch für Achtjährige gehören.
Irgendwann taucht der alte Kitafreund Erik auf, der jetzt "Erika" heißt, ohne, dass diese Begegnung irgendwas zur Handlung beiträgt.
Darüber hinaus gibt es 4x "Kackscheiße", 2x "Scheiße", einmal "Behindi-Bonus", dann klingt "hässlicher Giftzwerg" nicht mehr so schlimm.





Keine Panik - wir stellen die Schule auf den Kopf
von Ilona Einwohlt
Dies ist unser erstes Buch vom Südpol Verlag und wir müssen unbedingt erwähnen, wie wunderbar die Seitengestaltung ist. Auf jeder Seite finden sich farbenfrohe Bilder und der Zeichenstil ist witzig und ansprechend. Der text ist so formatiert, dass einige Wörter durch eine andere Schriftgröße, -art oder -farbe hervorgehoben sind, was das Lesen interessanter macht.
Die Handlung ist ziemlich geradlinig: Die Grundschule ist in einem desolaten Zustand und es wird geplant, das Grundstück, wo sich ihr derzeit ungenutzter Garten befindet, zu verkaufen, um Renovierungen zu finanzieren. Die Schüler sind natürlich damit überhaupt nicht einverstanden und finden einen Weg um den Verkauf zu stoppen.
Die Geschichte ist abwechslungsreich, auch wenn nicht besonders abenteuerlich. Der Schreibstil ist lustig und lebendig, perfekt für Lesemuffel. Mein Sohn, der gut lesen kann, sich aber lieber für Comics interessiert, hatte viel Spaß beim Lesen.
Die Figuren sind alle sehr liebenswert, leider sehe ich die Spitznamen für den Schuldirektor (Herr Schildkröte) und den Hausmeister (Fauli) nicht besonders positiv. Die Geschichte ist ansonsten kindgerecht und spannend.
Insgesamt: 5 Sterne









