Kundenrezensionen von Blake





Das Gesetz der Natur
von Solomonica de Winter
Das Gesetz der Natur hat einen sehr interessanten Einstieg, wir erfahren sehr Bruchstückhaft den Kontext über Gaia, den Jäger und den Lehrer, aber in einem angenehmen Tempo um nicht zu frustrieren. Hin und Wieder gibt es noch Wordlbuilding in Form von den "Gesetzen der Natur" welche als eine Art Zwischenkapitel erläutert werden. Untermalt werden diese wirklich guten ersten 200 Seiten von einem sehr einzigartigen Schreibstil, welcher mich erst störte aber dann etwas poetisches entfaltete.
Erst dachtete ich, dass nach diesem ersten Drittel die Suche nach letzten Büchern losgeht, aber dies geschieht erst im letzten drittel und der Mittelteil fühlt sich wie filler an. Die Handlung verliert in der Mitte auch irgendwie die Orientierung, das Zeitgefühl ist etwas vezerrt, es alles wird zäh wie Kaugummi erzählt und wiederholt sich nur. Abgesehen von den Kapiteln mit den Gesetzen wird auch kaum Wordlbuilding betrieben, es gibt vier Nationen und zwei davon werden lediglich einmal erwähnt, Was Mutanten sind wird nie erklärt, wie die Apokalypse entstanden ist genauso wenig und so dümpelt die Geschichte so vor sich hin.
Das Ende bzw. dessen Bedeutung habe ich nicht verstanden. Ich bin mir ziemlich sicher die Autorin wollte besonders mit den letzten Seiten etwas sagen, ich kann mir nicht erschließen was genau.
"Das Gesetz der Natur" kann ich leider trotz schönem Schreibstil und interessantem Einstieg nicht weiterempfehlen.





Die rätselhaften Honjin-Morde
von Seishi Yokomizo
Die rätselhaften Honjin-Morde ist ein gorßartiges Beispiel von mittelmäßigkeit, keinesfalls schlecht und trotzdem nicht überragend gut.
Das Glossar und das Personenregister waren nett, habe ich aber nicht für nötig gehalten. Das lag wahrscheinlich daran, dass das Personenregister eigentlich auch schon alles über die Charaktere aussagt, sie haben keine tiefe und auch wenn ich nicht immer sofort wusste wer zu wem in welcher Beziehung stand war das ohnehin nie wirklich wichtig. Sowohl die Charaktere als auch die Handlung sind hauchdünn und der Grund warum ich Die rätselhaften Honjin-Morde nur als mittelmäßig empfinde. Fairerweise gibt es sonst keine großen Kritikpunkte, es will nicht mehr als ein simpler Krimi und kurweillige unterhaltung sein und das gelingt Seishi Yokomizo ziemlich gut.
Krimi-Fans kann ich Die rätselhaften Honjin-Morde bedingungslos empfehlen.





Vega 1 - Der Wind in meinen Händen
von Marion Perko
Vega ist eine kleine Mogelpackung, es wirkt im Klappentext und auch am Anfang eher wie eine Sci-Fi Dystopie mit den ganzen Folgen des Klimawandels und Vegas Fähigkeiten. Ziemlich schnell aber wird das Buch zu einem Thriller bei dem absolut alles schief geht.
Vega ist unglaublich naiv und nervig ohne Ende, Dinge die selbst für Vega offensichtlich sein sollten bemerkt sie nicht und auch sonst vertraut sie blind, oder zweifelt stark an je nachdem was der Plot verlangt. Wahrscheinlich liegt das an dem "ab 12 Jahren" Marketing, es gibt mehrere wütende Monologe in denen Klimaaktivist*innen kritisiert werden, aber eine wirkliche Kritik des Systems oder von wirklich einflussreichen Akteuren gibt es nicht.
Der Plot selbst passt auf einen Bierdeckel und wurde bis auf das maximum gestreckt, nur um dann alle wichtigen Fragen doch nicht aufzuklären. Den Großen Plottwist habe ich von Anfang an kommen sehen und war mehr als offensichtlich, wobei es gegen Ende andauernd irgendwelche unsinnigen Plottwists gibt, so das die letzten 50 Seiten sich wie ein Fiebertraum lesen.
Enden tut das ganze sehr abrupt und selbst nach den ganzen twists bleiben mehr Fragen offen als vorher.





Der Geruch von Wut
von Gabriele Clima
"Der Geruch von Wut" will viel sein und viel wichtiges sagen, scheitert aber an der auführung.
Gabriele Clima will davon erzählen was trauer, Trauma und wut mit einem machen und welche destruktiven wie gefährlichen Ausmaße dies annehmen kann, durchleuchtet wie besonders emotionale Ausnahmesituationen perfekt sind um in den Rechtsextremismus rekrutiert zu werden. Leider aber wird das alles eher angeleuchtet und oberflächlich betrachtet als wirklich tiefgründig in diese Themen einzusteigen, die Handlung wirkt etwas planlos wie sie im Erzähltempo schwankt und keine richtige Stuktur bildet. Genauso platt sind die Charaktere welche wirken wie eine spontane Idee die umgesetzt wird ohne sie zu vertiefen oder auszubauen.
"Der Geruch von Wut" liest sich mehr wie eine Rohfassung, eine gutes aber noch unausgereiftes Konzept das ohne den nötigen Feinschliff veröffentlicht wurde.





Auf See
von Theresia Enzensberger
Ich würde ja am liebsten mit dem positiven anfangen, das wäre aber wahrshceinlich der Klappentext.
In der ersten hälfte dümpeln die Handlungsstränge von Yada und Helena so vor sich hin und werfen bei einem die Frage auf in welcher Beziehung die beiden zueinander stehen und was es mit ihnen auf sich hat. In der Mitte wird dies aufgelöst, irgendwie halt. Es wird in der Geschichte nicht erklärt wie das jetzt geschehen ist und den twist habe ich ab den ersten Seiten schon kommen sehen.
In der zweiten hälfte passiert gefühlt nichts bewegendes mehr und das Buch fühlt sich wie eine hälfte von jeweils zwei Büchern einander geklebt und nicht wirklich zusammenhängend. Das Ende wirkte sehr abrupt und ich habe nicht verstanden was die Autorin mir damit sagen will. Das Highlight war das "Archiv" von Helena indem von realen Utopien bzw. Versuche eine zu werden berichtet wird und wie sie scheiterten.
Gleich der Handlung wirkten die Charaktere für mich flach und Schablonenhaft.
Leider konnte "Auf See" meine Erwartungen nicht entsprechen und nutzt kaum etwas von dem großen Potenzial von den im Mittelpunkt st





Die Wunder
von Elena Medel
Ich muss vorweg direkt sagen: ich habe das Buch glaube ich gar nicht richtig verstanden. Die Autorin beschreibt etwas sehr wichtiges und einzigartiges in dem sinne, dass ich kaum ein Buch kenne, das sich so auf die einzelheiten und alltäglichkeiten fokussiert.
Der Schreibstil ist defnitiv gewühnungsbedürftig, finde ich aber im Kontext der Geschichte selbst eine sehr clevere und poetische Wahl. Die Wunder ist in gleichzeitig sehr kurzen und doch verschachtelten Sätzen geschrieben, liest sich erst etwas holprig, dann wird einem aber klar: das liest sich wie niedergeschriebene Gedanken. Elena Medel schafft es so einem ein sehr deutliches Bild zu machen wer Alicia und Maria als Personen sind und wie ihre Gefühle und Gedanken sind.
Da beginnen auch direkt meine gemischten Gefühle zu diesem Buch. Keiner der Charaktere gefällt mir. Ich finde es gut, dass Alicia und Maria keine perfekten Menschen sind, das sind reale Menschen ja auch nicht, aber ich konnte dann doch einfach keine Bindung zu irgendwem aufbauen.
Die Geschichte selbst ist aufgeteilt in Kapitel welche abwechselnd aus der sicht von Alicia und Maria erzählen. Die Sichtweisen schreiten jeweils chronologisch voran bis zum letzten Kapitel welches direkt nach dem allerersten Kapitel spielt.
Die Kapitel lassen sich fast schon als lose zusammenhängende Kurzgeschichten einordnen, welche auf sehr bodenständiger Art und Weise das Leben in Spanien als Frau von 1969-2018 darstellen. Viel passieren tut aber nicht wirklich und die Erzählungen plätschern ein wenig vor sich her bis es dann zum Ende kommt und dann alles vorbei ist. Einerseits ist auch das Ende passend, weil das echte Leben auch kein Spektakel ist in dem alle offenen Fragen befriedigend geklärt werden, andererseits fühlt es sich doch unfertig an und ich fande das Ende ziemlich nichtssagend.
Alles in allem würde ich für Die Wunder eine Leseempfehlung geben unter dem Vorbehalt, dass es im klassischen Sinne keine spannende Geschichte ist und eher als fiktive Memoiren mit starkem historischem Hintergrund gelesen werden sollte.





I Kissed Shara Wheeler
von Casey McQuiston
Das positive zuerst: Der Schreibstil.
Der wirklich gute Schreibstil von Casey McQuiston hat mich durch das Buch und den ganzen Unsinn des Plots getragen.
Die Charaktere sind flach, langweillig, eintönig und nervig. Chloe redet wie keiner je geredet hat (was aber fairerweise zu einem großen Teil von der übersetzung kommen kann), Roey existiert und steht auf Shara Wheeler, Will Smith ist Sportler und von Ace sowie Ash erinnere ich mich lediglich an ihre Namen.
Die Repräsentation von verschiedenen Queeren identitäten ist toll umgesetzt und ein kleines Highlight an dem ich nichts auszusetzen habe.
Die Handlung hat mir dann den rest gegeben. Anfangs hat mir der Humor ziemlich gefallen und die ersten ca. 100 Seiten sind tatsächlich sehr unterhaltsam aufgebaut und bringen dabei die Narrative in einem anegenehmen Tempo voran.
Ab dann wird aus allen Kanonen gefeuert. alle Teen-Mystery-Drama Klischees werden bedient und ich finde die Handlung verzettelt sich dann komplett bis zum großen twist, der halt auch einfach da ist. Spannung ist nach dem ersten Viertel leider kaum noch aufgekommen, ich denke als eine Novelle hätte die Geschichte besser funktioniert.
Alles in allem, kann ich das Buch nur bedingt empfehlen. Wer ein Buch mit wirklich breitgefächerter queeren Repräsentation sucht und auch ohne tiefgründige Geschichte leben kann ist hier gut bedient.





Queergestreift
von Kathrin Köller; Irmela Schautz
Über Das Buch bin ich völlig zufällig beim stöbern in der Lokalbibliothek gestolpert, es ist mir aber sofort ins Auge gesprungen (bei dem farbenfrohen Cover auch kein Wunder).
Ich hatte zunächst Sorge, dass es nur sehr ausgewählte Themen anspricht, aber dem ist zum Glück nicht so. Das ganze Buch ist aufgeteilt in dem es jedem Buchstaben (LGBTQIA+) ein eigenes Segment wirdmet und dort über jedes Thema auch ausführlich spricht. Die Informationen würde ich eher für Cis/Hetero-menschen und Queeren Menschen die sich erst seit kurzem aktiv damit beschäftigen einordnen. Es werden viele Stereotypen angesprochen und aufgebrochen, viele Konzepte erwähnt sowie erklärt und ein sehr gutes Fundament über Wissen zur Queeren-Community hergestellt. Besonders im deutschsprachigen Raum sehe ich das als ein sehr wichtiges Buch an. Besonders geeignet sehe ich es auch darin für ein zusammen-lesen. Sei es mit Kindern, Jugendlichen oder mit der eigenen Familie.
Abschließend muss ich nochmal die Illustrationen positiv hervorheben welche wunderschön gemacht und genauso divers wie vielschichtig gestaltet sind die Menschen die sie darstellen sollen.
Ich kann dieses Buch uneingeschränkt jedem empfehlen und bin mir sicher so ziemlich jeder kann da etwas für sich mitnehmen.







