Kundenrezensionen von buchina





Licht ins Dunkel
von Steffen Gumpert
Die ersten Leselernjahre sind nicht immer die einfachsten, da braucht es besonders zu Beginn bei vielen ein wenig Motivation dranzubleiben. Mein Sohn (8 Jahre) tut sich schwer mit Lesen und mag die typischen Leseanfängerbücher nicht, oft sind sie ihm zu kindisch. Also testeten wir mal zusammen diese Gruselcomic.
Die Aufmachung des Buches ist weniger kindlich. In dunklen Farben gehalten, hauptsächlich in Rot- und Blautönen gehalten, wirkt es nicht wie ein typisches Kinderbuch, sondern cool, wie mein Sohn meint.
Protagonist Rupert ist ein Junge, der von seinen Mitschülern nicht ernst genommen wird und viel geärgert wird. Aber Rupert ist besonders, er kann Geister sehen und er will wissen, was mit seinem Vater geschehen ist, der eines Tages einfach verschwunden war. Das verspricht schon eine spannende Geschichte und das ist sie auch.
Das besondere an dem Buch ist, dass es voll von Rätseln ist, die auch für das Lesen sehr motivierend sind. Es sind Suchrätsel, die man auch den Text oder den Bildern entschlüsseln muss mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad. Die Lösung findet sich dann auf der nächsten Seite. Mein Sohn und ich fanden sie beide sehr interessant und manchmal auch richtig knifflig.
Insgesamt hat uns das Graphic Novel sehr gefallen. Die Geschichte ist spannend und hat überraschende Wendungen. Für meinen Sohn war es gut, dass es meist kurze Texte sind, die sich mit vielen Rätseln abwechseln. So blieb er dran und hatte schnell Erfolgserlebnisse. Absolute Kaufempfehlung.





Meine tote Schwester: Psychothriller
von Catherine Shepherd
Catherine Shepherd hat schon einige spannende Thriller geschrieben, oft aus der Perspektive der Ermittlerin. Diesmal wagt sie sich an etwas neues. Der Roman ist nicht aus Ermittlersicht, sondern aus einer jugendlichen Perspektive mit einem insgesamt sehr düsteren Setting.
Die Geschichte dreht sich um die 16-jährige Mia, die seit elf Jahren mit dem Trauma des gewaltsamen Todes ihrer Schwester Jasmin kämpft. Was genau passiert ist, erfährt man erst ziemlich am Ende des Romans, nur das in der verlassenen Villa gegenüber von Mias zuhause stattfand, weiß man. Ihre Mutter hat ihr streng verboten, das Haus zu betreten, doch als eine neue Familie einzieht, beginnt Mia, die Grenzen zu überschreiten. Grund ist vor allem der gleichaltrige Lukas, der in seiner Heimat als Mörder beschimpft wurde, warum, weshalb, bleibt auch erst einmal im Dunkeln.
Es gibt also viele Geheimnisse zu Beginn, die von Anfang an eine gewisse Spannung aufbauen. Gekonnt baut die Autorin eine dunkle Atmosphäre auf, wobei auch immer wieder die düstere Vergangenheit der Villa eine Rolle spielt. Dazu kommt eine kontinuierliche Spannung, die durch den Wechsel der Erzählperspektiven gefördert wird.
Was mir schwer viel, mich in die Charaktere der Protagonisten hineinzuversetzen. Ich habe die Handlungen der Schüler:innen und aber auch der Mütter zum Teil nicht nachvollziehen können. Keine der Charaktere konnte mich wirklich berühren. Dennoch war es für mich ein spannender Thriller mit überraschendem Ende. Schade war für mich, dass die Geschichte der Villa, die immer wieder angesprochen wurde, dieser Handlungsstrang wurde für mich nicht logisch zu Ende geführt. Für mich eine ungenutzte Chance.
Insgesamt würde ich den Roman eher in der Jugendbuchecke verorten. Für mich war es kein typischer Thriller. Ich würde mich freuen, wenn die Autorin wieder ihre anderen Reihen weiterführt, die haben mich persönlich mehr angesprochen.





Fermentieren - Twist your Taste!
von Nadine Schünemann
Ich habe erst vor kurzem selbst mit dem Fermentieren angefangen und mich noch an nicht viele Gemüsesorten rangetraut. Dieses schöne Buch hat mir nun die Angst genommen mehr Experimente zu wagen.
Das Buch ist eine gute Mischung aus Hintergrundinformationen zum Fermentieren, dazu auch Information zum Zubehör. Wobei man auch sagen muss, dass die Autorin Nadine Schünemann, auch die Gründerin von „Lieblingsglas“ ist, welches Zubehör u.a. zum Fermentieren verkauft. Es ist also auch ein wenig Werbung für die eigene Marke dabei.
Nach einer fundierten Einführung gibt es eine Menge von Fermentierungsrezepten. Sei es das typische Sauerkraut, aber auch Kefir und Kombucha werden gezeigt. Besonders interessant fand ich die Fermentation mit Honig und Obst. Das werde ich mit der beginnenden Erdbeerzeit auf alle Fälle testen. Ich selbst habe mich erst einmal ein traditionelles Rotkrautrezept gewagt mit Äpfeln und Gewürzen. Bis jetzt läuft es ganz gut.
Dazu gibt es dann noch Rezeptideen für die Fermentationen, was ich sehr sinnvoll finde, da ich oft nicht weiß, wie ich die sauren Gemüse weiterverarbeiten kann. Das Buch überzeugt durch seine klare Gestaltung, zahlreiche Fotos und die Vielfalt der Anwendung: Ob Frühstück, Brunch, Snacks, Desserts oder Hauptgerichte.
Die Farbgestaltung, die schönen Fotos und die offene freundliche Sprache haben bei mir die Freude zum Experimentieren geweckt. Ein schön gestaltetes Buch für alle, die mit Fermentieren anfangen wollen, aber auch für welche, die neue Rezepte entdecken wollen.





Die Stimmen der Nacht
von Tochi Eze
Das Cover des Romans hat mich sofort angesprochen, kein kitschiges Afrikamuster, sondern ein Bild von einem Liebespaar in schwarz/weiß, dessen Kleidung und Frisur auf die 60er vermuten lässt. So schnell wie mich das Cover begeistert hat, so langsam kam ich in den Roman hinein. Ich hatte die ersten Kapitel Probleme den verschiedenen Zeitebenen und Handlungsstränge zu folgen. Auch die familiären Verstrickungen machten es nicht einfacher.
Aber es wurde von Kapitel zu Kapitel einfacher und es wurde deutlich wie geschickt die Autorin ihre Geschichte durch die Generationen hinweg verflocht, um ein Gesamtbild zu erschaffen. Die Themen Herkunft, Familie und psychische Krankheit spielen da die zentrale Rolle. Dies erzählt sie anhand der Lebensgeschichte von Margaret und Benjamin, die sich in Lagos kennenlernen, aber deren Geschichte schon vor ihrer Geburt gekreuzt wurde. Und dabei stellt sich immer wieder die Frage inwieweit müssen die Kinder für die Vergehen und Schicksale ihrer Vorfahren büßen. Und wo kommt die moderne Medizin an ihre Grenzen.
Das Springen zwischen den Zeitsträngen, was zu Beginn noch schwierig war, machte den Roman insgesamt sehr spannend und abwechslungsreich. Dennoch ist es keine leichte Lektüre, die mich auch einfach durch die unterschiedlichen Traditionen und Rituale herausgefordert hat.
Insgesamt hätte ich gerne mehr zu den einzelnen Hintergründen erfahren. Die Handlungsorte, sei es das Dorf um die Jahrtausendwende oder die Stadt Lagos in den 60ern konnte ich mir nur wenig vorstellen. Viel hat man nicht erfahren, auch die Nebencharaktere blieben doch etwas blass. Dennoch hat mich das Buch sehr berührt und ich kann es weiterempfehlen.





The Crane and the Nightjar
von Ada Bailey
Bei diesem Roman hat mich der Titel neugierig gemacht. Unter Crane und Nightjar habe ich mir zwei Fantasy Figuren vorgestellt und war dann im ersten Moment etwas enttäuscht, dass es die Namen der Protagonisten sind.
Es wird eine düstre und grausame Welt beschrieben, in dem der Großteil der Bevölkerung von Armut und Angst beherrscht wird. Selbst kleinste Vergehen werden auf grausamste Weise bestraft. So erwischt es auch Crane und Nightjar, die sich kurz vor ihrer Gefangennahme zum ersten Mal sehen. Die Beschreibungen des Straflagers und der Hinrichtungen sind jedenfalls nichts für schwache Nerven.
Die Geschichte schreitet schnell voran und ist spannend. Nicht nur die Hauptcharaktere werden nachhaltig beschrieben, auch die Nebencharaktere erhalten Raum, damit sie für mich als Leser greifbarer werden. Die Schauplätze ändern sich schnell und ich hatte oft das Gefühl, dass ich gerne länger an einem Schauplatz verweilt hätte, um mehr dazu zu erfahren.
Im Buch gibt es immer wieder überraschende Wendungen und vor allem das Ende bietet einen unvorhersehbaren Plot Twist, der alles in ein neues Licht rückt und viel Spannung für den zweiten Teil verspricht.
Insgesamt fand ich das Buch sehr spannend und die Seiten flogen so nur dahin. Manchmal hätte ich mir mehr Hintergrundinfos gewünscht und auch einen etwas langsameres Worldbuilding. Den zweiten Teil möchte ich aber trotzdem unbedingt lesen.





Essbare Heilkräuter und Wildpflanzen. Kompakt-Ratgeber
von Philip Kunisch
Ich liebe Kräutertee und bin immer wieder fasziniert, was man alles trinken kann. Gerne möchte ich mehr selbst sammeln. Ich bin mir aber nie sicher, wann und was ich genau sammeln sollte. Deshalb war ich neugierig, ob mir dieses Buch helfen kann.
Das Buch hat eine handliche Größe, ist aber nicht ganz leicht, vor allem wegen der Dicke des Buches, auf die man aber kaum verzichten kann. Denn es steckt voll Informationen. Für mich sehr gut gelöst, ist der Kalender für die besten Sammelzeiten auf den Innenseiten des Buchumschlages zum Herausklappen. Das ist wunderbar übersichtlich und hat mir sehr weitergeholfen. Die Auswahl an Pflanzen ist sehr groß im Vergleich zu anderen Büchern in diesem Format. Dazu ist es auch schön gestaltet mit vielen kleinen farbigen Fotos, die helfen die Pflanzen zu erkennen.
Zu den einzelnen Pflanzen gibt es immer einen Steckbrief, gerade für den Einstieg in die Pflanzenkunde sind die Informationen ausreichend. Ich kann mir einen guten Überblick verschaffen, was auch alles möglich ist. Dazu gibt es auch immer wieder Informationen zur Nutzung in der Geschichte. Auch die Ideen zur Verwendung der Pflanzen finde ich spannend, ich wäre z.B. nie auf die Idee gekommen, Giersch als Pesto zu verwenden. Für detailreichere Information zu bestimmten Anwendungsbereichen sollte man sich dann Zusatzliteratur beschaffen. Aber dies ist ein Überblickswerk.
Das Büchlein werde ich jetzt immer direkt dabei haben bei Wanderungen und langen Spaziergängen. Es ist für mich eine schöne Inspirationsquelle neue Kräuter und Pflanzen für die Küche zu entdecken.





Astrologica
von Suki Ferguson
Meine Tochter ist ein Fan von schön illustrierten Sachbüchern und als ich ihr das gezeigt hatte, war sie sofort begeistert. Schon das knallbunte Cover hat sie neugierig gemacht. Schon allein darauf gibt es viel zu entdecken und es wird deutlich, dass es hier nicht nur um die uns bekannten Sternzeichen geht, sondern das Buch ein weiteres Spektrum umfasst.
Ähnlich farbenfroh wie das Cover sind auch die Innenseiten gestaltet. Es macht allein schon Spaß das Buch wie ein Bilderbuch durchzublättern. Dazu gibt es aber noch Informationen in Form von kurzen Texten. Es werden sehr unterschiedliche Mythen der Geschichte und von verschiedenen Kulturen über die Himmelskörper. Auch wenn die Beschreibungen etwas oberflächlich bleiben, lernt man einiges. Mir hat gefallen, dass man sieht, wie unterschiedlich Menschen den Himmel betrachten können und ihre Schlüsse ziehen. Es wertet auch nicht, sondern zeigt die Glaubensätze gleichwertig betrachtet werden.
Es ist mal eine andere Möglichkeit zu zeigen wie vielfältig die Welt ist und damit auch Toleranz fördern. Auch wenn man keinen Bezug zu Astrologie hat und Horoskope für Humbug hält, gibt es hier einiges über Kulturen zu lernen. Und das nicht mit langweiligen Texten, sondern mit schönen Illustrationen und spannenden geschriebenen Texten über Götter, Tierkreiszeichen und Sternbilder. Meine Tochter und ich können dieses Buch weiterempfehlen.





Böser, böser Wolf
von Alexandra Benedict
Die Mischung aus einem Serientäter und klassischen Märchen klang für mich nach einem spannenden Thriller. Der erste Teil startet auch so. Die Perspektiven zwischen Opfer und Ermittlerin wechseln, was eine spannende Dynamik bringt. Bei den Charakteren blieb ich etwas unschlüssig, da sie sich meiner Meinung nach, nicht immer nachvollziehbar verhalten haben.
Dann kommt es zu einem plötzlichen Plot Twist und der Roman entwickelt sich völlig anders weiter. Eigentlich mag ich Überraschungen, aber diese passte nicht richtig. Während man sich dann etwas mit der Überraschung arrangiert hat, kommt die nächste Wendung und irgendwie passte es für mich nicht mehr. Die Thriller Handlung tritt in den Hintergrund und auch das Märchenmotiv, was mich eigentlich an dem Roman angesprochen hat, ist am Ende kaum noch wichtig.
Mein Problem mit dem Roman ist gewesen, dass es nicht der Roman war, der angekündigt war. Ich verstehe, dass die Entwicklung eine Überraschung sein sollte, das war es auch. Aber wenn ein Roman als Thriller mit Märchenmotiv verkauft wird, sollte es das auch sein. Und für mich war es das am Ende nicht, vor allem der zweite Teil, war eher absurd als ein Thriller. Gleichzeitig empfand ich die Protagonisten und auch die Nebencharakter als zu oberflächlich beschrieben. Sie gingen mir alle nicht sehr nah.
Ich könnte mir vorstellen, dass wenn aus der Romanidee zwei abgeschlossene eigene Romane geschrieben wären, hätte ich mit mehr Begeisterung gelesen.





Royal Houses – Haus der Drachen
von K.A. Linde
Der Roman von K. A. Linde ist der erste Teil einer neuen Reihe. Das Setting fühlt sich an wie eine todo Liste für einen erfolgreichen Fantasyroman. Trennung zwischen Arm und Reich, eine Art Internat für nicht gewollte Kinder, Drachen, machtvolle Familien, ein Wettbewerb und natürlich Magie. Dazu eine schlagkräftige Protagonistin, die geheimnisvolle Kräfte hat und eine komplizierte Familiengeschichte.
Ohne lange Erklärung wird man in die Story hineingeworfen und erst nach und nach erfährt man mehr über die Welt. Aus meiner Sicht fehlten für mich viele Informationen, um die Handlung auch nachzuvollziehen zu können. So z.B. der Wettbewerb, wirkt am Anfang sehr wichtig, wird dann aber zur Nebensächlichkeit, ähnlich mit den Drachen, auch die wirken im größten Teil des Romans auch wie Randfiguren. Einige Handlungsstränge dagegen wurden intensiv und sehr spannend beschrieben.
Für mich ein Roman, der sehr gute Ideen hatte, aber ich hatte das Gefühl die Autorin wollte unbedingt noch Tropes und Charaktere einführen, damit der Roman in bestimmte Kategorien passt. Dadurch blieb mir es insgesamt zu oberflächlich und ich konnte mich teilweise nicht in die Entscheidungen der Protagonisten einfühlen.
Ich könnte mir vorstellen, dass es extra so gedacht ist, dass in den Folgebänden mehr auf das Setting eingegangen wird, aber ich hätte es mir schon in diesem Band gewünscht. Dennoch ist der Roman spannend zu lesen und macht auf die Folgebände neugierig.





Das Ganymed-Fragment
von David Reimer
Der Roman ist eine Mischung aus Science-Fiction und Krimi. Die Handlung setzt im Jahr 2225 ein. Das Sonnensystem wurde kolonialisiert, aber ansonsten hat sich die Menschheit nicht weiterentwickelt. Die Gesellschaft wird immer noch von Gier und Machtgefällen dominiert. Große Industriefirmen kämpfen um die Rohstoffe der Monde im Sonnensystem. Protagonist des Romans ist Alan Bishop, ein desillusionierter Ermittler, der auf dem Mond Ceres arbeitet. Mit einem neuen Auftrag wird sich sein Leben ändern. Er soll den Tod eines Bergingenieurs auf dem Jupitermond Ganymed aufklären. Damit wird eine Lawine losgetreten, die alles verändern kann.
Der Einstieg des Romans ist gelungen, die Beschreibung der Trostlosigkeit auf Ceres und die Industrieanlagen auf Ganymed wirkten sehr realistisch und ich konnte mich gut in die Welt hineinversetzen. Der Beginn der Ermittlung des Todesfalls ist ähnlich wie ein klassischer Krimi mit Täuschungen und immer wieder der Frage wen kann man trauen. Ab Mitte des Buches fiel die Spannung etwas für mich, auch wirkten die Handlungsstränge nicht mehr logisch auf mich. Mir fiel auch zunehmend schwerer die Handlungsmotive der einzelnen Charaktere nachzuvollziehen. Am Ende gibt es dann nochmal einen spannenden Showdown, der aber einige Fragen offenließ. Aber vielleicht erfährt man im Folgeroman mehr, denn der Roman endet mit den Worten „Fortsetzung folgt“, was mir am Anfang nicht klar war. Aber zum Glück gibt es keinen richtigen Cliffhanger.
Der Roman ist ein unterhaltsamer Krimi im Science-Fiction Gewand mit einem sympathischen Protagonisten, über den ich gerne mehr erfahren hätte. Gelungen ist es dem Autor vor allem eine dunkle Atmosphäre zu schaffen mit realitätsnaher Zukunft.









