Kundenrezensionen von Liselottchen





Herzklopfen im Eiscafé am Meer | Ein Küsten-Liebesroman
von Doris R. Thomas
Melissa startet einen Neuanfang, zieht von Bayern nach Warnemünde. Sie ersteht ein Eiscafé, das sie renovieren und eröffnen möchte. Doch Nick, der Handwerker, den sie angeheuert hat, die Renovierung zu übernehmen, gleicht unheimlich ihrem Jugendfreund Moritz. Der ist nach einer gemeinsamen Nacht einfach verschwunden und Melissa hat diesen Schmerz bis heute nicht überwunden. Doch Nick kennt sie nicht. Und er war auch nie in Bayern. Sagt er. Obwohl sie daran Zweifel hat, findet sie sich schließlich damit ab, kann jedoch nicht verhindern, dass sie sich zu Nick hingezogen fühlt. Er benimmt sich seltsam, bekommt Telefonanrufe, nach denen er überstürzt aufbricht und scheint übertrieben ängstlich.
Mit dieser Story ist der Autorin eine wunderschöne Romanze gelungen. Die Figuren sind authentisch gezeichnet: Melissa muss man einfach gernhaben, sie ist nicht zimperlich, tatkräftig, fröhlich und geschickt. Nick ist geheimnisvoll, jedoch hilfsbereit und freundlich. Ein Highlight sind die Freundinnen Ricarda und Flora, die immer für Melissa da sind. Wer hätte nicht gern solche Freundinnen? Doris R. Thomas hat einen bildhaften Schreibstil, der mich sofort in die Geschichte hineinzog. Das traumhafte Ambiente von Warnemünde tut sein übrigens. Ich war mal auf Urlaub dort und fühlte mich sofort zurückversetzt. Ein paar der Dinge sind ein wenig märchenhaft, so der Zusammenhalt der »Warnemünder Unternehmerinnen« – aber das passt für einen Liebesroman. Der Spannungsbogen hielt seitenweise an und die Auflösung am Schluss war überzeugend.
Eine empfehlenswerte Wohlfühllektüre, die ich sehr genossen habe.





Retten wir das ABC!
von Paul Friedrich
In diesem Bilderbuch sucht das Zebra den Apfel, und wandert dabei das gesamte ABC von hinten durch, wobei jedem Buchstaben ein Begriff zugeordnet wird. Das Ganze in Reimform und sparsam illustriert.
Ich habe das Buch zusammen mit meinen fünf Enkelkindern (3 bis 7 Jahre) angesehen und muss leider sagen, dass sie die Story nicht überzeugt hat. Meist wollen sie ein Buch mehrmals lesen oder vorgelesen bekommen, bei diesem war das nicht der Fall.
Die Idee der Geschichte ist nett, das ABC soll durchgezählt werden, aber das A, nämlich der Apfel, ist verschwunden. Nun macht sich das Z=Zebra auf den Weg. Die Reime sind in flapsig jugendlichem Stil und ergeben nicht immer Sinn. Da musste ich oft erklären, wie es gemeint ist. Auch viele Dinge wie Mumie und Röntgengerät sind schwer für die Kleinen. Dass der Truthahn von der Schlange gefressen wird, hat sie erschüttert (warum? Und kommt der wieder raus?) Bei Q wäre Qualle besser gewesen als Quadrat und die Sache mit den Popeln fanden sie total eklig. Dabei ging die Orange komplett unter.
Auch die Zeichnungen gefielen ihnen nicht, sie sind modern gehalten, teilweise verfremdet und minimalistisch ohne Hintergrund.
Fazit: Die Idee des Buches ist gut, die Umsetzung hätte ein wenig liebevoller sein können.





Das unehrenhafte Mädchen
von Lotte Römer
Josefa ist erwachsen geworden, ihre Mutter ist verstorben und ihr Stiefvater möchte sie versorgt wissen. Also wird sie mit dem wesentlich älteren Berthold verheiratet. Sie möchte ein gehorsames Mädchen sein und fügt sich. Berthold zeigt sich anfangs auch sehr zuvorkommend, doch bereits in der Hochzeitsnacht stellt sich heraus, dass er dem Alkohol zugetan ist. Zudem verweist er sie auf ihren Platz als Hausfrau, sie darf weder ihrem Hobby der historischen Kunst nachgehen, noch sich in irgendeiner Weise fortbilden. Als er sogar handgreiflich wird, flüchtet sie aus dem Haus. Ihre Schwester Elsa nimmt sie auf. Hier begegnet sie dem Polizisten Otto, der ihr zeigt, dass Männer auch anders sein können ...
Mit diesem dritten Band schließt die Reihe rund um die »Töchter Innsbrucks«. Auch dieser Teil kann unabhängig gelesen werden, jedoch hat es mir riesige Freude bereitet, zu erfahren, wie es Josefas Schwestern weiter ergangen ist. Dass die Mutter, die ebenfalls in den letzten beiden Büchern eine tolle Entwicklung durchgemacht hat, verstorben ist, fand ich schade. Aber dadurch konnte der Stiefvater Josefa leichter mit einem sehr viel älteren Mann verheiratet. Josefa selbst sticht – wie schon ihre Schwestern - durch einen starken Charakter hervor. Sie bemüht sich, ihrem Mann alles rechtzumachen, was aber von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist. Gegen den Feind Alkohol ist es nutzlos zu kämpfen.
Ich hätte mir am Schluss noch gewünscht, dass »der Geschwendtner«, der Stiefvater der drei, eine Strafe abbekommt. Aber auch ohne dieses Detail war es ein Vergnügen, zu lesen, wie sich in einer Zeit, in der es Frauen extrem schwer gemacht wurde, drei Frauen behaupten haben können. Wie immer ist der Schreibstil von Lotte Römer wunderbar flüssig zu lesen, der Spannungsbogen anhaltend, sodass ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen habe.
Die Reihe punktet besonders durch die großartig recherchierten historischen Details, da habe ich einiges dazulernen können. Wer weiß schon, was eine Abtrittanbieterin für eine Funktion hatte?
Wer die ersten beiden Bände gelesen hat, der wird auch diesen mögen. Und wer die Reihe noch nicht kennt, dem kann ich sie nur herzlich empfehlen. Danke für die tollen Lesestunden!





Die Vorschulprofis: Wir sind die Großen in der Kita
von Jasmin
Meine Enkelin (5) freut sich schon sehr auf die Schule, daher war dieses Buch genau das Richtige. Die Geschichten haben ihr gut gefallen und die zahlreichen Spiele und Bastelideen waren ein Highlight. Die Illustrationen haben auch wunderbar gepasst, in dieser Altersgruppe sind sie sehr wichtig. Das Selbstwertgefühl wurde enorm gesteigert, immer wieder wurde betont, dass sie nun zu den »Großen« gehören, was meiner Enkelin besonders gefallen hat, zumal sie noch eine kleinere Schwester hat.
Das Vorschullied fand sie ein wenig einfach. Das ist aber auch das Einzige, was ich hier kritisieren könnte.
Unter dem Strich ist es ein schönes Buch für die Vorbereitung auf die Schule. Es sind so viele Anregungen drin, dass man die letzte Zeit im Kindergarten bewusst genießen kann. Die Geschichten spiegeln viele Situationen wider, die man erlebt und es bietet viele Tipps zum Spielen und Basteln, die man auch wirklich gut nachmachen kann. Auf jeden Fall ein empfehlenswertes Buch!





SUPERBIKES Das große Vorlesebuch
von Hanna Sörensen
In diesem relativ dicken Buch sind 14 Vorlesegeschichten drin. Im Mittelpunkt stehen die Superbikes, das sind Fahrräder mit Menschenköpfen, etwas gewöhnungsbedürftig, hat aber meine Enkelkinder nicht weiter gestört. Am Anfang werden alle vorgestellt, doch die Vielzahl der Bikes hat meine Enkel überfordert.
Die Handlung ist für die Jüngsten (3 Jahre alt) zu komplex, die Größeren (5 und 7 Jahre) konnten sich für einige der Geschichte begeistern. Es sind nicht alle spannend und die beiden Antagonisten Trip und Spicy handeln wirklich grenzwertig. Vor allem gibt es extrem gefährliche Situationen, wenn beispielsweise eine Brücke über der Schlucht Bretter verliert oder ein Radrennen auf einem engen Bergweg stattfindet, wo man leicht den Abhang hinunterstürzen kann.
Warum das Buch vom Fahrradclub empfohlen wird, erschloss sich mir auch nicht. Ich hätte mir gewünscht, dass das richtige Verhalten im Straßenverkehr ein Thema wäre, in eine nette Geschichte verpackt, anstatt der waghalsigen Abenteuer. Meinen Enkelkindern gefiel am besten die Geburtstagsfeier.





Das Fundbüro der verlorenen Schätze - Flammensturm
von Mascha Matysiak
In diesem Band begleiten wir die Kinder Lotta und Karlos in den Freizeitpark. Sie haben Spaß, bis sich herausstellt, dass die Pferdeshow nicht stattfinden kann, weil das rote Hufeisen verloren gegangen ist. Und natürlich finden sie das gute Stück, sodass die Show doch noch gerettet wird. Es gibt auch ein Wiedersehen mit Herrn Nox, dem Leiter des Fundbüros.
Wiederum ist es ein ansprechend gestaltetes Kinderbuch, vor allem für Lesende geeignet, die leicht fortgeschritten sind. Meine Enkelin, Zweitklässlerin, hat bereits den Band um Poseidons Dreizack mit Begeisterung gelesen. Das Buch ist besonders, weil man auf vielen Seiten selbst entscheiden kann, wo man weiterliest, sodass man das Buch mehrmals lesen kann und immer neue Varianten entdeckt. So gibt es am Schluss auch drei verschiedene Enden. Das motiviert zum Lesen, meine Enkelin, eher (noch) keine begeisterte Leserin, hat freiwillig weitergelesen. Zudem sind auch Rätsel im Buch, die das Ganze auflockern. Perfekt geeignet ist auch die Schrift, gut lesbar (ohne Schnörkel, richtige Größe), sowie gelungenen bunten Illustrationen, die für die Zielgruppe sehr wichtig sind.
Unter dem Strich eine tolle Geschichte, die zum Lesen anregt, sehr empfehlenswert.





Das Fundbüro der verlorenen Schätze - Poseidons Dreizack
von Mascha Matysiak
Neo und Luna sind im Freizeitpark unterwegs. Sie staunen über verschiedene Dinge, wie beispielsweise das trojanische Pferd. Aber vor allem ist es die Wasser-Achterbahn, die nicht normal funktioniert und wilde Wellen wirft. Alle, die mitfahren, werden pitschnass. Bald erfahren sie warum: Der Meeresgott Poseidon hat seinen Dreizack verloren und ohne den gerät das Wasser außer Kontrolle. Neo und Luna machen sich auf die Suche.
Ein tolles interaktives Buch! Meine Enkeltochter (8) besucht die 2. Klasse und ist noch nicht keine begeisterte Leserin. Diese Geschichte hat ihr jedoch Spaß gemacht. Die Buchstaben sind groß und angenehm zu lesen, und es geht immer auf einer anderen Seite weiter. So liest man das Buch nicht der Reihe nach, sondern beispielsweise nach Seite 10 auf Seite 52 weiter und nach Seite 52 auf Seite 18. Oftmals gibt es sogar eine Auswahl – und man kann entscheiden, auf welcher Seite man weiterlesen möchte. Das macht unheimlich Spaß. Die Story selbst ist auch kindgerecht spannend, sehr fantasievoll und mit wundervollen Illustrationen ausgestattet.
Daher gibt es eine Leseempfehlung von meiner Enkeltochter und mir. Auch meine jüngeren Enkelkinder hatten Spaß, denen habe ich die Story vorgelesen.





Bound by Hopes
von Emma Wagner
Tess hat es schwer. Sie studiert Kunst und hat kaum Rückhalt in der Familie. Ihre Eltern versuchen fast täglich sie zu überzeugen, einen anderen Beruf zu ergreifen, und ihre weit verstreute Familie mit Tanten, Cousinen und sonstigen, quälen sie förmlich bei jedem Familientreffen, weil sie weder Freund noch (in ihren Augen) Zukunftsperspektive habe. Nur ihr Bruder Travis, mit dem zusammen wohnt, steht halbwegs hinter ihr, ist aber mit Frauengeschichten und eigenem Studium zu sehr beschäftigt, um auf Tess einzugehen. Zumindest hat sie Brit, eine gute Freundin. Ein Skandal aus ihrer Collegezeit wird genüsslich immer wieder aufgewärmt. Als auch noch ihr Jugendfeind Ryker, für den sie damals heimlich geschwärmt hat, in den Ort zurückkehrt, verzweifelt sie fast.
Die Autorin hat einen fröhlich flotten Schreibstil und das ließ mich sofort in die Handlung eintauchen. Es ist aus der Sicht von Tess in Ich-Form geschrieben, daher habe ich mit ihr mitgelitten und gehofft, dass sich das Blatt bald wendet. Tess muss viele schmerzhafte Momente durchmachen, ihre gesamte Verwandtschaft hätte ich davonjagen können. Auch ihre Eltern sind anfangs wenig sympathisch, weil sie bei jedem Gespräch sofort auf Tess‹ angeblich so schreckliche Berufswahl kommen. Besonders ihre Cousine Orla und die Tanten hacken auf Tess in einer gehässigen Weise herum, dass es mir fast zu viel wurde. Mit dem Eintreffen von Ryker scheint sich Tess‹ Situation sogar noch zu verschlimmern, doch auch er hat einige Päckchen zu tragen. Der Spannungsbogen ist hoch und das Buch hat mir einige Adrenalinschübe verpasst. Unter dem Strich hätte ich gern ein paar wenige geöffnete Fässer gehabt und dafür manches ein wenig vertieft. Vor allem einigen Charakteren, die Tess besonders zugesetzt haben, hätte ich ein bisschen mehr an den Hals gewünscht. Dennoch ist es ein fesselndes Jugendbuch, mit flotten Dialogen und überraschenden Wendungen und Geheimnissen, dass ich gern weiterempfehle.





Die unendliche Klassenfahrt - Der Schatz auf der Dreizack-Insel
von Michael Petrowitz
Lehrer Vogelsang hat das Klassenzimmer in die Luft gesprengt, seither ist er mit der gesamten Schulklasse unterwegs. Mit dem Bus Rosine erkunden sie das Land und erleben Abenteuer. Es ist ein besonderer Bus, mit dem man ungewöhnliche Orte erreichen kann, wie beispielsweise mitten in ein Buch hineinfahren.
Meine Enkelin ist acht und geht in die zweite Klasse, wir haben das Buch gemeinsam gelesen. Die Schriftgröße passt gut für eine Leseanfängerin und sie konnte es gut lesen. Es empfiehlt sich, zuerst den ersten Teil zu lesen, denn auch wenn am Beginn eine Zusammenfassung als Einleitung steht, war der Einstieg nicht so leicht. Durch die große Klasse kamen sehr viele Personen (Kinder) vor, dass es dauerte, bis wir halbwegs einen Überblick hatten. Die Geschichten selbst sind spannend aufgebaut, Adaptionen an andere Geschichten, wie Robinson Crusoe, Schatzinsel und (dummen) Piraten. Unter dem Strich amüsant und kurzweilig, auch die Illustrationen waren toll und passten zu den einzelnen Storys. Das Buch ist in Kapitel eingeteilt, dennoch ist es eine zusammenhängende Geschichte.
Das Buch können wir beide, meine Enkelin und ich, auf jeden Fall weiterempfehlen.





Das Versprechen von Cornwall
von Karin Lindberg
Samantha ist Digitalforensikerin bei Scotland Yard. Unschuldig wird sie verdächtigt, von der Arbeit suspendiert und nimmt sich eine Auszeit bei ihrer Tante Cora in Cornwall. Das ruhige Landleben und die herzlichen Dorfbewohner tun ihr gut, auch der Fischer Lowen, dem sie näherkommt. Als sie einen Ehering aus den 1930er-Jahren findet und das Gerücht um eine damals verschwundene Braut hört, ist ihr Entdeckergeist geweckt.
Die zweite Handlung führt die Lesenden ins London der 1930er-Jahre, wo die Waise Elsie als Sekretärin bei der Times arbeitet. Sie verliebt sich in Lord Hugo, der sie – entgegen der Standesunterschiede – heiraten möchte. Doch seine Mutter ist ihr alles andere als wohlgesonnen.
Es war nicht mein erstes Buch der Autorin. Auch dieses war wiederum ein Roman von Karin Lindberg, der mich gefesselt und berührt hat. Die Geschichten beider Zeitebenen sind spannend aufgebaut und werden zum Schluss miteinander verknüpft. Der historische Teil punktet mit sorgsamer Recherche und gibt ein genaues Bild der damaligen Zeit ab. Frauen und Männer waren in bestimmen Rollenbildern verankert und vor allem für Frauen gab es nur wenig Möglichkeiten, sich selbst zu verwirklichen. Im Gegenzug dazu in der Gegenwart: Sam ist eine taffe intelligente Frau, die in ihrem Beruf anerkannt wird und Karriere gemacht hat. Der Roman punktet zusätzlich durch das wundervolle Ambiente von Cornwall, das die Autorin in liebevollen Bildern eingeflochten hat – am liebsten würde ich meine Koffer packen und sofort dorthin reisen. Auch die Nebenfiguren fügen sich wunderbar ein und sind nicht nur Staffage, sondern ergänzen die Handlung auf ansprechende Weise. Der Schreibstil – wie von Lindberg gewohnt – flüssig und überzeugend.
Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung, ich habe das Buch von der ersten bis zur letzten Seite genossen.









