Kundenrezensionen von goejos





Yrsa. Journey of Fate
von Alexandra Bröhm
Ihre Mutter ist tot, also muss sich Yrsa alleine um ihren Bruder Shalfi kümmern. Eines Tages ist Shalfi verschwunden. Sie hat ihrer Mutter am Totenbett versprochen sich um ihn zu kümmern, also macht sie sich auf die Suche nach ihm. Doch das ist nicht so einfach, denn ein Mann versucht sie aufzuhalten. Yrsa stört das nicht, sie will schon immer Kämpferin werden und bewährt sich auch als starke Frau. Auf circa 600 Seiten zieht sich diese Wikingergeschichte dahin. Da sie aber relativ spannend geschrieben ist, lässt sie sich bis auf einige Längen flott lesen. Sie gibt viele Einblicke in das damalige Leben und an die Glaubenswelt der damaligen Bevölkerung. Auch die Liebe darf natürlich hier nicht zu kurz kommen. Alles in Allem eine Abenteuergeschichte, welche dem Leser die Wikingerzeit mit allen Höhen und Tiefen sehr gekonnt vor Augen führt. Absolut lesenswert.





Nach uns der Sturm
von Vanessa Chan
Diese Geschichte wird in zwei Zeitabständen erzählt. Einige Jahr ab 1935 und einige Monate 1945, knapp vor der Kapitulation Japans. Cecily Alcantaras lebt mit ihrem Mann Gordon und ihren Kindern Jujube, Abel und Jasmin in Malaysia, welches zur Zeit von den Briten besetzt ist. Cecily ist stolz darauf, zur "weißen" Bevölkerung zu gehören, welche hier besser angesehen ist. Sie führt ein angenehmes, aber eintöniges Leben. Dann lernt sie Bingley Chan kennen und in irgendeiner weise auch lieben. Als sie erkennt, dass sein richtiger Name Fujiwara ist und er als Spion für die japanische Armee des Kaisers arbeitet, ist sie ihm schon hemmungslos verfallen. Doch auch die Schicksale der Kinder Jujube, Abel und Jasmin werden in dieser Geschichte einzeln behandelt und ergänzen so das Leben rund um Cecily. Eine gnadenlose Schilderung der Lebensverhältnisse in diesen Schicksalsjahren wird ebenfalls mitgeliefert. Nur zum Finale wird die Handlung etwas hysterisch, was den bisher geordneten Verlauf etwas in Schieflage drückt. Aber letztendlich ein Buch, welches sich leicht liest und welches man ungern aus der Hand legt.





Darwyne
von Colin Niel
Ein etwa anderes Buch. Das Leben in den Slums des Amazonasdschungels für die arme Bevölkerung. Dazu auch noch mit einem etwas anderem Kind. Sicher nicht einfach für die Mutter. Kein Wunder, dass sie sich mit häufig wechselnden Männerbekanntschaften über Wasser hält. Doch auch die Kinderschutzbehörde interessiert sich für sie und ihren "etwas anderen" Sohn Darwyne. Dieser hat eine außergewöhnliche Beziehung zum Wald, seinen Tieren und sonstigen Bewohnern. Außerdem kämpft er beharrlich um die Liebe zu seiner Mutter und hasst und verachtet die wechselnden Liebhaber von ihr. Alles ändert sich, als die Sozialarbeiterin Mathurine auf den Plan tritt. Ob zum Guten oder zum Bösen wird sich weisen. Im Großen und Ganzen eine ziemlich schleppende Geschichte, welche sich jedoch zum Schluss mit einem fast grandioses Finale verabschiedet. Wer bis dahin durchhält, wird belohnt.





Verräterisches Lavandou
von Remy Eyssen
Isabelle Morell und Leon Ritter genießen ihr Leben in dem Ferienort Lavandou. Sie stellvertretende Polizeichefin, er Rechtsmediziner. Doch plötzlich ist es mit der Beschaulichkeit vorbei. Zwei bestialische Frauenmorde erschüttern die Region und eine verzweifelte Suche nach dem Täter beginnt. Die Morde erinnern an einen ziemlich gleichen Vorfall vor vielen Jahren, doch dieser Täter sitzt wohlverwahrt in einer Anstalt. Es gibt also keinerlei Hinweise und die Fahndungen zeitigen keinen Erfolg. Dem Autor gelingt es hervorragend, anhand der beiden Hauptprotagonisten, die Abläufe sehr lebensecht darzustellen. Das Buch fesselt den Leser, man möchte gar nicht mehr aufhören. Und das zieht sich bis zum furiosen Finale durch. Geschickt gemacht und sauber aufbereitet. Ein Genuss zum Lesen. Aus das ausgezeichnete Cover passt sich der betroffenen Landschaft an.





Das Opernhaus: Rot das Feuer
von Anne Stern
Dresden 1849: Elise ist mit Adam verheiratet. Sie haben eine dreijährige Tochter adoptiert, welche eine wesentliche Bereicherung ihres Lebens darstellt. Die Ehe mit Adam ist sicher nicht das Gelbe vom Ei, aber es hat ihre Stellung gehoben und sie kann ihrer musischen Begabung nachgehen und Konzerte geben. Für die damalige Zeit etwas nicht Alltägliches. Auch die Frauen versuchen vereinzelt, mehr Rechte zu erhalten. Doch insgeheim verzehrt sie immer noch die Sehnsucht nach Christian, den Bühnenmaler. Doch auch in Dresden bleibt die Zeit nicht stehen und in der Bevölkerung wächst der Unmut über die Obrigkeit und den König. Es kommt schließlich zum Aufstand in Dresden und dessen blutiger Niederschlagung. Dieser hinterlässt auch bei Elise Spuren. Sind doch ihre Schwester und auch Christian darin aktiv beteiligt. Ein grandioser Roman, welcher ein stimmiges Sittenbild der damaligen Zeit wiedergibt. Passendes Cover.





Unter dem Moor
von Tanja Weber
Ein Roman, welcher drei Frauenschicksale aus verschiedenen Zeiten zu einer Geschichte verwebt. Kein Wunder, dass man zu Beginn noch etwas unsicher ist, was gehört wohin oder zu wem. Aber das legt sich im Verlauf des weiteren Fortlaufes und man bekommt schließlich den Durchblick und fiebert mit den handelnden Personen mit. Es wird einem wieder einmal die unmenschliche Vorgangsweise in der ehemaligen DDR vor Augen geführt. Es wird aber auch der Mut und der Lebenswille einiger Gegner beleuchtet, welche für Ihr Engagement alles riskiert haben. Man kann sich heute die damaligen Lebendumstände gar nicht mehr vorstellen, doch sind sie noch nicht solange her. Aber man vergisst halt schnell. Und gerade darum sind solche Bücher, welche uns im Erzählstil in eine Vergangenheit entführen, die wir Alle liebend gerne vergessen wollen. Nur Vergessen löscht das Geschehene nicht aus. Ein wichtiges Buch, welches gerade in der heutigen Zeit gelesen werden muss. Also tun wir es.





Astrids Vermächtnis
von Lars Mytting
Eine grandiose Geschichte: Die Hekne Zwillinge, die Zwillingsglocken, Astrid und ihre Familie im Dorf Butangen. Die Deutschen überfallen im Zweiten Weltkrieg Norwegen und die Bewohner von Butangen bekommen das auch schmerzlich zu spüren. Manche von Ihnen werden von den Nazis überzeugt. Keiner traut mehr dem Anderen. Aber auch hier gibt es Wiederstand. Astrid gehört dazu. Kai Schweigaard, der Pfarrer ist ebenfalls dabei und er will auch die verblieben Zwillingsglocke retten. Doch der Krieg rückt immer näher und die Bombardierung und Vernichtung von Dresden ist ein trauriger Höhepunkt. Es scheinen sich einige Voraussagen, betreffend des Teppichs der Zwillinge zu bewahrheiten. Astrids Bruder ist als einarmiger Invalide heimgekehrt, doch anscheinend hat das nichts an seiner Sympathie für die Nazis geändert. Die Geschichte hat ein vom Pfarrer geplantes großartiges Finale und dann noch einen kurzen Nachsatz. Alles in Allen ein lesenswertes Werk, welches trotz der Länge nie langweilig wirkt und den Leser bis zum Schluss in seinen Bann zieht. Nur zu empfehlen.





Die Frauen der Familie Carbonaro
von Mario Giordano
Ein grandioses Werk. Die Geschichte dreier Generationen, welche alle ihre Wurzeln in Sizilien haben, dort daheim sind. Es zieht sie aber immer wieder von dort weg, obwohl sie von dort nicht loskommen. Hervorragend geschildert sind die Lebenswege der Frauen. Aber auch die Umgebung, die Lebensinhalte und die Wertstellung der einzelnen Personen werden lebensnah, für uns zwar unvorstellbar, dargestellt. Die Machtstellung der Männer, welche in der Familie bei genauer Betrachtung sehr wohl in den Hintergrund rücken und zu bröckeln beginnen. Im, Vordergrund immer das Wohl der Kinder im Auge, obwohl diese auch eigene Wege gehen wolle, was nicht immer einfach für sie und meistens auch ziemlich beschwerlich ist. Trotz Allem, die Fürsorge der Mutter bleibt immer, besonders wenn sie von Feen oder anderen Fabelwesen mit zwei Schatten abstammen. Alles in Allem ein grandioses Sittenbild. nur zu empfehlen.





Noto
von Sack Adriano
Konrad hat seinen Lebenspartner Adriano verloren. Der Autor Adriano Sack macht daraus eine Geschichte über eine Partnerschaft, welcher auch der Tod nicht zerstören konnte. Der Tod von Adriano hat Konrad etwas aus der Bahn geworfen. Sie haben in Sizilien ein gemeinsames Haus. Er fährt mit einem kleinen Rest der Asche dorthin und versucht, seinen Schmerz zu bewältigen. Ein junger Mann namens Santi tritt in sein Leben. Seine fröhliche Art scheint für Konrad genau das Richtige zu sein. Aber darf er überhaupt schon wieder ein neues Leben beginnen? Diese Frage zieht sich durch die ganze Geschichte und so nebenbei wird auch noch die wunderbare Eigenart von Sizilien hervorgehoben und der Lebensmut der Bewohner beleuchtet. Nicht einmal ein verheerender Steppenbrand kann diesen bremsen. Ein wunderbares und einfühlsames Buch über ein nicht gerade leichtes Thema. Eine geniale Idee ist es auch, den Verstorbenen immer wieder zu Wort kommen zu lassen. Nicht unerwähnt bleiben soll das wunderbare Cover. Es macht das Buch zu einem echten Hingucker. Absolut lesenswert.





James
von Percival Everett
Was für ein kraftvolles Buch. James, genannt "Jim", ist Sklave bei Mrs. Watson. Er kann schreiben und Lesen. Er stellt sich allerdings für die Welt der Weißen als dumm hin. Er will frei sein. Und er will auch seine Frau und seine Tochter freikaufen. Er ordnet diesem Traum sein ganzes Leben unter. Gemeinsam mit dem Jungen Huck, einem Weißen, flieht er aus dem Sklavendasein Richtung Norden. Doch so einfach läuft das ganze Vorhaben nicht ab. Überall lauern neue Gefahren auf die Beiden. Auch etliche Wegbegleiter schaffen es nicht ihren Traum zu verwirklichen. Der Autor Everett schafft es aber grandios, die Geschichte von Huckleberry Finn in die Jetztzeit zu übertragen. Punktgenau wird das Schicksal der Schwarzen und das Verhalten der Weißen ihnen gegenüber beschrieben und abgehandelt. Erst zum Finale hin wird das Tempo dieser Geschichte unnötig schnell vorangetrieben. Das wäre nicht nötig gewesen. Ein unterhaltsamer aufrüttelnder Roman.









