Kundenrezensionen von Michaela





Der Club der Unbeugsamen
von Kathryn Stockett
In 'Der Club der Unbeugsamen' erzählt Kathryn Stockett die Geschichte von einer Hand mutiger Frauen im Mississippi der 1930er Jahre. Sie gehen ungewöhnliche Wege, um den Unwägbarkeiten der Zeit zu begegnen. Dabei wird in einer unglaublich lebendigen, bildhaften Sprache die Atmosphäre der Zeit beschrieben. Mit all den Schwierigkeiten, welche die Weltwirtschaftskrise mit sich bringt, und dennoch viel Witz. Auch die einzelnen Personen werden facettenreich und vielschichtig beschrieben. Besonders ans Herz gewachsen sind mir hier natürlich Meg und Birdie, aber auch Charlie, Mrs. Tartt und sogar Frances. Es ist leicht, in das Werk einzutauchen und sich darin zu verlieren, wodurch die durchaus beachtlichen 848 zusammenschrumpfen. Ein großartiges Buch, welches kritische Themen behandelt und dennoch fast leicht daherkommt und mich als Leserin nicht in schwerer Stimmung zurücklässt.





Ungelöst - Die erste Zeugin
von Arno Strobel
Der neue Thriller 'Ungelöst' von Arno Strobl hat mich von Beginn in den Bann gezogen. Der Schreibstil ist angenehm lesbar und bringt mir Personen und Situationen gut näher. Das Ermittlerteam rund um Ramin Brunner ist mir sehr sympathisch und ich fiebere mit ihnen mit. Luisa Menkhoff wird als sympathische, taffe Frau beschrieben, obwohl ich mir gelegentlich denke: 'Dies müsstest du doch besser wissen, mach das nicht!'. Dem Lesegenuss tut dies keinen Abbruch, da diese Situationen zum Fortschreiten der Story beitragen. Ich bin gespannt, wie sie sich in den Folgebänden entwickelt. Die Story an sich ist gut konstruiert, auch wenn sich für mich wenig echte Überraschungen ergeben. Dennoch zieht mich der Fall in den Bann und ich fliege durch die Seiten. Mein Fazit also: Ein fesselnder, gut unterhaltender Thriller mit durchdachten Personen, welche einiges an Entwicklungspotenzial bieten. Ich bin neugierig, wie es weitergeht.





Sie wollen uns erzählen
von Birnbacher Birgit
In 'Sie wollen uns erzählen', bringt uns Birgit Birnbacher, Ann und ihre besondere Familie näher. In einer sehr starken und feinsinnigen Sprache erzählt sie, wie Oz sich in der Schule schwertut, seine Mutter Ann versucht, ihm, ihrer Ehe bzw. ihrer Trennung, ihren Job und auch ihrer Mutter gerecht zu werden und dies obwohl auch sie mit sich und ihren Emotionen zu kämpfen hat. Ich kann mich während des Lesens in fast jede Person hineinfühlen, Oz Angst und Verzweiflung, auch sein Versuchen, der Außenwelt gerecht zu werden, welche ihn nicht immer versteht. Anns Überforderung und auch ihrer Liebe zum Kind und auch zur Mutter Zäzilia kann ich mit jeder Zeile fühlen. Aber auch ihr Gefühl, des alleingelassen zu werden, von Personen, welche nur fordern, ohne zu geben bzw. sich entziehen, wenn es schwierig wird. Wobei ich durchaus auch verstehen kann, warum Nell einen anderen Weg geht, um ihr Glück zu finden. Mein Fazit wäre daher: Darauf einlassen, auch zwischen den Zeilen lesen und diesen besonderen Roman fühlen.





Heaven's Gate
von Faßbender Daniel
Mit einem sehr angenehmen, bildhaften und stimmungsvollen Schreibstil erzählt Daniel Faßbender eine Episodes aus dem Leben, des abgehalfterten, als Privatdetektiv arbeitenden Caruso. Auf einer philippinischen Insel verbringt er seine Tage mit Surfen und Saufen, bis Angel ihn mit der Suche nach ihrem Sohn beauftragt. Das Werk hat ein gutes Tempo und die verschiedenen Erzählstränge werden gut miteinander kombiniert und neue Aspekte aufgegriffen, wodurch es spannend bleibt. Das Werk hat ein gutes Tempo und die verschiedenen Erzählstränge werden gut miteinander kombiniert und neue Aspekte aufgegriffen, wodurch es spannend bleibt. Leider wird die Handlung manchmal klischeehaft und für mich vieles vorhersehbar, weshalb ich das Werk nicht als Pageturner bezeichnen würde. Dennoch ist Heaven's Gate durchwegs unterhaltsam und bereitet mir kurzweilige Lesestunden.





Da, wo ich dich sehen kann
von Schreiber Jasmin
Wie geht das Leben weiter, wenn deine Mutter, Tochter und beste Freundin von ihren Ehemann ermordet wird?
Anhand von Maja, Brigitte und Per und Liv erzählt Jasmin Schreiber in 'Da, wo ich dich sehen kann' genau das. In einer sehr einfühlsamen und behutsamen Sprache mit viel Fingerspitzengefühl wird erzählt, wie das Leben nach einem Femizid für Hinterbliebene weitergeht. Wie sie einen Weg finden, damit umzugehen, um weiterzumachen und auch welche Schwierigkeiten zu meistern sind. Kein leichtes Buch, aber sehr, sehr wichtig, denn Femizide passieren - zu oft leider. Jasmin Schreiber zeigt auf dieses Thema und wie es leider oft in der öffentlichen Berichterstattung verharmlost wird - treffsicher und schonungslos, aber mit sehr großem Respekt gegenüber den Opfern und ohne sich an der Tat oder dem Täter abzumühen. Ich habe geweint, mitgefühlt, war wütend, konnte die Verzweiflung, Hilflosigkeit und Schuldgefühle spüren, aber auch die hoffnungsvollen Momente. Also eine klare Leseempfehlung, allerdings mental fordernd.





Aufgeben können die anderen
von Lena Johannson
Alice Milliat kämpft in 'Aufgeben können die anderen' für die Teilnahme von Frauen an den Olympischen Spielen. Anfangs bin ich begeistert, wie der Kampfgeist der junge Alice erweckt wird. Je weiter das Werk jedoch fortschreitet, umso mehr verliert mich das Buch. Ich mag die Geschichte, ich mag den Schreibstil, den Ton, der getroffen wird und auch Alice Kampfgeist, dennoch habe ich das Gefühl, dass sich die Seiten ziehen und das Lesen zur Pflicht und weniger zur Freude wird. Benennen, woran dies konkret liegt, kann ich nicht, denn die Geschichte ist nicht langweilig und Alice eine beeindruckende starke Frau. Gut, die Liebesgeschichte mit Jean-Luc hätte ich persönlich nicht in diesem Ausmaß benötigt, aber sie ist nicht so raumfassend, dass dies für mich ausschlaggebend ist, das Buch nicht zu mögen. In Summe hat mir der fiktive Roman die Sport-Pioniere Alice Milliat nähergebracht, wenn er mich auch nicht begeistert hat.





The Business Trip
von Jessie Garcia
Den Teil 1 kann man als sanften Einstieg beschreiben, in welchen wir Stephanie und Jasmin kennenlernen und erfahren, wie und warum sie in diesem Flieger sitzen. Ab Teil 2 lernen wir weitere Akteure aus dem Umfeld der beiden kennen und durch die Erzählung aus den verschiedenen Blickwinkeln wird die Spannung sehr gelungen aufgebaut. Jeder Blickwinkel trägt zum Fortgang der Geschichte bei und verleiht den einzelnen Personen Tiefgang. Auch wenn die verschiedenen Personen nicht grundsätzlich als Sympathieträger durchgehen, entsteht ein rundes und nachvollziehbares Bild. Die eher kurzen Kapitel gefallen mir auch sehr gut und der Schreibstil lässt mich leicht in die Geschichte eintauchen. Der Autorin gelingt es sehr gekonnt, mich als Leserin mitfiebern und miträtseln zu lassen, um mich dann immer wieder zu überraschen. In Summe würde ich 'The Business Trip' als unterhaltsamen und überraschenden Spannungsroman beurteilen und durchaus weiterempfehlen.





Asa
von Zoran Drvenkar
Asa ist auf Rachefeldzug, aber nicht nur dieser beschäftigt uns auf den nächsten fast 700 Seiten. Auch ihre Familiengeschichte wird mit Höhen und Tiefen dem Leser bzw. Der Leserin nähergebracht.
Der ungewöhnliche Schreibstil schafft es von Beginn an, mich durch die Seiten fliegen zu lassen. Dennoch habe ich mir stellenweise mit der Darstellung der wörtlichen Rede schwergetan, ebenso aus welcher Perspektive die Geschichte nun erzählt wird. Nachdem ich mich daran gewöhnt habe, kann ich das Buch kaum aus den Händen legen. Ich möchte wissen, was die Familie Kolbert antreibt, wieso sie so agiert, wie sie agiert. Was hat Asa dazu bewegt, auf Rachefeldzug zu gehen? Die Spannung steigt mit fast jeder Seite und ich bin überrascht, welche Zusammenhänge zutage treten. Ein wirklich sehr klug konstruierter Thriller, aber nicht nur das: auch eine spannende Familiensaga und dies mit einer außerordentlich Wortgewalt erzählt. Von mir eine klare Leseempfehlung!





Die Farbe des Schattens
von Susanne Tägder
In einer Plattenbau-Siedlung verschwindet der 11-jährige Matti quasi spurlos. Hauptkommissar Arno Groth übernimmt den Fall und weiß: Spurlos gibt es nicht, man hat die Spur nur noch nicht gefunden. Daher startet er ein groß angelegte Suchaktion.
Der zweite Teil der Arno Groth Reihe hat mich wesentlich mehr in den Bann gezogen als Band eins. Ich wollte wissen, wie es weitergeht und konnte das Buch teilweise nur schwer aus der Hand legen.
Das ruhige Tempo von 'Die Farben des Schattens' erzeugt eine gute Stimmung, welche mir sehr gut gefällt. Die Atmosphäre der mitunter prekären Lebenswelten wird gut dargestellt und ich konnte mir die Situationen sehr gut vorstellen, auch wenn manches etwas klischeehaft anmutet. Die Weiterentwicklung von Herrn Groth finde ich auch sehr gelungen, sowie den Umstand, dass sein privates Unglück weniger Raum einnimmt. In Summe ein lesenswerter Kriminalroman.





Die Geschichte des Klangs
von Ben Shattuck
In 'Die Geschichte des Klangs' erzählt Ben Shattuck in einer wahnsinnig ruhigen, melodischen und poetischen Sprache von der Liebe zwischen Lionel und David, welche nur einen Sommer währt und von Anni und Henry, welche Jahre später beim Entrümpeln auf die Wachszylinder stoßen, die in diesem Sommer voller Liebe entstanden sind.
Ein Werk, welches auf wenigen Seiten tiefe Einblicke gibt, viel sagt, zum Nachdenken anregt und einfach schön ist. Ich bin eingetaucht und habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen und war fast ein bisschen traurig, dass ich Lionel und Anni nicht noch weiter begleiten darf. Dennoch ist das Erzählte rund, mit viel Tiefgang ohne unnötige Ausschweifungen. Ein sehr starkes Buch, welches nachwirkt und durchaus die Frage aufwirft, was wäre, wenn man an dem ein oder anderen Punkt im Leben anders entschieden hätte.









