Kundenrezensionen
CanYouSeeMe
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Yesteryear
von Caro Claire Burke
Mit Yesteryear gelingt Caro Claire Burke ein Roman, der weit mehr sein möchte als bloße Unterhaltung – und genau darin liegt eine seiner größten Stärken. Das Buch verbindet eine spannende, fast schon soghafte Handlung mit gesellschaftlichen Fragestellungen, die aktuell und kontrovers diskutiert werden. Besonders die Auseinandersetzung mit dem sogenannten „Tradwife“-Ideal verleiht der Geschichte eine bemerkenswerte Relevanz und hebt sie deutlich von vielen vergleichbaren Romanen ab.
Was von Beginn an überzeugt, ist der Aufbau der Handlung. Burke entwickelt die Geschichte mit einem präzisen Gespür für Spannung und Timing. Die Erzählung entfaltet sich nicht linear, sondern arbeitet mit Wechseln in der Erzählzeit, die geschickt eingesetzt werden, um Stück für Stück neue Perspektiven auf die Ereignisse und insbesondere auf die Hauptfigur Natalie freizulegen. Diese Struktur sorgt nicht nur für einen konstanten Spannungsbogen, sondern macht die Handlung zugleich komplexer und vielschichtiger. Rückblicke und zeitliche Verschiebungen wirken dabei nie wie reine Stilmittel, sondern erfüllen einen klaren erzählerischen Zweck: Sie helfen dabei, Natalies innere Entwicklung nachvollziehbar und emotional greifbar zu machen.
Gerade Natalie ist das eigentliche Zentrum des Romans – und zweifellos dessen größte Stärke. Sie ist keine einfache oder eindeutig sympathische Figur, sondern eine komplexe Protagonistin mit Widersprüchen, Unsicherheiten und Entwicklungspotenzial. Genau das macht sie so interessant. Burke gelingt es hervorragend, Natalie als vielschichtigen Charakter darzustellen, dessen Entscheidungen zumindest anfänglich nachvollziehbar bleiben, auch wenn man sie nicht immer gutheißen würde. Dabei ist ist N. eine teils unsympathische Person, über die man dennoch gern mehr erfahren möchte.
Besonders spannend ist außerdem, wie der Roman aktuelle gesellschaftliche Debatten rund um traditionelle Rollenbilder und das Ideal der „Tradwife“ aufgreift. Statt diese Themen nur oberflächlich anzuschneiden, denkt Yesteryear sie konsequent weiter und stellt die Frage, welche Sehnsüchte, Zwänge und Machtstrukturen hinter solchen Lebensentwürfen stehen könnten. Allerdings zeigt sich hier auch eine kleine Schwäche des Romans. Durch die starke Konzentration auf Natalies persönliche Entwicklung bleibt die größere gesellschaftliche Dimension der Thematik stellenweise etwas unterbeleuchtet. Manche Fragen, die das Buch aufwirft, hätten noch ausführlicher reflektiert werden können – insbesondere im Hinblick auf die strukturellen und politischen Implikationen der dargestellten Rollenbilder. Der Fokus liegt klar auf der individuellen Erfahrung der Protagonistin, wodurch die umfassendere gesellschaftliche Analyse manchmal nur angerissen wird. Wirklich störend ist das jedoch nicht, weil die Geschichte insgesamt konsequent aus Natalies Perspektive erzählt bleibt und diese Begrenzung daher auch erzählerisch nachvollziehbar wirkt.
Insgesamt ist Yesteryear ein beeindruckender Roman, der Spannung, Charakterentwicklung und gesellschaftliche Relevanz gekonnt miteinander verbindet. Besonders die raffinierte Erzählstruktur und die starke Hauptfigur machen das Buch zu einer fesselnden Lektüre. Wer Interesse an psychologisch komplexen Figuren, intelligent aufgebauter Spannung und aktuellen gesellschaftlichen Themen hat, findet hier einen Roman, der lange im Kopf bleibt. Sprache und Schreibstil, in Übersetzung durch Dietlind Falk und Lisa Kögeböhn, tragen ausschließlich zu einem guten Leseerlebnis bei.
mannuber
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Yesteryear
von Caro Claire Burke
Die Prämisse von Yesteryear ist so simpel und doch so stark: Eine Tradwife-Influencerin wacht plötzlich im Jahr 1855 auf. Kein Wunder, dass der Roman schon vor seiner Veröffentlichung einen Hype ausgelöst hat, die Filmrechte sind bereits verkauft. Es verspricht, ein Buch über diese seltsame Zeit zu werden, in der wir leben. Wer sind diese Frauen, die einem in den sozialen Medien verkaufen wollen, sie hätten es in früheren Zeiten und mit antiquierten Geschlechterrollen besser? Das Buch ist an einer Antwort daran leider nicht interessiert. Zwar gelingt es der Autorin, auf über 400 Seiten eine enorme Spannung zu erzeugen, die einen zum Weiterlesen zwingt. Doch über die strukturellen Bedingungen oder dem religiösen Weltbild, die die Hauptfigur Natalie zum Handeln motivieren, erzählt der Roman so gut wie nichts. Vor allem im letzten Drittel wird psychologische Figurentiefe einem halsbrecherischen Plot geopfert. Durch den finalen Twist macht es sich die Autorin einfach, keine Wahrheiten über das Phänomenen, das sie beschreibt, finden zu müssen. So bleibt ein packender, aber oberflächlicher Thriller, der nicht lange nachhallt. Wie die gute alte Welt, die ihr Subjekt beschreibt: Am Ende bleibt nicht viel mehr als Fassade.
Marie aus E.
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Yesteryear
von Caro Claire Burke
Das ist ein Buch, das so viel miteinander verwebt und das so geschickt, dass ich immer noch sprachlos bin, obwohl ich es schon vor einigen Tagen beendet habe.
Aber fangen wir mal trivial an: schon die äußere Aufmachung transportiert, dass äußerer Eindruck und Innenleben in unserer Welt ein schöner, inszenierter Schein sind.
Hier mittels eines sehr schlichten Schutzumschlags, transparent, dünn, ganz und gar unauffällig. Passend zum Buchthema. Die bescheidene Tradwive. Der Umschlag ist übrigens nicht wirklich super, da er total leicht einreißt, wenn man Wert auf intakte Schutzumschläge legt, besser abnehmen beim Lesen.
Im Inneren dann ein hochwertig veredelter Bezug, bedruckt mit einer Szene, die auf dem ersten Blick aus vergangener Zeit erscheint, bis man das Mobiltelefon in der Hand der Frau entdeckt.
Super gemacht!
Um was geht es?
Um Natalie, die zurückgezogen auf einer Bilderbuchfarm in den USA lebt, zusammen mit ihren fünf Kindern, schwanger mit dem sechsten, einen Farmer als Ehemann und einem Social-Media-Account, auf dem sie ihr Leben teilt. Ein Bilderbuch-Farmer-Leben mit Bilderbuch-Kindern und Bilderbuch-Ehe. Selbstversorgung über die Farm, Beziehung zu den Hühnern, die die "Ladys" genannt werden, klassisches Rollenmodell, gläubig. Alles tutti. Sie hat Millionen von Followern.
Doch wenn man etwas hinter die Kulissen schaut, dann ist es vielleicht doch nicht so ganz so, wie es scheint. Nannys und Produktionsleiterin, Farm-Personal und noch viel mehr, was vor der Kamera verborgen bleibt. Doch das ist nicht alles, denn eines Tages ist nichts mehr, wie es war.
Ich will hier gar nicht weiter ausholen, denn man sollte hier auf keinen Fall gespoilert werden.
Das Buch ist böse, stellenweise sehr, sehr witzig und behandelt so viele Themen. Angefangen beim Tradwive-Trend, Patriarchat, Leben innerhalb strenger gesetzter Religionsregeln, Social-Media-Inszenierung und Scheinwelt, struktureller Frauenfeindlichkeit, Missbrauch von Kindern in solchen Strukturen, die Liste ist endlos.
Das alles eingebettet in eine spannende, fast thrillerartige Handlung mit einem wilden Plot-Twist zum Abschluss, der mich ehrlich gesagt etwas verstört zurückgelassen hat.
Zwischendrin hatte das Buch etwas Längen, das ist aber auch der einzige Punkt, der mich etwas gestört hat. Das wird aber durch die Schreibweise, die Entwicklung der Charaktere, die unterschiedlichen Sichtweisen auf die Charaktere, den Humor und die superspannende Story mehr als wettgemacht.
Ich habe gelesen, dass eine Verfilmung mit Anne Hathaway geplant ist, da werde ich auf jeden Fall ins Kino gehen.
Aber zuerst: unbedingt lesen!
Elisa Maria Morat aus der Athesia-Filiale in Meran
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Yesteryear
von Caro Claire Burke
Natalie Heller Mills ist eine stolze Amerikanerin. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren sechs Kindern auf einer rustikalen Farm und zeigt ihr christlich-konservatives Traumleben im Internet. Mehrere Millionen Follower sehnen sich nach der Idylle, die Natalie so gut inszeniert, doch sie wissen nicht, dass ein ganzes Team hinter den Kulissen dieses Leben erst möglich macht. Natalie beschäftigt nämlich Kindermädchen, Farmhelfer und Produzenten.
Ohne Warnung wacht Natalie im 19. Jahrhundert auf und es beginnt für sie ein Albtraum. Der ganze Luxus ist verschwunden und obwohl die Farm große Ähnlichkeit mit ihrem Zuhause aufweist, ist für Natalie nichts so, wie es scheint…
Der aktuelle Trad-Wife-Social-Media-Trend wird in diesem Buch ebenso satirisch wie unheimlich amüsant dargestellt.
Andrea Salomon
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Yesteryear
von Caro Claire Burke
Welch ungewöhnliche Geschichte, die uns die Autorin in ihrem Debüt-Roman erzählt!
Natalie hat sich ein perfektes Leben erschaffen, an dem sie ihre Follower teilhaben lässt. Sie lebt auf einer einsamen Farm in Idaho mit Mann und fünf Kindern. Traditionelle, christliche Werte, selbst angebautes Biogemüse, Homeschooling, von der Seife bis zum Brot alles selbst hergestellt. Und alles wird von der Kamera begleitet, denn Natalie möchte die einflussreichste Influencerin Amerikas werden. Dass alles nur Fassade ist, stört sie dabei gar nicht. Fake it, till you make it! Bis eines Tages alles kippt und ein Albtraum beginnt.
Das Buch ist schräg und skurril, definitiv unterhaltsam, macht nachdenklich, entwickelt sich anders, als man erwartet und ist dennoch glaubwürdig. Tradition, moderne Social Media-Welt, (Selbst-)Betrug, Irrsinn, alles dabei. Außergewöhnlich - I like!
Ryria
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Yesteryear
von Caro Claire Burke
Wer kennt sie nicht, die "perfekten" Influencer, deren komplett inszeniertes Leben auf Social Media präsentiert wird. Der neueste Trend dort sind ironischerweise die Tradwives, traditionelle Hausfrauen mit vielen Kindern und einem Leben wie in der "guten alten Zeit". Hierzu gehört auch Protagonistin Natalie, die mit Videos über Brotteige und Seifenherstellung Karriere macht, unterstützt von einem Team und viel Getrickse hinter der Kamera.
Doch was wäre, wenn das Leben, das sie als ideal verkaufen will, plötzlich Realität wäre? Das Jahr 1805 ist dann doch ein wenig zu traditionell...
Was für eine herrliche Idee, hier mal einen fiktionalen Blick hinter die Kulissen zu werfen! Natürlich hat man sich direkt an reale Tradwives erinnert gefühlt, aber auch ein wenig an religiöse Großfamilien, die durchs Fernsehen damals bekannt wurden. Vor der Kamera stehen als Kind ist selbstverständlich, aber bloß nichts selbst konsumieren.
Den Geist dieser Familien hat die Autorin in ihrem Buch sehr schön eingefangen und man konnte durchweg vieles wiedererkennen.
Gleichzeitig mochte ich aber auch den Einblick in die Gedanken von Natalie. Diese ist alles andere als sympathisch, dafür als Charakter sehr interessant und authentisch geschrieben. Wir lernen sie von einer bestimmten Seite kennen, erkunden im Verlauf der Geschichte jedoch ihre Vergangenheit und Entwicklung und können sie so besser greifen.
Dazu kommt auch noch ein gewisser Humor, der meinen Geschmack gut getroffen hat.
Sehr gefallen hat mir auch die Vermischung aus aktuellem Geschehen und Rückblenden, der Kontrast der Moderne zu der schön beschriebenen früheren Zeit.
Teilweise hat sich dies allerdings auch mal ein wenig in die Länge gezogen und die Handlung kam nicht so ganz vom Fleck, insgesamt konnte mich dieser Blick auf ein modernes Phänomen jedoch gut unterhalten und überzeugen.
Sandra Weigel
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Yesteryear
von Caro Claire Burke
Ihr Leben ist perfekt. Solange man nicht hinter die Kulissen schaut.
Natalie Heller Mills hat alles: eine malerisch renovierte Farm, fünf Kinder, die um ihre Liebe buhlen, und einen Mann, der in Cowboystiefeln immerhin eine gute Figur abgibt. Vom Sauerteig bis zur Kindererziehung, nichts scheint ihr zu misslingen. Kein Wunder also, dass Millionen von Menschen ihr folgen, ihre Videos schauen, ihre Bilder anklicken. Sie gibt ihnen das, was sie wollen: eine heile Welt. Skandale werden unter den Teppich gekehrt, da, wo sie hingehören. Doch eines Tages wacht Natalie auf und sieht sich mit einer unbequemen Frage konfrontiert: Was wäre, wenn sie keine Nannys beschäftigen könnte, es keine helfenden Hände auf der Farm gäbe, kein Produktionsteam? Was wäre, wenn sie auf einmal das Leben führen müsste, das sie immer vorgetäuscht hat?
Dragon
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Yesteryear
von Caro Claire Burke
Als ich die ersten Seiten von Yesteryear umblätterte, fühlte ich mich wie vor einer glänzenden Glasvitrine. Alles wirkt perfekt: die Farm mit Tieren, der Mann an ihrer Seite, die lachenden Kinder, das makellose Performen vor der Kamera, wenn Natalie Heller Mills ein neues Rezept aufnimmt. Und doch spürt man von Anfang an, dass hier mehr ist als ein Instagram-Feed, der in Echtzeit erzählt. Es ist eine Geschichte, die hinter dem Vorhang lauert.
Die Autorin Caro Claire Burke führt uns behutsam durch drei Handlungsebenen: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. In der Vergangenheit zeichnet sich ein Muster ab, das viele kennen. Der Traum von einem stabilen, anerkannten Leben, der Druck, Erwartungen zu erfüllen, die sich wie eine zweite Haut anfühlen. Natalie versucht, alles zu managen, Familie, Karriere, Ansehen und doch schimmert darunter eine Ungeduld, eine stille Überforderung, die selten laut wird, aber ständig arbeitet. Diese Rückblenden sind kein nostalgischer Rückblick, sondern eine nüchterne Bestandsaufnahme der Erschöpfung, die sich hinter dem perfekten Bild verbirgt.
Mit wachsender Followerzahl steht Natalie mitten im Blickfeld der Öffentlichkeit. Die Farm, die Social-Media-Perfektion, die scheinbar mühelose Organisation des Haushalts; all das wird zu einem Spiegel, dessen Glas längst Risse zeigt. Die Autorin scheut sich nicht davor, die inneren Monologe zu platzieren, die oft unausgesprochen bleiben: Zweifel an der eigenen Rolle als Mutter, Angst vor dem Verlust von Individualität im Druck des Familien-Images, das ständige Pendeln zwischen Selbstwertgefühl und dem Gefühl, doch nur eine Darstellerin zu sein.
Die Zukunftsperspektive zeigt, wohin das dauerhafte Spiel mit Identität führen könnte, wenn man sich zu sehr an das Bild bindet, das andere von einem haben wollen. Was Yesteryear meiner Meinung nach besonders stark macht, ist die Schonungslosigkeit, mit der die Autorin innere Konflikte, Ängste und Spannungen schildert, ohne in Klischees zu verfallen. Es gibt keine simplen Lösungen, nur ehrliche, manchmal schmerzliche Schritte in Richtung Selbstakzeptanz und echter Kommunikation.
Yesteryear ist kein schillernder Enthüllungsskandal, sondern eine ehrliche, manchmal schonungslos offene Auseinandersetzung mit dem Druck, als Frau, Ehefrau und Mutter in der digitalen Ära Perfektion zu spielen. Wer bereit ist, sich auf eine vielschichtige Erzählung einzulassen, wird berührt von der Menschlichkeit, die hinter dem Social-Media-Lichtschein liegt. Eine eindringliche Lektüre, die lange nachhallt und mich wirklich mitreißen konnte.
