Shape Me

Shape Me

von Melanie Vogltanz

€ 12,49

Taschenbuch

nicht lieferbar

2019 OHNEOHREN
288 Seiten
19 cm x 12 cm
Sprache: Deutsch
978-3-903296-23-7

Hauptbeschreibung

„Mein Name ist Nena Jean. Mein Körper wurde gestohlen. Man wollte mir verbieten, meine Geschichte an die Öffentlichkeit zu tragen. Diesem Verbot widersetze ich mich hiermit.“ In einer Welt, in der Body Sharing-Technologie den Reichen und Privilegierten beim Abnehmen hilft und der Staat den Kalorienhaushalt seiner Bürger reglementiert, kämpft sich Nena Jean mehr schlecht als recht durchs Leben. Eines Tages passiert das Undenkbare: Ihr Körper wird gestohlen. Bei ihrer Jagd nach dem Dieb stellt sie fest, dass das vermeintlich perfekte System Schattenseiten birgt – und dass eine schlanke Gesellschaft nicht immer eine zufriedene Gesellschaft ist.


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Taschenbuch
2019 OHNEOHREN
288 Seiten
19 cm x 12 cm
Sprache: Deutsch
978-3-903296-23-7

Spannend, thematisch sehr aktuell 2026-02-25 19:27:00
Heute habe ich für euch ein weiteres Mitbringsel von der VIECC. Dieses Buch ist mir beim Stand der sympathischen Autorin Melanie Vogltanz direkt ins Auge gefallen. Nicht nur, weil das Lesezeichen ein Maßband ist, was perfekt zum Thema des Buches passt, sondern auch weil das Cover sehr nach Science-Fiction aussah. Was neben Fantasy und Thriller zu meinem liebsten Genre gehört. Außerdem bin ich ein Fan von Büchern, in denen Körpertausch thematisiert wird. Die Zeichen standen also gut, dass mir „Shape Me“ gefallen könnte. Oder?

Abnehmen ist in der Welt von Body Sharing Technologie nur noch eine Unterschrift entfernt. Wozu sich selbst mit Diäten und Sport quälen, wenn eine andere Person diesen Job für einen übernehmen kann? Wenn wir den psychologischen Aspekt und den mangelnden Lerneffekt vorerst ausklammern, klingt das nach einer tollen Sache. Vor allem, wenn die Gesellschaft darauf abzielt, dass jeder Mensch einen Traumkörper hat und dieser zu mehr Erfolg im Leben verhilft. (und Geld) Soweit so gut. Was kann da nur schiefgehen?

Nun. So einiges, wie der Fall von Nena Jean beweist. Von einem Tag auf den anderen ist sie ihren Körper los. Einfach so ist es jemandem gelungen, das Gerät, welches den Körpertausch einleitet, zu stehlen und sich in Nenas Wohnung zu schleichen. Natürlich kann man sich jetzt die Frage stellen, warum man den Dieb nicht tracken kann, immerhin hat jeder Mensch einen Chip eingepflanzt bekommen, der das möglich macht. Daran hat der Dieb natürlich gedacht. Da hilft es auch nicht, dass man eventuell darüber hätte nachdenken sollen, dass EIN Gerät eventuell zu wenig ist, dafür dass Body Sharing ein Geschäft ist. Während Nena ihrem Körper zunächst nachtrauert, sich anschließend auf die Suche nach Hinweisen begibt, verfolgen wir eine Trainerin (Ein Mensch, der mit Kunden Körper tauscht) welche spätestens nach dem Diebstahl des Gerätes ein mieses Gefühl hat, auf ihrem Weg durch die Geschichte. Wie konnte es überhaupt so weit kommen?

Nach einer kurzen Einleitung geht es auch schon spannend los. Die Autorin verschwendet nicht viel Zeit und wirft uns in die fast schon dystopische Welt, in der dicke Menschen das Nachsehen haben. Gerade Nenas Passagen haben mir ausgezeichnet gefallen. Ihre Machtlosigkeit, ihr Gerechtigkeitssinn und Beharrlichkeit gefielen mir. Auch die Trainerin hat ähnliche Charakterzüge spendiert bekommen, nur hat diese aufgrund ihrer Position eine etwas andere Sichtweise, was für Abwechslung gesorgt hat. Apropos Abwechslung. Davon gibt es genug. Vor allem haben wir auch Einblick in die Gedankenwelt des Diebes bekommen. Eines stand recht schnell fest, rein für Macht und Geld wurde diese Aktion nicht ausgeführt. Was mal etwas anderes ist! Bis zum Ende wurden nur kleine Hinweise gestreut, aber nicht ganz offenbart, wer dahintersteckt. Sehr gut, so knallte das Ende umso mehr rein.

Dieses wurde zum Glück nicht zu dramatisch gestaltet. Konsequenzen gab es natürlich für alle Beteiligten. Ein Happy End gibt es nicht. Wie auch, wenn Menschen mehr und mehr begreifen, was hinter den Kulissen eigentlich abgeht. Glücklicherweise wurde es nie zu politisch. Stellenweise gab es auch schockierende Momente, welche das Problem des Systems noch etwas mehr betonten.

Und sonst so? Die Charaktere wurden insgesamt gut ausgearbeitet und zeigten mehrere Facetten, was sie lebendiger und interessanter machte. Die Körpertausch-Thematik bleibt im Fokus der Geschichte und verlor sich zum Glück nicht im Sand, weil irgendetwas dazwischenkam. Insgesamt ein super interessanter Science-Fiction-Roman mit sehr viel Tiefe und Abwechslung. Definitiv einen Blick wert.