Harlem Shuffle

Harlem Shuffle

von Colson Whitehead

€ 26,00

Hardcover

versand- oder abholbereit in 48 Stunden

Roman
2021 Hanser
384 Seiten
32 mm x 152 mm
Sprache: Deutsch
978-3-446-27090-9

Hauptbeschreibung

Harlem, 60er Jahre: die Geschichte eines einfachen Mannes, der so ehrlich wie möglich versucht aufzusteigen. Der neue Roman des zweifachen Pulitzerpreisträgers und Bestsellerautors Colson Whitehead

Eigentlich würde Ray Carney am liebsten ohne Betrügereien auskommen, doch die Einkünfte aus seinem Laden reichen nicht aus für den Standard, den die Schwiegereltern erwarten. Cousin Freddy bringt gelegentlich eine Goldkette vorbei, die Ray bei einem Juwelier versetzt. Doch was tun mit dem Raubgut aus dem Coup im legendären "Hotel Theresa" im Herzen Harlems, nachdem Freddy sich verdünnisiert hat? Als Polizei und Gangster Ray in seinem Laden aufsuchen, steht sein waghalsiges Doppelleben auf der Kippe. Der mitreißende Roman des zweifachen Pulitzer-Preisträgers Colson Whitehead ist Familiensaga, Soziographie und Ganovenstück, vor allem aber eine Liebeserklärung an New Yorks berühmtestes Viertel.


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Hardcover
Roman
2021 Hanser
384 Seiten
32 mm x 152 mm
Sprache: Deutsch
Übersetzt von: Nikolaus Stingl
978-3-446-27090-9


Weitere verfügbare Ausgaben:

Autor

Colson Whitehead, 1969 in New York geboren, studierte an der Harvard University und arbeitete für die New York Times, Harper's und Granta. Whitehead erhielt den Whiting Writers Award (2000) und den Young Lion's Fiction Award (2002) und war Stipendiat des MacArthur "Genius" Fellowship. Für seinen Roman Underground Railraod wurde er mit dem National Book Award 2016 und dem Pulitzer-Preis 2017 ausgezeichnet. Für seinen Roman Die Nickel Boys erhielt er 2020 erneut den Pulitzer-Preis. Bei Hanser erschienen bisher John Henry Days (Roman, 2004), Der Koloß von New York (Eine Stadt in dreizehn Teilen, 2005), Apex (Roman, 2007), Der letzte Sommer auf Long Island (Roman, 2011), Zone One (Roman, 2014), Underground Railroad (Roman, 2017), Die Nickel Boys (Roman, 2019), Harlem Shuffle (Roman, 2021) und Die Regeln des Spiels (Roman, 2023). Der Autor lebt in Brooklyn. Nikolaus Stingl, 1952 geboren, übersetzte u. a. William H. Gass, Ben Lerner, Thomas Pynchon, Colson Whitehead und Emma Cline und wurde mit mehreren wichtigen Übersetzerpreisen ausgezeichnet.

Hersteller: Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG
Vilshofener Straße 10, 81679 München DE
E-Mail: info@hanser.de

Kriminell ehrlich 2021-11-18 01:20:00
“Wo hast du dich da hineinmanövriert, Raymond?” Niemand nennt Ray Carney bei seinem vollen Namen, außer seine überkritischen, gut situierten Schwiegereltern. Als Leser möchte man das auch manchmal, um Ray darauf aufmerksam zu machen, dass seine Taten böse Konsequenzen haben könnten.

Ray, Besitzer eines Möbelgeschäfts im New York der Sechzigerjahre, hat Ehrgeiz und sein Herz am rechten Fleck. Doch er kann auch nicht komplett aus seiner Haut und der Situation, die sein Viertel, seine Stadt und sein Land bis heute prägt. Für die meisten Weißen und viele besser gestellte Afroamterikaner ist er nur der Möbelhändler. Und die Tatsache dass sein Laden gut läuft, hängt ohnehin nur damit zusammen, dass er krummer Dinger dreht.

Die Geschichte seines Vaters Michael und seines Cousins Freddie, beide nicht immer ganz legal unterwegs, zusammen mit den tief verwurzelten Vorurteilen und Rassenproblemen, drängt ihr letztlich ebenso langsam und schleichend in ein Eck, in dem er sich früher nie gesehen hätte. Die ehrliche und die kriminelle Seite teilen sich fortan ihren Platz in Ray Carney und je nach Tagesform geht er mal besser und mal schlechter damit um.

1964 erlebt der fiktive Ray den nur allzu realen Aufstand in Harlem mit. Als Reaktion auf den Tod des Afroamerikanischen Jugendlichen James Powell, der von einem weißen Polizisten erschossen wird, demonstrieren hunderte Menschen über mehrere Tage. Gauner und Plünderer nützen die allgemeine Empörung auch für Sachbeschädigungen und Schlimmeres.

“Harlem Shuffle” als “Nachhilfe in Sachen ‘Black lives matter’” zu bezeichnen, wäre etwas zu plakativ gesagt, aber viele der historischen Tatsachen aus dem Roman haben immer noch Gültigkeit, noch viel Bedeutung und sind noch immer noch gelöst. Um zu verstehen, warum ein Land oder eine Stadt so ist wie sie ist, muss man sich mit der Vergangenheit beschäftigen.

Colson Whitehead schafft es mit seinem prägnanten Stil, die “Geschichtsstunde” und vieles mehr in eine spannende, historisch realistische Geschichte zu verpacken und ohne den mahnenden Fingen haben zu müssen, führt er uns an den Kern des Problems und zeigt, wie sehr wir letztlich alle von unserer Umwelt mitbestimmt werden. Damals wie heute. In Europa, Asien oder Amerika. Unabhängig von Religion oder Hautfarbe.
Gutes Werk, nicht vollendet 2021-09-12 22:38:00
Colton Whiteheads neuestes Werk ist eine Rückkehr nach Harlem in dem Jahren 1959-1961. Er ruft das Gefühl der Zeit und des Ortes hervor. Jedes seiner Worte dien dazu, die Sehenswürdigkeiten, Gerüche und Geräusche des Ortes hervorzubringen. Seine Beschreibungen haben mich fasziniert. Es war unmöglich, nicht jede Szene vor Augen zu haben, so üppig waren die Beschreibungen.
Ray Carney konnte der Sohn eines Kleindiebes sein, aber er versucht sich als aufrechter Bürger durchzuschlagen. Sein Hauptbrot ist sein Möbelgeschäft. Sein Cousin Freddie hingegen ist auf der Suche nach dem großen Deal und zieht Ray mit hinein. Die Dinge mit Freddie laufen nie wie geplant und bereiten Ray immer Ärger. Doch während das Buch weitergeht, wird Ray immer weiter in die verworrene Welt hineingezogen und es ist faszinierend zu sehen, wie er versucht, seine Veränderung zu rationalisieren.
Whitehead kreiert Charaktere, die sich echt anfühlen. Nicht nur Ray, sondern auch Freddie, Elizabeth, Pepper. Dieses Buch hat viel zu erzählen: über Rache und unterdrückte Wut, Familienbeziehungen aber auch den Drang voranzukommen.
Trotzdem war ich nicht immer durchgehend begeistert. Die Geschichte war ungleich. Der Anfang war etwas langatmig. Der Humor lies ein wenig zu wünschen übrig. Harlem Shuffle ist ein Buch, das jedem Satz, jedem Wort seine Aufmerksamkeit verlangt. Die zweite Hälfte des Buches genoss ich mehr, es gab einfach mehr Entwicklung.
Alles in allem vergebe ich 4 Sterne, aber es hätten leicht 5 sein können.
Etwas träge 2021-09-12 10:00:00
Etwas träge

Colson Whitehead zieht mich magisch an; seine Themen interessieren mich sehr, und so habe ich auch die beiden Vorgängerwerke, "Die Nickel Boys" sowie "Underground Railroad" als Hörbücher gehört. Am Ende war ich von beiden eher enttäuscht, und bei "Harlem Shuffle", das ich diesmal nicht gehört, sondern gelesen habe, geht es mir ähnlich. Dennoch werde ich Colson Whitehead treu bleiben.

Das Cover des Romans ist sehr passend gewählt, denn hier kann man sofort sehen, dass man sich im New York der Sechziger Jahre wähnt. Schmutz auf den Straßen ist ebenso normal wie tolle, aber auch etwas düstere Straßenkreuzer. Und Ray Carney muss sich im Harlem der Sechziger Jahre irgendwie über Wasser halten - legal oder illegal.

Am besten gefallen hat mir an "Harlem Shuffle" das Eintauchen in dieses Viertel der Stadt New York, die Bilder, die man im Kopf hat, wenn man vielleicht auch selbst schon einmal da war, nur Jahrzehnte später. Colson Whitehead nimmt den Leser mit in ein Milieu, das einem selbst sehr fremd ist, aber leider schweift er auch oft ab, sodass auch ich gedanklich abschweifte. Hatte er die Vorgabe, die oft üblichen 400 Seiten zu füllen und brauchte noch etwas mehr Nebenhandlungen und detaillierte Beschreibungen?

So bleibt die Grundidee des Romans sowie die Geschichte um Carney wirklich gut, aber die Umsetzung hat mich nicht überzeugen können. Zu träge geht die Handlung voran, zu abschweifend ist die Storyline. Dennoch freue ich mich schon wieder auf den nächsten Roman von Colson Whitehead. Ich werde auf jeden Fall wieder dabei sein!