Bad Actors

Bad Actors

von Mick Herron

€ 20,40

Taschenbuch

versand- oder abholbereit in 48 Stunden

Ein Fall für die Slow Horses
2025 Diogenes
464 Seiten
25 mm x 125 mm
Sprache: Deutsch
978-3-257-30114-4

Hauptbeschreibung

Eine wichtige Mitarbeiterin des Premierministers verschwindet spurlos, und ausgerechnet Claude Whelan, ehemaliger MI5-Chef und als solcher Erzfeind seiner Nachfolgerin Diana Taverner, soll sie finden. Doch die Spur führt ihn direkt zurück zum Hauptquartier im Regent's Park - und über Umwege und etliche Gehässigkeiten zu Jackson Lamb. Mit ihrer unvergleichlichen Mischung aus tiefschwarzem Humor, nerdigem Narzissmus und Chaos bringen die Slow Horses eine instabile Situation endgültig ins Wanken.


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Taschenbuch
Ein Fall für die Slow Horses
2025 Diogenes
464 Seiten
25 mm x 125 mm
Sprache: Deutsch
Übersetzt von: Stefanie Schäfer
978-3-257-30114-4


Weitere verfügbare Ausgaben:

Autor

Mick Herron, geboren 1963 in Newcastle-upon-Tyne, studierte Englische Literatur in Oxford, wo er auch lebt. Seit 2024 ist er Mitglied der Royal Society of Literature. Seine Romane wurden vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Theakston's Old Peculier Novel of the Year Award, dem Raymond Chandler Award sowie dem Premio Pepe Carvalho; für sein Lebenswerk erhielt er 2025 den CWA Diamond Dagger. Seine Romane wurden in 29 Sprachen übersetzt, sowohl seine in London angesiedelte Slow Horses-Serie als auch die Oxford-Serie um die Privatermittlerin Zoë Boehm wurden mit Starbesetzung für Apple TV verfilmt.

Hersteller: Diogenes Verlag AG
Sprecherstrasse 8, 8032 Zürich CH
E-Mail: info@diogenes.chHersteller: truepages UG (haftungsbeschränkt)
Sprecherstrasse 8, 8032 Zürich CHWestermühlstrasse 29, 80469 München DE
E-Mail: info@truepages.de

komplexe Handlung mit Wendungen 2026-01-14 14:54:00
von Ulla
Die Slow Horses mit ihren Chef Jackson Lamb sind eine Gruppe abgehalfterter Mitarbeiter des britischen Geheimdienstes, teils aus dem aktiven Bereich, teils aus dem Bereich Recherche. Was sie eint ist die Versetzung aufs Abstellgleis, alle haben irgendeine Art von Dreck am Stecken, durch schlecht ausgeübte Arbeit oder persönliche Probleme mit Alkohol, Drogen oder mangelnder Impulskontrolle. Sympathieträger ist jedenfalls keiner von ihnen. Für wichtige Dinge im Geheimdienst werden sie nicht benötigt, wie jetzt, da die Regierungsberaterin, die Schweizerin Dr. Sophie de Greer spurlos verschwunden ist. Bei einem offiziellen Treffen erscheint der Leiter des russischen Geheimdienstes, der sich seit Tagen unentdeckt in London aufhält und von dem keiner weiß, was er in diesen Tagen dort gemacht hat und wen er getroffen hat. Doch die Slow Horses finden eine Spur und mischen auch ansonsten mit, auf sehr unkonventionelle Weise.
Es ist von Vorteil die Vorgängerbände zu kennen um die unangepassten Charaktere besser zu verstehen. Die Handlung ist komplex und mit aktueller Politik aus dem Jahr 2022 versehen, was ein sehr aufmerksames Lesen erfordert. Immer neue Wendungen sorgen für Spannung und der berühmte trockene Humor kommt nicht zu kurz.
schlagfertiger, britischer Politkrimi 2026-01-04 21:14:00
von ingri
Das aktuelle Regierungskabinett in London ist anders als bisherige – ein Berater des Regierungschefs, der alles anders macht als Bisherige – er holt eine Superforcasterin ins Team. Doch eines Tages verschwindet diese. Über Umwege wird der ehemalige MI5 Chef Claude Wheelan mit der Untersuchung beauftragt. Er nimmt die Untersuchung bei seiner Nachfolgerin Diana Taverner auf, derzeitige Chefin des MI5 – auch weil der Verdacht laut wird, dass der Geheimdienst mit einem illegalen Programm am Verschwinden beteiligt sein soll. Die Spur schließlich zum legendären bzw. berüchtigten Jason Lamb – Chef der Slow Horses. Einer Abteilung des MI5 bei dem in Ungnade gefallene Agenten landen.

Man findet sich rasch in einem Strudel aus Irrungen und Wirrungen, Intrigen und Überraschungen. Die Handlung ist komplex, verstrickt und gut konstruiert. Geschickt sind aktuelle Ereignisse – gemessen am ursprünglichen Erscheinungstermin- eingeknüpft- der Brexit, die Nachwirkungen der Covid-Pandemie, ein Premierminister mit spannenden Post-Brexit-Visionen. Sollte man sich etwas mit der britischen Politik beschäftigt haben, hat man auch rasch ein entsprechendes Bild im Kopf.

Die Charaktere sind sehr speziell- scharf gezeichnet und unterhaltsam – auch wenn man sie nicht unbedingt alle ins Herz schließt. Vor allem ihre weniger liebenswürdigen Charakterzüge werden gut dargestellt. Man hat eine eher intrigante Chefin des MI5. Jason Lamb, einen Spion, der nicht sehr umgänglich mit den meisten Personen ist, speziellen Charm besitzt und messerscharf kombiniert. Slow Horses die koksabhängig sind, weltfremde Nerds sind und noch so einige spannende Macken haben.

Wichtig ist es der Geschichte aufmerksam zu folgen, da es rasche Szenenwechsel bzw. Blickwinkelwechsel gibt. Eine Einteilung in ordentliche Kapitel gibt es nicht. Auch wird nicht linear erzählt – die Zeitebenen wechseln, richtig klar wird dem Leser das aber erst später.

Das vorliegende Buch – Bad Actors – ist mittlerweile der achte Band einer Serie um Agent Jason Lamb und seinem Team von Agenten – den Slow Horses. Für mich war es der erste Band der Serie den ich gelesen habe, jedoch kannte ich das Thema von der entsprechenden Serie. Grundsätzlich lässt sich die Geschichte auch so verstehen, jedoch profitiert man denke ich, wenn man die Bände entsprechend der Reihenfolge liest und Zusammenhänge und Hintergründe besser zu verstehen.

Ich werde mich definitiv in die Vorgängerbände stürzen, denn es war für mich ein gelungener Politkrimi. Mit schlagfertigem, bösen ja britischen Humor.
Jackson und die Joes 2025-12-23 10:15:00
von Havers
Es gibt nur wenige Reihen aus dem Krimi-/Thrillerbereich, deren Bücher ich ein zweites oder drittes Mal in die Hand nehme. Zwei Autoren gibt es aber, die mich zur Wiederholungstäterin machen: Alan Parks mit der im Glasgow der 70er Jahre verortete Harry McCoy-Reihe und Mick Herron, dessen Einzelbände um die abgeschobenen MI5-Agenten ich ausnahmslos mehrfach lese, um im zweiten, dritten oder vierten Durchgang in den beiläufig hingeworfenen Sätzen dessen geistreiche und immer zutreffende Kommentare zur politischen Gegenwart Großbritanniens zu genießen. Insbesondere dann, wenn man Spionageromane nicht mag, ist es schon allein deshalb einen Versuch wert.

Nun also „Bad Actors“ (Bd. 8), und wer damit gemeint ist, wird sich im Lauf der Handlung herausstellen. Im Haifischbecken tummeln sich die altbekannten Akteure: Ein unfähiger Premier, Geheimdienstchefin Diana Taverner sowie Jackson Lamb und seine Slow Horses. Ergänzt wird dieses Personentableau durch Claude Wheelan (Taverners Vorgänger auf dem Chefposten), den mehr als zwielichtigen Sonderberater und Strippenzieher des Premiers, einen Neuzugang im Slough House sowie der spurlos verschwundenen Schweizerin aus dem politischen Thinktank des Premiers, mit deren Auffinden Wheelan beauftragt wird. Als ein Red-Queen-Alarm ausgelöst wird, der den Kopf der „Königin“ fordert, eskaliert die Situation. Die einzigen, die jetzt noch helfen können, sind Lamb und die Slow Horses. Aber wehe, jemand vergreift sich an ihnen, denn auch wenn es scheint, als ob Lamb nicht viel von ihnen halten würde, sind sie doch seine „Joes“. Und deshalb sollte man sich tunlichst nicht mit Lamb anlegen.

Die Slow Horses-Reihe und so auch „Bad Actor“ lebt von ihren schrägen Charakteren, den bissigen Dialogen, dem schwarzer Humor und den punktgenauen Analysen der britischen Gegenwartspolitik. Das alles sprachlich on top und hervorragen übersetzt von Stefanie Schäfer. Wer allerdings knallharte Action sucht, wird enttäuscht sein, denn die Story ist vielschichtig und verzwickt, entwickelt sich langsam und braucht ihre Zeit, bis sämtliche Informationen in ihrer Komplexität verbunden sind – was übrigens für alle Bände der Reihe gilt, die ich euch uneingeschränkt empfehlen kann.

Als Einstieg ist meiner Meinung dieser Band allerdings meiner Meinung nach nicht geeignet, fehlen doch sehr viele Hintergrundinformationen/Vorgeschichten sowohl zu den Personen als auch zu einschneidenden Geschehnissen aus den Vorgängern.