

Mit beiden Händen den Himmel stützen
von Lilli Tollkien
€ 16,99
E-Book (EPUB)
EPUB sofort downloaden
Downloads sind nur für Kunden mit Rechnungsadresse in Österreich möglich!
Roman
2026 Aufbau Digital
163 Seiten
Sprache: Deutsch
978-3-8412-3986-0
Verwandte Suchkategorien
E-Book (EPUB)
Roman
2026 Aufbau Digital
163 Seiten
Sprache: Deutsch
978-3-8412-3986-0
Weitere verfügbare Ausgaben:
Autor
Lilli Tollkien, 1980 in Berlin geboren, begann verschiedene Ausbildungen und studierte unter anderem Regie und Musiktherapie in Berlin und Heidelberg. Sie arbeitete in unterschiedlichen Berufen, etwa als Suchtberaterin in der JVA, als Jobcoach und Ausstatterin. Sie lebt mit ihren Kindern in Leipzig, fotografiert und schreibt. Ihre Geschichten wurden in Anthologien veröffentlicht. »Mit beiden Händen den Himmel stützen« ist Lilli Tollkiens erster Roman.




Beeindruckendes Debut
2026-03-19 06:42:00
Lale wächst unter ungewöhnlich Umständen auf. In einer Männerkommune, die Partys feiern und Revolutionen planen. Sie selbst darf im Grunde alles, was ein Kind sich wünscht, ewig wach bleiben und fernsehen und Süßiskeiten in Unmengen essen. Doch sie seht sich nach Geborgenheit und Verlässlichkeit. Zwischen Freiheit und Vernachlässigung versucht sie ihren Weg zu gehen.
Meine Meinung:
Was für ein Buch! Schon direkt am Anfang werden wir mit der abhängigen Mutter bekannt gemacht, da ist Lale noch in ihrem Bau, kann sich nicht um das Kind angemessen kümmern, so dass sie zu einem Pflegevater in der Kommune kommt. Nicht nur dass sie ihre eigenen Grenze überschritten werden, sie kann sich auch niemanden anvertrauen. Sie muss erwachsen werden, eh sie sich mit dem Erlebten auseinandersetzten kann. Das Buch ist wirklich eine Berg- und Talfahrt, in der man alle Gefühle durchmacht. Man kann kaum glauben, wie Lale aufwachsen musste, wie sie selbst ein auf und ab erlebt. Man möchte sie aus der Situation rausholen und sie einfach umarmen. Es ist ein Buch, dass einem eine wahre Gefühlsachterbahn bietet und das nicht nur der Protagonistin Lale, sondern auch dem Leser.
Fazit:
Beeindruckendes Debut




Auf der Suche nach Verlässlichkeit
2026-03-11 19:16:00
Der Roman begleitet Lale durch diese ungewöhnliche Kindheit in den achtziger Jahren. Kleine Szenen aus dem Alltag zeigen, wie sie zwischen Freiraum und Vernachlässigung ihren eigenen Weg sucht. Schon früh wird spürbar, dass sie vieles allein verstehen muss, weil sich kaum jemand wirklich um ihre Fragen kümmert.
Die Geschichte wird in ruhigen, klaren Bildern erzählt. Viele Szenen wirken fast unscheinbar. Oft sind es gerade diese kleinen Beobachtungen, die im Kopf bleiben. Immer wieder versucht Lale, ihren Platz zu finden, während die Erwachsenen um sie herum mit ihren eigenen Ideen und Konflikten beschäftigt sind. Neben Momenten von Freiheit liegt über manchen Situationen auch ein leises Unbehagen.
Im Verlauf der Kindheit wird deutlich, dass Grenzen nicht immer geachtet werden. Einige Begegnungen zeigen, wie wenig Schutz ein Kind in dieser Umgebung manchmal hat. Diese Übergriffe werden nicht dramatisch ausgeschmückt, sondern ruhig und direkt geschildert. Durch diese nüchterne Erzählweise wirken manche Szenen besonders belastend.
Mit den Jahren verändert sich der Blick auf das Erlebte. Aus dem Mädchen, das lange nur versucht hat, zurechtzukommen, wird eine junge Frau, die beginnt, ihre eigene Geschichte zu ordnen. Das Erzählen wird dabei zu einer Möglichkeit, das eigene Erleben langsam zu begreifen.
Die Sprache des Buches bleibt über weite Strecken ruhig und klar. Viele Gedanken werden eher angedeutet als ausführlich erklärt. Dadurch entsteht eine große Nähe zu Lale und zu ihrem inneren Erleben. Vor allem in den stillen Momenten wird spürbar, wie sehr ihr Halt und Geborgenheit fehlen.
Dieser Roman erzählt von einer Kindheit, die nach außen frei wirkt und zugleich von Unsicherheit geprägt ist. Gerade dieser Widerspruch zieht sich durch die ganze Geschichte. Zwischen politischen Ideen, langen Nächten und vielen Menschen wächst ein Mädchen auf, das sich nach etwas ganz Einfachem sehnt: jemandem, der wirklich für sie da ist.
Ein ruhiger und ehrlicher Roman über Kindheit, über Verletzlichkeit und darüber, wie ein Mensch irgendwann beginnt, die eigene Geschichte auszusprechen.
4 Sterne und eine Leseempfehlung.