Wir verwenden Cookies, um Ihnen die bestmögliche Nutzererfahrung auf unserer Website zu bieten und erlauben das Setzen von Drittanbieter-Cookies. Durch die Nutzung unserer Website stimmen Sie zu, dass Cookies auf Ihrem Gerät gespeichert werden. Weitere Informationen zu den verwendeten Cookies, und zu ihrer Deaktivierung finden Sie hier.


ISBN

Buchhändlerempfehlung

MMag. Katharina Huchler aus unserer Buchhandlung in Höchst empfiehlt dieses Buch:

Das Cover ließ mich eine harmlose Geschichte à la "Selection" erwarten, aber weit gefehlt: Hier trifft "Die Tribute von Panem" auf "A Handmaids Tale". Dicht geschrieben mit einem hohen Spannungsfaktor verfolgt die Geschichte sehr abgründige Ideen. Ein Thriller, der vor Augen führt, dass es nichts im Leben umsonst gibt, und dass der schöne Schein einer glitzernden Luxuswelt nur mit menschlichen Opfern aufrechterhalten werden kann.

Alle Buchtipps von MMag. Katharina Huchler


Ein fantastischer und gruseliger Jugendroman vor historischem Hintergrund. Genau das Richtige für die Herbst- und Halloween-Zeit. 16. Oktober 2018
Endlich Halloween! Doch Sarah versteht die Welt nicht mehr. Sie wollte die Nacht der Nächte mit ihren Freunden an der High-School feiern stattdessen kurvt sie mit ihrer nervigen Familie an der Küste von Massachusetts entlang. Nahe der Stadt Salem beginnt es in Strömen zu regnen. Das Navigationsgerät fällt aus. Die Straße endet im Nirgendwo.
Nach Mitternacht erreichen Sarah und ihre Familie eine Ansiedlung. Als sie vier Galgen auf einer Anhöhe entdecken, halten sie es für einen Halloween-Scherz. Wie altertümlich die Bewohner gekleidet sind und wie seltsam sie sprechen! Die Kulisse scheint perfekt.
Als Sarah und ihre Familie begreifen, dass es gar keine Kulisse gibt, ist es bereits zu spät.
Der Schrecken nimmt seinen Lauf ...
Eine packende Horrorstory vor dem Hintergrund der Hexenprozesse von Salem!...(Klappentext)

⚝⚝⚝⚝⚝

"Du weißt, dass an Halloween die Grenzen zwischen dieser Welt und der Welt der Toten verschwimmen.
Die Tore zum Jenseits sind nicht so fest verschlossen wie an den anderen Tagen des Jahres.
Nein.
Sie stehen weit offen."
(S. 21)

Hier wird aus der Sicht von Sarah erzählt, welche ziemlich angefressen ist, da sie die Halloween-Party in ihrer Schule verpasst. Das alles nur weil ihr Vater einen alten Freund am Hintern der Welt besuchen möchte, nämlich in der Gegend um Salem.
Man sitzt hier mit ihr in einem klapprigen Subaru, gemeinsam mit ihrem fluchenden Vater, der den Wagen durch dichten Regen kutschiert, ihrem Bruder Rob, der in sein Ballerspiel auf seinem Handy vertieft ist und ihrer Mutter, welche ihr historisches Wissen rund um Salem zum besten gibt.
Zuerst taucht der Leser in die spannende und grausige Geschichte der Hexenprozesse von Salem ein und wie es in dieser Gegend zu diesem historisch fürchterlichen Ereignis gekommen ist und kommen konnte. Doch dann wird diese Geschichte plötzlich Wirklichkeit und sie stecken in dieser historischen Begebenheit mitten drin - mitten in den Hexenprozessen von Salem.

Wer die Geschichte von den Hexenprozessen kennt, weiß was sich damals Fürchterliches zugetragen hat. Was all die Frauen und auch Kinder, welche als Hexen und Teufelsanbeter beschuldigt wurden, an Folter durchmachen mussten, um schlußendlich auf grausame Weise den Tod zu finden.
Mit diesem historischen Hintergrund kreierte Nicole Grom einen schaurigen Jugendroman, welcher einen kleinen Einblick in die Geschichte dieser Hexenprozesse gewährt. Dies gestaltet sich überaus spannend und vor allem unheimlich. Man stelle sich vor plötzlich im späten 17. Jahrhundert zu landen, als Hexe angeklagt zu werden, wobei die Menschen dort viel gruseliger und teuflischer sind als man selbst. Ja, da kann einem schon die Gänsehaut rauf und runter laufen.

"Hysterie brach aus.
In dieser Atmosphäre der Angst konnte jeder einen anderen Menschen grundlos bezichtigen.
Töchter klagten ihre Mütter an, Männer ihre Frauen, Brüder ihre Schwestern und umgekehrt."
(S. 39)

Der Schreibstil ist einfach gehalten und flüssig, während der Erzählstil fesselnd ist und einen das Buch in einem Rutsch lesen lässt.
Leider fehlte mir aber das gewisse Etwas was die Atmosphäre und die Liebe zum Detail betrifft. Hierbei hätte ich mir, gerade bei einem Schauerroman, mehr gewünscht.
Es waren diesbezüglich wunderschöne Ansätze und Passagen vorhanden und ich hatte das Gefühl, dass die Autorin diesbezüglich durchaus noch einiges mehr in petto gehabt hätte, jedoch aus irgendeinem Grund ausgebremst wurde. Ein paar Seiten mehr hätten der Geschichte also durchaus gut getan.

"In diesem Moment trat der Mond hinter den Wolken hervor.
Ein fahler Leib, der sich aus schwarzen Leichentüchern schälte.
Er beleuchtete die Umgebung so, dass die Dinge wieder Gestalt annahmen.
Sie befanden sich nun unterhalt einer Anhöhe.
Und auf dem Gipfel dieser Anhöhe standen vier Galgen."
(S. 51)

Fazit:
Trotz der kleinen oben genannten Kritik hält man mit diesem Buch einen schaurigen Jugendroman in den Händen, in dem sich das Unheimliche von Seite zu Seite steigert und ich es dadurch in einem Rutsch regelrecht inhaliert habe. Es ist auf jeden Fall ein fantastischer und gruseliger Jugendroman mit interessantem und schaurigem Setting. Genau das Richtige für die dunkle Zeit des Jahres.
Ich hoffe die Autorin hat irgendwann die Möglichkeit sich schriftstellerisch so richtig zu entfalten, denn schreiben kann sie und das wie der Teufel.

© Pink Anemone
Zeitgeschichte poetisch aufbereitet 16. Oktober 2018
Ein Buch mit Handlungssträngen, welche anfangs etwas verwirren, nach einiger
Zeit aber dann doch verständlich sind.
Interessant ist das Eintauchen in die jüngere Geschichte Angolas, es machte mich neugierig mehr über dieses Land zu erfahren.

Sprachlich etwas blumig, aber ein lesenswertes Buch.

Piccola Sicilia
von Speck, Daniel
Einblicke in Religionen und Kulturen, gewebt in eine außergewöhnliche Liebesgeschichte 16. Oktober 2018
von MelE
"Piccola Sizilia" erzählt atmosphärisch gelungen eine Liebesgeschichte, die Religionen und Kulturen gekonnt miteinander vereint. Leider fehlte mir mitunter ein klein wenig Tiefgang, da die Protagonisten doch eher oberflächlich bleiben. Ihr Denken und Handeln ist nicht immer nachvollziehbar, daher ergeben sich wenig Sympathiepunkte bei mir als Leserin. Wunderbar herausgearbeitet ist der zweite Weltkrieg, der auch in Italien nicht Halt gemacht hat und dort sehr verstörend auf Land und Leute wirkt. Romane mit Lerneffekt empfinde ich normalerweise als sehr eindrücklich und dennoch hatte ich mitunter das Gefühl mich nicht komplett auf die historischen Ereignisse einlassen zu können, da mir die eingewobene Liebesgeschichte zu sehr ausgeschmückt wurde und zuviel Raum einnahm. Die Liebesgeschichte ist außergewöhnlich, kann sich mir aber emotional nicht nähern. Die gelungene Atmosphäre des Anfangs ist leider zum Ende des Buches nicht mehr spürbar.
Erzählt wird in Gegenwart und Vergangenheit, wobei mir persönlich die Gegenwart ein klein wenig zu kurz kam. Das Bergen eines Wracks hätte um einiges interessanter gestrickt werden können. Ninas Lebenschaos berührte mich noch weniger als die der Protagonisten der Vergangenheit. Ich habe die 600 Seiten mitunter doch sehr mühsam gelesen, da leider einige Längen vorhanden sind und der Funke einfach nicht überspringen wollte. Was mich fasziniert hat, sind die unterschiedlich dargestellten Religionen und Kulturen, wobei der jüdische Glauben mich am meisten begeistert, da ich mich dort am wenigsten auskenne. Klar wird schnell, das Gottes auserwähltes Volk zerschlagen und ohne Heimat ist. Auch der Holocaust wird kurzzeitig angeschnitten und macht mir wieder einmal bewusst, welch Grauen und Fanatismus innerhalb Deutschlands auch vor anderen Teilen Europas nicht Halt gemacht hat.
Der Autor reißt vieles an und hat auch einige sehr gute Ansätze zu bieten, dennoch hatte ich oftmals das Gefühl, das ich meine hohen Erwartungen nicht erfüllt sehen kann.

Fazit: Eine außergewöhnliche Liebsgeschichte in den zweiten Weltkrieg verlegt, wobei hier auch ganz viel Drama inszeniert wurde, was mich aber leider nicht komplett überzeugt. Es wurde für mich relativ schnell deutlich, das die gelungene Atmosphäre des Anfangs nicht gehalten werden kann und die Story in meinen Augen dadurch leicht zu schwächeln beginnt. Da Bücher auf seine Leserschar unterschiedlich wirkt, wird "Piccola Sizilia" sicherlich für einiges an Gesprächsstoff sorgen. Ich bin leider nur mäßig begeistert, daher gibt es von mir nur eine eingeschränkte Leseempfehlung. Die Story innerhalb des Krieges zu verpacken ist gelungen, leider konnte es mich trotz Schrecken und Grauen nicht komplett überzeugen.