Monstergott

Monstergott

von Caroline Schmitt

€ 24,70

Hardcover

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Roman | »Oh Gott, ist das ein gutes Buch!« Benjamin von Stuckrad-Barre
2025 Park X Ullstein
272 Seiten
28 mm x 132 mm
Sprache: Deutsch
978-3-9881605-4-6

Hauptbeschreibung

Eigentlich haben Ben und Esther alles, was sie brauchen: eine lebendige Beziehung zu Jesus Christus und wichtige Funktionen in ihrer Gemeinde - dem göttlich funkelnden Safe Space, in dem der Pastor teure Sneaker trägt, seine Frau Highlights aus der Predigt auf Instagram teilt und Gott uns so sehr liebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, und so weiter. 

Doch Ben hat ein Problem, das zwischen ihm und seinem göttlichen Vater steht. Niemand weiß davon, nicht mal seine Schwester Esther. Je verzweifelter er sich aus den Fängen der Sünde befreien will, desto mehr tyrannisiert sie sein Leben. 

Esther hat ihr Leben lang gelernt, dass sich die Frau unterordnet. Das steht in der Bibel. Das ist Gottes Wille. Aber sie will endlich ernst genommen werden  als eigenständiger Mensch und als Musikerin. Als sie einen verloren geglaubten, aber nie vergessenen Menschen von früher wiedertrifft, spürt sie einen Hunger nach der Welt da draußen, die gar nicht so verdorben wirkt. 

Monstergott erzählt von zwei Geschwistern, für die es überlebenswichtig wird, ihren Glauben und seine Regeln infrage zu stellen - und damit alles, was sie kennen.

»Caroline Schmitt schreibt furchtlos präzise über den Hunger nach Glauben und die Verzweiflung am eigenen Menschsein. Ihre Protagonisten sind einem so fremd und dann doch so nah, dass man nicht weiß, ob man sie umarmen oder lieber vor ihnen wegrennen möchte.« Alina Bronsky

»Falls wir Menschen uns versehentlich kurz mal glücklich und frei fühlen sollten, hilft unsere teuflischste Erfindung uns rasch zurück in die Misere: Religion. Caroline Schmitt erzählt in Monstergott furios und hochkomisch von dieser freiwilligen Selbstunterdrückung, die von Erlösung plappert und doch nur Schmerz zu bieten hat. Dolles Aua, super Buch.« Benjamin von Stuckrad-Barre


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Hardcover
Roman | »Oh Gott, ist das ein gutes Buch!« Benjamin von Stuckrad-Barre
2025 Park X Ullstein
272 Seiten
28 mm x 132 mm
Sprache: Deutsch
978-3-9881605-4-6


Weitere verfügbare Ausgaben:

Autor

Caroline Schmitt, Jahrgang 1992, studierte Journalismus an der University of the Arts London. Sie lebt in Berlin und arbeitet als freie Journalistin für Deutschlandfunk Kultur und die Deutsche Welle. 2023 erschien ihr literarisches Debüt Liebewesen.

Hersteller: Ullstein Buchverlage GmbH
Friedrichstraße 126, 10117 Berlin DE
E-Mail: produktsicherheit@ullstein.de

Glaube und Identität 2025-11-27 18:43:00
von Sina
Mit „Monstergott“ hat Caroline Schmitt nach „Liebewesen“ ihren zweiten Roman veröffentlicht.
Da ich ihren Schreibstil und den ungeschönten Blick auf die Realität schon in ihrem ersten Roman mochte, wollte ich natürlich auch „Monstergott“ unbedingt lesen.

Im Zentrum der Geschichte stehen Esther und Ben, ein Geschwisterpaar, das tief in der Gemeinde einer christlichen Freikirche verwurzelt ist. Der Glaube ist fester Bestandteil ihres Lebens und beeinflusst den Alltag aber auch große Entscheidungen der beiden Figuren.

Die Geschichte wird in wechselnder Perspektive aus der Sicht des Geschwisterpaars erzählt, wodurch besonders gut sichtbar wird, wie tief die Strukturen der Gemeinde in die Lebensrealität der Figuren greift. Esther stößt mit ihrem Wunsch nach Selbstverwirklichung innerhalb der Gemeinde beim Pastor schnell auf Widerstand, während Ben durch einen moralischen Konflikt zwischen der eigenen Identität und seinem Glauben in eine tiefe Verzweiflung gerät.

Schmitt macht mit ihrer Geschichte deutlich, wie der Glaube und das Aufwachsen in einer christlichen Gemeinde den Wunsch nach Zugehörigkeit erfüllen – jedoch zeitgleich den nach Selbstverwirklichung zerstören kann.
Ihr Schreibstil hat mir auch in diesem Roman wieder gut gefallen – klar, schnörkellos, stellenweise fast etwas ironisch. Mit den wechselnden Perspektiven macht sie ohne je anklagend zu sein auf die verschiedenen Missstände innerhalb des christlichen Glaubens aufmerksam.

Das Ende des Buches war für meinen Geschmack leider nicht glaubwürdig. Die Reaktionen der Eltern auf Bens Geheimnis waren für mich im Kontext nicht nachvollziehbar und mehr als unglaubwürdig. Über Jahrzehnte verinnerlichte Denkmuster können sich nicht von jetzt auf gleich in Luft auflösen und wenn überhaupt nur mit viel Selbstreflexion, Arbeit und Zeit gebrochen werden. Ich hätte auch ein längeres Buch in Kauf genommen, wenn das Ende dafür authentischer dargestellt worden wäre.
Glaube und Leben 2025-11-08 21:16:00
von Miro
Die Geschwister Ben und Esther sind in einer christlichen Freikirchengemeinde aufgewachsen. Als Kinder hat ihnen die Kirchengemeinschaft Halt gegeben und das Leben mit Jesus versprach ein erfülltes zu werden.

Doch mit zunehmendem Alter beginnen die beiden die engen Grenzen, die ihre Kirche zieht zu hinterfragen. Esther sieht sich nicht in der klassischen Frauenrolle, die sich unterzuordnen hat und deren Berufung es ist zu dienen. Sie beginnt ihre Freundschaften zu hinterfragen und beäugt kritisch die Ehen, die diese eingehen.

Ben kämpft mit ganz anderen Problemen. Er unterdrückt seine sexuelle Orientierung und versucht sogar diesen Dämon auszutreiben. Diese Szenen sind ziemlich gruselig. Das Männlichkeitsseminar scheint aus dem letzten Jahrhundert zu stammen und manche Praktiken grenzen an Folter.

Ben und Esther treten abwechseln als Ich-Erzähler auf. Das erlaubt uns Leser*innen einen Blick auf ihre inneren Konflikte, Zweifel und Sehnsüchte. Gleichzeitig erleben wir sie von außen aus der Sicht des jeweils anderen. Dadurch wird, trotz des eher nüchternen Stils, eine große Nähe zu den Protagonisten geschaffen.

Als die beiden beginnen ihre engen Grenzen zu hinterfragen und schließlich ihre religiösen Ketten zu sprengen, habe ich das Buch mit noch mehr Freude gelesen. Und natürlich bietet uns die Autorin am Ende auch noch ein bisschen Drama vor dem großen Knall.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Die kritische Auseinandersetzung mit dem Glauben ist zeitgemäß und es gefällt mir, dass hier mal eine Form des Christentums genauer unter die Lupe genommen wird. Wo Religion zu stark in den Alltag der Menschen eingreift, ist Vorsicht geboten! Egal von welcher religiösen Ausrichtung die Rede ist.

Der Weg, den Ben und Esther hier zurücklegen ist beträchtlich. Sie zeigen Mut und werden mit einem positiven Ausblick belohnt. Ich mag dieses Happy End!
Leben in der christlichen Freikirche 2025-11-02 19:58:00
In Caroline Schmitts "Monstergott" geht es um Esther und Ben, einem Geschwisterpaar, das mit seinen Eltern im Kreis einer christlichen Freikirche aufgewachsen ist. Die christlichen Werte und Traditionen ziehen sich dabei durch ihr ganzes Leben. Neben den üblichen Tätigkeiten in der Gemeinde wie Freizeiten und Messen, dem Leben in sexueller Abstinenz und dem Umgehen von Sünden, finden aber auch Themen wie das christliche Bild von Mann und Frau einen großen Stellenwert im Buch. So arbeitet Ben beispielsweise als Fluglotse, während Esther früh geraten wurde sich weniger um ihre Bildung zu kümmern, als vielmehr darauf später einmal Hausfrau zu werden und christlich weibliche Werte wie Fürsorge in ihrem Beruf zu berücksichtigen und somit Krankenpflegerin zu werden. Während Esther mit dem Bild der christlichen Frau in Bezug auf sich immer mehr ins Hadern gerät, plagt Ben vor allem sein Liebesleben, das nicht konform mit seinem Glauben ist.
All das findet unter dem Deckmantel der ach so perfekten, vermeintlich modernen, christlichen Freikirche statt, einem Ort, der eine Art zu Hause für die beiden ist. Doch nach und nach bröckelt die Fassade.

Caroline Schmitt hat es geschafft das Bild von modernen, christlichen Freikirchen aufzuzeigen. Wer sich mit diesem Thema schon einmal befasst hat, findet sehr viel Bekanntes wieder.
Die wechselnde Perspektive der beiden Protagonist*innen hat mir dabei gut gefallen, da hier jede*r, vor allem auch geschlechtsspezifisch, mit seinen eigenen Problemen zwischen eigenen Werten und christlichen Werten zu kämpfen hat. Die Charaktere waren für mich außerdem glaubwürdig.
Das Ende kam für mich etwas abrupt und die Reaktion der Eltern von Esther und Ben konnte ich nicht ganz nachvollziehen, da ich glaube, dass alte, verwurzelte Denkmuster nur schwer oder sehr langsam gebrochen werden können.

Zusammenfassend finde ich, dass Caroline Schmitt ein gutes und wichtiges Buch geschrieben hat, dass ich gerne gelesen habe und ich werde es definitiv weiterempfehlen.