

When Women were Dragons – Unterdrückt. Entfesselt. Wiedergeboren: Eine feurige, feministische Fabel für Fans von Die Unbändigen
von Kelly Barnhill
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2024 Cross Cult
448 Seiten
Sprache: Deutsch
978-3-9866664-9-1
Hauptbeschreibung
Eine feurige feministische Fantasy-Geschichte, die im Amerika der 1950er Jahre spielt, wo sich Tausende von Frauen spontan in Drachen verwandelt haben und die Vorstellungen vom Platz der Frau in der Welt sprengen. Perfekt für Fans von "The Handmaid's Tale – Der Report der Magd", "Vox" und "Die Gabe". Alex Green ist ein junges Mädchen in einer Welt, die der unseren sehr ähnlich ist, mit Ausnahme eines bahnbrechenden Ereignisses: der Massenverwandlung von 1955, als Hunderttausende von gewöhnlichen Frauen und Müttern Flügel, Schuppen und Krallen entwickelten, eine Spur der feurigen Zerstörung hinterließen und sich in die Lüfte erhoben. War das ihre Entscheidung? Was wird aus denen, die zurückbleiben? Warum hat sich Alex' geliebte Tante Marla verwandelt, ihre Mutter aber nicht? Alex weiß es nicht. Es ist tabu, darüber zu sprechen. Zum Schweigen gezwungen, muss sich Alex dennoch mit den Folgen dieses erstaunlichen Ereignisses auseinandersetzen: eine Mutter, die sie mehr denn je beschützt, ein abwesender Vater, die beunruhigende Behauptung, dass ihre Tante nie existiert hat, und die Beobachtung, dass ihre geliebte Cousine Bea auf gefährliche Weise von dem Verbotenen besessen ist. Dieser zeitgemäße und zeitlose Roman der preisgekrönten Autorin Kelly Barnhill entlarvt eine Welt, die Mädchen und Frauen klein halten will – ihr Leben und ihre Perspektiven – und erforscht, was passiert, wenn sie sich dennoch erheben – massenhaft – und den Raum einnehmen, der ihnen zusteht. Kirkus Reviews nannte "When Women Were Dragons" eines der besten Science-Fiction- und Fantasy-Bücher des Jahres 2022.
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2024 Cross Cult
448 Seiten
Sprache: Deutsch
Übersetzt von: Isabelle Gore
978-3-9866664-9-1
Weitere verfügbare Ausgaben:
Autor
Kelly Barnhill hat mehrere Jugendromane geschrieben, darunter The Girl Who Drank the Moon, ein New-York-Times-Bestseller und Gewinner der John Newbery Medal 2017. Außerdem wurde sie mit dem World Fantasy Award ausgezeichnet und war Finalistin für den SFWA Andre Norton Nebula Award und den PEN America Literary Award. Sie lebt mit ihrer Familie in Minneapolis.




Zu wenig Fantasy, zu viel Schwarz-weiß
2025-01-28 10:28:00
Die Fantasy Elemente sind natürlich vorhanden, denn es wird immer wieder über Drachinnen gesprochen und viel öfter noch über Drachinnen geschwiegen. Ich hatte mir aber gedacht, dass sie eine viel zentralere Rolle spielen und der Fokus der Geschichte auf ihnen liegt. Dies ist aber meiner Meinung nach leider nicht der Fall oder zumindest den Großteil der Zeit nicht.
Lange Zeit habe ich die Drachinnen eher als eine Art Metapher angesehen. Starke, unabhängige Frauen, die sich von den Fesseln des Patriarchats lösen und ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben führen. So hat das Ganze für mich durchaus Sinn gemacht und war auch mit dem Feminismus Thema vereinbar. Dieser Gedankengang wurde dann aber wieder durch die Beschreibung und Handlungen der Drachinnen zerstört.
Des Weiteren hatte ich einige Probleme damit, wie die Drachinnen in die Alltagswelt eingebunden wurden. Ich konnte mir nur schwer vorstellen, wie eine Drachin am Herd steht und das Mittagessen für ihre Familie zubereitet, wenn auf der einen Seite beschrieben wird, welch gigantische Ausmaße eine Drachin annahm. Auch das Drachinnen die den Führerschein machen war für mich einfach nicht greifbar, vor allem in einer Welt, die diese nicht wirklich akzeptiert und daher für sie auch nicht adaptiert ist. Wie um alles in der Welt passt eine Drachin in ein handelsübliches Auto?
Gut gefallen hat mir dafür die Hauptperson Alex, aus deren Sicht die Geschichte auch erzählt wird. Zwar konnte ich ihre Handlungsweisen nicht immer gutheißen, aber aufgrund ihrer Erziehung und der äußeren Umstände konnte ich sie zumindest nachvollziehen. Als wirklich sympathisch würde ich Alex vielleicht nicht unbedingt beschreiben, aber ich habe mich mehr und mehr mit ihr anfreunden können. Positiv hervorheben möchte ich auch die Charakterentwicklung, die sie im Laufe der Geschichte durchlebt.
Ich habe mich sehr auf das Buch gefreut und war zu Beginn äußerst enttäuscht und hatte enorme Probleme in die Geschichte hineinzufinden. Dies wurde auch durch die (fiktiven) wissenschaftlichen Berichte und Gesprächsprotokolle die zwischen den Kapiteln eingestreut sind erschwert. Ich habe das Buch mehrmals aus der Hand gelegt und andere Bücher gelesen, bevor ich mich dazu überwinden konnte, hier weiterzulesen. Mit der Zeit bin ich immer mehr in die Geschichte hineingewachsen und konnte das Buch schlussendlich auch beenden. An vielen Stellen hat es sich aber gezogen wie Kaugummi.
"When Women were Dragons" ist per se kein schlechtes Buch. Es behandelt hingegen viele wichtige Themen, wobei das Patriachart und die Unterdrückung von Frauen nur eines von vielen ist. Leider finde ich die Umsetzung ein wenig verwirrend. Hier wären wir wieder bei der Frage, ob die Drachinnen als Metapher zu verstehen sind oder nicht. Außerdem finde ich, dass die Autorin zu oft in eine Schwarz-weiß-Sicht abdriftet. Ein paar mehr Graustufen hätten dem Ganzen vielleicht gutgetan.




Eine Hymne an die weibliche Selbstermächtigung
2024-11-06 12:58:00
Barnhill verwebt meisterhaft das Fantastische mit tiefen, gesellschaftskritischen Fragen und Feminismus. Alex’ Reise ist geprägt von den Spuren, die die Verwandlung ihrer Tante Marla hinterlassen hat, während ihre Mutter – wie viele andere Frauen – sich nicht verwandelte. Fragen der Identität und des Schweigens, der Entscheidung und der Rebellion sind überall präsent. Alex kämpft mit einer schützenden Mutter, einem abwesenden Vater und einem systematischen Vertuschen ihrer Tante. Ihre Cousine Bea ist der verbotenen Wahrheit auf unheilvolle Weise verfallen, was Alex in eine gefährliche, spannende Auseinandersetzung mit der Geschichte und den eigenen Wurzeln bringt.
Die Sprache ist eindrucksvoll, lyrisch und voller Kraft – sie zieht uns tief hinein in die Psyche der Charaktere und das komplexe Universum der Geschichte. *When Women Were Dragons* ist sowohl gesellschaftlich relevant als auch magisch: eine Hymne an die weibliche Selbstermächtigung, verpackt in ein fantasievolles und berührendes Werk, das lange nachhallt. Ein absolut empfehlenswertes Buch für alle, die starke, einzigartige Geschichten lieben.