Denkst du noch an Trenčín?

Denkst du noch an Trenčín?

von Lukáš Cabala

€ 26,90

Hardcover

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2026 Allee Verlag
158 Seiten
Sprache: Deutsch
978-3-911524-20-9

Hardcover
2026 Allee Verlag
158 Seiten
Sprache: Deutsch
Übersetzt von: Stefanie Bose
978-3-911524-20-9

Eine literarische Liebeserklärung an die Kulturhauptstadt Europas 2026 2026-03-15 18:12:00
von MarcoL
Wie wunderbar kann eine Geschichte, eine Liebeserklärung an eine Stadt, verfasst werden? Sehr! - in diesem Fall. Im Original erschien dieses Buch 2023, und in diesem Jahr ist Trenčín europäische Kulturhauptstadt.
In einer kleinen Rahmenhandlung wandeln wir durch die Slowakische Stadt Trenčín, manchmal traumwandelnd, manchmal mit klarem Blick. Und wer hier einen Reiseführer vermutet, liegt komplett falsch.
Tamara kommt von Israel, um auf den Spuren ihrer Vorfahren zu laufen. Mit dem Gedanken beseelt, vielleicht eine neue Heimat zu finden, bildet dieser Part quasi ein Fenster in die Vergangenheit.

S.57: „Das Land ihrer Vorfahren zu besuchen, etwas in diesem Pathos zu wühlen, ihre eigenen Wurzeln zu begreifen und abzuwägen, wie es weitergehen mochte.“

Vincent ist buchverliebt, und mit Laura (eine Freundin, und nicht „nur“ eine Freundin, wie Vincent eines Tages erleichtert feststellt) betreibt er ein Antiquariat – die Gegenwart ist präsent. Und Oliver, Lauras Sohn, lässt der Autor in der nahen Zukunft als Stand-Up-Comedian auf der Bühne stehen, genährt und beeinflusst aus seiner Kindheit mit Vincent.
Manchmal ist es beim Lesen nicht klar ersichtlich, was Fiktion ist, oder was real ist, eine Brise magischer Realismus darf dabei nicht fehlen und erzeugt ein ganz besonderes Flair, dass dieser Stadt zusätzlich etwas Geheimnisvolles anlastet.

S. 32: [Tamara zu Laura] „Wenn ich durch die Straßen schlendere, denke ich, wahrscheinlich kennen selbst viele Einheimische diese Ecken gar nicht. Wer wandert schon so in seiner eigenen Stadt herum? Der Mensch gewöhnt sich an seine Wege und hat selten Grund, davon abzuweichen.“ - ist diese Aussage nicht wunderbar (und wahr)?
Und natürlich darf auch eine gewisse Portion an Ostalgie hier nicht fehlen, die eine weitere Person mit ihrem Tun adoptiert.
Die Sprache – übrigens wunderbar übersetzt von Stefanie Bose - ist sanft, spielerisch, manchmal kindlich neugierig und dann auch wieder sehr erwachsen und direkt, aber immer mit einem leichten Augenzwinkern.
Sehr gerne gelesen und eine grandiose Leseempfehlung