Eden

Eden

von Jan Costin Wagner

€ 24,70

Hardcover

versand- oder abholbereit in 48 Stunden

Roman
2025 Kiepenheuer & Witsch
320 Seiten
29 mm x 131 mm
Sprache: Deutsch
978-3-86971-259-8

Hauptbeschreibung

Was tun, wenn plötzlich alles, woran wir glauben, auf der Kippe steht? Ein hochspannender Roman über eine Familie, die mit der Tochter auch den Zusammenhalt zu verlieren droht. Und von einer Gesellschaft, die immer weiter auseinanderdriftet.

Für die lebensfrohe Sofie ist ihre Familie ein Glücksfall. Sie, ihr Vater Markus und ihre Mutter Kerstin geben einander Sicherheit und wissen auch, was dem jeweils anderen wichtig ist. Als Markus seine Tochter mit Konzerttickets für ihre Lieblingssängerin überrascht, geht für diese ein Traum in Erfüllung. Der Abend nimmt jedoch eine schreckliche Wendung: Auf dem Konzert wird ein Anschlag verübt, auch Sofie ist unter den Opfern.

Das einst so glückliche Ehepaar verliert die Balance. Währenddessen spitzt sich die gesellschaftliche Situation zu und die Familie muss mitansehen, wie ihr Unglück politisch instrumentalisiert wird.

Im Moment tiefster Verzweiflung erinnert sich Markus an die soziale Lebenskraft seiner Tochter und beschließt, nicht aufzugeben. Er sucht weiterhin das Gespräch und fasst sogar den gewagten Entschluss, die Familie des Mörders aufzusuchen ...


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Hardcover
Roman
2025 Kiepenheuer & Witsch
320 Seiten
29 mm x 131 mm
Sprache: Deutsch
978-3-86971-259-8


Weitere verfügbare Ausgaben:

Autor

Jan Costin Wagner, geboren 1972, lebt als Schriftsteller und Musiker bei Frankfurt am Main. Zuletzt erschien sein Songwriter-Album violet tree. Seine Romane um den finnischen Ermittler Kimmo Joentaa wurden von der Presse gefeiert, vielfach ausgezeichnet und in 14 Sprachen übersetzt. Die mit Henry Hübchen, Bjarne Mädel und Kim Riedle prominent besetzte Film-Trilogie (Tage des letzten Schnees, Das Licht in einem dunklen Haus und Die Stille am Ende der Nacht) erreichte im ZDF mehr als 7 Millionen Zuschauer.

Bei Galiani erschien zuletzt im Herbst 2025 der Roman Eden.

Hersteller: Verlag Kiepenheuer & Witsch GmbH & Co. KG
Bahnhofsvorplatz 1, 50667 Köln DE
E-Mail: produktsicherheit@kiwi-verlag.de

sensibles Thema 2025-09-17 14:49:00
von Ecinev
Alles fängt so gut an, Sofie, behütete Tochter von Markus und Kerstin, bekommt von ihren Eltern eine Konzertkarte für ein großes Konzert. Doch bei dem Konzert wird sie Opfer eines islamistischen Selbstmord Anschlags. Wie sollen die Eltern mit dem Verlust klarkommen? Der Schmerz der Eltern ist fast körperlich greifbar. Während die Mutter den Halt verliert, beschäftigt sich der Vater sehr intensiv mit dem Täter und möchte alles über den Hintergrund wissen und wie es zu dessen Radikalisierung kam.

Eindrucksvoll wird der Schmerz der Eltern dargestellt was das Buch traurig macht. Der Schreibstil ist sensibel. Das Thema Tod und Trauer werden gut aufgearbeitet. Allerdings nehmen die vielen Monologe und die politischen Überlegungen einen großen Raum ein was das Lesen nicht einfach macht. Auf alle Fälle kein Buch für sensible Menschen.
Eine Sammlung sensible Themen und Stichworte 2025-09-01 00:22:00
von Niko
Ich fand den Klappentext zu „Eden“ von Jan Costin Wagner sehr spannend.
Nach dem abgesagten Taylor-Swift-Konzert in Wien 2024 und dem Amoklauf 2025 in Graz dachte ich, es wäre passend, ein Buch wie „Eden“ zu lesen. Persönlich hatte ich mit beiden Ereignissen wenig zu tun – das Konzert in Wien wurde abgesagt, wodurch vielen zum Glück eine Tragödie erspart blieb, und Graz liegt nahe an meinem Wohnort, weshalb sich das Ganze vielleicht noch bedrückender anfühlte, obwohl ich direkt in keiner Weise betroffen war.
So las ich „Eden“ mit großem Interesse und vielen Erwartungen.

Das Hauptthema des Buches ist, wie man mit einem großen Verlust – einem Familiendrama – umgehen kann, wie man solche Ereignisse verarbeitet und wie das Leben danach weitergehen kann. Sofie, die 12jährige Tochter von Markus und Kerstin Stenger, wurde bei einem Anschlag während eines Ariana-Grande-Konzerts getötet, für das sie überraschend Tickets von ihrem Vater bekommen hatte. Für Sofies Familie und Freunde ist das kaum zu verkraften, und jede*r geht auf eigene Weise mit dem Drama um. Ich finde, der Autor hat hier gute Arbeit geleistet (dafür die zwei Sterne aus meiner Bewertung) und sehr eindrucksvoll gezeigt, dass beide Elternteile zwar gleich stark betroffen sind, jedoch sehr unterschiedlich mit dem Verlust umgehen. Diesen Teil des Buches konnte ich sehr gut nachvollziehen, und ich hätte mir gewünscht, dass sich das Buch stärker auf genau diese Themen konzentriert.

Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig. Der Autor verwendet kurze Sätze, wodurch sich die Geschichte etwas abgehackt anfühlt. Es gibt einige Wiederholungen, und der Satz „Lächeln ist wichtig“ taucht sehr häufig auf – oft im starken Kontrast zu den übrigen Geschehnissen im Buch. Zwar war dies offensichtlich eine bewusste Entscheidung, allerdings fand ich diesen Satz nicht in jeder Situation passend.

Die Kapitel sind abwechselnd aus der Perspektive verschiedener Figuren erzählt, allerdings in der dritten Person, was eine gewisse Distanz zwischen den Charakteren und der Leserin bzw. dem Leser schafft. Auch aufgrund dieser Erzählweise war für mich nicht immer klar, ob das Buch eher für Erwachsene oder für ein jüngeres Publikum gedacht ist.

Die Charaktere sind teilweise oberflächlich dargestellt. Kerstin, Sofies Mutter, trauert auf ihre Weise, verfügt aber über erstaunlich viel Kraft, um sich um ihre demenzkranke Mutter zu kümmern – bis sie eines Tages plötzlich nicht mehr weitermachen kann. Die Kinder, Sofie und Tobias, sind zwölf Jahre alt. Sie halten Referate über Donald Duck, spielen mit Duplo-Steinen und kümmern sich gleichzeitig um Erwachsene. Sofies Freude über das Konzert habe ich nicht gespürt, da sie sich die ganze Zeit Sorgen um Tobias’ Referat gemacht hat. Alle anderen Figuren werden sogar noch oberflächlicher präsentiert.

Was mich an diesem Buch jedoch am meisten gestört hat, waren die unglaublich vielen Themen, die nur oberflächlich angerissen wurden. Von der Darstellung „Muslime sind immer schuld“ über Nationalsozialismus, die Corona-Pandemie, Remigration bis hin zu der Frage, was Menschen im Falle einer Demenzerkrankung verheimlicht wird – all das findet sich in diesem Buch.

Ich habe den Eindruck, dass es in diesem Buch kein „Grau“ gibt – alles wird entweder schwarz oder weiß dargestellt. Sofies Familie erscheint heil und steht im klaren Kontrast zu Tobias’ Familie, in der scheinbar alles schiefläuft. Der Attentäter Ayoub ist Muslim, und in den Augen von Markus Stenger ist nicht nur Ayoub selbst schuldig, sondern auch dessen Familie. Markus nimmt Kontakt zu Ayoubs Angehörigen auf, und mein Eindruck war, dass sein einziger Beweggrund darin bestand, sich davon zu überzeugen, dass alle – insbesondere die Männer – aus dieser Familie schuldig seien.

In einem Abschnitt über Ayoub versucht der Autor, die Gründe für seine Radikalisierung zu beleuchten. Alles, was in diesem Zusammenhang erzählt wird, wird auch über den Attentäter aus Graz berichtet – der allerdings kein Muslim war. Das lässt mich fragen: Musste der Attentäter in diesem Buch unbedingt Muslim sein? Was war der Zweck dieser Entscheidung, wenn ein so sensibles Thema nicht wirklich tiefgründig oder ausgewogen aufgearbeitet wurde?

Fazit:
Das Buch ist zu kurz, um so viele Themen angemessen zu behandeln. Auch wenn sich unsere Gesellschaft heute mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert sieht, ist das für mich kein Grund, so viele Aspekte zusammenzutragen und lediglich Schlagworte in einen Topf zu werfen. Es handelt sich dabei um durchweg sehr sensible Themen, bei denen die Haltung des Autors mal gar nicht erkennbar ist – und mal in einem fragwürdigen Licht erscheint.
Sofie tanzt 2025-08-30 16:30:00
Als ich den Klappentext in der Vorschau des Galiani Verlags las, war klar: ICH kann dieses Buch nicht lesen. Warum? Es geht im Roman um ein 12jähriges Mädchen, Sofie, die bei einem Attentat auf ein Konzert zu den Todesopfern zählt. Auch ich habe eine musikliebende 12jährige Tochter und das machte es für mich sehr schwer. Aber ich gab dem Roman eine Chance und bin sehr froh, dass ich es tat, denn der Roman ist eine Bereicherung. Es geht nahe, aber wirkt eher verbindend und lebensbejahend. Ein Brücken bauender Roman.
Auch wenn ich das Fazit vorwegnehme: Ja, es ist sicherlich der schmerzhafteste Schicksalsschlag, den einen Treffen kann, der Tod des eigenen Kindes, trotzdem war es für mich eher eine Aufforderung, die Zeit die man miteinander hat jeden Tag zu genießen, denn es gibt immer unvorhergesehenes im Leben.
„Der Tag steht still wie ein Bild, ein Gemälde, das dank eines interessanten Effekts beiläufig die Farben wechselt, allein daran erkennt Tobias, dass dieser Tag doch voranschreitet. Auch dieser Tag ist gekommen, um zu vergehen.“ (S 27)
Was macht den Roman so besonders? Jan Costin Wagner nimmt einen schweren, kaum aushaltbaren Stoff und blickt tief in die Beteiligten hinein. Wie können Menschen das schlimmstmögliche bewältigen? Was hilft ihnen und wie schauen sie auf die Dinge? Dadurch entsteht ein Kaleidoskop an Vielfalt und Denkansätzen. Der Vater, die Hauptfigur, beschäftigt sich mit dem Attentäter und will verstehen, sieht das menschliche im Fehlverhalten. Der Vater eines Freundes von Sofie, ist nicht betroffen, doch macht er sich das Ereignis zu eigen um seine Verschwörungsideen zu untermauern. Und dann sind da noch einige andere Figuren.
“Es ist die beste aller defizitären Lösungen.” (S. 239)
Jan Costin Wagner schreibt großartig einnehmend. Ich begann im Freibad zu lesen, konnte & wollte es nicht aus der Hand legen. Wirklich lesenswert.
Fazit: Schweres Thema, tolles Buch, ein Brückenbauer in der heutigen nicht vorhandenen Debattenkultur. Ein versöhnlicher Roman, der großartig geschrieben ist.