Lázár
von Nelio Biedermann
€ 25,70
Hardcover
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"Der neue Zauberer ... ein großartiges Werk." Die Zeit | Lieblingsbuch der Unabhängigen 2025
2025 Rowohlt, Berlin
336 Seiten
27 mm x 134 mm
Sprache: Deutsch
978-3-7371-0226-1
Hauptbeschreibung
Ausgezeichnet als Lieblingsbuch der Unabhängigen 2025 | Nominiert für den Schweizer Buchpreis 2025
Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als ob er dessen Geheimnis ahnte. Mit Lajos' Geburt im Waldschloss bricht auch das 20. Jahrhundert an, das das alte Leben der Barone Lázár im südlichen Ungarn für immer verändern wird. Der Untergang des Habsburgerreichs berührt erst nur ihre Traditionen, aber alle spüren das Beben der Zeit, die schöne Mária ebenso wie der geisterhafte Onkel Imre. Als Lajos in den zwanziger Jahren sein Erbe antritt, scheint der alte Glanz noch einmal aufzublühen. Doch die Kinder Eva und Pista - der das Dunkle so liebt - müssen erleben, wie totalitäre Zeiten ihre wuchtigen Schatten werfen - und lernen, gegen sie zu bestehen.
Ein Roman wie eine Welt, die überwältigende Saga einer Familie, getrieben von der Liebe und der Sehnsucht nach ihr, in den Strudeln des 20. Jahrhunderts. Fesselnd und berührend, zugleich voller Leichtigkeit, voller Träume und Geheimnisse, in denen sich die ganze Tragik und Schönheit der Existenz spiegelt. Und - ob angesichts historischer Katastrophen oder schöner Sommertage - die ewige Frage, wie man leben soll.
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Hardcover
"Der neue Zauberer ... ein großartiges Werk." Die Zeit | Lieblingsbuch der Unabhängigen 2025
2025 Rowohlt, Berlin
336 Seiten
27 mm x 134 mm
Sprache: Deutsch
978-3-7371-0226-1
Weitere verfügbare Ausgaben:
Autor
Nelio Biedermann, geboren 2003, ist am Zürichsee aufgewachsen. Seine Familie stammt väterlicherseits aus ungarischem Adel, seine Großeltern flohen in den 1950er Jahren in die Schweiz. Biedermann studiert Germanistik und Filmwissenschaft an der Universität Zürich. Sein Roman «Lázár» wird in mehr als zwanzig Ländern erscheinen.
Hersteller: Rowohlt Verlag GmbH
Kreuzbergstraße 30, 10965 Berlin DE
E-Mail: produktsicherheit@rowohlt.de




Umwerfende Familienstory
2025-12-13 14:51:00
Was mich an diesem Roman am meisten beeindruckt, ist das wundervolle Narrativ, in welches die Zeitgeschichte vor allem des 20. Jahrhunderts mühelos hineingebettet liegt. Man wird herrlich erzählend unterhalten und rekapituliert so ganz nebenbei, was alles geschehen ist, etwa in beiden Weltkriegen. Wobei die Sicht aus ungarischer Seite für mich eine bisher neue war.
Nelio Biedermann schöpft beim Entwurf der Charaktere derart aus dem Vollen, dass man zweimal hinsehen muss, wie blutjung der Autor noch ist. Zur Glaubwürdigkeit der einen, bereits sehr farbigen und lebenssprudelnden Personen gesellen sich die fantasievollen Eigenheiten der anderen, sozusagen der Unikate, die kaum irgendwo in der Literatur ihresgleichen haben. Man wähnt sich selbst in einer Traumwelt, ist gefangen im Geschehen und hofft inständig, besonders im letzten Drittel, dass man in den sicheren Gefilden der Schweiz erwacht.
Das alles muss erst einmal von einem Autorengehirn erdacht werden, auch dann, wenn Biedermann ganz bestimmt von seiner eigenen Familie bereits vieles erzählt bekommen hat. Denn dass er von ungarischem Adel abstammt, war ist für mich von den ersten Seiten an klar.
Noch dazu liest sich dieses, ja doch, opulente Buch flüssig leicht, auch wegen der meist kurzen Kapitel. Alle Sterne! Ich bin hellauf begeistert, und auf meinem Wunschzettel steht im Moment nicht mehr, als dass es NUR JA NICHT bei diesem Erstlingswerk bleibt! Gerade jetzt, für Weihnachten, scheint mir „Lázár“ ein überaus passendes Geschenk zu sein für alle, die immer neue Geschichten lieben.




Zerfall einer ungarischen Adelsfamilie
2025-11-16 19:55:00
In "Lázár" geht es um die Adelsfamilie "von Lázár", genauer Sándor und Mária von Lázár, die nach der Tochter Ilona den Sohn Lajos bekommen, der jedoch mit wasserblauen Augen und einer gläsernen Haut zur Welt kommt und seiner Familie nicht ähnlich sieht. Als Leser*in begleitet man die Familie ab diesem Zeitpunkt und über drei Generationen hinweg. Beginnend mit dem 20. Jahrhundert bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg.
Dabei erlebt die Familie von Lázár neben familiären Problemen vor allem auch den Untergang ihrer Stellung in der Gesellschaft bis zur Enteignung und der Flucht in die Schweiz.
Biedermanns Sprache fühlt sich sehr erwachsen, verschachtelt und teilweise poetisch an. Dabei kann man als Leser*in wirklich vergessen, dass der Autor gerade einmal 22 Jahre alt ist.
Inhaltlich bietet der Roman viel Einblick in das Leben des Adels im 20. Jahrhunderts mit seinen Höhen und Tiefen. Leider waren die Charaktere für mich aber zu flach und in gewisser Weise nicht genug herausgearbeitet. Gewisse Gefühle wurden schon gezeigt, doch ich hatte das Gefühl, dass man noch viel viel mehr hätte herausholen können.
Hinzu kam, dass ich relativ lange gebraucht habe, um das Buch fertig zu lesen und mir ein gewisser Sog gefehlt hat. Auch das Pacing zum Ende des Buches entsprach nicht mehr ganz dem Pacing am Anfang des Buches.
Alles in Allem war es für mich kein schlechtes Buch. Es hatte sowohl gute als auch schlechte Aspekte. Trotzdem hat es einen gewissen Stellenwert und ich kann mir vorstellen weitere Bücher von Biedermann zu lesen.




Eine ungarische Adelsfamilie in den Turbulenzen des 20. Jahrhunderts
2025-11-16 12:20:00
“ Der Schriftsteller fürchtet sich vor nichts mehr als vor dem Glück, was nur verständlich ist, denn Schreiben ist Konservieren, Festhalten, Ordnen, das Glück aber meidet die Sprache, entzieht sich den Wörtern, versteckt sich in der Vergänglichkeit und zerfällt, wenn man es zu erklären versucht.” (S. 108)
Und ich muss das Fazit vorziehen: Es hat sich gelohnt! Was ein tolles Buch. Die unabhängigen Buchhändler:innen haben dieses Buch in 2025 zu ihrem Buch des Jahres erklärt. Gute Wahl!
Nelio Biedermann findet eine äußerst gute Sprache für so vieles unaussprechliches. Für Dinge und Umstände, für die man zur damaligen Zeit keine Worte fand. Geschickt springt er in der Zeit, erzählt episodenhaft, aber zeichnet ein rundes Bilder einer Familie über Generationen hinweg.
“Auch sie, die die Hoffnung nicht verloren hatten, hofften eigentlich nicht auf die Zukunft, sondern auf die Rückkehr der Vergangenheit.” (S. 290)
Es geht um eine adelige Familie in Ungarn, die zurückgezogen in einem Waldschloss lebt. Zunächst im Glauben, dass der Adel und die Lebensweise ohne Umbrüche immer so weiter geht, aber dann kommt der erste Weltkrieg, dann der Zweite und dann die Kommunisten. Eine tragische Verstrickung von Ereignissen.
Wieder ein Buch, dass schafft durch eine fiktionalisierte Geschichte einen emphatischen Raum zu öffnen und die Imagination antreibt sich auszumalen wie die vergangenen Zeiten die Gegenwart geprägt hat.
Ich habe es sehr gern gelesen und wünsche Lazár viele Leser. Ach ja, und ignorieren sie das Pferd, auch wenn ihnen beim Lesen klar wird, welche Rolle es spielt.