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Das Ende vom Lied

von Michael Wildenhain

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Roman | »Das Ende vom Lied" ist für mich wirklich eine literarische Offenbarung.« Denis Scheck
2026 Klett-Cotta
416 Seiten
Sprache: Deutsch
978-3-608-12534-4

Hauptbeschreibung

Fremde Welt Westberlin – und die Sehnsucht nach der Liebe und dem Leben »Ich glaube, es wird hohe Zeit, dass wir Michael Wildenhain als Chronisten dieser Stadt so nennen, wie wir E.L. Doctorow oder DonDelillo als Chronisten von New York nennen. Das ist für mich wirklich eine literarische Offenbarung.« Denis Scheck Mit 13 Jahren ist der Junge in diesem Alter: Das Leben hängt schief in den Angeln, der Alltag gerät zum Schwelbrand, die erste Liebe überwältigt ihn und lässt die Tage beben. 1969 steht die Zeit in Westberlin vielerorts noch still, und doch ändert sich für den Jungen alles. Von dieser Zerrissenheit erzählt Michael Wildenhain in seinem Roman so virtuos und episch, wie es nur einer kann, der dabei war.  Weil der Vater eine neue Stelle antritt, muss auch der Sohn in die Belziger Straße ziehen, in eine Atmosphäre der Wut gegen die ganze Welt. Hier droht die von den Traumata des Krieges geprägte Familie – der versehrte Vater, die gezeichnete Mutter – zu zerfallen; dort lockt die Wirklichkeit der Straße, brutal und zärtlich, derb und schön, die den Jungen in eine Entscheidung von beträchtlicher Tragweite treibt. Was zählt: die Nähe zu Körschi, Bandenchef und bester Boxer der Belziger. Und Alina, die Angebetete, die Körschi als sein Eigentum betrachtet und von der der Junge dennoch nicht lassen kann. Manchmal, das erfährt er, musst du etwas riskieren, selten sogar das Leben.  »Das Ende vom Lied« erzählt von einem Westberlin jenseits der 68er Ereignisse, einer Stadt, wie es sie nie wieder geben wird, vom unstillbaren Durst nach der ungezähmten Realität und vom Licht, in dem wir träumen. 


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Roman | »Das Ende vom Lied" ist für mich wirklich eine literarische Offenbarung.« Denis Scheck
2026 Klett-Cotta
416 Seiten
Sprache: Deutsch
978-3-608-12534-4


Weitere verfügbare Ausgaben:

Autor

Michael Wildenhain ist 1958 in Berlin geboren, wo er auch heute lebt. Nach einem Philosophie- und Informatikstudium engagierte er sich in der Hausbesetzerszene – Stoff u. a. für seine ersten literarischen Veröffentlichungen: »zum beispiel k.«, »Prinzenbad« und »Die kalte Haut der Stadt«. Für sein literarisches Schaffen wurde er vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Alfred-Döblin-Preis, dem Ernst-Willner-Preis, dem Stipendium der Villa Massimo sowie dem London-Stipendium des Deutschen Literaturfonds. Michael Wildenhain veröffentlichte mehrere Romane. »Das Lächeln der Alligatoren« war für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert und wurde mit dem Brandenburger Kunstpreis ausgezeichnet. »Das Singen der Sirenen« erschien 2017 und war für den Deutschen Buchpreis nominiert. 2026 erscheint sein neuer Roman »Das Ende vom Lied«.

Wenn das Erwachsenwerden früh beginnt 2026-02-26 11:21:00
von Shilo
Ein dreizehnjähriger Junge steht zwischen Kindheit und einer Welt, die ihn viel zu früh erwachsen macht. Westberlin im Jahr 1969 wirkt rau und eng, und doch liegt in jeder Straßenecke ein Versprechen von Freiheit. In der Belziger Straße lernt er schnell, dass Zugehörigkeit Schutz bedeutet und Liebe ein Wagnis sein kann.
Der Umzug in die neue Wohnung bringt keine Erleichterung. In den Zimmern liegt eine Schwere. Der Vater ist vom Krieg gezeichnet. Die Mutter wirkt müde und oft abwesend. Zwischen den Eltern steht vieles unausgesprochen im Raum. Der Junge spürt, dass zu Hause etwas zerbricht.
Draußen auf der Straße ist alles direkter. Dort gelten klare Regeln. Wer stark ist, wird respektiert. Die Nähe zu Körschi gibt ihm Halt. Gleichzeitig fühlt er sich zu Alina hingezogen. Diese ersten Gefühle sind neu und verwirrend. Man merkt, dass diese Zeit ihn verändert.
Der Roman zeigt ein Westberlin, das hart wirkt und zugleich lebendig ist. Straßen, Hinterhöfe und Wohnungen werden so beschrieben, dass sie greifbar werden. Nichts wird beschönigt. Es gibt Gewalt, aber auch Nähe. Beides steht dicht nebeneinander.
Die Geschichte bleibt nah bei dem Jungen. Vieles erklärt sich aus dem, was er erlebt. Dadurch wirkt alles echt. Die Spannung entsteht nicht nur durch das, was passiert, sondern durch das, was er entscheiden muss. Es geht darum, dazuzugehören und nicht allein zu sein.
Der Roman bleibt ehrlich und klar. Er zeigt ein Westberlin, das eng und rau ist und doch voller Leben steckt. Große Worte braucht es dafür nicht. Die Zeit wird nicht verklärt, sondern so gezeigt, wie sie für den Jungen war.
Seine Unsicherheit, sein Wunsch dazuzugehören und seine ersten starken Gefühle stehen im Mittelpunkt. Die Spannungen in der Familie, die Nähe zu Körschi und die Beziehung zu Alina führen Schritt für Schritt zu einer Entscheidung, die Folgen hat.
Am Ende bleibt das Bild einer Jugend, die früh Verantwortung tragen muss. Die Geschichte zeigt sich vor allem durch das, was der Junge erlebt und fühlt.
Mein Fazit:
Eine eindringliche Geschichte, die von einem Jungen im Westberlin der späten 60er Jahre erzählt. Wer klare, ehrliche und unaufgeregte Romane über das Erwachsenwerden mag, wird dieses Buch gern lesen. Die Geschichte bleibt im Gedächtnis und fühlt sich sehr nah und echt an.
5 Sterne und eine Leseempfehlung.