Schlaf
von Honor Jones
€ 24,70
Hardcover
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Roman | »Unglaublich bewegend« Ann Patchett
2026 Ullstein HC
384 Seiten
33 mm x 136 mm
Sprache: Deutsch
978-3-550-20301-5
Hauptbeschreibung
Ein literarisches Meisterwerk über Mütter und Töchter
Als Margarets Mutter im Sterben liegt, kehrt sie mit ihren Töchtern ins Elternhaus zurück - ein Ort voller schmerzlicher Erinnerungen. Elizabeth war eine Frau mit Geschmack und festen Vorstellungen, aber auch eine Mutter, die Kontrolle über Fürsorge stellte. Während Margaret sich in diesem heißen Sommer von ihrer Mutter verabschiedet, stellt sie sich den Geheimnissen, die sie seit ihrer Kindheit verfolgen. Wie sie als Mädchen allein mit der ungewollten Aufmerksamkeit umgehen musste, die Nachbarjungen und ihr eigener Bruder auf sie richteten. Wie ihre Mutter sich als Frau immer zurücknahm und das auch von ihrer Tochter forderte. Wie ein Moment im Pool Margarets Verhältnis zu ihrer Mutter für immer prägte. Seitdem ist Margaret entschlossen, keiner Fassade zuzustimmen. Sie weiß nur zu gut, das Glück ist kompliziert, und sie hat die Kraft, endlich die eigene Stimme zu erheben.
»Der Debütroman von Honor Jones hat mich von der ersten Seite an gefesselt ... Dieses Buch werden Sie nicht aus der Hand legen wollen.« J. Courtney Sullivan, Autorin von Die Frauen von Maine
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Hardcover
Roman | »Unglaublich bewegend« Ann Patchett
2026 Ullstein HC
384 Seiten
33 mm x 136 mm
Sprache: Deutsch
Übersetzt von: Claudia Voit
978-3-550-20301-5
Weitere verfügbare Ausgaben:
Autor
Honor Jones ist leitende Redakteurin bei The Atlantic und war zuvor bei der New York Times tätig. Sie lebt mit ihren drei Kindern in Brooklyn.
Claudia Voit, geboren 1991, studierte Germanistik, Anglistik/Amerikanistik und Literaturübersetzen in Bamberg, Düsseldorf und Kalifornien. Für ihre Arbeit erhielt sie mehrere Stipendien und Auszeichnungen, unter anderem 2022 den Bayerischen Kunstförderpreis in der Sparte Literatur.
Hersteller: Ullstein Buchverlage GmbH
Friedrichstraße 126, 10117 Berlin DE
E-Mail: produktsicherheit@ullstein.de




Der lange Hall des Missbrauchs
2026-05-25 15:57:00
"Schlaf" von Honor Jones ist ein bewegender Roman, der vor allem durch die Authentizität der Protagonistin und ihren emotionalen Kampf um Selbstbestimmung besticht. Margaret scheint von sich selbst entrückt zu sein, kapselt ihre Gefühle hab, wirkt dadurch nüchtern, distanziert und manchmal auch naiv. Lange Zeit ist es ihr nicht möglich, sich von ihrem kindlichen Ich zu befreien, erst im Laufe der Zeit, als sie zu reflektieren beginnt, gelingt es ihr an Stärke zu gewinnen - und sich nicht immer alles gefallen zu lassen. Die Kälte und die Manipulation, die ihr ihre Mutter zukommen hat lassen - und die ihr auch im Erwachsenenalter noch immer zu Teil wird, ist beklemmend, man fragt sich, wie es möglich ist, dass man sein eigenes Kind so für die eigene Selbstdarstellung missbrauchen kann. Durch die nüchterne, aber eindringliche und oft kindliche Sprache gelingt es der Autorin, dass man beim Lesen selbst den riesigen Kloß spürt, den Margaret mit sich herumschleppt.
Dass sich die Protagonistin als Erwachsene von der für sie unbefriedigenden Ehe mit Ezra befreit, deutet auf ihren Befreiungsschlag in Richtung Selbstbestimmung hin. Doch Elisabeth, ihre Mutter, will sie nicht loslassen, hält sie in starren Fängen, die es Margaret nicht ermöglichen sollen, eigenständig zu sein. Besonders gern spielt sie die Karte der umsorgenden Oma aus, die der eigenen Tochter auch noch ihren kruden Erziehungsstil aufdrücken will. Ein Lichtblick ist die tiefe Verbundenheit mit der Kindheitsfreundin Biddy, die unumwunden an ihrer Seite ist und Margaret nimmt, wie sie ist, auch wenn nicht immer alles aus- und angesprochen wird.
Die Autorin erzeugt besonders damit eine Sogwirkung, dass vieles nicht explizit geschildert wird, sondern eher angedeutet und vor allem die Auswirkungen auf die Psyche der Protagonistin dargestellt wird. So wird vermittelt, wie schwer es ist, aus sich selbst auszubrechen, um sich von den sozialisierten Lasten zu befreien. Auch die Bewusstseinsbildung für das Geschehene kommt erst im Laufe der Zeit zum Vorschein. Margaret kämpft tapfer und traut sich irgendwann auch zu konfrontieren.
Mein Fazit: "Schlaf" ist ein gelungener Roman über die tiefen Kerben einer Kindheit, die geprägt ist von Missbrauch, Verdrängung und Schweigen, deren Vollumfänglichkeit aber erst im Laufe eines Lebens bewusst wird. Es ist ein berührendes Buch über eine Selbstermächtigung, deren Schmerz man aber auch aushalten muss. Eine Leseempfehlung für alle, die bereit sind, sich auf psychische und teilweise auch körperliche Gewalt einzulassen und nicht wegzuschauen.




Erschütternd und realitätsnah
2026-05-16 10:05:00
Die Protagonistin des Roman, Margaret, selbst Mutter von Töchtern, erfährt als junges Mädchen, eigentlich noch als Kind, selbst emotionale Kälte und Distanz von ihrer Mutter. Von den männlichen Familienmitgliedern und dem Umkreis erfährt sie Übergriffe und Missbrauch. Als Erwachsene, im Beruf und privat, muss Margaret mit ihrem Trauma umgehen. Ihre Erwartungen und Handlungen sind das Resultat ihrer Kindheitserlebnisse.
Der Roman ist eigentlich nur bedingt explizit und geradeheraus. Er lebt von der Kreation einer Atmosphäre, die man deuten muss, die man verarbeiten muss. Manches wiederum war mir aber auch zu explizit und hat kaum zur Handlungsentwicklung beigetragen. Die Protagonistin Margaret bleibt für mich etwas blass und durchläuft kaum eine Entwicklung.
Das Thema selbst, allgegenwärtig, doch meist im Verborgenen, hat große Aktualität. Der Roman zeigt, was die Kälte einer Mutter und das Wegschauen anrichten kann. Damit hat mich der Roman aufgerüttelt, aber nicht komplett überzeugt. Ich würde den Roman aber gern weiterempfehlen. Er richtet sich an Lesende, die keinen leichten Sommerroman suchen und gern längere Passagen am Stück lesen. Nur so kann man die erzeugte Atmosphäre gut erfassen.




Sachlicher Schreibstil
2026-05-08 14:16:00
Margaret kehrt nun ins Elternhaus in New Jersey und zu der sterbenden Elisabeth zurück.
Sie muss Abschied nehmen, aber auch Ungesagtes aus der Kindheit bereinigen und sich ihren Erinnerungen stellen.
Honor Jones hat ihrem Debütroman den Titel "Schlaf" gegeben und tatsächlich ist der Zustand des Schlafes ein wichtiger Bestandteil der Geschichte. Protagonistin Margaret erfährt nämlich nachts, als Zehnjährige, Übergriffe durch ihren älteren Bruder. Diese werden jedoch äusserst sachlich und unaufgeregt erzählt.
Die Kindheit Margarets, in einer eher toxischen Familie, dient als Einstieg in das Buch. Sie wächst mit Bruder Neil, Vater Hugh und Mutter Elisabeth auf und zumindest zwei der vier Familienmitglieder sind psychisch seltsam. Bruder Neil ist nicht nur seltsam, sondern auch übergriffig. Mutter Elisabeth ist immer bereit ihre Tochter zu piesacken und den Sohn vorzuziehen. Mir hat das kleine Mädchen, deren Stütze und Halt nicht etwa Vater Hugh, sondern ihre beste Freundin Biddy ist, leid getan. Es gibt da ein paar Passagen, da lief es mir trotz aller Sachlichkeit kalt den Rücken hinunter.
Abrupt wechselt die Geschichte nach einem Drittel und Margaret ist 35 Jahre alt, geschieden, Mutter von zwei kleinen Töchtern und geprägt von der schwierigen Kindheit und der Beziehung zu ihrer Mutter. Sie hat sich zu einer überbehütenden Mutter entwickelt und muss sich nun mit dem baldigen Tod ihrer Mutter auseinandersetzen. Margaret denkt oft zurück an ihre Kindheit und kurze Einspieler davon wurden in die Handlung in der Gegenwart eingesetzt.
Horor Jones schreibt in einem leicht holperigen Schreibstil. Zum grössten Teil ist der Stil sachlich, was einerseits bei oben erwähnten Passagen erleichternd ist und andererseits halt auch automatisch zu den Figuren eine Distanz erzeugt.