Gym

Gym

von Verena Keßler

€ 24,70

Hardcover

versand- oder abholbereit in 48 Stunden


2025 Hanser; Hanser Berlin
192 Seiten
20 mm x 134 mm
Sprache: Deutsch
978-3-446-28163-9

Hauptbeschreibung

Clever, witzig und wild: mit ihrem neuen Roman erobert Verena Keßler das Fitnessstudio literarisch und »pusht ihre Hauptfigur bis ans Limit.« (Jessica Lind)Glänzende Spiegel, definierte Körper, legere Flirts am Tresen. Die Protagonistin in Verena Keßlers knalligem Roman liebt ihren neuen Job im MEGA GYM. Es gibt keinen Leistungsdruck, keine Überstunden, dafür liebenswerte Kolleginnen und einen Chef, der stolzer Feminist ist. Alles perfekt, wäre da nicht die klitzekleine Lüge, zu der sie sich im Einstellungsgespräch hat hinreißen lassen. Sie habe kürzlich erst entbunden, hat sie behauptet, und jetzt wollen alle Babyfotos sehen und fragen ständig nach "dem Kleinen". Doch erst, als Bodybuilderin Vick auftaucht, wird klar, dass ein erfundenes Kind nicht das einzige Geheimnis dieser verschwiegenen Erzählerin ist. Eine Geschichte über Obsession, Ehrgeiz und die selbstzerstörerische Kehrseite schöner Oberflächen.


Verwandte Suchkategorien

Hardcover

2025 Hanser; Hanser Berlin
192 Seiten
20 mm x 134 mm
Sprache: Deutsch
978-3-446-28163-9


Weitere verfügbare Ausgaben:

Autor

Verena Keßler, geboren 1988 in Hamburg, lebt in Leipzig, wo sie am Deutschen Literaturinstitut studierte. Ihr Debütroman Die Gespenster von Demmin wurde für zahlreiche Preise nominiert und mit dem Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendium ausgezeichnet. Zuletzt erschien von ihr bei Hanser Berlin der Roman Eva, für den sie den Literaturpreis "Der zweite Roman" erhielt.

Hersteller: Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG
Vilshofener Straße 10, 81679 München DE
E-Mail: info@hanser.de

Abgründig 2025-11-19 12:10:00
von Rinoa
Was für ein Buch! Auch ein paar Tage nach der Lektüre hallt die Geschichte noch in mir nach.

Zunächst einmal ist es wahnsinnig gut geschrieben, spannend wie ein Krimi, obwohl gar nicht so viel passiert. Trotzdem hat es mich wirklich gefesselt, die Entwicklung der namenlosen Ich-Erzählerin zu beobachten und herauszufinden, was in der Vergangenheit war und wie sie an diesen speziellen Punkt kam.

Ich kann nicht sagen, dass ich sie sympathisch fand, dafür war sie mir zu undurchsichtig und unnahbar. Obwohl sie ja eigentlich die Hauptperson ist, lässt sie niemanden an sich heran und gibt nichts von sich preis. Dennoch erfährt man schon Einiges über sie bzw. ihr Handeln und das hat es wirklich in sich.

Dies war auch gleichzeitig ein Kritikpunkt. Ich hätte gerne noch mehr über die Hintergründe gewusst, wie konnte es zu den Ereignissen kommen, wie hat sich das alles entwickelt. Das war mir leider ein wenig zu schwammig und in der Luft hängend. Da habe ich es lieber etwas konkreter und handfester.

Am Ende fand ich "Gym" aber wirklich gut, es war kurzweilig und unterhaltsam, dabei aber durchaus fordernd, abgründig und nicht alltäglich. Ich kann es auf jeden Fall empfehlen.
Fitnesswahn und Körperkult 2025-11-18 15:13:00
von Sina
Verena Keßler hat mit „Gym“ ihren dritten Roman vorgelegt. Dieser befasst sich mit allgegenwärtigen Themen der Gesellschaft wie Leistungsdruck, Körperkult und Selbstoptimierung.

Die namenlose Protagonistin braucht nach einem Vorfall in ihrem verantwortungsvollen Bürojob eine neue Arbeit und erschleicht sich durch eine Notlüge die Anstellung im MEGA GYM als Tresenkraft. Ihr neuer Chef ist ein selbsternannter Feminist und somit ist es für ihn selbstverständlich eine alleinstehende Mutter einzustellen, die erst vor wenigen Wochen entbunden hat. Doch mit der Zeit nimmt nicht nur die Lüge ein immer größer werdendes Ausmaß an, auch das Interesse der Hauptfigur an Fitness und Körperkult wächst rasant, bis Ehrgeiz zur Obsession und Selbstoptimierung zur Selbstzerstörung werden.

Verena Keßlers Stil ist lakonisch, auf den Punkt, teilweise fast ein bisschen zynisch und ohne Schnörkel. Die Handlung nimmt schnell an Fahrt auf und hält konstant ein rasantes Tempo. Einmal angefangen ist es schwer, das Buch wieder aus der Hand zu legen.

Die Hauptfigur bleibt durch ihre undurchdringliche Vergangenheit, von welcher man nur bruchstückhaft erfährt immer etwas distanziert, was jedoch auch dazu führt, dass sie für die Leser:innen unberechenbar erscheint und es bis zum Schluss spannend bleibt.

Obwohl mir die erste Hälfte des Romans deutlich besser gefallen hat, hatte ich bis zum Schluss ein durchweg positives Leseerlebnis. Der Roman zeigt, wie schnell der Wunsch nach Bestätigung und Anerkennung zum Lebensmittelpunkt werden können und man sich selbst verliert. Wer eine kurzweilige aber intensive Unterhaltung sucht, ist mit Gym bestens bedient!
Mit Ehrgeiz Richtung Abgrund 2025-10-19 20:50:00
Nachdem das Cover des Romans mich erstmal nicht so angesprochen hat, fand ich aber den Klappentext interessant. Die Protagonistin gibt vor, gerade erst Mutter geworden zu sein, da sie dem durchtrainierten Erscheinungsbild der Kundinnen und Mitarbeiterinnen im luxuriösen MEGA GYM nicht entspricht, den Job dort aber gerne hätte. Der Besitzer stellt sie dann auch wirklich ein und so muss sie glaubhaft vorspielen, dass zuhause ein kleines Baby von ihrer Mutter betreut wird, während sie arbeitet. Zugleich deutet sich aber auch an, dass die Protagonistin ihrer vorherigen Job in einer ganz anderen Branche nicht freiwillig aufgegeben hat und nach und nach triggern die muskulösen Körper im Gym sie immer mehr, auch ihren eigenen um jeden Preis zu "optimieren".

Der Beginn der Geschichte, solange die Hauptperson sich immer mehr in Lügen um "ihr Baby" verstrickt, hat mir gut gefallen. Ihr zunächst noch eher unbeteiligter Blick auf die Ticks und Macken der Nutzer:innen des Gyms lieferte auch einige unterhaltsame Szenen. Als die Protagonistin dann mehr und mehr vom Eifer gepackt wird, auch ihren Körper zu optimieren, ging mir das aber etwas schnell und für mich war nicht vollständig nachvollziehbar, was da genau in ihr vorging. Auch wurden die Beschreibungen dann teils eher unangenehm als überspitzt. Grundsätzlich habe ich die Parallelen zwischen dem Dasein im Gym und der vorherigen Karriere schon erkennen können, aber vollkommen überzeugt hat mich das Ende dennoch nicht. Der Schreibstil ist sehr modern und passend zur Thematik des Buches. Meiner Meinung nach war alles flüssig lesbar.