Die Schrecken der anderen
€ 26,80
Hardcover
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Roman
2025 Beck
333 Seiten
28 mm x 133 mm
Sprache: Deutsch
978-3-406-83698-5
Hauptbeschreibung
Der neue Roman der Schweizer Buchpreisträgerin
Martina Clavadetscher begibt sich ins Dunkel der Geschichte und Gesellschaft, wo das Unerzählte lauert. Schicht für Schicht trägt sie ab, um zur historischen Wahrheit vorzudringen. Sie zeigt, dass Dulden die scheinheiligste Form des Verbrechens ist, weil es keinen Widerstand kennt. Sie lässt uns begreifen, dass wir Geschichte zwar nicht weiterspinnen, aber ihre vergessenen Fäden ins Sichtbare ziehen können. Was sie erzählt, könnte die Geschichte jedes Menschen sein. In jedem Land, zu jeder Zeit. Solange niemand aus den Schrecken der anderen lernt.
Ein Junge stößt beim Schlittschuhlaufen auf einen Toten im Eis und den Beginn einer sonderbaren Geschichte. Kern, ein schwerreicher Erbe, kann nicht länger ignorieren, dass seine Augen schwächer werden. Doch will er überhaupt klarsehen? Da ist Kerns hundertjährige Mutter, die den größten Teil des Tages im Dachgeschoss der Villa im Bett liegt, und doch mit brutaler Konsequenz die Fäden in der Hand hält. Da ist Schibig, ein einsamer Archivar, der sich mitreißen lässt von Rosa, der Alten aus dem Wohnwagen, die an den eigentlich unspektakulären Vorfällen ein spektakuläres Interesse hat weil sie versteht, dass nichts je ins Leere läuft, sondern alles miteinander verbunden ist: Der Tote im Eis, die Zylinderherren im Gasthof Adler, Kerns Frau, die sich weigert, Kreide zu essen, ein geplantes Mahnmal, bedrohliche Bergdrachen und andere hartnäckige Legenden.
Verwandte Suchkategorien
Hardcover
Roman
2025 Beck
333 Seiten
28 mm x 133 mm
Sprache: Deutsch
978-3-406-83698-5
Weitere verfügbare Ausgaben:
Autor
Martina Clavadetscher geboren 1979, ist Schriftstellerin und Dramatikerin. Nach ihrem Studium der Deutschen Literatur, Linguistik und Philosophie arbeitete sie für diverse deutschsprachige Theater, war für den Heidelberger Stückemarkt nominiert und zu den Autorentheatertagen Berlin 2020 eingeladen. Für ihren Roman "Die Erfindung des Ungehorsams" wurde sie 2021 mit dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet. Sie lebt in der Schweiz.
Hersteller: Verlag C.H.Beck GmbH & Co. KG
Wilhelmstraße 9, 80801 München DE
E-Mail: produktsicherheit@beck.de




Eine nebulöse Geschichte
2025-10-15 14:08:00
Dann treten hier zunächst einmal die Protagonist*innen auf die Bildfläche, die doch ein wenig eigenartig erscheinen.
Schibig, ein Archivar in einem Keller, der unter Panikattacken leidet, die er wegzuatmen gelernt hat. Er versucht mit Rosa, die nur die Alte genannt wird und in einem Campingwagen wohnt, der Sache mit der Leiche auf den Grund zu gehen. Die Alte verfolgt das Geschehen am See vom Fenster aus, notiert sich Zahlen, die am Handy aufleuchten.
Kern, ein reicher Sprössling, lebt in einem Herrenhaus mit seiner Frau und der hundertjährigen Mutter, die noch alles beherrscht. Die Mutter ist zeitweise verwirrt. Sie ist eine böse Frau und hofft, dass Kern und Hanna ein Kind bekommen, damit sie endlich sterben kann, weil die Blutlinie dann weiterlebt. Hanna arbeitet nicht, sie möchte sich ablenken und bastelt daheim Püppchen. Damit sie schwanger wird, sucht sie mit dem Wissen ihres Mannes McGuffin auf, der später die Leiche im See ist.
Der Roman ist besonders konzipiert und aufgebaut, insgesamt fand ich ihn recht spannend. Zwei Stränge werden abwechselnd erzählt, oft ist jedoch die Handlung nicht klar nachvollziehbar. Ich finde, es hätte dem Roman gut getan, wenn das Ende die Motive der Protagonist*innen erklärt hätte. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das Ende aber einfach nicht verstanden habe und mir daher der Zusammenhang im Roman fehlt. Es ist schon klar, es geht um die Schweiz und ihre Nähe zum Nationalsozialismus und damit um Geld aus dieser Zeit, heruntergebrochen auf eine reiche Familie. Ich hätte es jedoch besser gefunden, wenn im Roman die Zusammenhänge eindeutiger benannt worden wären.
Kein einfach zu lesender Roman.




Zu lose
2025-07-12 09:05:00
Der Scheibstil hat mich anfangs fasziniert, wurde dann jedoch leider recht schnell sehr anstrengend zu lesen; Die Geschichte schweift umher, die verschiedenen Protagonist*innen sind mal mehr und mal weniger interessant und alles in allem kommt die Sache nicht so recht in Gang. Zu lose war mir das alles, zu wenig Inhalt hinter zu vielen Worten. Die Lektüre hat sich bald als recht mühsam entpuppt, die Figuren blieben allesamt zu wenig greifbar und waren mit beim Lesen meist ziemlich gleichgültig. Schade, denn der Anfang des Romans war äußerst vielversrechend - letztendlich war es dann leider aber doch nicht meins.




Das Buch: ein Rätsel
2025-06-23 19:23:00
Gewaltig und dicht ist nicht nur die Sprache, sondern auch der Inhalt. Jede einzelne Figur bekommt einen schrägen Charakter, ist mit eigenen Besonderheiten ausgestattet. Was sie vereint, ist das Unzugängliche, das Mysteriöse das ihnen anhaftet. Jede und jeder ist etwas auf der Spur, lang ist nicht erkennbar, dass es sich um Gemeinsames handelt. Die Geschichte ist Geschichte und Ungeschichte zugleich, sie ist nicht fassbar und lässt sich deshalb auch kaum beschreiben.
Es ist ein Leseerlebnis, das man selbst erfahren muss, es hat etwas Märchenhaftes, aber doch sehr Reales, könnte vor oder in hundert Jahren spielen. Es beeindruckt und stößt ab zugleich. Schließlich geht es - wie in vielen Dingen - um das Geld, dass nicht nur Dreck am Stecken hat, sondern auch Blut - und alle gieren danach, aus unterschiedlichen Motiven. Und auch hier, in der neutralen Schweiz, tauchen abstoßende Spuren von Alt- und Neonazis auf.
Es benötigt definitiv einen zweiten Durchlauf, um dieses Buch zu verstehen und es fassen zu könne, denn es bleibt: ein Rätsel. Eines allerdings, dass es sich lohnt lösen zu wollen. Und hoffentlich gelöst werden kann.