

Villa Rivolta
von Daniel Speck
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Roman
2026 FISCHER E-Books
608 Seiten
Sprache: Deutsch
978-3-10-491654-5
Hauptbeschreibung
Ein Mailänder Garten. Zwei Kindheitsfreunde, ein Familiengeheimnis und eine unmögliche Liebe im Italien der goldenen sechziger Jahre. Zwei Kinder im Garten einer Mailänder Villa: Piero, der strahlende Sohn des großbürgerlichen Automobilunternehmers Renzo Rivolta. Und Valeria, die eigensinnige Tochter des Dienstmädchens. Sie versprechen sich, Freunde fürs Leben zu werden. Verbunden durch ein altes Familiengeheimnis erleben sie eine Jugend in den goldenen Jahren Italiens: Mailands mondäne Eleganz zwischen Dolce Vita und kultureller Revolution. Doch als Piero die Nachfolge seines Vaters antreten muss, verliebt sich Valeria in den Arbeitersohn Flavio, der Pieros Welt den Kampf ansagt. Bestseller-Autor Daniel Speck (»Bella Germania«) erzählt uns eine epische Geschichte über Leidenschaft, Verlust und den Preis dafür, zu werden, wer wir wirklich sind.
Zitat aus einer Besprechung
[...] großes Gefühlskino für alle, die Familiengeheimnisse lieben, die unter südlicher Sonne langsam ans Licht kommen
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Roman
2026 FISCHER E-Books
608 Seiten
Sprache: Deutsch
E-Book Endkundennutzungsbedinungen des Verlages
978-3-10-491654-5
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Autor
Daniel Speck, 1969 in München geboren, führt uns mit seinen Romanen durch Kulturen und Epochen zu uns selbst. Auf Reisen findet er Geschichten, Orte und Menschen, deren Schicksale ihn als Weltenerzähler inspirieren. Der Autor studierte Filmgeschichte in München und verfasste Drehbücher, für die er mit dem Grimme-Preis und dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde. Seine Romane sind allesamt Bestseller und finden höchste Anerkennung bei Kritik und Leserschaft. ›Bella Germania‹ wurde als Dreiteiler prominent verfilmt. Mit ›Piccola Sicilia‹, ›Jaffa Road‹ und ›Yoga Town‹ zeichnet Daniel Speck ein vielstimmiges Panorama und baut Brücken zwischen den Kulturen. www.danielspeck.com




Freundschaft ein Leben lang
2026-04-09 21:38:00
Eine auf wahren Begebenheiten beruhende Saga über Herkunft, Verlust, Schicksal und den Weg zur Selbstbestimmung im Mailand der 1950er und 60er Jahre.
Piero und Valeria sind Freunde, schon seit Kindheitstagen, obwohl sie in verschiedenen Gesellschaftsschichten geboren wurden. Piero der Sohn von Renzo Rivolta, dem Direktor der Iso-Automobilwerke und Valeria die Tochter einer Hausangestellten. Während die Firma Rivolta immer weiter aufsteigt, muss Valeria mitansehen wie ihre Mutter eine unglückliche Affäre erlebt. Piero muss schon früh das Erbe des Firmenvorstands antreten und die Firma aus einer Krise retten, derweil Valeria sich in den sizilianischen Arbeitersohn Flavio verliebt. Die Journalistin und alleinerziehende Valeria erzählt ihre Lebensgeschichte auf der Flucht zu ihrem Kindheitsfreund, ihrem Sohn Tonino, der eine illegale Waffe gefunden hat.
Daniel Speck erzählt in einem leichten, flüssigen und auktorialen Stil. Zu jeder Zeit ist der Leser ganz nah dran am Geschehen, das Setting, die Personen, alles ist so schön bildmalerisch geschildert, dass man das Gefühl haben könnte mitten drin im Geschehen zu sein. Ich mag Italien, die Sprache die Musik, die italienische Lebensart. Kursiv erscheinen auch immer wieder italienische Phrasen. Ich habe mich sehr wohl gefühlt, direkt wie im Italienurlaub. Wer sich für Automobiltechnik interessiert wird hier bei der Lektüre, seine helle Freude haben. Auch die meisten Figuren und ihr Innenleben sind hervorragend charakterisiert. Sie sind authentisch und glaubhaft. Piero und auch Flavios Vater Antonio mochte ich sehr gerne, sie waren meine Lieblingspersonen. Mit Flavio wurde ich nicht warm, seine Rebellion hat mich abgestoßen und auch Valeria war mir suspekt, ihre Handlungen konnte ich nicht immer nachvollziehen. Ihre Emanzipation hätte ich mir konsequenter gewünscht.
Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass oft viel zu ausführlich erzählt wurde, gerade mit den technischen Aspekten konnte ich nichts anfangen. Die großen gesellschaftlichen Themen haben mich angerührt und mich betroffen gemacht, hier hat Speck bei mir gepunktet. Die sozialen Unterschiede in der italienischen Gesellschaft in den 50er und 60er Jahren sind sehr gut geschildert. Die lebenslange Freundschaft und Verbundenheit zwischen Valeria und Piero fand ich wunderschön und fundiert beschrieben. Ganz besonders gut gefallen haben mir die Lebensweisheiten und Zitate, einige habe ich mir notiert. Eine schön erzählte atmosphärische Familiensaga, mit für mich, uninteressanten Längen im technischen Bereich.
Ein Roman in zwei Zeitebenen, für alle die Familiensagas mögen, die italienisches Ambiente genießen oder sich für italienische Autos begeistern. Von mir 4 Sterne.




Das Leben mit seinen Ecken und Kanten
2026-02-05 11:25:00
Häufig genug prallen ihre Vorstellungen mit der Realität zusammen, da Valeria einen beeindruckenden Willen - zuweilen Sturkopf - hat, kommt sie nicht sehr geschmeidig durchs Leben. Immer wieder zwischen der Welt der Reichen und der Unterschicht hin und her geworfen, gesteht sie sich nicht ein, wo sie gefühlsmäßig zuhause ist. Wie ein roter Faden zieht sich die Freundschaft zu dem Industriellensohn Piero durch ihr Leben. Sein Leben scheint federleicht, nach dem Motto 'was kostet die Welt'. Die Schwierigkeiten in Pieros Leben wirken mehr wie Streiflichter des Unbills, als wirkliche, die Existenz beeinträchtigende Ereignisse.
Hinzu kommen die politischen Wirren der sechziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts und kommunistisches Gedankengut, dem sich Valeria nicht verschließen kann. Ihr von Deutschen Soldaten im Zweiten Weltkrieg erschossener Vater schwebt über dem Ganzen. Ein glühender Partisane, der gegen die Nazis aufbegehrt hatte. Und auch die Mutter ist keine Figur, die als Vorbild taugt. Zu sehr verhaftet im Denken der Vorkriegsjahre, besonders was das Verhalten dienender Personen/Frauen angeht. Unterwürfig und dem Arbeitgeber ergeben. So erkennt Valeria schon in früher Kindheit die Distanz zwischen des gesellschaftlichen Schichten.
Der Autor arbeitet dieses feine Netz an gesellschaftlichen Normen, Aufbegehren der jungen Generation, Abwenden von den Altvorderen und ihren überkommenen Vorstellungen präzise aus. Eingesponnen in banalen Alltag erwachsen immer wieder Problemsituationen, die die Grenzen der Protagonisten aufzeigen und ihre Handlungsmöglichkeiten einschränken. Gegen gewisse Zwänge hilft auch das stärkste Aufbegehren nichts.
Wie auch schon in seinen anderen Romanen, entpuppt sich Daniel Speck als Meister der feinsinnigen Erzählung, dem es wunderbar gelingt, seine Helden durchs Leben wandern zu lassen und dabei die Zwänge eines jeden individuell mit dem Geschehen interagieren zu lassen. So ergibt sich ein detailreiches Sittengemälde einer vergangenen Zeit.




Zwischen Dolce Vita und Veränderungen
2026-02-03 14:52:00
Die Nähe der Kindheit verändert sich mit den Jahren. Piero, der Sohn eines wohlhabenden Automobilunternehmers, und Valeria, die Tochter der Hausangestellten, bleiben eng verbunden, auch als sich ihre Wege ändern. Familiengeheimnisse und neue Gefühle bringen Herausforderungen, besonders als Valeria sich in Flavio verliebt. Herkunft, Familie und Erwartungen prägen die Handlungen der Protagonisten. Die Liebe wird nicht romantisch verklärt, sondern zeigt, wie sie das Leben beeinflusst und nicht immer zusammenführt.
Die Geschichte erzählt von Nähe und Verlust. Sie zeigt, wie Lebenswege auseinandergehen können, selbst wenn eine tiefe Verbindung bleibt. Die ruhige Erzählweise macht alles glaubwürdig. Nichts wirkt übertrieben, vieles bleibt offen, und die Figuren wirken echt. Man kann gut nachvollziehen, was sie fühlen.
Am Ende bleibt ein warmes Gefühl. Die Figuren wirken lange nach, und die Geschichte entfaltet ihre Wirkung ruhig und sanft.
5 Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die eine einfache und schöne Geschichte über Freundschaft, Liebe und Familie in Italien mögen.