Lass uns noch bleiben
von Saskia Luka
€ 23,70
Hardcover
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2025 Kein & Aber
192 Seiten
22 mm x 125 mm
Sprache: Deutsch
978-3-0369-5058-7
Kurztext
Manchmal schlägt das Leben wie eine Welle über einem zusammen. Doch dank einer neuen Begegnung erkennt Anna, wer im Leben und in der Liebe zu ihr hält, und wagt einen Aufbruch.
Hauptbeschreibung
Annas Freundin ist ohne ein Abschiedswort verschwunden, und mitten im Berliner Kiez fällt ihr Leben in sich zusammen. Zurückgezogen verbringt sie ihre Tage in ihrem Pflanzenladen, der weit mehr ist: Sehnsuchtsort, Pflanzenheim, Pflanzenambulanz. Und zum Glück hat Anna auch noch ihren Nachbarn, einen liebenswerten Antiquar. Als schließlich der lebensfrohe Alex in Annas Leben tritt, ändert sich alles, was Anna erst gar nicht wahrhaben will. Schließlich machen sie sich gemeinsam auf die Suche nach der verschwundenen Freundin. Daraus wird eine Reise, die ganz anders ist als gedacht. Und als sie nach Berlin zurückkehren, hat etwas Neues längst begonnen.
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Hardcover
2025 Kein & Aber
192 Seiten
22 mm x 125 mm
Sprache: Deutsch
978-3-0369-5058-7
Weitere verfügbare Ausgaben:
Textauszug
Das Jahr hatte gerade begonnen und eine Farbe wie Milchglas. Jeden Tag lief Anna eine Runde um den Block, kaufte einen Latte macchiato, dazu einen schwarzen Kaffee, jeden Tag sagte sie »zum Mitnehmen«, dann schaute sie bei Henning vorbei und stellte den Kaffee sachte neben den Kaktus. Manchmal nahm sie den leeren Becher des Vortags, während die Tastatur klackerte. Manchmal ließ sie etwas frische Luft herein, bevor sie wieder ging. Sie wäre nie auf die Idee gekommen, dieses Ritual zu unterbrechen. Sie mochte Henning und sein Geschäft. Sie mochte ihren täglichen Kurzbesuch, das Geräusch der Tasten. Es hatte drei Jahreszeiten gedauert, aber inzwischen wechselten sie ab und zu einige Worte. Rituale lohnten sich. Und den Dingen Zeit zu geben.
»Wo ist eigentlich Vinka?«, fragte Henning, als Anna hereinkam, und rutschte auf seinem Stuhl ein Stück zur Seite, damit er sie am Monitor vorbei ansehen konnte. Er rückte seine Brille zurecht.
»Weg«, antwortete Anna knapp. Jetzt war es ausgesprochen.
»Das Lied ist zu Ende«, erwiderte Henning.
Anna nickte.
»Ein Jammer«, sagte er und klang bestürzt, als habe auch er etwas verloren.
»Kann ich noch bleiben?«, fragte Anna und stellte ihre Tasche ab.
»Such dir ein Buch aus«, sagte Henning, wahrscheinlich der größte Trost, den er geben konnte.
»Welches denn?« Anna schaute die bis zur Decke gefüllten Regale an, die zitternden Spinnennetze.
»Egal. Sie sind alle gut.«
Umständlich schob sich Henning aus dem Schreibtischstuhl, der so nah an der Wand stand, dass er sich nicht zurückschieben ließ.
Anna ließ ihren Blick über die Bücher schweifen.
Henning holte Luft, atmete aus. »Nimm besser zwei.«
Anna griff ein Buch und zeigte es ihm.
»Jetzt guckst du, als ob du mir das doch nicht geben willst.«
»Das habe ich tatsächlich schon lange gesucht.«
Anna überflog den Titel. »Ich stells zurück.«
»Nein«, rief Henning, »nein, schon gut.« Er fuhr sich durchs Haar. »Ich hätte es gern noch mal gelesen.«
»Ich leihe es dir«, sagte Anna. »Unglaublich«, murmelte sie.
Das zweite Buch nahm sie aus einem anderen Regal. Sie ließ den Zufall entscheiden.
»Gute Wahl«, sagte Henning. »Paul Auster. Die Musik des Zufalls, das sehe ich von hier.«
»Danke.« Anna stand mit den zwei Büchern da und nippte an ihrem Kaffee.
»Schon gut.« Als die Stille länger wurde, sagte Henning weiter: »Es gibt Wesen, die leben auf dem Meeresgrund ganz ohne Licht. In der Tiefsee.«
»Hat das jetzt irgendwas damit zu tun?«
Anna legte die Bücher neben ihre Tasche.
»Nicht direkt«, gab Henning zu und schob sich wieder hinter seinen Monitor. »Ich versuche nur, dich aufzumuntern.«
»Ach, das ist wirklich nicht nötig.« Anna machte eine abwehrende Handbewegung. Sie stand unschlüssig in der Nähe der Tür. »Kann ich dich mal was fragen?«
»Hm«, machte Henning irgendwo hinter seinem Computer.
»Möchtest du deine Bücher eigentlich verkaufen?«
Hennings Kopf tauchte neben dem Bildschirm auf. »Nicht unbedingt.«
»Ich fasse es nicht.«
»Du wolltest sicher eine ehrliche Antwort.«
»Kann ich dich noch was fragen?«
»Klar, jetzt wo wir gerade so warm werden.«
»Wie machst du das?«
»Was?«
»Wie überlebst du? Wie zahlst du deine Miete?«
»Es gehört mir«, sagte Henning.
»Du meinst, der Laden gehört dir?«
»Das ganze Haus.«
»Das ganze Haus?«
Autor
Saskia Luka wurde 1980 in Köln geboren. Nach ihrem Studium der Germanistik in Bonn arbeitete sie in Berlin im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und als freie Texterin. Ihr erster Roman Tag für Tag (2019) erschien bei Kein & Aber. Saskia Luka lebt mit ihrer Familie auf der dalmatinischen Insel Brac.
Hersteller: Kein & Aber AG
Bäckerstrasse 52, 8004 Zürich CH
E-Mail: berlin@keinundaber.deHersteller: Kein & Aber Verlag
Bäckerstrasse 52, 8004 Zürich CHWürttembergallee 12, 14052 Berlin DE
E-Mail: berlin@keinundaber.de




Slow living Roman
2026-01-29 12:04:00




Die WG mit Alex
2026-01-03 12:44:00
Die verschlossene Anna wurde gerade wortlos von ihrer Freundin Venka verlassen und ihre Stimmungslage ist nicht gut. Sie hat einen Pflanzenladen und eine latente Freundschaft mit dem Antiquar Henning, der auch sehr zurückhaltend ist.
Annas Leben ändert sich erst, als Alex in ihre Wohnung mit einzieht. Alex ist locker und offen. Ganz langsam öffnet Anna sich. Schließlich machen sie sich zusammen auf die Reise, um Venka aufzusuchen und eine Erklärung zu verlangen. Das verläuft zunächst enttäuschend.
Der Roman hat viele gute Ansätze, droht aber immer wieder zu verflachen. Letztlich vergibt die Autorin auch ein paar Chancen, mehr aus der Geschichte zu machen. Es bleibt aber ein lesenswerter Roman.




warmherzig
2025-12-14 12:22:00
Die Situation ändert sich durch Alex, der in ihrem Laden einen Zettel zur Wohnungssuche aufhängen möchte. Zuvor hatte Anna gehofft, dass Vinka bei ihr einzieht und dadurch ihren finanziellen Engpass erleichtern würde. Kurz entschlossen nimmt sie Alex als Mitbewohner in ihrer Wohnung auf.
Langsam freunden sich die beiden an und Alex gelingt es, Anna wieder Schritt für Schritt in ein zufriedeneres Leben zurück zu bringen. Auch wenn die Entwicklung der Geschichte von Anna, Alex und Henning nicht immer realistisch ist habe ich mich mit diesem leisen Roman sehr wohlgefühlt.