Unerwünschte Töchter.

Unerwünschte Töchter.

von Miriam Carbe

€ 27,90

Hardcover

versand- oder abholbereit in 48 Stunden

Roman
2026 Hanser
576 Seiten
38 mm x 140 mm
Sprache: Deutsch
978-3-446-28742-6

Hauptbeschreibung

»Miriam Carbe erzählt in einer bewegenden Familiengeschichte von einem ganzen Jahrhundert.« Mariana LekyDie Familie eines deutschen Jahrhunderts: Margarethe, Marianne, Monika, Miriam. Vier Generationen. Sie lieben sich, sie tun sich weh, sie kämpfen um ihre Unabhängigkeit. Sie stammen aus dem Bildungsbürgertum Dresdens, die Männer und Väter fallen in den Weltkriegen. Zum schlimmsten Zerwürfnis kommt es nach der Übersiedlung in den Westen, als die hochintelligente, labile Enkelin Monika in den Sechzigerjahren gegen alle Widerstände ein uneheliches schwarzes Kind zur Welt bringen will. Die Autorin selbst ist dieses Kind. Menschlich, eindringlich und mitreißend macht Miriam Carbe ein ganzes Jahrhundert erlebbar. Wer dieses Buch liest, begegnet sich selbst und den eigenen Familiengeschichten. Episch und epochal - ein Meisterwerk.


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Hardcover
Roman
2026 Hanser
576 Seiten
38 mm x 140 mm
Sprache: Deutsch
978-3-446-28742-6

Autor

Miriam Carbe, geboren 1967, hat deutsche und nigerianische Wurzeln und wuchs in einer Familie von Frauen auf, die alle Tagebücher und Erinnerungsskizzen schrieben. Von ihnen erbte sie mehrere Kisten mit Notizbüchern, von denen die ältesten von 1908 stammen. Miriam Carbe hat drei Kinder und lebt in Frankfurt am Main. Sie arbeitet als Redakteurin bei Arte.

Hersteller: Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG
Vilshofener Straße 10, 81679 München DE
E-Mail: info@hanser.de

Spannende Familiensaga 2026-05-23 23:25:00
Miriam Carbe erzählt in „Unerwünschte Töchter“ die Geschichte ihrer eigenen Familie. Sie hat einen Bücherschrank geerbt, den ihre Urgroßmutter Margarethe 1912 in Dresden anfertigen ließ. Und mit dem Bücherschrank die Tagebuchaufzeichnungen der drei Generationen: von ihrer Urgroßmutter Margarethe, ihrer Großmutter Marianne und ihrer Mutter Monika. Aus diesen Tagebuchaufzeichnungen macht Carbe eine Erzählung ihrer Familiengeschichte. Nicht nur der Bücherschrank, die Tagebuchaufzeichnungen und die Tatsache, dass alle Vornamen der Frauen mit einem M beginnen, vereint die vier Frauen. Sondern auch, dass alle Frauen irgendwie unerwünscht waren. Sei es, dass man sich lieber einen Stammhalter gewünscht hätte oder dass man ungewollt schwanger geworden ist. Womöglich noch von einem Mann anderer Hautfarbe.
Ich fand es sehr interessant, in die Gedankenwelt der verschiedenen Generationen eintauchen zu können. Zu erfahren, wie man damals über die Juden gedacht hat, wie es war, aus der DDR zu fliehen und wie man über Menschen mit einer anderen Hautfarbe geredet hat und wie mit ihnen umgegangen wurde. Auch ist die Frage, was davon unbewusst an die nächste Generation weitergeben wird, sehr spannend.
Das Buch lässt sich gut und flüssig lesen. Auch wenn ich bei den Vornamen manchmal kurz überlegen musste, ob es nun die Urgroßmutter oder die Großmutter ist. Oder doch die Mutter? Die Familiensaga wird immer wieder unterbrochen von Schilderungen der Autorin, was sie von der Zeit erinnert, was der Geschichte eine besondere Tiefe verleiht.
Ein wertvoller Einblick in ein ganzes Jahrhundert!
Last vergangener Generationen 2026-05-20 20:16:00
von qq
Last vergangener Generationen
Mit "Unerwünschte Töchter" hat Miriam Carbe einen bewegender und eindringlichen Roman geschrieben, der auch nach dem Lesen noch in Erinnerung bleibt. Auf Basis von Tagebücher ihrer Vorfahrinnen schreibt die Autorin ihre Familiengeschichte auf. Die Geschichte erzählt von Frauenleben zwischen Anpassung, Schmerz und dem Wunsch nach Selbstbestimmung – sensibel, ehrlich und atmosphärisch dicht geschrieben.

Der Schreibstil ist ruhig und zugleich kraftvoll. Gerade die feinen Beobachtungen und die intensive Atmosphäre machen den Roman besonders lesenswert.

Was mir in dem Buch etwas fehlt, ist der rote Faden zwischen den Personen/Generationen - das ist leider etwas verwirrend geworden und die Übersicht fehlt, beispielsweise ein abgebildeter Stammbaum hätte sehr geholfen.

Von mir gibt es eine Empfehlung - ein bewegendes Buch.
Eine Familiengeschichte mit Tiefe 2026-05-16 21:07:00
Ich lese sehr gerne Familiengeschichten, jede hat etwas Besonderes und gibt Einblicke in familiäre Bereiche, die ansonsten im Verborgenen bleiben.
In diesem Roman geht es um Margarethe, Marianne, Monika und Miriam. Die Protagonistinnen stammen aus vier Generationen.
1912 ließ die Urgroßmutter der Autorin einen Kirschholzschrank anfertigen. Dieser machte jeden Umzug mit und wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Obwohl Miriam ihn zunächst nicht bei sich haben wollte, entschied sie sich dann doch anders. Zum Glück, denn dieser hatte für jede der Frauen eine andere Bedeutung und die Autorin entschied sich dafür in ihm die Tagebücher ihrer Urgroßmutter, Großmutter und Mutter aufzubewahren, die ihr als Grundlage für diesen Roman dienten.
Die Frauen ihrer Familie haben zwei Weltkriege erlebt und sie selbst wurde als schwarzes Kind in eine weiße Familie hineingeboren. Zur damaligen Zeit war das keine einfache Situation. Überhaupt hatten die Frauen kein leichtes Leben und es wird deutlich wie sehr es sie direkt und indirekt geprägt hat. Dadurch entsteht auch eine Menge Konfliktmaterial.
Die Autorin thematisiert so ziemlich alles, was in das damalige Zeitgeschehen passt, egal ob politisch, gesellschaftlich oder kulturell. Dadurch wird der Roman sehr vielschichtig, fordert aber auch beim Lesen. Wer anspruchsvolle Familiensagas mag, könnte an dem Buch gefallen finden.