Ultramarin

Ultramarin

von Ann-Christin Kumm

€ 23,70

Hardcover

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Roman | "Die Spannung steigert sich ständig. Ungewöhnlich gut gemacht." Christine Westermann
2026 Hanser; Hanser Berlin
224 Seiten
21 mm x 132 mm
Sprache: Deutsch
978-3-446-28675-7

Hauptbeschreibung

Verführerisch, verstörend und absolut gegenwärtig: Voll schimmernder Ambivalenz schreibt Ann-Christin Kumm in ihrem Debüt von Herkunft, Queerness, Macht und Intimität.Die Sommer gehören Lou und seinem charismatischen Freund Raf, dessen Anziehungskraft sich niemand entziehen kann, am allerwenigsten Lou. Doch diesmal ist es anders: Auch die blonde Nora steigt mit ins Auto an die dänische Küste. In einem alten Ferienhaus in den Dünen leben die drei in den Tag hinein, springen in die Wellen, rauchen, kochen, streichen umeinander herum. Was von außen wie ein unbeschwerter Urlaub scheint, eröffnet in dieser neuen Konstellation langsam dunkle Abgründe. Lou ist sich auf einmal nicht mehr sicher: Will Raf noch seine Nähe oder verachtet er ihn für seine Ergebenheit? Und warum verschwindet Nora eines Nachmittags ohne ein Wort? Ann-Christin Kumms Debüt ist ein psychologisch meisterhaft konstruiertes und erotisch flirrendes Spiel mit Macht, Manipulation und Begehren.


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Hardcover
Roman | "Die Spannung steigert sich ständig. Ungewöhnlich gut gemacht." Christine Westermann
2026 Hanser; Hanser Berlin
224 Seiten
21 mm x 132 mm
Sprache: Deutsch
978-3-446-28675-7


Weitere verfügbare Ausgaben:

Autor

Ann-Christin Kumm arbeitet als Gärtnerin und Texterin und lebt in Berlin. "Ultramarin" ist ihr erster Roman.

Hersteller: Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG
Vilshofener Straße 10, 81679 München DE
E-Mail: info@hanser.de

Ein Sommer der kippt ... 2026-04-19 20:14:00
von Anilam
Ultramarin handelt von einem Sommertrip ans Meer, bei dem drei junge Leute zusammen in einem abgelegenen Ferienhaus landen – aus der entspannten Stimmung zu Anfang entsteht nach und nach ein ziemlich intensives Geflecht aus Nähe, Eifersucht und unterschwelligen Spannungen. Anfangs wirkt alles noch leicht und unbeschwert, aber man merkt schnell, dass die Stimmung kippt.

Der Schreibstil hat mir richtig gut gefallen: sehr atmosphärisch und gleichzeitig angenehm ruhig. Die Autorin schafft es mit ihrem Stil einen total in die verschiedenen Stimmungen zu ziehen. Besonders die unausgesprochenen Gefühle wirken total intensiv und machen das Ganze total spannend.

Ein eindringlicher, teilweise verstörender Roman über Nähe, Macht und Abhängigkeit, der vor allem durch seine starke Atmosphäre gefesselt hat. Nicht immer leicht, aber definitiv fesselnd – für mich gute vier Sterne.
Toxische Beziehungen 2026-04-16 11:03:00
Die Spannung ist von Anfang an da zwischen Lou, Raf und Nora, als die drei gemeinsam ins Auto steigen und zu einem Kurzurlaub aufbrechen. Angekommen im kleinen Ferienhaus an der Küste Dänemarks, das schon lange Rafs Familie gehört, spitzt sich die Situation immer weiter zu; besonders zwischen Lou und Raf liegt etwas in der Luft. Lou ist sich nicht sicher, ob da noch etwas überiggeblieben ist von den Gefühlen, die einst zwischen ihm und seinem Freund bestanden haben; er selbst fühlt sich noch zu Raf hingezogen, Raf hingegen sendet äußerst ambivalente Zeichen. Und dann ist da noch Nora, die neuen in der Konstellation, mit der Lou zunächst nicht wirklich etwas anzufangen weiß. Die Tage vergehen, und immer eindeutiger werden die Abgründe erkennbar, die sich hinter der Fassade locker-leichter Sommertage abzeichnen.

Von Anfang an ist klar, dass hier düstere Ereignisse auf die drei Protagonist*innen zukommen. Die Spannung ist ab den ersten Seiten spürbar; dennoch hatte ich mit Fortschreiten der Geschichte zunehmend Probleme, mich in die Welt der Figuren hineinzufühlen, was wohl vor allem an Raf als Charakter lag. Er hat mich beim Lesen zunehmend frustriert, da sein Handeln oft überhaupt nicht nachvollziehbar und den anderen gegenüber mehr als unfair war. Gegen Ende gibt es einen Plottwist, den ich wirklich gut gemacht fand, aber alles in allem hat mir hier trotzdem etwas gefehlt.
Toxisch lässt grüßen 2026-04-06 16:56:00
Die Geschichte gibt mir massive Saltburn-Vibes: Lou als Sozialprojekt der Geschwister Raf und Sophie, der sich auf eine toxische Beziehung mit Raf einlässt, geprägt von dem starken Machtgefälle zwischen den beiden und einfach nicht loskommt, obwohl es ihn zunehmend ins Verderben stürzt. Ich wollte das Buch mehrmals gegen die Wand werfen, so sehr hat es mich aufgeregt, wie Lou mich sich umspringen lässt und trotzdem jedes Mal wieder ergeben angelaufen kommt, sobald Raf pfeift. So vieles an der Story war dermaßen toxisch, das kann ich gar nicht in Worte fassen.

Ich fand den Schreibstil anfangs ein bisschen gewöhnungsbedürftig, fast schon abgehackt und durch die nicht gekennzeichnete wörtliche Rede auch nicht ganz so angenehm zu lesen. Aber man kommt da dann doch recht schnell rein und dann passt auch zur Stimmung. Die knappen Sätzen, die teilweise derben Beschreibungen, das dezidierte Auseinandernehmen von Lous Innenleben- das alles trägt zur Atmosphäre bei.

Die Geschichte ist der Inbegriff eines trägen Sommer und des Müßiggangs, aber schon Anfang an ist die Stimmung angespannt, unterschwellig brodelnd durch all das Ungesagte, die stille Hoffnung Lous und Raf völliger Ich-Zentrierung. Ich fand Raf irgendwie unheimlich und konnte null nachvollziehen, was Lou an ihm findet. Auch in den Rückblenden vom ersten Aufeinandertreffen bis zu Gegenwart erfährt der Leser die kleinen, leisen Demütigungen, die Raf Lou beifügt, das absolut schäbige Verhalten ihm gegenüber.

Der Beginn des Buches deutet ja bereits an, dass vermutlich irgendwas aus dem rüder läuft, mit dem Ende hätte ich trotzdem niemals gerechnet, das fand ich absolut grandios. Ich fands unerwartet gut.