Das Befinden auf dem Lande. Verortung einer Lebensart
von Björn Vedder
€ 22,70
Hardcover
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Messerscharf, humorvoll, aberwitzig | Eine Gesellschaftsanalyse über das Leben in der Provinz | Eine ehrliche Gegenstimme zur Landbegeisterung
2024 HarperCollins Hardcover
160 Seiten
20.9 cm x 12.8 cm
Sprache: Deutsch
978-3-365-00482-1
Hauptbeschreibung
»Das Dorf ist überall!« – Ein philosophisch-politischer Essay darüber, warum unsere Landlust reaktionär ist
Die Städte wachsen, aber immer mehr Menschen zieht es auch raus in die Provinz. Auch Björn Vedder ist zurück in eine ländliche Gemeinde gezogen. Mittlerweile aber lautet seine gewagte These: Die Provinz macht gemein.
Denn hinter den ach so beschaulichen Fassaden verbirgt sich oft eine andere Realität: eine krude Mischung aus Vermögens- und Familienwerten, Statuskonsum, Anpassungsdruck und sozialer Kontrolle. Eine kleine Verhaltensabweichung genügt, und man wird von der Mehrheit gejagt, gehänselt, geächtet, beschämt. Gemeinschaft birgt Gemeinheit. Warum nur wollen dann alle »raus«?
Anhand eigener Erfahrungen und mit viel schwarzem Humor demontiert Björn Vedder den Mythos vom besseren Leben in ländlichen Gegenden und entlarvt eine grundlegende Geisteshaltung, die für ihn nicht mehr nur in der Provinz zu finden ist, sondern als provinzieller Geist unsere Gesellschaft ergreift.
»Die Landlust, die hier in die Köpfe der Menschen gepflanzt wurde, ist keine Sehnsucht nach einem konkreten Leben auf dem Lande, sondern die Hingabe an eine pittoreske Vorstellung davon, geboren aus dem Unwillen, die Entzauberung der Welt zu ertragen.«
Björn Vedder, »Das Befinden auf dem Lande«
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- Ferdinand Tönnies
- soziale Kontrolle
- Gemeinschaft
- Stadt Land
- Polarisierung
- Stadtflucht
Hardcover
Messerscharf, humorvoll, aberwitzig | Eine Gesellschaftsanalyse über das Leben in der Provinz | Eine ehrliche Gegenstimme zur Landbegeisterung
2024 HarperCollins Hardcover
160 Seiten
20.9 cm x 12.8 cm
Sprache: Deutsch
978-3-365-00482-1
Weitere verfügbare Ausgaben:
Hersteller: Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland GmbH
Valentinskamp 24, 20354 Hamburg DE
E-Mail: info@harpercollins.de




Aktuell
2024-06-13 21:48:00
Vedder geht in seinem Buch der Frage nach, warum das Landleben für viele Menschen so anziehend erscheint, während er gleichzeitig die oft unsichtbaren Schattenseiten dieser Idylle aufdeckt. Hinter den idyllischen Fassaden ländlicher Gemeinden verbirgt sich seiner Meinung nach eine bedenkliche Mischung aus Vermögens- und Familienwerten, Statuskonsum, Anpassungsdruck und sozialer Kontrolle. Diese Mischung führt dazu, dass schon kleine Abweichungen von der Norm zu sozialer Ächtung und Scham führen können.
Das Buch ist durchzogen von Vedders persönlichen Erfahrungen, was es trotz der Schwere der Themen unterhaltsam macht. Besonders gelungen sind die zahlreichen soziologischen und literarischen Bezüge, die Vedder herstellt, um seine Thesen zu untermauern. Diese Referenzen reichen von klassischen Werken der Literatur bis hin zu aktuellen soziologischen Studien, was das Buch sowohl für akademisch Interessierte als auch für den allgemeinen Leser bereichernd macht. Einige Passagen, insbesondere im letzten Drittel des Buches, ziehen sich jedoch etwas. Dennoch bot das Sachbuch mir insgesamt viele Diskussionsanregungen, auch wenn ich insbesondere die Positionen zur Pandemie nicht immer teilen konnte. Wer sich für die Dynamiken zwischen Stadt und Land sowie die gesellschaftlichen Entwicklungen in Deutschland interessiert, wird in diesem Buch also eine anregende Lektüre finden.




Landfrust
2024-04-05 11:38:00
Auf den ersten Seiten macht es Spaß seinen Beobachtungen zu folgen, die er mit literarischen Beispielen und soziologischen Theorien noch weiter ausschmückt. Weil ich selbst die Hälfte meines Lebens in Städten verbracht habe und dann aufs Land gezogen bin, konnte ich viele Erfahrungen bestätigen.
Doch im Verlauf des Buches nimmt die Generalabrechnung mit den Gemeinheiten der länglichen Bevölkerung überhand. Das aktuelle Dorfleben tritt in den Hintergrund und die traumatischen Erfahrungen der Kindheit mit Amts- und Machtmissbrauch nehmen großen Raum ein. Die positiven Seiten des engeren Zusammenlebens auf dem Land werden ebenso vernachlässigt wie die nur angedeutete um sich greifende Provinzialität und Engstirnigkeit in den Städten und der digitalen Welt. Schade, denn dieser Aspekt wäre in einer interessanten Medienkritik gemündet und hätte bestimmt auch Erkenntnisse zu Populismus und aufkeimender Deglobalisierung erbracht.
Insgesamt nimmt der Autor eine relativ selbstgerechte und überhebliche Position ein, so dass es nicht besonders verwundert, dass er nicht im Dorf ankommen konnte, sondern auf deutliche Distanziertheit gestoßen ist. Soziologen sprechen in diesem Zusammenhang wohl von einer self fulfilling prophecy! Immerhin ist der Autor ehrlich genug, anzuerkennen, dass er sich auch in der Stadt nicht mehr heimisch fühlt, weil diese sich auch weiterentwickelt hat und er selbst älter geworden ist, so dass seine Vorstellung der geliebten Stadt auch nur noch eine verklärte Retrospektive ist. Höchste Zeit, zu erkennen, dass sich nicht nur soziale Gemeinschaften, sondern auch Individuen im Zeitablauf ändern und sich immer neu definieren und einen neuen Ort finden müssen, an dem sie sich heimisch fühlen können!
Daher bleibt ein gemischter Eindruck von diesem Buch: Vieles ist gut beobachtet und in interessante literarische und soziologische Kontexte gesetzt worden, zu Recht auch oft sehr pointiert und polarisierend. Aber letztlich kann sich der Autor nicht von seinen Enttäuschungen lösen, so dass unter dem Strich die Ausgewogenheit beim generalisierenden Großangriff gegen die ungeliebte Lebensform auf der Strecke bleibt.
Schade!




Feldstudie
2024-03-19 10:18:00
Dies ist eine Privatrezension ohne KI erstellt. Es bestehen keine Beziehungen zu Autor oder Verlag. Eine Kopie oder Wiedergabe auch in Teilen unterliegt dem Urheberrecht.