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Rezensionen




Etwas langatmig 15. Juli 2019
Sprachlich ist der Krimi leider keine Offenbarung
Schilderungen der Stadtszenen und der Landschaft sind top und sehr genau.
Inhalt ist von der Grundidee sehr spannend, jedoch wird dann leider die Story sehr unglaubwürdig und die Personen handeln eher wie eine Parodie ihrer selbst, als der Erwartung die der Leser an sie hat. Hier ist der Protagonist zu nennen, der vom Grunde her sehr erfahren wirken soll, jedoch eher naiv und tollpatschig ist.
Nach den ersten Seiten dachte ich, es wäre eher ein Spionage-Thriller, jedoch wird, nach kurzer Zeit, das Thema geändert und es ist ein normaler Krimi, der an einigen Stellen zu langatmig wirkt und sich zu sehr auf die Beschreibung der Umgebung konzentriert, statt auf den flüssigen Verlauf der Handlung.
Man hätte aus den Themen mehr machen können, aber trotzdem ein solider Krimi.
Leider gar nicht gut 12. Juli 2019

„Ein Kriminalroman aus Südafrika“ klingt verlockend, das dazu passende Cover ebenso. Insofern war ich positiv neugierig gestimmt, einen für mich neuen Autor kennen zu lernen. Doch die erste Lesevorfreude wurde schon mal etwas ausgebremst durch das ausgesprochen leseunfreundliche, weil zu klein gestaltete Schriftbild. Das Lesen strengt sehr an. Und durch das billige Papier, das, so hat man das Gefühl, schon während des Lesens vergilbt, macht das Buch auch haptisch keine Freude. Leider erfüllt das vom Autor gelobte Fehlersuchprogramm nicht den Dienst, den ein menschlicher Korrektor perfekt erfüllen würde. So „übersieht“ so ein Programm sehr gerne die erforderlichen Großschreibungen bei „Sie“ und „Ihnen“. Oder fehlende Wörter bemerkt so ein Programm ebenfalls gerne. Also rundum: Es gibt reichlich Fehler im Text, bis hin sogar auf der Buchrückseite die fehlerhafte Schreibweise von Mfuneni.
Doch weg von den Äußerlichkeiten hin zum Inhalt. Der Autor kündigt sein Buch so an: „Johannesburg. Eine Leiche in einer Badewanne, eine weitere in einem angrenzenden Township. Beide arrangiert wie gewöhnliche Todesfälle, tatsächlich aber Morde. Zufällig mitten im Geschehen: Naturwissenschaftler Frank Sattler, der in der Stadt eigentlich nur Urlaub machen wollte. Sattler taucht ein in die Schattenwelt Johannesburgs. Er gerät in die dunkelsten Ecken der Metropole – und trifft dort auf die skrupellosesten Menschen. Die Dinge geraten schnell außer Kontrolle, und Sattler wird zum Gejagten. Zusammen mit Pia und Mfuneni, zwei Aktivisten, tritt er gegen Gegner an, die ihnen in allen Belangen überlegen scheinen…“
Klingt gut. Und es gibt durchaus auch spannende, temporeiche Passagen im Buch. Doch dies allein genügt halt nicht, um einen lobenswert guten Kriminalroman vorzulegen. Langatmige technische Details bremsen die Leselust ebenso aus wie unnötige, triviale Textpassagen. Die Protagonisten bleiben blass, fade, psychologisch unglaubwürdig und für den Leser nicht nachvollziehbar. Vollends verloren hat für mich der Roman bereits an der Stelle, als Sattler Pia, die Tochter seines Freundes (!), die er eigentlich retten soll, mal eben nach allen Regeln der Kunst „vernascht“ und Pia zu ihm anschließend sagt: „Du warst großartig“. Sorry, was haben solche fraglichen Altmännerträume im Buch verloren? Die Handlung als solche ist ein Wirrwarr verschiedener Themen, zusammengewürfelt, teils unlogisch. Verpackt ist das Ganze in einen spröden, zähen, schwerfälligen, uninspirierten Erzählstil. Ach ja, dass mir nach Lektüre des Buches von Südafrika nur der Eindruck stinkender Müllberge zurückbleibt, ist mir für einen „Kriminalroman aus Südafrika“ leider ein bisschen wenig…
In Südafrika ist kriminell viel los 10. Juli 2019
Dieser Südafrika-Krimi ist der fünfte einer Reihe rund um den Wissenschaftler Frank Sattler. Er lässt sich aber sehr gut ohne Vorkenntnisse lesen, daher denke ich, dass das bei den anderen vieren aus so klappt.

Aus Frank wurde ich bis zur Hälfte des Buches nicht ganz schlau, er hilft seinem Freund, aber dann gibt es ein paar explizite Szenen die mich an seiner geistigen Verfassung etwas zweifeln ließen. Am Ende hat er dann das Herz am rechten Fleck und setzt auch seinen Verstand gewinnbringend ein. Kein klassischer Ermittler, aber er hält sich wacker. Vor allem im Zusammenspiel mit den anderen Hauptfiguren wirkt er nach und nach überzeugender und glaubwürdiger.

Auf spannende Art und Weise schafft der Autor es hier, mehrere zuerst stark unterschiedliche Handlungsstränge miteinander zu verknüpfen. Allzu viel lässt sich da leider nicht analysieren, um nicht zu spoilern, aber die Entwicklung im Krimi sowohl der Geschichte als auch der Charaktere ist großteils stimmig, die Fäden fügen sich gut zusammen. Dass nach und nach Personen hinzukommen, lässt die Story mit der Zeit fast überladen wirken, aber man kann noch gut folgen.

Für mich eher nervig und überflüssig: die wiederkehrenden Anspielungen à la “er ahnte nicht, wie sehr er irrte”. Manchmal ist auch Sattler etwas gutgläubig, wo man als Leser anhand gewisser Sätze sofort ahnt, dass jetzt dies und das passiert sein muss, nur Frank passt nicht auf.

Kleine Schwäche: Manche Abschnitte sind doch stark detailliert ausgearbeitet, wohl auch um das Land Südafrika mehr zur Geltung zu bringen und die Geschichte zwischendurch nicht zu “örtlich austauschbar” zu machen. Leider ist auf dem Buchumschlag ein Name falsch geschrieben, das sollte nicht passieren. Dafür positiv: nur sehr wenige Fehler, bei einem kleinen Verlag ohne großes Team ist das nicht selbstverständlich.
Schade! 29. April 2019

Das apart gestaltete Cover und der vielversprechende Titel, die spannenden Schauplätze Johannesburg und Kapstadt haben mein Interesse an diesem Krimi geweckt. Leider wurde ich enttäuscht.
Offenbar wollte der Autor zu viele Handlungsstränge, Figuren und Motive in seinen Kriminalroman packen, sodass dieser teils überladen, teils nicht stimmig wirkt.
Zum Inhalt: Frank Sattler, Naturwissenschaftler, wird von einem guten Freund gebeten, nach Südafrika zu reisen, um dort nach dessen Tochter Pia zu sehen, die offensichtlich in Gefahr schwebt.
Sattler stimmt dieser Bitte überraschend schnell zu. Dort angekommen erwartet ihn Pia, die Mitglied einer Nichtregierungsorganisation ist, die Obdachlose unterstützt. Doch anders als erwartet tritt sie sehr sicher, selbstbewusst und keineswegs verängstigt oder hilflos auf. Sie erwartet ganz andere Unterstützung von Sattler: er soll vermutlich vergiftetes Trinkwasser für Pia und ihre Organisation analysieren. Sattler verfällt rasch Pias Charme, es kommt sehr schnell zum Sex, was nicht so recht zur Rolle Sattlers als ,,väterlicher Freund
und Helfer" passen will.
Parallel dazu geht es um eine Art Wunder-Torpedo der deutschen Marine, der in Kapstadt präsentiert und dabei ,,entführt" wird, außerdem um eine äußerst mächtige indische Familie deren suizidgefährdeter Abkomme, illegale Immobiliengeschäfte usw. Pia, ihre Mitstreiter und Frank Sattler geraten in Lebensgefahr.
Die Idee der NGO und der skrupellosen Immobiliengeschäfte finde ich packend und hätte meiner Ansicht nach auch schon für einen spannenden Krimi gereicht. Auch die Flucht in die Berge ist anschaulich und gut beschrieben. Die weiteren Handlungsstränge überfrachten meiner Meinung nach aber den Krimi, lassen ihn etwas zusammengepuzzelt erscheinen und nicht ganz schlüssig erscheinen.
Hinzu kommt das widersprüchliche und teils nicht ganz nachvollziehbare Verhalten der Figuren. So wird z.B. Frank Sattler als sehr erfahren und als kluger Kopf beschrieben, dabei tappt er naiv in fast jede sich bietende Falle.
Auch sprachlich ist der Krimi leider keine Offenbarung (z.B. ,,Sattler schoss zwei Fragen durch den Kopf." S. 99).
Bei den Schilderungen der Stadtszenen und der Landschaft erkennt man, dass der Autor jahrelang selbst in Südafrika gelebt hat und so aus eigener Erfahrung berichten kann. Aber leider ergibt das noch keinen spannenden und schlüssigen Krimi. Schade!
Turbulenter Südafrika-Krimi mit schrägen Ermittlern 25. April 2019
Cover und Layout
Das Cover, für das übrigens Rene Rott verantwortlich ist, war die Überraschung schlechthin. Zu Beginn hatte ich es ignoriert, weil mir nicht klar war, dass es sich hier um einen Krimi handelt (ich dachte es sei ein typischer Frauenroman), später fand ich es hübsch, doch als ich das Buch endlich in den Händen hielt, war ich verliebt. Ein echtes Schmuckstück, das so rein gar nichts mit der Handlung zu tun hat ...

Schreibstil
Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich hier um eine fiktive Geschichte handelt. Er hat sich ein gewisses Maß an schriftstellerischer Freiheit erlaubt, seiner Fantasie freien Lauf gelassen und zugleich seine eigenen Erlebnisse eingebettet. Demzufolge habe ich seine Geschichte auch mit einem Augenzwinkern gelesen. Mit feiner Ironie schildert er die extremen Gegensätze Südafrikas, die er auf die Charaktere und die Handlung überträgt. Sein Schreibstil ist zeitgemäß, niveauvoll und dennoch unterhaltsam. Selbst über Ungereimtheiten sehe ich amüsiert hinweg. Matthias Boll ist ein talentierter, aufmerksamer Beobachter, Erzähler und Schreiber, der mir überzeugend ein X vor dem U vormachen kann, weil ich einfach rein gar nichts von Technik verstehe. Aber das ist auch nicht notwendig, um die turbulente, gut durchdachte Geschichte zu begreifen.

Meinung
Ich bin erstaunt über Matthias Bolls Erzählkunst. Zunächst hatte ich einen etwas gediegenen Krimi erwartet, aber bei genauerem Hinsehen bemerkte ich seine fantastische Kreativität und eine Vorliebe für Abenteuer. So habe ich es persönlich empfunden, wie andere Leser es beurteilen, steht auf einem anderen Blatt. Am besten gefiel mir die naive Pia und ihre Organisation JBF (Johannesburger-Befreiungs-Front). Diese attraktive junge Aktivistin hat eine sozial-romantische Ader, von der Frank Sattler schwer beeindruckt ist. Mehr verrate ich nicht, nur so viel, dass ich mich von allen negativen Kritiken distanziere, weil ich sie nicht nachvollziehen kann, und ich sie teilweise sogar zum Fremdschämen finde. Dieser Südafrika-Krimi vereint Spannung und Humor. Der Lokalkolorit ist perfekt dosiert. Der Autor hat mich quasi vor Ort am Geschehen teilhaben lassen. Ich kann mir nicht erklären, wie er das geschafft hat. Die Charaktere sind ausgezeichnet dargestellt. Vor meinem geistigen Auge spielten sich irrwitzige Szenen ab. Mehr als ein Dutzend Mal musste ich das Buch beiseite legen, weil ich mir vor Lachen den Bauch halten musste. Dieser elegante, trockene Humor - ob beabsichtigt oder nicht - wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben und hat mich neugierig auf die vier vorigen Bände des Autors gemacht. Darum vergebe ich 5 Sterne und eine klare Kaufempfehlung.