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Rezensionen

Karin Joachim
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Mord, Hexen und eine düstere Vergangenheit 21. Mai 2019
Dieses Buch hat mich aufgrund seines Kurztextes und der Gegend, in der es spielt, neugierig ge-macht. Leider war ich noch nie am Ahrsteig, aber das Buch mit seinen Beschreibungen hat mir gut gefallen und ich könnte mir gut vorstellen, dort mal zu wandern und ein bisschen die Seele bau-meln zu lassen. Die Autorin Karin Joachim schafft es, viel Lokalkolorit in den Roman zu bringen. Dabei punktet sie nicht nur mit schönen Landschaftsbeschreibungen, sondern auch mit der Ge-schichte der Gegend und der dort lebenden Menschen. Das fand ich gut.
Der Krimi hat mir ebenfalls gut gefallen, auch wenn ich die Auflösung dann etwas unspektakulär fand. Dennoch hat mich die Geschichte gut unterhalten. Die beiden Hauptfiguren Jana Vogt und ihren Freund Clemens mochte ich direkt, auch wenn ich die beiden Vorgängerbücher leider nicht kenne. Sicherlich wäre es noch schöner gewesen, wenn man diese Bücher bereits gelesen hätte, dennoch kann man „Johannisglut“ auch sehr gut ohne Vorwissen lesen. Das fand ich ebenfalls gut, denn es gibt so viele Reihen, dass man gar nicht alle lesen kann, auch wenn man viel liest. Hier war das geschickt gelöst mit einigen Andeutungen, aber so, dass das Buch unabhängig gelesen werden kann und in sich geschlossen ist.
Sollte es irgendwann eine Fortsetzung geben, wäre ich gerne wieder dabei! Bei Gelegenheit werde ich mir mal die Vorgänger schnappen und lesen...
Ein Kriminalfall, der mich begeistert hat 28. April 2019
Ein Kriminalfall, der mich begeistert hat
Meike Jacob bittet ihre Freundin Jana Yogt, die im Team der Koblenzer Kriminalpolizei als Tatortfotografin arbeitet, als Fotografin bei einer Wanderung über den Ahrsteig mitzukommen. Hier trifft sich eine Gruppe von ehemaligen Studenten, die diese Wanderung vor 30 Jahren schon einmal gemacht hat. Der Name Rainer Großmann, der dieses Treffen in die Wege geleitet hat, fällt auch im Zusammenhang mit einem nicht gelösten Altfall, dessen Akte Jana kürzlich erst in den Händen hatte. Dort war er als Zeuge eingetragen. Zufall? Als dann Antje Haak, ein Mitglied der Wandergruppe, tot aufgefunden wird, bekommen sowohl Jana als auch ihr Freund Hauptkommissar Clemens Wieland mit seinem Team richtig viel Arbeit.


In ihrem dritten Fall um die Tatortfotografin Jana Vogt, die immer auch ihren Airedale Terrier Usti dabei hat, nimmt mich Karin Joachim mit an die Ahr. Ich konnte dieses Buch richtig genießen, auch ohne die beiden Vorgänger, auf die in wenigen Sequenzen immer mal wieder „hingewiesen“ wird, kennen zu müssen. Die Hinweise lesen sich aber für mich so interessant, dass ich sowohl „Krähenzeit“ als auch „Bittertrauben“ lesen werde. Vor allem auch um Jana Vogt von Beginn an kennenzulernen.

Selten habe ich einen Krimi gelesen, in dem ich es mit so viele Personen zu tun hatte. Aber durch ihre Unterschiedlichkeit, durch die verschiedensten Charakterzüge, vor allem durch die eingängigen Beschreibungen jedes Einzelnen war es mit der Zeit kein Problem mehr, sie zuzuordnen. Da einige in ihren Beschreibungen recht undurchsichtig bleiben, bleibt es meiner Fantasie überlassen, mich in sie hineinzuversetzen.

Ich finde, in diesem Krimi wird die polizeiliche Arbeit sehr gut dargestellt. Es kommen viele einzelne Puzzleteile zusammen, nichts will zusammenpassen. Bei den Gesprächen zwischen Clemens und Jana fühle ich mich mittendrin, mache mir meine eigenen Gedanken zu dem Mord und dem Vermisstenfall, merke aber schnell, dass ich mich wieder auf einen Holzweg habe führen lassen. Die endgültige Auflösung hatte ich so nicht erwartet. Der Ausgang ist aber sehr gut nachzuvollziehen.
Aber auch das Private von Clemens und Jana kommt nicht zu kurz und wird authentisch dargestellt. Ich sehe Clemens richtig vor mir, wie er total erledigt von einem Fall bei dem nichts weiter geht, auf seinem Schreibtischstuhl ein Nickerchen macht.

Die Spannung hat bei mir schon im Prolog angesetzt und hält ihr Level konstant hoch. Und ich konnte das Buch fast nicht aus der Hand legen, bis ich die Hintergründe endlich zu fassen bekam und sich mein Puzzle vervollständigt hat.

Wunderschöne detaillierte und farbig gezeichnete Landschaftsbeschreibungen der Umgebung an der Ahr geben der Geschichte ihren lokalen Kolorit. Mich hat die Wanderung über den Ahrsteig mit dem Blick ins Tal so fasziniert, dass ich diesen Weg auch gerne mal gehen würde.
Auf einer Karte zur Orientierung vor Beginn der Geschichte kann ich die Wanderung vorbei an den einzelnen Ortschaften sehr gut nachvollziehen.

„Johannisglut“ ist ein Krimi ganz nach meinem Geschmack und ich habe eine neue Autorin für mich entdeckt. Ein spannender Kriminalfall (oder zwei), interessante Protagonisten und Einblicke in eine wunderschöne Landschaft. Hier habe ich mich richtig wohl gefühlt.
Die Tote am Aremberg 26. April 2019
von LEXI
Eine Wandergruppe, bestehend aus ehemaligen Kommilitonen einer universitären Theatergruppe, macht sich auf den Weg zum AhrSteig. Jana Vogt wird als Fotografin für Erinnerungsfotos engagiert. Der Jubiläumsausflug der ehemaligen Studenten findet ein vorzeitiges Ende, als ein Mitglied der Gruppe tot aufgefunden wird. Jana, von Beruf Tatortfotografin bei der Kriminalpolizei Koblenz, erkennt Zusammenhänge mit einem dreißig Jahre alten unaufgeklärten Vermisstenfall. Die Verunsicherung der Wanderer ist groß, und letztendlich könnte jeder von ihnen der Täter sein.

Karin Joachim präsentiert im vorliegenden Kriminalroman „Johannisglut“ den dritten Ermittlungsfall mit Jana Vogt als Protagonistin. Als Schauplatz der Handlung wählt sie den anspruchsvollen, aber wunderschönen Wanderweg „AhrSteig“, dessen idyllische Wald- und Wiesenpfade und einsame Hochplateaus sie in eindrucksvollen Worten beschreibt und dem Leser dadurch bildhaft vor Augen führt.

Die Charaktere sind interessant, teils etwas undurchsichtig dargestellt, was den Leser dazu verleitet, Mutmaßungen hinsichtlich der Identität des Täters anzustellen. Man rätselt über Rainer Großmanns Motivation als Organisator für dieses Treffen, exakt drei Jahrzehnte nach dem mysteriösen Vermisstenfalls. Der passive und jegliche Konversation vermeidende Ralf Kuhn zeigt eine zurückhaltende Fassade, während Jörg Orlowski als Lebenskünstler und Gastronom die Provokation sucht. Mit Ulrike Daus wird die Gruppe um eine über den Dingen stehende Fernsehschauspielerin ergänzt, die bodenständig wirkende Antje Haak zeigt sich kommunikativ und ausdauernd. Die sportliche Kordula Lück, die ausgeglichene Englischlehrerin Dorothee Pflüger, Christoph Würtz und die mit ihrem Leben unzufriedene Ruth vervollständigen die Wandergruppe. Die Autorin erlaubt jeweils kurze Einblicke in den Charakter und hinter die Fassaden ihrer Figuren, legt dabei geschickt falsche Fährten und erzeugt dadurch einen gewissen Spannungsbogen im Buch. Zwischenmenschliche Beziehungen, aber auch die Arbeit der Polizei stehen im Zentrum des Geschehens. Der Leser darf gespannt die Ermittlungen von Jana Vogt und ihrem Vorgesetzten, dem Hauptkommissar der Kripo Koblenz namens Clemens Wieland, verfolgen. Der kleine tierische Protagonist „Usti“ begleitet in Gestalt eines Airedale Terriers sein Frauchen Jana Vogt und bereichert mit seiner vorwitzigen und lebensfrohen Art die Handlung. Ein Aspekt dieser Geschichte widmet sich auch den zwischenmenschlichen Beziehungen, allen voran der privaten Liaison von Jana Vogt und Clemens Wieland.

Obgleich es sich um den dritten Band einer Krimireihe handelt, fand ich mich auch ohne Kenntnisse der Vorgängerbände sofort in der Geschichte zurecht. Einige kurze Hinweise auf vergangene Ereignisse weckten in mir sofort den Wunsch, „Krähenzeit“ und „Bittertrauben“ ebenfalls zu lesen. Der äußerst gelungene Schreibstil der Autorin und ein komplexer, gut ausgefeilter Kriminalfall machten dieses Buch zu einem ganz besonderen Lesevergnügen. Ich freue mich, die Werke von Karin Joachim durch ihre Neuerscheinung „Johannisglut“ entdeckt zu haben und werde zukünftig keine Neuerscheinung aus der Feder dieser vielversprechenden Krimiautorin verpassen.

Fazit: „Johannisglut“ hat meinem Lesegeschmack voll und ganz entsprochen, ich fühlte mich durch den vorliegenden Kriminalfall und die detaillierten Beschreibungen von Personen und Landschaft sehr gut unterhalten. Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen!