Kundenrezensionen
Florian Lechner aus der Tyrolia-Filiale in Innsbruck
empfiehlt:
Die Wunder
von Elena Medel
Elena Medel gehört zu den bekanntesten Lyriker*innen Spaniens. Mit ihrem Roman "Die Wunder" gelang ihr auch international der Durchbruch im Bereich Prosa. In der hervorragenden Übersetzung Susanne Langes liegt das Buch nun auch auf Deutsch vor. Darin verknüpft sie die Schicksale dreier Frauengenerationen einer Familie aus Cordoba und beschreibt gekonnt den gesellschaftlichen Wandel von der Franco Ära bis in die Gegenwart. Alle drei haben mit einem verkrusteten Frauenbild zu kämpfen, das von einem starren Katholizismus mit faschistischen Einsprengseln geprägt ist. Sie versuchen in einer männlich dominierten Gesellschaft ihren Weg zu gehen und finden auf ihre jeweils eigene Art zu einem selbstbestimmten Leben. Ein feministischer Roman aus Spanien, der gesellschaftliche Strukturen schonungslos offenlegt!
Petra
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Die Wunder
von Elena Medel
Dieser Roman von Elena Medel, der als ein eleganter feministischer Bildungsroman beschrieben wird, hat leider meine Erwartungen nicht erfüllt.
Es geht um das Leben zweier Frauen, Großmutter und Enkelin, die sich aber nie begegnet sind.
Maria, die Großmutter, wird nach einer ungewollten Schwangerschaft in den sechziger Jahren von den Eltern nach Madrid zu einem Onkel abgeschoben. Dort arbeitet sie als Dienstmädchen und Reinigungskraft, um ihre Existenz zu sichern. Später wird sie politisch aktiv und setzt sich für Frauenrechte ein. Der Kontakt zu ihrer Tochter Carmen, die von Marias Mutter und ihren Geschwistern großgezogen wird, wird immer weniger, bis er gänzlich abbricht.
Alicia, die Tochter von Carmen und Enkeltochter Marias, die bis zum Freitod des Vater wohlhabend aufwächst, muss auf einmal mit Armut klar kommen.
Zusammenfassend muss ich sagen, dieses Buch hat mich eher gelangweilt als unterhalten
v_im_wunderland
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Die Wunder
von Elena Medel
Das Cover zeigt eine junge Frau und man fragt sich natürlich was es mit dieser Frau auf sich hat. Was macht sie besonders oder was geschieht in ihrem Leben. Der Grundtenor des Buches ist, dass es nicht einfach im Leben ist, wenn du in ärmliche Verhältnisse geboren wirst. Denn dies geschieht zwei der Protagonistinnen und die dritte wird zwar in Reichtum geboren, rutscht leider jedoch während ihrer Kindheit wieder zurück in die ärmliche Ursprungssituation de Familie. Und mit diesen Voraussetzungen wird es leider den Frauen nicht gelingen ihr Leben so zu gestalten, wie sie es gerne wollen. Denn sie kommen in ihrem Leben nicht voran und man weiß auch nicht genau ob sie mit den Männern zusammen sind nur um einen Partner zu haben. Das Buch hat ein interessantes Thema und ist auch ganz spannend geschrieben und kann es den Lesern empfehlen.
inya
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Die Wunder
von Elena Medel
Das Cover des Buches und auch der Klappentext des Buches haben mich im ersten Moment überzeugt. Und auch die Sprache empfand ich als sehr angenehm und ich habe das Buch gerne gelesen, da es auch nicht zu dick war. Die Geschichte, die sich der Autor ausgedacht hat, ist auch eigentlich spannend. Es geht um 3 Frauen, genauer gesagt um die Oma, die Mutter und die Enkelin. Alle drei haben 3 verschiedene Leben, aber irgendwie gleichen sie sich doch. Denn alle 3 Frauen sind intelligent und eigentlich auch starke Frauen, verbauen sich aber in jungen Jahren ihre eigene Zukunft, so dass sie leider nichts Besonderes aus ihrem Leben machen können und so dieses Schicksal der hart arbeitenden und wenig verdienenden Frau an die nächste Generation ihrer Familie weiter geben. Eigentlich ein interessantes Buch, jedoch kratzt es für mich bei allen 3 Figuren nur sehr an der Oberfläche und geht mir nicht genug in die Tiefe.
cosmea
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Die Wunder
von Elena Medel
Elena Medels gefeierter Debütroman “Die Wunder“ erzählt eine Familiengeschichte über einen Zeitraum von knapp 50 Jahren: 1969-2018. Großmutter Maria wird nach einer Beziehung mit einem verheirateten Mann schwanger und muss Cordoba verlassen. Sie lebt danach in Madrid und arbeitet als Kindermädchen und Hausangestellte. Ihre Tochter Carmen wird von ihrer Familie aufgezogen. Maria erfährt nur über ihren jüngeren Bruder Chico Dinge aus dem Leben der Tochter. Maria führt ein Leben im Prekariat in einer winzigen Mietwohnung mit schlecht bezahlten Jobs. Sie hat in Pedro einen Partner, den sie nie heiratet und mit dem sie auch nach 24 Jahren nicht zusammenleben will. Der Leser erfährt, was es bedeutete, in dieser Zeit eine Frau zu sein: in der Öffentlichkeit hat sie nicht das Recht sich zu gesellschaftlichen und politischen Themen zu äußern, obwohl sie belesen ist und sich auszudrücken weiß. Durch häusliche Diskussionen liefert sie ihrem Partner Argumente und Formulierungshilfen. Frauen redeten bei Treffen nur mit Frauen, und zwar über Schwangerschaft und Geburt, Kochrezepte und Schönheitstipps. Obwohl sich nach dem Ende der Diktatur - Franco starb 1975 - und dem Sieg der linken Partei Partido Socialista Obrero Espanol (PSOE) im Jahr 1982 die gesellschaftlichen Verhältnisse in Spanien änderten, wiederholt Enkelin Alicia in gewissem Umfang die Erfahrungen der unbekannten Großmutter. Als ihr geschäftlich zunächst sehr erfolgreicher Vater nach seinem Bankrott Selbstmord begeht, stürzt auch sie gesellschaftlich ab und lebt in ebenso prekären Verhältnissen wie Maria.
Medel erzählt auf zwei Zeitebenen und mit wechselnder Perspektive Marias und Alicias Geschichte. Es geht um das Gewicht der Familie im Leben einer Frau, um die Zugehörigkeit zu einer gesellschaftlichen Klasse und immer wieder um Geld, vor allem den Mangel an Geld. Inwieweit definiert uns das Geld, das wir nicht haben? Welche Verantwortung, Erwartungen, Sehnsüchte und Sorgen machen das Leben einer Frau aus?
Mir hat der nicht gerade mühelos zu lesende Roman trotzdem gefallen, weil es Frauenschicksale vom Ende der Franco-Diktatur bis zu den Krisen unserer Zeit eindrucksvoll präsentiert. Eine empfehlenswerte Lektüre, aber nicht für jeden Leser.
_Le4_
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Die Wunder
von Elena Medel
Das Buch handelt von Maria und von Alicia. Maria ist die Großmutter von Alicia, welche aufgrund ihrer frühen Schwangerschaft nach Madrid geschickt wurde und Alicia zieht nach Madrid, nachdem ihr Leben sich durch einen Schicksalsschlag verändert. Wir erfahren über beide Frauen ihre Geschichte und auch ihre momentane Gegenwart, welche durch Sexismus und Klassismus geprägt ist.
Interessant am Buch fand ich, dass wir Carmen, Marias Tochter und Alicias Mutter, nur durch die Blicke der beiden gesehen haben. Das war eine spannende Entscheidung. Es hat dafür gesorgt, dass es einen mysteriösen nicht vollends durchschaubaren Faden gab, der die beiden verbindet. Alicia war etwas unsympathisch, was der Geschichte aber keinen Abbruch getan hat, da es nicht darum ging, dass sie sympathisch sein muss, sondern was sie wie weshalb erlebt. Maria hingegen war mir sehr sympathisch. Sie hat feministische Ideale und setzt sich stark für diese ein. Sie ist insgesamt eine beeindruckende Frau.
Der Schreibstil war leider teilweise undurchsichtig und kompliziert. Das hat mich manchmal aus der Geschichte gerissen, sodass sie an manchen Stellen unschlüssig war.
Das Buch behandelt Sexismus und Klassismus, was weitflächig abgedeckt wurde. Die Weitflächigkeit wurde vor allem durch die Generationsunterschiede erreicht, da beide Hauptcharaktere mit ähnlichen Problemen Schwierigkeiten haben, welche sich aber durch die äußeren Umstände und die Zeit, in der ihr Leben jeweils stattfindet, anders auswirken.
Die Geschichte plätschert ganz schön dahin, was ich persönlich an sich nicht schlimm fand, nur das Ende fand ich dann unbefriedigend. Das war ich vor allem deshalb schade, weil die Hinführung in den letzten Kapiteln mir gefallen hat, es dann aber lasch geendet hat.
Meine Beziehung zu dem Buch ist etwas kompliziert, da es zum einen ein interessantes Thema ist, zum anderen aber einfach zu stockend geschrieben ist.
Emmmbeee
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Die Wunder
von Elena Medel
Spanien in den Jahren zwischen 1969 und 2018, zwei Frauen. Die ältere von ihnen wird durch ihre Lebensjahre begleitet. Sie ahnt im Alter, dass sie soeben ihrer Enkelin begegnet ist. Dazwischen der Verlauf einer Familie in Aufstieg und Absturz. Doch worum es eigentlich geht und mich tief berührt hat, ist die schmerzhafte Entfremdung zwischen Müttern und ihren Töchtern.
Mir gefällt der Schreib- und Erzählstil von Elena Medel, von der ich zuvor noch nichts gelesen habe. Dennoch fand ich nur schwer in diesen Roman hinein. In elf Kapiteln, die zeitlich vor- und zurückspringen, wird eine erschütternde Familiengeschichte ausgebreitet.
Diese Zeitsprünge können sehr verwirren, weil erst viel später aufgelöst wird, was im betreffenden Abschnitt angedeutet wurde. Im folgenden handelt es sich ja wieder um eine andere Person in einer anderen Zeit. Ist aber jemand ein langsamer Leser oder legt längere Zeit das Buch aus der Hand, ist es für ihn schwierig, wieder hineinzufinden, denn er wird wahrscheinlich das Geflecht neu entwirren müssen. Auch hat sich mir die Bedeutung des Titels bis zum Ende nicht erschlossen.
Vermisst habe ich sowohl ein Glossar für die spanischen Ausdrücke als auch eine Zeittafel, in der das politische Geschehen auf der iberischen Halbinsel verzeichnet ist. Das ist in Mitteleuropa nicht allzu vielen Leuten bekannt. So kann man nur rätseln, von wessen Beerdigung die Rede ist und sich die Reaktionen darauf zusammenreimen.
Deshalb empfehle ich diesen Roman nur Kennern der spanischen Geschichte seit 1968 weiter.
Blake
empfiehlt:





Die Wunder
von Elena Medel
Ich muss vorweg direkt sagen: ich habe das Buch glaube ich gar nicht richtig verstanden. Die Autorin beschreibt etwas sehr wichtiges und einzigartiges in dem sinne, dass ich kaum ein Buch kenne, das sich so auf die einzelheiten und alltäglichkeiten fokussiert.
Der Schreibstil ist defnitiv gewühnungsbedürftig, finde ich aber im Kontext der Geschichte selbst eine sehr clevere und poetische Wahl. Die Wunder ist in gleichzeitig sehr kurzen und doch verschachtelten Sätzen geschrieben, liest sich erst etwas holprig, dann wird einem aber klar: das liest sich wie niedergeschriebene Gedanken. Elena Medel schafft es so einem ein sehr deutliches Bild zu machen wer Alicia und Maria als Personen sind und wie ihre Gefühle und Gedanken sind.
Da beginnen auch direkt meine gemischten Gefühle zu diesem Buch. Keiner der Charaktere gefällt mir. Ich finde es gut, dass Alicia und Maria keine perfekten Menschen sind, das sind reale Menschen ja auch nicht, aber ich konnte dann doch einfach keine Bindung zu irgendwem aufbauen.
Die Geschichte selbst ist aufgeteilt in Kapitel welche abwechselnd aus der sicht von Alicia und Maria erzählen. Die Sichtweisen schreiten jeweils chronologisch voran bis zum letzten Kapitel welches direkt nach dem allerersten Kapitel spielt.
Die Kapitel lassen sich fast schon als lose zusammenhängende Kurzgeschichten einordnen, welche auf sehr bodenständiger Art und Weise das Leben in Spanien als Frau von 1969-2018 darstellen. Viel passieren tut aber nicht wirklich und die Erzählungen plätschern ein wenig vor sich her bis es dann zum Ende kommt und dann alles vorbei ist. Einerseits ist auch das Ende passend, weil das echte Leben auch kein Spektakel ist in dem alle offenen Fragen befriedigend geklärt werden, andererseits fühlt es sich doch unfertig an und ich fande das Ende ziemlich nichtssagend.
Alles in allem würde ich für Die Wunder eine Leseempfehlung geben unter dem Vorbehalt, dass es im klassischen Sinne keine spannende Geschichte ist und eher als fiktive Memoiren mit starkem historischem Hintergrund gelesen werden sollte.
