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ISBN

Buchhändlerempfehlung

MMag. Katharina Huchler aus unserer Buchhandlung in Höchst empfiehlt dieses Buch:

Das Cover ließ mich eine harmlose Geschichte à la "Selection" erwarten, aber weit gefehlt: Hier trifft "Die Tribute von Panem" auf "A Handmaids Tale". Dicht geschrieben mit einem hohen Spannungsfaktor verfolgt die Geschichte sehr abgründige Ideen. Ein Thriller, der vor Augen führt, dass es nichts im Leben umsonst gibt, und dass der schöne Schein einer glitzernden Luxuswelt nur mit menschlichen Opfern aufrechterhalten werden kann.

Alle Buchtipps von MMag. Katharina Huchler


Sam und Romy - emotionaler Abschluss der Dilogie 26. April 2019
Inhalt/Klappentext:
»LOVE WINS«
Wenn du alles verloren hast, was dir etwas bedeutet, und du dir die Schuld daran gibst … Wenn der Schmerz dich auffrisst und du an nichts anderes mehr denken kannst als an die große Liebe, die nun unzählige Kilometer von dir entfernt ist …Dann bleibt dir nur, um diese Liebe zu kämpfen und zu versuchen, sie zurückzuholen.
Sam reist zusammen mit ihrer besten Freundin nach New York. Zu Romy. Doch ist diese überhaupt bereit, Sam eine zweite Chance zu geben? Und wenn ja, wie stark muss eine Liebe sein, damit sie nicht an weiteren Schicksalsschlägen zerbricht?
Eine Geschichte über das Leben und eine Liebe, die mit jedem Herzschlag stärker wird. (Quelle: Sternensand Verlag)

Meine Meinung:
Wundervoller, besonderer Liebesroman. Er ist meiner Meinung nach noch besser als der erste Teil. Die Autorin hat gekonnt mit den Emotionen gespielt. Bei der ganz besonderen und traurigen Szene hat sie mich voll erwischt, ich habe geheult. Der Schreibstil hat mich sofort in die Geschichte hineingezogen. Die Protas haben sich sehr interessant entwickelt ganz besonders Sam. Sie ist erwachsen geworden und geht ihren eigenen Weg. Sehr schön fand ich wie die Unsicherheiten von Sam in Szene gesetzt wurden. Auch Romy kann in dieser Geschichte punkten. Ganz besonders war für mich der Zusammenhalt der beiden jungen Frauen nachdem das Schicksal ziemlich fies war. Ich wurde von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Der Abschluss fand ich sehr schön und er hat mich sehr gerührt.

Mein Fazit:
Wundervoller Liebesroman der etwas anderen Art. Die Geschichte hat mich von Beginn weg gefesselt und mir eine sehr kurze Nacht beschert. Ich kann jedem der gefühlvolle Bücher mag diese Geschichte ans Herz legen.

Mord am Mandela Square
von Matthias Boll
Turbulenter Südafrika-Krimi mit schrägen Ermittlern 25. April 2019
Cover und Layout
Das Cover, für das übrigens Rene Rott verantwortlich ist, war die Überraschung schlechthin. Zu Beginn hatte ich es ignoriert, weil mir nicht klar war, dass es sich hier um einen Krimi handelt (ich dachte es sei ein typischer Frauenroman), später fand ich es hübsch, doch als ich das Buch endlich in den Händen hielt, war ich verliebt. Ein echtes Schmuckstück, das so rein gar nichts mit der Handlung zu tun hat ...

Schreibstil
Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich hier um eine fiktive Geschichte handelt. Er hat sich ein gewisses Maß an schriftstellerischer Freiheit erlaubt, seiner Fantasie freien Lauf gelassen und zugleich seine eigenen Erlebnisse eingebettet. Demzufolge habe ich seine Geschichte auch mit einem Augenzwinkern gelesen. Mit feiner Ironie schildert er die extremen Gegensätze Südafrikas, die er auf die Charaktere und die Handlung überträgt. Sein Schreibstil ist zeitgemäß, niveauvoll und dennoch unterhaltsam. Selbst über Ungereimtheiten sehe ich amüsiert hinweg. Matthias Boll ist ein talentierter, aufmerksamer Beobachter, Erzähler und Schreiber, der mir überzeugend ein X vor dem U vormachen kann, weil ich einfach rein gar nichts von Technik verstehe. Aber das ist auch nicht notwendig, um die turbulente, gut durchdachte Geschichte zu begreifen.

Meinung
Ich bin erstaunt über Matthias Bolls Erzählkunst. Zunächst hatte ich einen etwas gediegenen Krimi erwartet, aber bei genauerem Hinsehen bemerkte ich seine fantastische Kreativität und eine Vorliebe für Abenteuer. So habe ich es persönlich empfunden, wie andere Leser es beurteilen, steht auf einem anderen Blatt. Am besten gefiel mir die naive Pia und ihre Organisation JBF (Johannesburger-Befreiungs-Front). Diese attraktive junge Aktivistin hat eine sozial-romantische Ader, von der Frank Sattler schwer beeindruckt ist. Mehr verrate ich nicht, nur so viel, dass ich mich von allen negativen Kritiken distanziere, weil ich sie nicht nachvollziehen kann, und ich sie teilweise sogar zum Fremdschämen finde. Dieser Südafrika-Krimi vereint Spannung und Humor. Der Lokalkolorit ist perfekt dosiert. Der Autor hat mich quasi vor Ort am Geschehen teilhaben lassen. Ich kann mir nicht erklären, wie er das geschafft hat. Die Charaktere sind ausgezeichnet dargestellt. Vor meinem geistigen Auge spielten sich irrwitzige Szenen ab. Mehr als ein Dutzend Mal musste ich das Buch beiseite legen, weil ich mir vor Lachen den Bauch halten musste. Dieser elegante, trockene Humor - ob beabsichtigt oder nicht - wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben und hat mich neugierig auf die vier vorigen Bände des Autors gemacht. Darum vergebe ich 5 Sterne und eine klare Kaufempfehlung.

Zara und Zoë
von Oetker, Alexander
Das Doppelte Lottchen lässt grüßen 25. April 2019
"Zara und Zoë" halte ich für einen sensationell gut vermarkteten, aber allgemein überbewerteten Thriller von SPIEGEL-Bestseller-Autor Alexander Oetker. Das Buch umfasst 336 Seiten und erschien am 1. April 2019 im Droemer-Knaur-Verlag.

Cover und Layout
Das liebevoll gestaltete Cover lässt auf den ersten Blick nicht zwingend auf einen Thriller schließen. Erst im Nachhinein erahnt man die Dramaturgie: Marseille in der Abenddämmerung. Schrift, Schriftgröße, Zeilenabstand und Seitenränder sowie die großzügig gestalteten Überschriften (die gefühlt ein Viertel des Buches einnehmen) und die ungewöhnlich kurzen Kapitel - bzw. der ständige Szenenwechsel - schonen das Auge und tragen positiv dazu bei, das Buch zügig in einem Rutsch bei einer Flasche Pastis zu leeren ... ähm, pardon - zu lesen!

Ort und Zeit des Geschehens
Die Handlung spielt sich im Juli 2018 vor der malerischen Kulisse von Marseille ab, entführt den Leser aber auch in andere, namhafte europäische Metropolen. Organisierter Drogenhandel durch die Drogenmafia in Europa und die Ermordung eines 14-jährigen Mädchens sind Hauptthema des Thrillers.

Inhalt
Zara und Zoe sind Zwillingsschwestern, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Während die verspannte - mal sieben, später nur noch sechs Minuten ältere Schwester Zara eine autistische Perfektion an den Tag legt und als Profilerin bei Europol tätig ist, verdient sich die sympathische Zoe ihren Lebensunterhalt als Elite-Auftragskillerin bei der etablierten, hiesigen korsischen Mafia. Aufgrund familiärer Differenzen haben sich die Schwestern in den 1990er Jahren räumlich getrennt. Zara ist mit "Maman" nach Deutschland geflohen, die furchtlose Zoe hingegen hielt ihrem liebenswerten, charmanten Vater mit krimineller Vergangenheit in Südfrankreich die Treue. Nun aber ist die mimosenhafte Zara auf die Unterstützung ihrer jüngeren Schwester Zoe angewiesen.

Schreibstil
Mein Deutschlehrer hätte diesen Roman vermutlich als "literarischer Albtraum" bezeichnet. Die Geschichte wird aus der Sicht der verschiedenen Protagonisten erzählt. Der Autor bedient sich verschiedener Sprachstile und Ausdrucksweisen, die er den Charakteren anpasst. Der etwas gewöhnungsbedürftige Schreibstil konnte mich nicht überzeugen, aber genau davon lebt die Story: Kurzatmige, teilweise aufzählende und irritierende Sätze verleihen der Geschichte Tempo und einen eigenwilligen Charakter.

Fazit
"Leon, der Profi", "Das doppelte Lottchen" und "Der Pate" lassen grüßen. Ich hatte den Eindruck, das Drehbuch zu einem Actionfilm zu lesen. Grundsätzlich gelingt es dem Autor, durch kurze, knappe Sätze, teilweise auflistend, eine rasante und temporeiche Geschichte zu erzählen und den Protagonisten eine Identität sowie eine Persönlichkeit einzuverleiben. Der gute Mann hält sich wahrlich nicht mit Belanglosigkeiten auf, vermittelt aber dennoch stimmungsvolle Bilder. Wenn man ein Buch wie dieses gewinnt, neigt man aus Höflichkeit dazu, es positiv zu bewerten und sich alles schön zu reden, krampfhaft und mit aller Gewalt das Gute in dem Werk zu suchen und zu finden. Wenn dies aber nun der neueste Trend ist, dann lese ich lieber Schwaben-Krimis. Mir fällt es echt schwer, dieses Buch zu bewerten. Die Story ist nicht halb so aufregend wie erwartet. Der Autor bedient sich vieler Klischees. Ich vermisse Tiefgang. Meiner Meinung nach handelt es sich bei "Zara & Zoe" bestenfalls um eine verkappte Actionkomödie oder um einen gemeinen Aprilscherz. Man weiß es nicht so genau, darum empfehle ich das Buch nur bedingt weiter und vergebe 3 Sterne.