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Trailer zum Buch

Kurztext / Annotation

"Ihre Anwesenheit beunruhigte ihn. Das war es, was er am meisten an ihr mochte."

Langtext

Eine junge Frau steht auf einem Dach und weigert sich herunterzukommen. Was geht in ihr vor? Will sie springen? Die Polizei riegelt das Gebäude ab, Schaulustige johlen, zücken ihre Handys. Der Freund der Frau, ihre Schwester, ein Polizist und sieben andere Menschen, die nah oder entfernt mit ihr zu tun haben, geraten aus dem Tritt. Sie fallen aus den Routinen ihres Alltags, verlieren den Halt - oder stürzen sich in eine nicht mehr für möglich gehaltene Freiheit.


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Hardcover
Roman
336 Seiten
190 mm x 120 mm
2019 Diogenes
ISBN 978-3-257-07074-3


Weitere verfügbare Ausgaben:

Autor

Simone Lappert, geboren 1985 in Aarau in der Schweiz, studierte am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. 2014 erschien ihr Debütroman 'Wurfschatten', der auf der Shortlist des aspekte-Preises stand. Sie wurde mit dem Wartholz-Preis als beste Newcomerin ausgezeichnet, ist Präsidentin des Internationalen Lyrikfestivals Basel und Schweizer Kuratorin für das Lyrikprojekt 'Babelsprech.International'. Sie lebt und arbeitet in Basel und Zürich.


Wie der Flügelschlag in der Chaostheorie 27. November 2019
von Miro76
Wir finden uns mitten hineinkatapultiert in die Geschichte, den Sprung. Ein Frau macht einen Schritt über die Dachkant und fällt.

Und dann wechselt die Perspektive. Am Tag davor stellt uns die Autorin eine Menge Menschen vor, lässt uns in ihren Alltag blicken, erzählt uns von ihren Ängsten, Sorgen und Träumen. Da ist der Polizist Felix, dem die Schwangerschaft seiner Frau zu schaffen macht und es nicht schafft, mit ihr darüber zu reden. Und da ist die Ladenfrau Therese, die es nicht übers Herz bringt, ihrem depressiven Mann Werner zu sagen, dass ihr kleiner Kramerladen am Ende ist. Da ist Finn, der Fahrradkurier, der von der weiten Welt träumt und doch in dem verschlafenen Städtchen hängen geblieben ist. Und es gibt den vegetarischen Schlachthelfer, der eigentlich Hutmacher ist. Sein Laden musste einer Handy-Notaufnahme weichen.

Das sind nur einige der Menschen, in deren Leben uns die Autorin Einblick gewährt.

Und dann ist da natürlich noch Manu, die Guerilla-Gärtnerin, die einen ganzen Tag auf dem Dach verbringt, weil jemand unbedacht ein Balkontür geschlossen und jemand anderes sofort die Polizei verständigt hat, die mit großem Aufgebot so angsteinflössend wirkt, dass die Situation eskaliert.

Manu bringt einen Stein ins Rollen, der viele Menschen mitreißt. Und so beginnen sich die einzelnen Geschichten zu verbinden. Manche streifen sich nur, andere sind ursächlicher Anstoß für Veränderungen und wieder andere finden plötzlich ihr Glück.

Zugegeben, es ist alles ein bisschen konstruiert, aber es ist immer stimmig. Und warum sollte eine gute Geschichte nicht konstruiert sein? Sie ist ja das Produkt eines kreativen Geistes. Ich fand es sehr fesselnd, wie sich hier alles fügt und plötzlich Sinn ergibt. Wie die Menschen in Bewegung kommen, ihre Leben wieder in die Hand nehmen, Veränderung begrüßen.

Und so endet dieses Buch auch - am Tag danach, wo vieles beginnt. Wir dürfen uns selbst überlegen, was die Menschen aus ihrem Anstoß machen.

Großartiger Roman!
Gute, trotz mancher Schwere leicht zu lesende Lektüre 29. Oktober 2019
Ich empfehle, dieses sehr schöne Buch möglichst in einem Zug zu lesen, an einem verregneten Wochenende,auf einer langen Zugfahrt oder im Urlaub. Sonst könnten die teils berührenden Geschichten der Protagonisten ein wenig durcheinandergeraten.
Unfreiwillig durch ein spektakuläres Ereignis -dem Sprung einer jungen Frau von einem Dach - in den Bann gezogen, beeinflusst eben dieses Ereignis den Tag, das Leben sehr verschiedener Menschen auf vielfältige, teils unerwartete Weise. Wenig "tolle" Typen finden sich da, eher zu kurz gekommene, teils unzufriedene Menschen. Ihre positiven - Hilfsbereitschaft - und problematischen
- Gafferei, Sensationsgier - Züge zeigen sich im Laufe der Stunden vor dem Sprung.
Für Phantasien über diese Menschen, die eher nur skizziert sind, bleibt viel Raum.
Ein sehr lesenswertes Buch, das sich zum Verschenken geradezu anbietet.
Maria Dörfler
Ein vergnügliches Kaleidoskop 28. Oktober 2019
Das Buch von Simone Lappert bietet alles, was ich mir von einer gelungenen Lektüre erwarte.
Der Einstieg ist fulminant und trotz der augenscheinlichen Tragik keineswegs beklemmend. Wie durch ein Kaleidoskop schaue ich auf bunte Geschichten von unterschiedlichen Menschen, die allesamt dicht, intensiv und berührend beschrieben sind.
Die Autorin schreibt leicht, tiefgründig und witzig. Manchmal brauche ich bewusst eine Pause, um mich von den Milieustudien einer Schweizer Kleinstadt und der beschriebenen Charaktere zu erholen. So dicht zeigt die junge Autorin auf, wie das Leben so spielt ... .
Ich freu mich schon auf weitere Bücher von ihr.