Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen

Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen

von Christien Brinkgreve

€ 24,70

Hardcover

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2026 Hanser
192 Seiten
21 mm x 134 mm
Sprache: Deutsch
978-3-446-28567-5

Hauptbeschreibung

»Ich kann mich an kein Buch von derart furchtloser Ehrlichkeit erinnern, was den Neuanfang einer Frau angeht. Hier ist jeder Satz mutig, kostbar, einzigartig.« Elke HeidenreichNach dem Tod ihres Mannes räumt Christien Brinkgreve das gemeinsame Haus um. Was wie eine äußere Routine erscheint, stößt bei ihr eine innere Bewegung an: Eine Frau blickt zurück - auf ihr Leben, ihre Ehe, ihre Rolle in der Familie und in der Welt. Was bleibt von den gemeinsamen Jahrzehnten? Wer war sie in der Beziehung, wer ist sie ohne sie? Und wie kann es sein, dass sie sich als selbstbestimmte Frau zwischen Liebe und fremden Erwartungen verloren hat? Brinkgreves mutiges Buch findet Worte für Schlüsselerfahrungen, die viele Frauen teilen. Eine radikal persönliche Rückschau, eine große und schonungslose Erkundung des Frauseins, des Alterns und der Lebensentscheidungen, die wir aus Liebe treffen.


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Hardcover
2026 Hanser
192 Seiten
21 mm x 134 mm
Sprache: Deutsch
Übersetzt von: Lisa Mensing
978-3-446-28567-5


Weitere verfügbare Ausgaben:

Autor

Christien Brinkgreve wurde 1949 geboren und ist emeritierte Professorin für Soziologie. Sie forschte und publizierte zu den Beziehungen zwischen Männern und Frauen, zwischen Eltern und Kindern sowie zum Umgang mit Emotionen. Sie lebt in Amsterdam. Lisa Mensing, geboren 1989, übersetzt niederländischsprachige Literatur und moderiert Lesungen. Sie hat u.a. Werke von Gaea Schoeters, Frank Martinus Arion, Gerda Blees, Sacha Bronwasser und Connie Palmen ins Deutsche übertragen.

Hersteller: Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG
Vilshofener Straße 10, 81679 München DE
E-Mail: info@hanser.de

Zu persönlich 2026-05-16 08:37:00
"Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen" von Christien Brinkgreve ist kein Roman, sondern ein analysierender Rückblick einer Professorin und Ehefrau auf das Leben mit ihrem (nun schon verstorbenen) Mann, hier nur A genannt. Dieser stand selbst in der Öffentlichkeit und dürfte vielleicht vielen Niederländern bekannt sein, auch, wenn hier sein Name nicht genannt ist. Der Orginaltitel "Beladen huis" scheint mir doch passender, denn das immer voller werdende, zugestellte, vernachlässigte Haus ist eine Metapher für die Ehe und Beziehung der Brinkgreves. Das schöne Cover mit dem Blumenstrauß stellt für mich keine Verbindung zum Thema das Buches dar.

Das Buch, eine Reminiszenz der Autorin an die vielen gemeinsamen Ehejahre mit ihrem Mann, startet interessant und liest sich wirklich gut. Nach ca. zwei Dritteln dreht sich alles allerdings nur noch im Kreis, wird redundant, die Autorin wird mir auch zunehmend unsympathischer. Der Versuch, ihre Liebe zu ordnen, scheint mir immer mehr wie eine Abrechnung mit A, der schwermütig war und immer mehr zu einem "Stinkstiefel" mutierte. Doch zu einer komplizierten Ehe gehören immer zwei, und so hätte auch Frau Brinkgreve entweder die Reißleine ziehen können oder etwas ändern können. Stattdessen hat sie sich ihrem Mann und damit auch ihren Kindern immer mehr entzogen, sei es durch die Flucht ins Ferienhaus oder in ihr Schreibzimmer. Kurioserweise hat sie mit ihrem Ehemann im eigenen Haus dann Emails geschrieben, doch die Leidtragenden waren am Ende wohl am meisten die Kinder.

Das Buch wurde, so scheint es mir, immer mehr zu einer Abrechnung mit ihrem Mann und zugleich zu einer Entschuldigung für ihre Kinder. Hätte A gewollt, dass dieses Buch geschrieben wird? Sicher nicht. Sollen seine Freunde und Bekannten und alle Lesenden, die ihn außerdem kannten, dies wirklich über ihn erfahren, noch dazu nach seinem Tod, wo er sich weder rechtfertigen noch dieses Buch verhindern kann? Es scheint mir nicht fair von Brinkgreve, dieses Buch, das sehr privat ist, zu veröffentlichen. Es hätte in der Familie bleiben sollen.

Dabei scheint es gang und gäbe in der Familie, Bücher über ebendiese zu schreiben, denn Brinkgreve hat sowohl ein Buch über ihren Vater, als auch über ihre Mutter verfasst. A wiederum hat über seine früh verstorbene Schwester Dokie geschrieben. Beide schreiben/schrieben auch wissenschaftliche Texte, sodass auch dieses Buch den Anschein einer wissenschaftlichen Arbeit hat, denn es werden immer wieder Sekundärtexte zitiert, was hier überhaupt nicht passt und den Lesefluss stört.

Die Autorin selbst ist eine ambivalente Person. Einerseits rühmt sie sich damit, eine der ersten Professorinnen zu sein, sie hat sich u.a. dem Feminismus verschrieben, doch im eigenen Heim hat sie sich völlig untergeordnet und lebt nicht das, was sie in der Öffentlichkeit oder an der Universität progagiert. Es stört mich auch, dass der Verstorbene, der nicht mehr besonders liebenswert war, nach seinem Ableben Raum in Brinkgreves Leben findet, zuvor aber kaum noch. So ordnet sie Dinge, die ihm wichtig waren, stellt Möbel um, hängt sein Bild auf. Vorher ist sie aber nur noch vor ihm geflohen.

Ich hatte während des Lesens eigentlich darauf gewartet, dass die Autorin auch in die Zukunft schaut, diese Reminiszenzen hinter sich lässt, einen echten Neuanfang wagt, aus dem Erlebten einen Schluss oder gar einen Schlussstrich zieht, doch nichts von alledem passiert. Ist dieses Buch also eher eine Entschuldigung an ihre Kinder, die vielleicht nach einer Trennung besser hätten leben können? Ein Ratgeber für Frauen, denen es ähnlich geht, ist "Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen" jedenfalls nicht.

Obwohl meine Rezension hier doch sehr kritisch ausfällt, ließ sich das Buch größtenteils gut lesen. Ob man es veröffentlichen hätte sollen, möchte ich dennoch sehr in Frage stellen.
Persönlich aber nicht so tief wie erwartet 2026-05-03 13:57:00
von L.
In diesem sehr persönlichen Werk geht es um Christien Brinkgreve, die grade ihren langjährigen Ehemann verloren hat und nun vor den Scherben ihres vergangenen Lebens steht. Wort wörtlich ist sie nun allein mit dem Chaos in dem Haus, das nun ihr gehört.

Einem Chaos aus Erinnerungen, Erlebnissen und geprägt von den jeweiligen Eigenheiten. Besonders schön fand ich wie ehrlich die Autorin mit ihrer Situation und wie sie diese zu bewältigen versucht, umgeht. Wie sie uns LeserInnen mitnimmt und wir Schicht für Schicht weitere Informationen über ihr Leben bekommen.

Schade ist jedoch, dass die Trauerarbeit und vor allem die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem was sie erlebt nicht dem entspricht was ich erwartet habe. Da sie ja Soziologin ist, hatte ich angenommen dass sie die ein oder andere Erkenntnis, die sie aufgrund ihrer beruflichen Erfahrung gemacht hat, mit ihrer aktuellen Situation in Verbindung bringt und wir LeserInnen auch einen subtilen Mehrwert ihrer Erfahrungen mitbekommen.

Der Schreibstil ist sehr locker und leicht, obwohl diesen schweren Themas. Das Buch ist zügig durchgelesen und hallt leicht nach.
Persönlich aber nicht so tief wie erwartet 2026-05-03 13:57:00
von Lila
In diesem sehr persönlichen Werk geht es um Christien Brinkgreve, die grade ihren langjährigen Ehemann verloren hat und nun vor den Scherben ihres vergangenen Lebens steht. Wort wörtlich ist sie nun allein mit dem Chaos in dem Haus, das nun ihr gehört.

Einem Chaos aus Erinnerungen, Erlebnissen und geprägt von den jeweiligen Eigenheiten. Besonders schön fand ich wie ehrlich die Autorin mit ihrer Situation und wie sie diese zu bewältigen versucht, umgeht. Wie sie uns LeserInnen mitnimmt und wir Schicht für Schicht weitere Informationen über ihr Leben bekommen.

Schade ist jedoch, dass die Trauerarbeit und vor allem die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem was sie erlebt nicht dem entspricht was ich erwartet habe. Da sie ja Soziologin ist, hatte ich angenommen dass sie die ein oder andere Erkenntnis, die sie aufgrund ihrer beruflichen Erfahrung gemacht hat, mit ihrer aktuellen Situation in Verbindung bringt und wir LeserInnen auch einen subtilen Mehrwert ihrer Erfahrungen mitbekommen.

Der Schreibstil ist sehr locker und leicht, obwohl diesen schweren Themas. Das Buch ist zügig durchgelesen und hallt leicht nach.